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DAS FUNDAMENT UNSERER ARBEIT
 
I.   Theologische Fundierung
II   Aktionen, die missio Bozen-Brixen durchführt:
-         Die Sternsinger-Aktion
-         Das Fastenopfer
-         Die Christophorus-Aktion
-         Der Weltmissionssonntag
III.  Bildungsarbeit und Anwaltschaft
IV.  Partnerschaften
V.   Projektzusammenarbeit
 
Missio Bozen-Brixen, Amt für weltkirchliche Aufgaben, hat den Auftrag, das Sendungs-bewusstsein der Ortskirche zu fördern und die Pfarrgemeinden in ihrer missionarischen Tätigkeit zu begleiten. Die kirchliche Entwicklungsarbeit gilt dabei als eine konkrete Gestalt der Evangelisierung.
Im Einzelnen hat missio Bozen-Brixen folgende Aufgaben:

- missionarische Animation in den Pfarrgemeinden
- Förderung partnerschaftlicher Beziehungen zwischen den Ortskirchen
- Information über die komplexen weltkirchlichen Zusammenhänge
- Zusammenarbeit mit den Missionsinstituten, Missionaren und Missionarinnen
- Förderung der Päpstlichen Missionswerke
- Vorbereitung der Sammlungen, Erstellung der Projekte-Listen und Verteilung der Spendengelder über die Missionskommission
- Kontakte mit den Eine-Welt-Gruppen und den Stellen für Entwicklungshilfe.

 I. Theologische Fundierung 
 
1.1 Die Entscheidung Gottes für den Menschen
Von Anfang an spricht die Heilige Schrift von einem Gott, der sich für die Schöpfung und für den Menschen entschieden hat. Wir glauben an diesen Gott, den Menschen im Laufe der Geschichte immer wieder erfahren haben als den „Gott-mit-uns“.
Im Leben und Wirken Jesu Christi und in seiner Errettung aus dem Tod wird auf unüberbietbare Weise deutlich, dass Gott sich unmissverständlich auf die Seite des Menschen stellt. Durch Jesus sagt Gott: „Euer Herz sei ohne Angst.“ Und: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben – und es in Fülle haben.“ (Joh 14,1; Joh 10,10)
 
1.2 Die Entscheidung des Menschen für das Miteinander
Ist Gott für uns, wie sollten wir gegeneinander sein? Wenn er sich jedem einzelnen Menschen zuwendet, wie sollten wir uns voneinander abwenden oder einander bekämpfen?
Die konsequente Entscheidung Gottes für den Menschen befreit uns von „wölfischem“ Umgang miteinander, befreit uns zum Aussteigen aus aller Gewalt, befreit uns zum Eintreten füreinander.
Wir entscheiden uns also konsequent für ein geschwisterliches Miteinander aller Menschen. Es gibt nur eine Welt und nur eine katholische Kirche, die uns in bunter Vielfalt der Formen und Ausdrucksweisen begegnet. Im geschwisterlichen Miteinander erfahren wir diese Vielfalt als Bereicherung, nicht als Gefährdung der Einheit.
 
1.3 Gemeinsam unterwegs
Wir erkennen aber auch, dass diese Sichtweise immer unter dem Vorbehalt und der Spannung des „Schon-und-noch-nicht“ steht.
Als Volk Gottes sind wir dorthin unterwegs, wo die Verheißung des „Gott-mit-uns“ sich erfüllt; wo es in der menschlichen Gemeinschaft kein „drückendes Joch“ mehr gibt, sondern „Recht und Gerechtigkeit“ herrschen und „Friede ohne Ende“ (vgl. Jes 9,1-6).
Wir orientieren uns dabei an der Dynamik des Auftrages Jesu, der die Worte des Propheten Jesaja auf sich bezieht: „Der Geist des Herrn ruht auf mir: denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe“ (Lk 4,18-19; Jes 61,1-2).
 
