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Darf es im öffentlichen Raum religiöse Zeichen geben?    versione testuale

Am heutigen Aschermittwoch ging Bischof Ivo Muser u.a. der Frage nach, ob es im öffentlichen Raum religiöse Zeichen geben darf? Der Bischof wörtlich:

Das zentrale Symbol, das uns durch diese österliche Bußzeit und durch unser ganzes Leben als Christen und Christinnen begleitet, ist das Kreuz. Darf es im öffentlichen Raum religiöse Zeichen geben? Muss hier nicht weltanschauliche Neutralität herrschen?  Immer wieder und immer häufiger werden diese Fragen gestellt.
Die Auseinandersetzung um die christlichen Symbole und vor allem um das Kreuz als dem wichtigsten christlichen Zeichen kann heute deutlich machen, wo Christen stehen wollen. Das Kreuz ist nicht zuerst Zeichen einer Kultur oder einer bloß menschlichen Solidarität. Es ist zuerst und vor allem das Zeichen des christlichen Bekenntnisses zum menschgewordenen, gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Wenn wir dieses christliche Bekenntnis neu entdecken und leben, brauchen wir keine Angst zu haben vor den Zeichen und vor allem vor den Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen. Wem die eigene Religion heilig ist, wird nie polemische oder populistische Ängste schüren gegen Andersdenkende oder gegen andere Religionen und ihre Symbole.
Das Kreuz Jesu will uns als Christen prägen und verändern. Die Menschen, die sich für das Kreuz im Raum der Öffentlichkeit einsetzen, müssen sich im Denken, im Reden und im Tun ausrichten an der Gewaltlosigkeit und an der Liebe dessen, der für alle gelebt hat und für alle gestorben und auferstanden ist. Sonst wäre das Kreuz, das wichtigste christliche Zeichen, um seine Bedeutung gebracht. Es wäre nur mehr ein äußeres, wirkungsloses Stück Tradition und Kultur.