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Brief an die Jugendlichen unserer Diözese   versione testuale

An Stelle des traditionellen Fastenhirtenbriefes und mit Blick auf die Bischofssynode über die Jugend im Oktober 2018, hat Bischof Ivo Muser einen Hirtenbrief an die Jugend verfasst, der am 4. Fastensonntag (11. März) veröffentlicht wird. Heute (7. März) hat der Bischof seinen „Brief an die Jugendlichen unserer Diözese“ in Bozen vorgestellt. Zum Text sind auch Videoclips erstellt worden. Der Bischof liefert auch weiterführende Tipps zur Vertiefung der Inhalte seines Briefes.
Web: www.bz-bx.net/jugendhirtenbrief
 
Den Jugendlichen möchte ich sagen…. (Auszüge aus dem Hirtenbrief)
Mir kommt eure Lebensfreude in den Sinn, auch eure Nachdenklichkeit und eure Sehnsucht nach Antworten auf die Fragen eures Lebens und nach einem Sinn, der alles zusammenhält. Euer Leben fühlt sich oft an, wie auf einer Slackline. Es gilt, in Anbetracht von Schwierigkeiten und Zweifeln, ein Ziel auszumachen, das es ermöglicht, ins Gleichgewicht zu kommen inmitten von Unsicherheiten und vielen Fragen, die euch zu lähmen drohen. Wie gelingt es, eine eigene Existenz aufzubauen, eine Familie zu gründen? Wie kann ich eine Arbeit finden? Wenn wir den Blick über unser Land hinaus auf die Welt werfen, dann kann einem manches aussichtslos erscheinen. Wir sehen verhärtete Fronten zwischen Völkern, Menschen in unsagbarem Leid, in Not und Heimatlosigkeit.
 
Hoffnung & Mut
Gleichzeitig nehme ich eure tiefe Sehnsucht und euren starken Willen nach Veränderung wahr, nach einer besseren und gerechteren Welt und das stimmt mich hoffnungsvoll. Und getragen von dieser Hoffnung rufe ich euch zu: Habt Mut, Traut euch! Ihr seid der Schlüssel zur Veränderung! Gebt der Hoffnungslosigkeit keinen Platz in euren Herzen und lasst nicht zu, dass Resignation sich in eurem Leben breitmacht. Vielmehr: fasst euch ein Herz und beginnt mit dem ersten Schritt!

Würde
Und wenn ihr fragt, was euch Orientierung gibt und worauf es ankommt, dann verlasst euch auf euer Gespür für die Würde des Menschen, auf die Sehnsucht nach gelingenden Beziehungen, nach Freundschaft und das Füreinander-Dasein. Die Freiheit drängt uns dazu, Verantwortung zu übernehmen, sich eine Meinung zu bilden und für sie einzustehen, das zu wählen, was man als gut und richtig erkannt hat und es in die Tat umzusetzen, damit die Welt morgen ein klein wenig besser ist und ein menschlicheres Antlitz trägt. Auch wenn es manchmal nicht so scheint: jede und jeder von euch kann etwas bewirken. Lebt eure Verantwortung!

Solidarität
Sich anderen Menschen zuzuwenden und solidarisch mit ihnen zu sein, wenn sie uns brauchen, das ist die Antwort auf all das, was wir in unserem Leben unverdient und unbezahlbar erhalten haben. Diese Zuwendung gilt allen Menschen, die in Not sind und unserer Hilfe bedürfen – das ist tiefster Ausdruck der menschlichen Würde. Es erfüllt mich mit Hoffnung und Dankbarkeit, wenn ich sehe, wie viele von euch bereit sind, zu teilen und zu helfen. Nicht wenige von euch schenken auch in unserem Land ihre Zeit und ihre Kraft, um für Menschen in Not da zu sein, sei es im Rahmen von Verbänden und Vereinen, in Hilfsorganisationen, bei Solidaritätsaktionen.

Eigeninitiative & Gemeinwohl
Wartet nicht darauf, dass die „Regierenden“ oder die „Machthabenden“ die Probleme lösen, sondern nehmt das wahr, was ihr heute schon machen könnt. Ihr könnt heute schon drauf achten, dass ihr mit eurem Verhalten faires und nachhaltiges Wirtschaften und Leben fördert, das nicht nur uns, sondern auch den Generationen nach uns eine Zukunft ermöglicht.
Indem ihr so lebt und handelt, verwirklicht ihr nicht nur euch selbst, sondern gestaltet auch Gesellschaft und Welt in einer Weise, die zutiefst christlich ist. Dass ihr bereit seid, diesem Ruf Antwort zu geben, erfüllt mich – und viele Menschen in unserem Land – mit tiefer Freude, mit Hoffnung für die Zukunft der Welt und die Zukunft der Kirche und mit großer Dankbarkeit.