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Bischof Muser zu Vergewaltigung in Bozen   versione testuale

Hunderte Menschen haben gestern (9. Mai) an einer Mahnwache am Bozner Talferufer teilgenommen, um nach der Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. „Die Vergewaltigung macht viele Menschen sehr betroffen. Zu Recht! So ein Verbrechen verletzt unsere ganze Gesellschaft“, bezieht auch Bischof Ivo Muser klar Stellung.

„Meine ganze Solidarität und mein Mitgefühl gelten diesem Mädchen und seiner Familie. Dieses Verbrechen muss uns alle dazu führen, dass wir uns gegen jede Form von Gewalt und Unterdrückung gegenüber Frauen aussprechen: Sie ist ein tagtäglich präsentes Thema! In meinem Hirtenbrief zum Marienfesttag am 15. August 2018 habe ich geschrieben: ‚Es beschämt mich, dass wir vor diesem Problem allzu oft die Augen verschließen. Gewalt gegenüber Frauen reicht von psychischer Unterdrückung bis hin zu schwersten körperlichen Angriffen, die manchmal in familiären Katastrophen enden. Auch die sexuelle Ausbeutung ist eine schwere Verletzung der Würde der Frau. Sie kann in der eigenen Familie ebenso stattfinden wie durch Prostitution.‘“, erklärt Bischof Muser.

Klares Bekenntnis zu Gewaltfreiheit und keine Generalverdächtigungen

„Dieser schwerwiegende Vorfall soll uns alle aufrütteln. Nicht Pauschalurteile und Generalverdächtigungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund führt uns weiter, sondern ein klares Bekenntnis zur Gewaltfreiheit in unserem Denken, Reden und Tun. Der weitaus größte Anteil von Gewalt an Frauen geschieht bei uns und weltweit im Kreis der Familien und unserer nächsten Beziehungen“, schreibt der Diözesanbischof weiter.

Gewalt gegen Frauen darf nicht verharmlost werden

„Wer solche Gewaltverbrechen begeht, muss zur Rechenschaft gezogen werden – unabhängig davon, wer sie verübt hat. Niemand aber hat das Recht, solche Verbrechen für eigene Zwecke zu missbrauchen. Auch damit wird unserem Zusammenleben und dem Zusammenhalt in unserer Gesellschaft Gewalt angetan. Nicht kräftige Sprüche bringen uns weiter, sondern nur ein persönliches und gesellschaftliches Umdenken und Umkehren! Gewalt gegenüber Frauen darf nie gerechtfertigt und verharmlost werden“, unterstreicht Bischof Ivo Muser.

Muttertag soll uns auch daran erinnern, Würde einer jeden Frau zu schützen

„Der bevorstehende Muttertag erinnert uns daran, dass wir alle unser eigenes Leben in einer ganz besonderen Weise einer Frau verdanken: unserer Mutter. Die dankbare und liebende Erinnerung an unsere eigene Mutter möge uns helfen, dass wir uns einsetzen für die Würde einer jeden Frau und dass wir mutig, entschlossen und gemeinsam unsere Stimme erheben gegen jede Form von Gewalt gegenüber Frauen. Die Gewalt gegen Frauen geht uns alle an und sie verletzt uns alle“, schreibt der Bischof abschließend in seiner Stellungnahme.