Bischof Dr. Karl Golser Stiftung » Gründungsfeier » Prof. Dr. Josef Gelmi 

Prof. Dr. Josef Gelmi   versione testuale

Die Offenheit des Oberhirten

Karl Golser kenne ich seit unserer gemeinsamen Studienzeit in Rom. Von 1982 bis 2007 waren wir Kollegen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen. Er war für Moraltheologie zuständig und ich dozierte Kirchengeschichte. Aus dem selbstbewussten Professor wurde 2009 ein äußerst umgänglicher, ja demütiger und liebevoller Bischof. Was ich an Golser immer bewundert hatte, waren sein außerordentlicher Arbeitseifer, seine profunden Stellungnahmen zu aktuellen Fragen sozialer, politischer und medizinischer Natur sowie seine herausragenden Publikationen zu Themen wie Gewissen, Familie, Medizin, Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Golser war auch brillant in seiner Vermittlungsarbeit.

Bereits am 20. Februar 2010, als er das Ehrenzeichen des Landes Tirol bekam und in der Innsbrucker Hofkirche den Gottesdienst feierte, fiel auf, dass er beim Sprechen Schwierigkeiten hatte. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rasch und es wurde spekuliert: Leidet der Bischof unter einem Burnout-Syndrom? Oder handelt es sich vielleicht um Alzheimer oder gar um einen Hirntumor? Am 17. November 2010 beendete Golser selbst das Rätselraten um seinen Gesundheitszustand und teilte mit: „Die Untersuchungen in Innsbruck haben die Befunde des Krankenhauses Meran bestätigt. Daraus geht hervor, dass ich an einem seltenen, atypischen Parkinson-Syndrom leide, das mit Sprech- und Bewegungsschwierigkeiten verbunden ist. Ich habe mit der Therapie begonnen und stehe unter ärztlicher Aufsicht.“ Diese Nachricht schockierte das ganze Land, viele Menschen waren bestürzt und betroffen, schätzten aber die Offenheit des Oberhirten.

Mons. Golser, che spesso ha cercato di dare una risposta alle domande circa il senso dell’umana sofferenza, si vide costretto ad applicare le sue argomentazioni alla propria persona. Ciò lo fece in modo esemplare con il coraggio della sua fede. Il 9 ottobre 2011, il suo successore Ivo Muser, concludendo il discorso della propria ordinazione vescovile, rivolgendosi al suo predecessore, disse: “Da professore sei divenuto confessore, da maestro a testimone.”

Possa il professor Gregor K. Wenning, al quale siamo profondamente grati, dare, con l’aiuto della sua Fondazione e con le molte persone che la sostengono, un contributo alla medicina, affinché tali forme di malattie atipiche e così aggressive, possano essere se non debellate del tutto, almeno meglio controllate con terapie efficaci.