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CHRISTOPHORUS-SONNTAG 2018   versione testuale

Das Evangelium braucht Räder und der Segen fährt mit

Christophorusaktion 2018

Liebe Pfarrer, Seelsorger, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Pfarrei!
 
Im November vergangenen Jahres war ich auf Projektbesuch in Norduganda. Bruder Erich Fischnaller, Comboni-Missionar aus Mühlbach, betreut an der Grenze zum Süd-Sudan drei große Flüchtlingslager. Wir waren in seinem Auto unterwegs in eines der Lager. Die Straße glich einem ausgetrockneten Bachbett. Eine riesige Staubwolke und viele Schlaglöcher waren unsere ständigen Begleiter. Br. Erich sagte so nebenbei: „Nun kannst du selber erleben, wie unsere Straßen sind und warum wir starke Autos brauchen“. Das Auto, ein Toyota Jeep, hat Br. Erich über die Christophorusaktion vor einigen Jahren erhalten und es ist nun täglich im Einsatz, um die Flüchtlingslager mit Lebensmittel zu versorgen.

Br. Erich macht sich Sorgen, da in den Lagern die meisten Frauen keine Arbeit haben und den ganzen Tag nicht wissen, was sie tun könnten. Es entstand die Idee, ob sie nicht Kärtchen aus Bananenblättern machen könnten, so wie sie es früher, als sie noch im Süd Sudan waren, getan hatten. Damals haben diese Frauen Weihnachtskarten gestaltet; warum könnten es nicht auch einmal „Christophoruskärtchen“ sein? So entstanden diese Kärtchen, die heuer bei der Christophorusaktion verteilt werden. Jedes dieser Kärtchen ist ein kleines Kunstwerk, hergestellt mit einfachsten Mitteln, einer Schere, Klebstoff und Abfälle der Bananenstaude, die die Frauen in akribischer Feinarbeit zu einem Kunstwerk gestalten. 50.000 Kärtchen waren ein Riesenauftrag für diese Frauen und sie waren sehr dankbar, dass sie diese Arbeit machen durften. So hatten sie eine kleine Verdienstmöglichkeit und eine sinnvolle Beschäftigung. Diese Kärtchen wurden vor dem Verteilen von unserem Bischof gesegnet und er meinte: Diese Kärtchen haben den Flüchtlingsfrauen Segen gebracht, möge sich nun der Segen auch auf die Autofahrer und alle, die die Christophorusaktion unterstützen, ausbreiten“.




Liebe Mitbrüder, liebe Mitarbeiter/Innen in der Pfarrei. Ich bin mir sicher, ein großer Segen geht von diesen kleinen Kärtchen aus, ein Segen, der Grenzen überwindet und Kontinente und Völker verbindet. Im heutigen Evangelium zum Christophorus-Sonntag lesen wir: „Als Jesus aus dem Boot ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“. Ohne Hirten, ohne Orientierung so kamen mir die Menschen in den Flüchtlingslagern vor. Niemand ist da, der ihnen zuhört, der ihnen Hoffnung macht, der sich für sie einsetzt. Und dann kommt Br. Erich mit einem Auto voll Lebensmitteln an unverhofft, teilt aus und beginnt mit den Leuten zu reden, geht auf jeden einzelnen ein, stundenlang horcht er ihnen zu, gibt Ratschläge und hilft, so gut er kann. Das ist Mission, das ist Verkündigung, gelebte Nächstenliebe. Hier wird das Wort Gottes lebendig, hier wird es konkret, ja fast zum Angreifen.

Ich sitze im Auto und warte, bis Br. Erich müde aber überglücklich ins Auto steigt. „Siehst du, ohne eure Hilfe, ohne die Hilfe der Christophorusaktion wären wir heute nicht hier, wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Dank der Christophorusaktion konnten wir im vergangenen Jahr wieder vielen Missionsschwestern, Missionaren und Diözesen helfen, Fahrzeuge anzuschaffen, um so auch dem Sendungsauftrag Jesu, „hinauszugehen, um die frohe Botschaft zu verkünden“, gerecht zu werden.

Im vergangenen Jahr erbrachte die Christophorusaktion 270.592,47 Euro. Damit konnten 25 Autos und ein Motorrad angekauft und ein Container mit landwirtschaftlichen Geräten verschickt werden.
Ich möchte mich auch bei der Katholischen Männerbewegung bedanken und bitte Sie, liebe Seelsorger, es auch beim Gottesdienst am Christophorussonntag im Namen der Diözese zu tun, für die gute und einsatzfreudige Mitarbeit vieler Männer in unseren Pfarreien bei dieser Aktion.

Viele neue Anfragen für Fahrzeuge liegen bereits im Missionsamt auf, deshalb bitte ich Sie, die Christophorusaktion tatkräftig zu unterstützen, damit wir wieder vielen helfen können.
Allen ein großes Vergelt’s Gott!
                                                                       Diakon Wolfgang Penn
                                                                     Leiter von missio Bozen-Brixen