1.4 Die Botschaft Jesu
So versteht missio Bozen-Brixen ihre Arbeit als Teilhabe am Evangelisierungsauftrag der Kirche, der auf die Befreiung des ganzen Menschen ausgerichtet ist. Evangelisierung bedeutet ein Bekanntmachen und Bekanntwerden mit der lebensverändernden und befreienden Kraft der Botschaft Jesu und ein je neues Aktualisieren dieser Botschaft auf unsere Lebensgestaltung hin. „Evangelisierung wäre nicht vollkommen, würde sie nicht dem Umstand Rechnung tragen, dass Evangelium und konkretes Leben des Menschen als Einzelperson und als Mitglied einer Gemeinschaft einander ständig neu beeinflussen.“ (Evangelii Nuntiandi)
 
1.5 Die Befreiung des Menschen
Wir sehen den Menschen von Anfang an und von Grund auf als Gottes Ebenbild (Gen 1,27). Von daher hat jeder einzelne Mensch eine tiefe und unzerstörbare Würde. Unter diesem Blickwinkel der Gott-Ebenbildlichkeit sehen wir auch die „Selbstverwirklichung“ und „Befreiung“ des Menschen: Er soll das sein können, was er schon ist. Er soll Bedingungen vorfinden und mitgestalten, unter denen Erlösung wahr werden kann – sowohl für den einzelnen als auch für die Gemeinschaft der Menschen. Diese Option für die Erlösung ist im Sinne Jesu eine Option für die Kleinen, Entrechteten, Stimmlosen, Zukurzgekommenen, Marginalisierten, Schwachen.
 
II. Aktionen, die missio Bozen-Brixen durchführt:
-         Die Sternsinger-Aktion
-         Das Fastenopfer
-         Die Christophorus-Aktion
-         Der Weltmissionssonntag
 
2.1 Die Sternsinger-Aktion
Die Sternsinger-Aktion wird von der Katholischen Jungschar Südtirols in Zusammenarbeit mit missio Bozen-Brixen durchgeführt. Das Ziel ist es, damit den Kindern einen Weg zu einem solchen Grundverständnis zu öffnen. Die Katholische Jungschar möchte Kindern „Kirche als Gemeinschaft aus dem Glauben lebender und in der Liebe tätiger Menschen erlebbar machen“ (Wiener Diözesan Synode 443, 1969-1971).
Kirche und die Gemeinschaft der Menschen aber sind keinesfalls auf die einzelne Gruppe oder Pfarrgemeinde, auf eine Diözese oder ein Land beschränkt. Darum führt die Katholische Jungschar seit vielen Jahren um das Fest der Erscheinung des Herrn die Dreikönigsaktion durch. Die Kinder besuchen – gemeinsam mit Jugendlichen und Erwachsenen – als „Weise aus dem Osten“ die Haushalte der Pfarrgemeinde. Sie singen und sprechen von der Frohen Botschaft der Menschwerdung des „Gott-mit-uns“. Sie machen auf die Situation und die Nöte der Mitmenschen aufmerksam, die in ihrem Leben diese erlösende Menschwerdung noch nicht erfahren konnten und sammeln für die Unterstützung von Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien. Die Sternsinger-Aktion unterstützt vorrangig pastorale, soziale und Bildungs-Projekte der Mission.
Der Alte Brauch des Sternsingens, der schon an seinem Ursprung den sozial und wirtschaftlich schlechter Gestellten der Gesellschaft materielle Mittel zur Verbesserung ihrer Existenzbedingungen in die Hand gab, wird auf diese Weise sinnvoll fortgeführt.
 
2.2 Das Fastenopfer
Das Fastenopfer wird von den Pfarreien in Zusammenarbeit mit missio Bozen-Brixen durchgeführt. „Ich war hungrig, obdachlos, durstig und nackt...“ – „Der Herr hat den Schrei der Armen gehört“. Die Mission kann Armut und Elend nicht übersehen. Sie muss, wenn es um die Würde des Menschen geht, auch an der Veränderung sozialer Verhältnisse und ungerechter Strukturen mitarbeiten. Das gehört zum Zeugnis der Liebe. Durch die Förderung der sozialen Aspekte des Menschseins wird die absolute Priorität der Verkündigung des Heils keineswegs in Frage gestellt. Es wird nur betont, dass das Heil des Menschen auch eine diesseitige Dimension hat, dass Heilung möglich ist und dass das Evangelium immer den ganzen Menschen im Auge hat.
Das Fastenopfer ist in erster Linie dazu da, Entwicklungsprojekte unserer Missionare zu unterstützen.
 
