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Weihnachtsmesse mit Bischof Muser - Leben und Solidarität im Zeichen von Kreuz und Krippe   versione testuale

Nach der Christmette in Brixen hat Bischof Ivo Muser am heutigen Christtag mit den Gläubigen im Dom von Bozen das Hochamt gefeiert. Seine Predigt drehte sich dabei vor allem um die Bedeutung von Weihnachten sowie von Kreuz und Krippe, zwei zentralen Symbolen des Glaubens.
„Weihnachten feiern bedeutet: Gott hat für dich und auch für mich seinen Himmel verlassen“, betonte der Bischof heute. „Du kannst ihn finden. Er heißt Jesus. Du findest ihn in der Krippe von Bethlehem und du erkennst ihn an seinem Kreuz.“ Krippe und Kreuz seien Zeichen der Solidarität Gottes mit allen Menschen, „insbesondere mit den schwachen, den leidenden, den kranken, den behinderten, den namenlosen, den nicht-willkommenen und abgelehnten“, so Muser.

Beide Symbole stünden für den Glauben daran, dass Gottes Heilswillen allen Menschen gelte. Im Zeichen von Kreuz und Krippe zu leben, bedeute deshalb, „über alle Grenzen von Religion, Kultur, Geschichte, Sprache und Herkunft hinweg einander in Liebe, Respekt und Achtung zu begegnen“, betonte der Bischof, der heute auch auf die Polemiken rund um Kreuze in öffentlichen Räumen einging. Die Kirche werde sich immer für die Präsenz dieser Symbole einsetzen, so Muser: „Die Kirche wird aber auch mit Entschiedenheit sagen: Diese Glaubenssymbole dürfen von niemandem vereinnahmt und missbraucht werden, vor allem nicht, um Menschen auszugrenzen, die Gesellschaft zu polarisieren, Gegensätze aufzubauen und trennende Mauern zu errichten. Das widerspricht demjenigen, dessen Geburt wir heute feiern und dessen Evangelium wir verpflichtet sind!“

Krippe und Kreuz stünden nicht für eine Kultur oder eine Tradition, machte der Bischof heute klar. „Sie sind zuerst und vor allem Glaubenszeichen, die uns daran erinnern, wie Gott zu uns steht“, so Muser, der betonte, dass es zu wenig sei, Krippe und Kreuz aufzustellen. „Die Botschaft dieser Symbole muss gelebt werden!“, so der Aufruf des Bischofs. Niemand, dem die eigene Religion heilig sei, würde polemische oder populistische Ängste gegen Andersdenkende, andere Religionen oder deren Symbole schüren. „Krippe und Kreuz sind keine Kampfansage, sondern Begegnung mit jener göttlichen Liebe, die bis zum Äußersten gegangen ist, um uns Menschen für das Leben zu gewinnen“, so Muser.

Weihnachten, erklärte der Bischof zum Abschluss seiner Predigt, dürfe nicht auf die Feier einiger Festtage verkürzt werden. Im Kind von Betlehem begegne uns Gott selbst: „Gott im Menschen Jesus und dieser Jesus im Gesicht eines jeden Menschen“, so Bischof Ivo Muser, „das ist Weihnachten. Das ist die Liebeserklärung Gottes, die wir heute feiern. Das ist der bleibende Auftrag von Krippe und Kreuz.”