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Dankgottesdienst zum Jahresabschluss   versione testuale

31. Dezember 2017

Das wichtigste diözesane Ereignis im Jahr 2017 war die Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser. „Er hat uns und unserer Gesellschaft Entscheidendes zu sagen: Nichts und niemand darf mit Gott verwechselt oder an seinen Platz gestellt werden: keine Ideologie, kein Volk, keine Sprache, kein Land, keine Kultur, kein politischer oder religiöser Führer“, so Bischof Ivo Muser, der beim heutigen Dankgottesdienst im Dom von Brixen auf die großen pastoralen Herausforderungen im Jahr 2018 einging.
Bischof Ivo Muser ist in seiner Predigt von der Weihnachtsgeschichte ausgegangen und hat dabei auf die Zählung, die Kaiser Augustus anordnet hatte, Bezug genommen. „Eine solche Zählung geschieht auch heute, allerdings unter völlig veränderten Vorzeichen: Persönliche Daten werden erfasst, Gewinne und Renditen gezählt, Wachstum und Bruttosozialprodukt in Prozenten errechnet; gezählt werden die Kosten für Dienste an Kranken, an Alten und Gebrechlichen; auch die Existenz von Flüchtlingen wird in Zahlen und Kontingenten angegeben – die Geschichten und Schicksale dahinter interessieren aber oft nicht“, so der Bischof, der darauf hinwies, dass vieles leider nicht gezählt wird: Menschliche Begegnung, Zuwendung, geschenkte Zeit, Interesse füreinander, gelebte und praktizierte Sorge um den Mitmenschen.
Bischof Muser ging dann auf zwei Herausforderungen ein, die von besonderer Bedeutung auch für das Jahr 2018 sein werden: Zum einen das friedliche Miteinander der historischen Sprachgruppen in der Diözese Bozen-Brixen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden – auch Dank der Autonomie – große und wichtige Fortschritte in diesem Bereich erzielt. „Als Diözese, aber auch als Pfarrgemeinden und als einzelne Christen gilt es sensibel zu sein, handelt es sich hierbei doch um unsere christliche Berufung, die zum Wohle der Gesellschaft beiträgt“, so der Bischof. Zum anderen nannte der Oberhirte die Flüchtlingshilfe als entscheidende Herausforderung: „Wie können sich Menschen anderer Sprache, Kultur und Religion bei uns zu Hause fühlen?“, fragte der Bischof und gab zu bedenken, dass nur dann eine nachhaltige Lösung in der Flüchtlingshilfe gefunden werden kann, wenn jede und jeder mit einer aufnahmebereiten Haltung zum Teilen bereit ist. Dann ist Bischof Muser auf einige Bereiche eingegangen, die im Jahr 2018 von besonderer pastoraler Bedeutung sind: Die Würde der menschlichen Person – von der Empfängnis bis zum Lebensende; entschiedener Einsatz in Wort und konkreter Tat für Ehe und Familie; und die Bitte um den Einsatz und den Schutz der Sonn- und Feiertage. All das gipfelte in seiner Bitte zum „Ja“ zum Menschen, zur Familie, zur Gemeinschaft, zur Schöpfung, zur eigenen Kultur und zur christlichen Glaubensüberzeugung.