2.3 Die Christophorus-Aktion
Die Christophorus-Aktion wird von den Pfarreien in Zusammenarbeit mit missio Bozen-Brixen durchgeführt. Der Missionar ist als Bote der guten Nachricht die erste Voraussetzung für die Evangelisierung. Aber wie sollen ein Priester, eine Schwester ihren Aufgaben nachkommen, wie sollen Hilfsgüter an ihre Bestimmungsorte gelangen, wie ein Kranker ins nächste Spital, wie der Entwicklungshelfer an die Basis, wenn eine Pfarre so groß ist wie unser ganzes Land?
Das Auto, das Motorrad, das Fahrrad, das Motorboot werden da zum unentbehrlichen Hilfsmittel für die Missionare.
Um den Missionaren bei der Anschaffung von Verkehrsmitteln zu helfen, hat eine Gruppe engagierter Christen in Österreich die Christophorus-Aktion gegründet. Diese Aktion wurde bald darauf, im Jahr 1965, auch von der Diözese Bozen-Brixen übernommen und ist in diesen Jahren zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Missionsarbeit geworden. Dabei geht es nicht nur um das Einsammeln von Spenden, sondern um viel mehr. Der Christophorus-Sonntag beinhaltet drei Schwerpunkte:
1.      Dankbarkeit für unfallfreies Fahren
2.      Solidarität mit den Boten des Evangeliums
3.      Besinnung auf unsere moralische Verantwortung im Straßenverkehr
 
2.4 Der Weltmissionssonntag 
Jede Ortskirche nimmt an der Sendung der Universalkirche teil. Dieses neue missionarische Bewusstsein sieht den Weltmissionssonntag heute als den Sonntag der Weltkirche.
Es ist unsere Aufgabe, das Sendungsbewusstsein der Ortskirche zu fördern und die Pfarrgemeinden zu missionarischen Initiativen zu animieren.
Der Weltmissionssonntag will uns bewusst machen, dass die Ortskirche ein Teil der Weltkirche ist und deshalb auch Verantwortung für die Weltkirche hat.
Die Kollekte des Sonntages der Weltkirche geht deshalb an das Päpstliche Missionswerk. 
 
2.5 Verwendung der Spendengelder
Damit die Diözese Bozen-Brixen als Ortskirche ihre missionarische Verantwortung zum Ausdruck bringen kann, hat sie die Sternsinger-, Fastenopfer- und Christophoruskollekte als diözesane Sammlungen eingeführt.
Diese können also von den Pfarrgemeinden nicht für eigene Partnerschaftsprojekte verwendet werden, sondern sollen an das diözesane Missionsamt für weltkirchliche Aufgaben überwiesen werden.
Jede Pfarre soll ihre Partnerschaft oder ihre Projekte mit ihren eigenen Mitteln gestalten.

III. Bildungsarbeit und Anwaltschaft
 
Die Durchführung der vier Spendenaktionen beinhaltet für uns die Verpflichtung zu einer kontinuierlichen Informations- und Bildungsarbeit, mit der wir möglichst vielen die Augen öffnen wollen für die Situation der Menschen und der Kirchen in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien. Wir sollen von deren Freuden und Sorgen, Begeisterung und Nöten und von deren Verstrickung in ungerechte weltwirtschaftliche und politische Zusammenhänge erfahren. Durch dieses gegenseitige Mitteilen und Teilen von Erfahrungen wollen wir auch hier bei uns die Verantwortung für die eine, gemeinsame Welt stärken, zu geschwisterlichem Handeln – auch hier bei uns – bewegen und zur Entwicklung sach- und situationsgerechten Tuns beitragen.
Wo wir Kenntnis bekommen von Unheilssituationen, besonders von Unterdrückung und Gewalt – betreffen sie nun einzelne Menschen oder bestimmte Gruppen – müssen wir unsere Stimme erheben und möglichst viele darauf aufmerksam machen. Wo die Betroffenen selbst keine Stimme haben, wo sie selbst nicht schreien können oder nicht gehört werden, dort müssen wir laut reden. Wir müssen eintreten für sie – bei uns und in ihrem eigenen Land, sei es gelegen oder ungelegen –, und wir müssen alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um ihr Geschick zum Besseren zu verändern und ihnen unsere Solidarität erfahrbar zu machen.
 
