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Freikirchen   versione testuale

Unter Freikirchen sind spezifische protestantische Kirchen und Bewegungen zu verstehen. Den Entstehungshintergrund für die Mehrzahl der Freikirchen im deutschsprachigen Raum bildete hauptsächlich die im 19. Jh. auch in Europa sich ausbreitende Erweckungsbewegung von Amerika. Grundlegend für die Freikirchen ist das Verständnis der Kirche bzw. Gemeinde als „Gemeinschaft der Glaubenden". Die Zugehörigkeit ist durch freie, d.h. persönlich gewollte, bewusste Glaubensentscheidung gegeben. Das Selbstverständnis der Gemeinde liegt im Gemeinschaftsakzent, im Sinne des Priestertums aller glaubenden. Abgehobene und „hierarchische" Amtsstrukturen werden vermieden. Generell herrschen funktionale Leitungs- und Dienststrukturen vor. Wegen rechtlicher Unabhängigkeit vom Staat bzw. Ablehnung einer vereinbarten Form staatlicher Unterstützung sind die Freikirchen auf Spenden und Beiträge der Mitglieder angewiesen. Die Freikirchen sind im Allgemeinen von ihrem Selbstverständnis her, Teil der weltweiten Kirche Jesu Christi zu sein, an der Ökumene interessiert bzw. beteiligt.
Allerdings ist in letzter Zeit in Bezug auf neue Gemeinden und Freikirchen eine eher diffuse Entwicklung freier charismatischer, bisweilen bibel­fundamentalistisch orientierter Bewegungen  zu beobachten mit zum Teil wenig ausgeprägtem ökumenischem Interesse.
In Südtirol haben wir mehrere so genannte „Freikirchen“, wie etwa die die „Christengemeinde" von Schlanders und Bozen, die „Evangelische Freikirche Meran“, die „Freie Christliche Gemeinde Meran“, die „Freie Evangelische Gemeinde" von Brixen und die „Freie Evangelische Gemeinde“ von Bruneck. Diese alle sind um eine ökumenische Zusammenarbeit bemüht.