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Von Berufungspastoral bis Social Media   versione testuale

Seelsorgetagung 2018 - Teil 3/3

Mit der Seelsorgetagung eröffnet die Diözese Bozen-Brixen heute und morgen (7. und 8. September) in Brixen das kirchliche Arbeitsjahr. Schwerpunkt des Zusammentreffens der Seelsorger, Priester, Ordensleute und der haupt- und ehrenamtlich Engagierten ist das Thema der - geistlichen und allgemeinen - Berufungen. Dazu hat der neue diözesane Beauftragte für die Berufungspastoral, Josef Knapp, gesprochen. Zu einem neuen pastoralen Ort, also auch einer neuen Form der Seelsorge, hat Claudia Paganini von der Universität Innsbruck referiert: Sie hat das Potenzial der Social Media und des Internets aufgezeigt.

Mit dem diözesanen Jahresthema 2018/2019 „Auf dein Wort hin: beschenkt, gerufen, gesandt“ ist heute bei der Seelsorgetagung in der Kardinal-Nikolaus-Cusanus-Akademie in Brixen das neue Arbeitsjahr der Diözese Bozen-Brixen eröffnet worden. „Mit dieser Schwerpunktsetzung soll ein weiterer Schritt in der Umsetzung der Diözesansynode gesetzt werden. Wie bekannt, befinden wir uns in einem fünfjährigen Zyklus, in dem auf allen Ebenen der Diözese, in den Pfarreien, Gemeinschaften und Verbänden die Umsetzung der Synode vorangetrieben werden soll. Dabei soll uns die Klugheit der kleinen Schritte lenken: nicht alles und sofort, sondern die möglichen Schritte am richtigen Ort“, sagte Reinhard Demetz, der Leiter des diözesanen Seelsorgeamtes, bei der Eröffnung der Seelsorgetagung.

Alle Pfarreien sollen sich mit Berufung und pastoralen Orten auseinandersetzen
„Wir“, so Reinhard Demetz, „möchten alle Pfarreien ermutigen, sich mit dem Themenbereich der Berufung und der pastoralen Orte auseinanderzusetzen und mindestens einen konkreten Schritt dazu zu setzen. Mit den kleinen Schritten eines jeden werden wir gemeinsam einen guten Weg gehen. Wir alle sind getauft und berufen: jeder kann und darf seinen Beitrag geben.“

Erster Auftritt von Josef Knapp als Referent für Berufungspastoral
Der neue Referent für die Berufungspastoral, Josef Knapp, sagte zu seiner neuen Aufgabe, dass Menschen für das Evangelium zu gewinnen seien, wenn es menschlich zugehe; wenn niemand übersehen oder ausgeschlossen wird oder wenn Menschen Heilung erfahren. Josef Knapp: „Papst Franziskus setzt ja voll und ganz auf solch eine pastorale Kultur. Es ist ein Wunschtraum, dass diese Grundlage des Christseins in den Familien, Gemeinschaften und Pfarrgemeinden das Zusammenleben prägt und so einladend ist, sodass junge Menschen sich ebenfalls entschließen, in dieser ‚Jesusbewegung Kirche‘ ihm nachzufolgen.“

„Man muss selber brennen, um andere anstecken zu können“
Knapp brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass man selber brennen müsse, um andere anstecken zu können: „Unerlässlich ist die Berufungspastoral nach innen: selber zu brennen bzw. das Feuer der Liebe neu entfachen zu lassen. Denn erst dann kann Gottes Geist durch mich auch andere anstecken und so manche Glut neu entfachen; die Berufungspastoral „nach innen“ wird also wirksam in der Berufungspastoral nach außen“, sagte Knapp.
Als Akzente in der Berufungspastoral nannte Knapp das Gebet um Berufungen, die Stärkung der Familie als Hauskirche, die Option bzw. Zeit für geistliche Begleitung und persönliches Gespräch, die Wertschätzung und die Dankbarkeit für die Vielfalt der Dienste in der Kirche oder alle Möglichkeiten, um mit Jugendlichen auf ganz menschlicher Ebene in Kontakt zu kommen. Konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung dieser Akzente sind unter anderem ein monatliches Gebet um geistliche Berufe mit Bischof Ivo Muser, das Gebetsnetz für Familien und geistliche Berufe, das bereits existiert, die stille Anbetung für Berufungen, monatliche Glaubensabende für Jugendliche oder die Website der Berufungspastoral, die weiter ausgebaut werden soll. Außerdem soll das Thema Berufung auch in den sozialen Medien ausgebaut werden.

Social Media als Orte der Seelsorge
Die sozialen Medien - und das Internet - hat auch Claudia Paganini, Universitätsassistentin am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck, bei der Seelsorgetagung aufgegriffen: Sie hat ausgehend vom Schlagwort „Whatsapp an Gott“ über die Social Media als Ort der Seelsorge und als Ort, an dem Kirche und Glaube stattfinden, referiert. Dabei betonte sie, dass die katholische Kirche grundsätzlich eine sehr wohlwollende Haltung gegenüber neuen Formen der Kommunikation einnehme. Sowohl Papst Benedikt XVI. als auch Papst Franziskus bezeichneten die Sozialen Netzwerke als wichtigen Ort der Verkündigung und als Möglichkeit der ersten Kontaktaufnahme mit dem Glauben und mit der Kirche. Die sozialen Netzwerke und das Internet bieten mit Sicherheit drei Möglichkeiten: man kann sich Informationen zum Glauben holen, die Gläubigen können über die Netzwerke miteinander kommunizieren und schließlich bietet das Internet die Möglichkeit, den Glauben zu erfahren und erleben. Grundsätzlich gelte es jedoch, die Quellen, die Glaubensinhalte anbieten, sowohl in den Social Media als auch im Internet immer kritisch zu prüfen.

Seelsorge und Berufungen
Im dritten Referat des Tages ist Don Nico dal Molin, der Beauftragte für die Weiterbildung des Klerus in der Diözese Vicenza, auf die Voraussetzungen in der Seelsorge für Berufungen eingegangen. „Um einen fruchtbaren Boden für die Berufungen zu schaffen, ist es notwendig, die Vernetzung zu fördern und positive Beispiele von Berufungen hinsichtlich Wertschätzung und gelungener Lebensentscheidungen aufzuzeigen“, sagte das Molin. Außerdem sei es wichtig, die wirklichen Fragen und Bedürfnisse der Menschen zu erkennen. Erst die Antwort auf diese Fragen machen die christlichen Gemeinden zu wahren Gemeinschaften, Orten der Begegnung und des Zuhörens, so dal Molin.

Morgen stellt Bischof Muser Arbeitsschwerpunkte vor
Die Seelsorgetagung wird morgen Samstag, 8. September, mit dem Referat von Bischof Ivo Muser zu den Arbeitsschwerpunkten im neuen diözesanen Arbeitsjahr fortgesetzt. Außerdem werden morgen vom Bischof und Generalvikar Eugen Runggaldier die Ehrungen für Verdienste in der Diözese vorgenommen.