IV. Partnerschaften

Bischof Wilhelm Egger hat schon 1996 – im Anschluss an das Apostolische Schreiben Papst Johannes Pauls II. „Tertio millennio adveniente“ und mit Blick auf die damals noch bevorstehende Jahrtausendwende – alle Pfarrgemeinden der Diözese eingeladen, eine Partnerschaft mit Gemeinden in den Ländern des Südens und Ostens zu schließen. Partner sein bedeutet, voneinander zu lernen, die Erfahrungen, Möglichkeiten und Mittel, die eine Pfarrgemeinde hat, mit den Partnerinnen und Partnern zu teilen. In einer gelebten Partnerschaft öffnet sich eine Pfarrgemeinde für Anliegen von Menschen in Not, die über den traditionellen kirchlichen Bereich hinausgehen und trotzdem zu den zentralen Dimensionen christlichen Lebens gehören. Eine Partnerschaft pflegen, bedeutet für Pfarrgemeinden, der Weltverantwortung als Christen nachkommen.
In den Pfarrgemeinden sind es vor allem die Pfarrgemeinderäte und dort wiederum die Ausschüsse für Caritas und Mission, aber auch die Eine- und Dritte-Welt-Gruppen, die das Anliegen „Partnerschaft“ aufgreifen sollen.
Für missio Bozen-Brixen sind Partnerschaften zwischen Pfarrgemeinden hier und Gemeinden in den Ländern des Südens und Ostens ein großes Anliegen. Damit die Umsetzung dieses Anliegens vor Ort in den Pfarrgemeinden leichter gelingt, werden interessierte Pfarrgemeinden zukünftig verstärkt begleitet (siehe Leitlinien der Pastoral 2000-2005 Nr. 67). Diese Aufgabe übernimmt das Referat Freiwilligenarbeit und Pfarrcaritas, angesiedelt bei der Caritas der Diözese Bozen-Brixen, in Zusammenarbeit mit missio. Sie verfügen über die notwendigen dezentralen Strukturen und die personellen Ressourcen.
missio Bozen-Brixen fördert und motiviert die Pfarreien, Partnerschaften zu übernehmen und zu pflegen. Auf die Abstimmung und Koordination mit den Missionaren, Missionsorden und anderen Trägern des Partnerschaftsgedankens wird ein besonderes Augenmerk gelegt. 
 
V. Projektzusammenarbeit
 
Wir wollen durch die Projektzusammenarbeit mit unseren Partnern in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien einen Beitrag zur glaubwürdigen, ganzheitlichen Verkündigung und zur weltweiten Solidarität leisten. Unsere Projekthilfe soll Evangelisierung und Befreiung ermöglichen, indem wir damit zur Befreiung von materieller, geistiger und religiöser Not und zur Überwindung von Ungerechtigkeit und Unterdrückung beitragen. Die Projektzusammenarbeit muss immer aus dem prophetischen Gehalt der Bibel heraus geschehen.
Bei der Beurteilung von Projekten gelten folgende Richtlinien:
 
5.1. Inhaltliche Prioritäten:
Vorrang haben Projekte, die
a) einen hohen pastoralen und/oder sozialen Bewusstseinsbildungseffekt haben;
b) zur Bildung von Gemeinschaft, zur Verkündigung des Evangeliums und zu konkreten Aktionen beitragen;
c)  in allen Bereichen den Menschen ganzheitlich und harmonisch fördern und die Menschenwürde gewährleisten;
d) die Ausbildung zum Ziel haben;
e)  schulische und außerschulische Bildung und Ausbildung durch Unterstützung entsprechender Infrastrukturen fördern;
f)  die jeweilige kulturelle Identität der unmittelbar Betroffenen berücksichtigen, auf ihren Traditionen aufbauen und notwendige Veränderungen bewirken;
g) die Probleme und Bedürfnisse der Kinder und Frauen besonders berücksichtigen;
h) die Menschen- und Minderheitenrechte ganz speziell berücksichtigen;
i)  die theologische und ethno-pastorale Forschung zum Ziel haben.
 
