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Tagung für Religionslehrer   versione testuale

Bei der heutigen Tagung für Lehrpersonen aller Schulstufen und der Berufsbildung im Pastoralzentrum in Bozen zum Thema "Konfessionen im Dialog für heute" haben rund 140 Religionslehrerinnen und Religionslehrer teilgenommen. Das Verhältnis der christlichen Konfessionen stand im Zentrum der Ausführungen der drei Referenten Pastor Martin Krauswurst, Georg Schedereit und Reinhard Demetz.
Gemeinsame Standpunkte der christlichen Konfessionen, aktuelle Formen der Zusammenarbeit und mögliche Entwicklungspotentiale waren Inhalt dieser Tagung, die in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal durchgeführt werden konnte.
„Vor dem II. Vatikanischen Konzil hätte niemand so den Titel „Konfessionen im Dialog für heute“ gewählt – dieser Titel ist Programm und sagt viel aus über das Klima, wie die christlichen Konfessionen heute miteinander umgehen“, so Bischof Ivo Muser am Beginn der Tagung. Der Bischof hat dann den Lehrpersonen für ihren wertvollen Dienst im Religionsunterricht gedankt: „Der Religionsunterricht ist ein Übersetzungsdienst der biblischen, religiösen Sprache in den Kontext unserer Zeit“, so Bischof Muser.
Georg Schedereit hat in seinen Ausführungen betont, dass nach so vielen ökumenischen Umarmungen, die konfessionellen Unterschiede doch auch beim Namen genannt werden sollen, hat aber gleichzeitig betont, dass die Ökumene in Südtirol von den Pastoren, die in dieses Land kommen, stets als vorbildlich angesehen wird.
„Die Theologie der Reformation ist an keiner Konfession vorbeigegangen“ so Pastor Martin Krautwurst, der darauf aufmerksam machte, dass es darum gehe, aufeinander zu hören, füreinander da zu sein – auch miteinander zu feiern, wie Bischof Ivo Muser es zu verschiedenen Anläsen eindrucksstark vorgezeigt habe. Vor allem hat der evangelische Pastor aber hervorgehoben, dass es heute um ein gemeinsames Bekenntnis des christlichen Glaubens gehe. „Es geht nicht um eine Konfession, sondern um die Frage, welche Bedeutung der Glaube heute im Leben der Menschen spielt“, so Pastor Krautwurst. Mit den Worten „Vermittelt den Schülern, welche Kraft im Glauben steckt“, ermutigte er die Lehrpersonen und wies darauf hin, dass das christliche Bekenntnis Klarheit verlange.
Reinhard Demetz hat einige Entwicklungen in den ökumenischen Bemühungen aufgezeigt und darauf verwiesen, dass der Weg des Zueinanders durchaus steinig war und ist, sich diese Bemühungen gegenwärtig aber auf einem guten Fundament befinden. Man sei von der Bestandssicherung zur gemeinsamen Orientierungsfrage gelangt. Auf den Punkt gebracht hat es der Referent anhand einiger Kernaussagen: „Vom Gerichtssaal zum Feldlazarett, vom Moralisieren zum Heilen, vom Be(Ver)Urteilen zum Begleiten“, und hat dabei die neuen Akzente in der Pastoral durch Papst Franziskus angesprochen.
Demetz hat auch darauf verwiesen, dass bei der Diözesansynode andere Konfessionen, insbesondere die evangelischen Pastoren, als Beobachter zugegen waren, was einmal mehr das Zueinander der christlichen Konfessionen in Südtirol zum Ausdruck gebracht hatte. Als ökumenisch relevante Prozesse seit der Diözesansynode nannte er den Wandel im Verständnis der Pastoral durch einen stärkeren Bezug auf das Wort Gottes, da die sakramentenzentrierte und priesterzentrierte Pastoral an ihre Grenzen stoße. Einen zweiten Wandel sieht der Leiter des Seelsorgeamtes im Verständnis des Leitungsamtes: „Als katholische Kirche pflegen wir ein sakramentales Leitungsamt, wo der Pfarrgemeinderat mitwirkt an der Leitungsaufgabe des Priesters – auch hier kommen wir heute an unsere Grenzen“, so Demetz.
Eine starke ökumenische Zusammenarbeit gibt es in der Diözese Bozen-Brixen seit vielen Jahren in den Bereichen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Wie in diesen Bereichen der Dialog gelingt, so soll der ökumenische Dialog auch in vielen anderen Bereichen fruchten – „für die Welt“, d.h. als Wahrnehmung einer gemeinsamen Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. „Denn Dialog bedeutet, in der gemeinsamen Suche nach Gott im Gespräch zu bleiben und miteinander zu gehen – damit können die christlichen Konfessionen einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten und gestärkt daraus hervorgehen“, so Demetz.