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Fest der Diözesanpatrone 2018   versione testuale

Am Sonntag, 15. April 2018, hat die Diözese in Brixen den Festtag ihrer Patrone Kassian und Vigilius begangen. Bischof Ivo Muser hat beim Festgottesdienst die Gläubigen aufgefordert, als Christen öffentlich Stellung beziehen zu gesellschaftlichen Fragen. Auch wenn dabei, so Bischof Muser,  die Gefahr bestehe, zwischen die Fronten zu geraten. Im Anschluss an Gottesdienst und Kassiansprozession hat das Land Tirol der Diözese Bozen-Brixen zwei neue Statuen der Diözesanpatrone übergeben.

Das Diözesanfest zu Ehren der Diözesanpatrone Kassian und Vigilius hat mit der Ankunft der Bittgänge aus den Pfarreien der Umgebung am Brixner Dom begonnen. Die Gläubigen sind von Kanonikus Johann Kollmann am Domportal empfangen worden und dann zum Festgottesdienst in die Kathedrale eingezogen. Sängerinnen und Sängern der Kirchenchöre von Deutschnofen, Petersberg, Aldein, Altrei, Steinegg, Gummer und Welschnofen sowie von Bläsern aus Deutschnofen haben unter der Gesamtleitung von Othmar Trenner dem Pontifikalamt einen feierlichen Rahmen verliehen.

Bischof Muser: „Schämen wir uns nicht, vor dem Essen ein Kreuzzeichen zu machen, auch in der Öffentlichkeit und in einem Restaurant.“

Bischof Ivo Muser legte in seiner Predigt den Gläubigen die schlichten Vollzüge des Glaubens ans Herz, die von Generationen von glaubenden Menschen gepflegt worden sind: „Früher gab es das Morgengebet, das Abendgebet, das Gebet vor dem Essen und nach dem Essen. Da gab es das Kreuzzeichen und das Weihwasser, den Herrgottswinkel und die Bilder der Mutter Gottes. In den letzten Jahrzehnten sind viele dieser schlichten, einfachen, regelmäßigen und doch so einprägsamen Rituale bei vielen Menschen aus dem Gebrauch gekommen. Pflegen wir die sichtbaren und schlichten Zeichen unseres Glaubens. Schämen wir uns nicht, vor dem Essen ein Kreuzzeichen zu machen, auch in der Öffentlichkeit und in einem Restaurant.“

Am Fest der Diözesanpatrone erinnerte der Bischof auch daran, wie wichtig es ist, dass Christen und Christinnen öffentlich Stellung beziehen zu gesellschaftlichen Fragen. „Auch wenn hier die Gefahr sehr groß ist, vereinnahmt zu werden, sich zu verbrennen, zwischen die Fronten zu geraten. Das Evangelium ergreift Partei, es hält sich nicht heraus“, betonte Bischof Muser.

Die Kassiansprozession führte im Anschluss an den Festgottesdienst mit den heiligen Reliquien durch die Straßen der Stadt, begleitet von Musikkapellen Natz, Peter Mayr Pfeffersberg, Schalders, St. Andrä sowie der Bürgerkapelle Brixen, von den Schützen, von Vereinen und Verbänden, von Gläubigen aus Stadt und Land. Die Prozession wurde traditionsgemäß von der Prozessionsfahne der Pfarrgemeinde Vahrn eröffnet, weil die Vahrner zur Franzosenzeit die Reliquien der Diözesanheiligen vor Raub und Verunehrung gerettet haben.

Land Tirol übergibt zwei Statuen der Diözesanpatrone.

Im Anschluss an den bischöflichen Segen hat der langjährige Landtagspräsident und Landeshauptmann von Tirol, Herwig van Staa, im Namen des Bundeslandes Tirol der Diözese zwei Statuen der Diözesanpatrone Kassian und Vigilius als Dauerleihgabe übergeben. Die Segnung durch Bischof Muser fand am Standort der neuen Statuen am Eingang des Brixner Friedhofs statt.
Die beiden Skulpturen sind Kopien der Sockelfiguren der Annasäule in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße. Die Figuren des Heiligen Kassian und des Heiligen Vigilius wurden im Zuge der Restaurierung der Säule durch den Tiroler Steinrestaurator Johannes Stephan Schlögl im Auftrag des Landes Tirol nachgegossen. Die Annasäule ist zum Dank für die Vertreibung der bayerischen Truppen im Jahre 1703 errichtet worden. Aus demselben Grund ist die Kassiansprozession eingeführt worden.