5.2. Formale Prioritäten:
Vorrang haben Projekte, die
a) den Zielen und Programmen der lokalen Kirchen entsprechen und damit dem inneren und äußeren Aufbau einer bodenständigen Identität der Ortskirche dienen;
b) das größtmögliche Engagement der Ortskirche voraussetzen und damit das christliche Zeugnis glaubwürdig vertreten;
c) eine hohe Beteiligung der Zielgruppe anstreben und deren tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen;
d) in enger Zusammenarbeit zwischen den Projektträgern und den Betroffenen gemeinschaftlich geplant und durchgeführt werden;
e)  breiten Kreisen des Volkes – ohne Rücksicht auf religiöse oder ethnische Zugehörigkeit – zu Gute kommen;
f)  besonders den Ärmsten durch eine vielseitige und geduldige Basisarbeit zu einem menschenwürdigen Leben und zu einer Verbesserung der Alltagssituation verhelfen;
g) der selbständigen Mitarbeit von qualifizierten Laien möglichst großen Spielraum bieten;
h) arbeitsplatzschaffende und angepasste Technologien verwenden sowie umweltschonend sind.
 
5.3. Ausschließungskriterien:
Grundsätzlich ausgeschlossen sind Projekte, die
a) die kulturelle Identität der Betroffenen nicht hinreichend berücksichtigen und nicht harmonisch auf den Traditionen aufbauen;
b) die Vorrangstellungen und Privilegien von Gruppen oder Einzelpersonen fördern und verstärken, oder Ungerechtigkeit und Ungleichgewichte stabilisieren;
c)  in irgendeiner Form von außen aufgesetzt sind bzw. eine Abhängigkeit begründen oder verlängern;
d) das Prestigedenken in den Vordergrund stellen und einen Stil des Reichtums und Prunks vermitteln;
e)  künstliche und temporäre Strukturen schaffen;
f)  nicht dem Auffassungs-, Leistungs- und Durchhaltevermögen jener einheimischen Gruppen angepasst sind, die für die Weiterführung vorgesehen und verantwortlich sind;
g) nicht auf den wahren Nutzen der einheimischen Kirche und Gesellschaft ausgerichtet sind;
h) der Verletzung von Menschenrechten Vorschub leisten bzw. sich direkt oder indirekt mit der Produktion oder Beschaffung von Kriegsmaterial befassen;
i)  dem rein privaten Nutzen einzelner dienen;
j)  der Finanzierung von Krediten von bereits durchgeführten Vorhaben dienen.
 
5.4. Allgemeines:
Im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit betrachten wir unsere Unterstützungen auch in großräumigen Zusammenhängen, um nicht an einem Ort eine Insel des Wohlstandes aufbauen zu helfen, während nicht weit davon noch das Allernötigste fehlt. Auch bei persönlichen Bekanntschaften suchen wir größtmögliche Objektivität zu wahren.
Nach unserem Grundverständnis sehen wir in den Beteiligten eines Projektes nicht Objekte unserer Hilfe, sondern Dialogpartner einer Zusammenarbeit. Die Überprüfung eines Projektes versuchen wir daher als Dialog zu führen, und dabei unter anderem auch um die Gesamtfinanzierung eines Projektes Sorge zu tragen.
Doch soll im Sinne der Eigenverantwortung und des Selbstbewusstseins der Ortskirche eine Eigenleistung gegeben sein.
Das neu erarbeitete Formular für Projektanträge entspricht den hier angeführten Kriterien.
In der Durchführung stützen wir uns vor allem auf kirchliche Infrastrukturen.
Die gegebenen Gelder müssen streng zweckgebunden eingesetzt werden. missio Bozen-Brixen, Amt für weltkirchliche Aufgaben, trägt den Spendern gegenüber Verantwortung, und lässt sich deshalb die gewünschten Berichte, Plan-Einsichten und Abrechnungen übermitteln.