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Coronavirus: Katechese ab Herbst 2020

Mit September beginnt auch das neue Arbeitsjahr in den Pfarreien und es sind noch viele Fragen offen bzgl. Katechese. Da im Amt für Schule und Katechese immer wieder Fragen eingehen, fassen wir in diesem Informationsschreiben unsere Antworten zusammen und stellen sie allen Pfarreien zur Verfügung. Die Antworten beziehen sich dabei auf den derzeitigen Stand. Auch uns im Amt plagt die Unsicherheit, wenn wir vorausschauen und konkret planen möchten.

Allgemeine Richtlinien der italienischen Bischofskonferenz (CEI) und der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol

Die besondere Situation erfordert besondere Maßnahmen, die ein ausgeglichenes Verhalten unterstützen sollten: Das Ansteckungsrisiko soll nicht unterschätzt werden und trotz-dem sollten wir nicht zu ängstlich sein.

Folgende Maßnahmen gelten laut derzeitigem Stand:

  • Ein Mindestabstand von 1 Meter ist einzuhalten oder ein Mund-Nasen-Schutz ist zu tragen.
  • In geschlossenen Räumen und bei Menschenansammlungen wird immer der Mund-Nasen-Schutz getragen.
  • Es ist auf Handhygiene (besonders beim Betreten von Räumen) zu achten und daher sind Desinfektionsmittel bereit zu stellen und zu verwenden.
  • Geschlossene Räume werden nach Treffen gereinigt und desinfiziert (besonders jene Flächen, die berührt wurden).
  • Wenn in einem Raum keine Stühle aufgestellt werden und somit nicht auf Anhieb die maximale Teilnehmerzahl festgestellt werden kann, dann gilt die 1/5 Regel, d.h. 1 Person je 5m².
  • Räumlichkeiten werden mit den notwendigen Hinweis-Zeichen ausgestattet, die auch für Kinder verständlich sind.
  • Kranke Personen bzw. Personen mit den verdächtigen Symptomen (z. B. Fieber über 37,5 °, Husten, Erkältung, Bindehautentzündung…) dürfen nicht an Treffen teilnehmen.
  • Bei verdächtigen Symptomen während der Tätigkeit wird die betreffende Person vorübergehend isoliert und Familie bei Minderjährigen umgehend informiert. Die Verantwortlichen in den Pfarreien tragen bitte die Sorge, dass die Personendaten gemäß den Datenschutzbestimmungen behandelt werden und nicht unmittelbar an Öffentlichkeit gelangen.
  • Grundsätzlich gilt, dass Gruppen, die sich öfters treffen, eine stabile Zusammensetzung haben sollen. So können im Notfall entsprechende Maßnahmen gleich umgesetzt werden.

In der Planung von pfarrlichen Tätigkeiten ist es zurzeit noch notwendig, mitzubedenken, dass jederzeit aufgrund eines Infektionsherdes oder aufgrund der allgemeinen Verschlechterung des Verlaufes diese abrupt unterbrochen werden kann. Daher ist es ratsam, sich vorzubereiten und mitzuüberlegen, wo innerhalb kürzester Zeit auf digitalen Modus gewechselt werden kann.

Sakramentenvorbereitung in Gruppen

Taufe

Die Taufvorbereitung kann in Gruppen erfolgen, wenn dabei der Mindestabstand eingehalten wird. Für geschlossene Räume gilt die 1/5 Regel (siehe oben). Somit empfiehlt es sich, auf größere Räume auszuweichen oder die Teilnehmerzahl zu beschränken.
Das Taufgespräch findet ebenso unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen statt. Es wird wie gewohnt im Vorfeld geklärt, ob der Seelsorger zur Tauffamilie nach Hause kommt oder die Tauffamilie ins Pfarrhaus.

Für die persönliche Taufvorbereitung in der Familie stehen weiterhin die Impulse auf unserer Homepage zur Verfügung (https://www.bz-bx.net/de/glauben-und-liturgie/sakramente-und-feiern/taufe.html).

Bei Anfragen bzgl. Taufe von Erwachsenen wenden Sie sich bitte direkt an das Referat für Katechese, damit die jeweilige Situation individuell angeschaut und eine gute Lösung gefunden werden kann.

Eucharistie - Erstkommunion

Erstkommunionfeiern „nachholen“

Wie in einem Schreiben bereits mitgeteilt, können ab Herbst die Erstkommunionfeiern unter den Auflagen, die alle Gottesdienstfeiern betreffen, gefeiert werden.

In der Advent- und Fastenzeit sollten allerdings keine erste Kommunion gereicht werden (beachte die theologische Bedeutung dieser geprägten Zeiten).

 

Somit bestehen weiterhin folgende Möglichkeiten:

  • In kleineren Pfarreien mit wenigen Erstkommunionkindern kann die Erstkommunion gemeinsam gefeiert werden, wenn das Fassungsvermögen der Kirche das zulässt und die gegebenen Regelungen eingehalten werden.
  • Die Familie entscheidet, bei welcher Eucharistiefeier der Pfarrgemeinde sie ihr Kind zur ersten Kommunion führen möchte. Sie teilt dies dem Pfarrer bzw. der/dem Pfarrverantwortlichen mit. Die Familie wird am Beginn des Gottesdienstes besonders begrüßt und es kann auch eine Fürbitte für das Kommunionkind gesprochen werden. Bei der Kommunion begleitet die Familie ihr Erstkommunionkind zum Priester; sie empfangen gemeinsam als erste die heilige Kommunion.

Bei dieser Möglichkeit ist zu bedenken, wie viele Kinder gleichzeitig an einem Sonntag ihre erste Kommunion feiern können, da wahrscheinlich mehrere Familienmitglieder mitfeiern möchten und im Kirchenraum nur eine bestimmte Anzahl von Gläubigen mitfeiern kann.

  • Die Kinder einerKleingruppe feiern gemeinsam ihre erste Eucharistiefeier mit Kommunionempfang. Die Pfarrei teilt den Gruppenleiter*innen mit, an welchen Sonntagen ein Familiengottesdienst gefeiert wird, der entsprechend gestaltet ist. Die Gruppenleiterin bzw. der Gruppenleiter versucht in Absprache mit den Familien ihrer Kleingruppe und der Pfarrei einen geeigneten Termin zu finden.

Die Familien werden am Beginn des Gottesdienstes besonders begrüßt. Bei der Kommunion begleiten die Familien ihr Erstkommunionkind zum Priester. Dafür kann es notwendig sein, vorher abzusprechen, in welcher Reihenfolge (und mit dem notwendigen Sicherheitsabstand) die Familien zur Kommunion gehen. Familienmitglieder brauchen nicht Abstand einhalten.

Auch bei dieser Möglichkeit ist zu bedenken, welche Rahmenbedingungen die Pfarrei aufgrund der Coronakrise hat (Wie viele Familien können maximal mitfeiern, wenn wiederum bedacht wird, dass wahrscheinlich mehrere Familienmitglieder mitfeiern möchten und nur eine bestimmte Anzahl von Gläubigen im Kirchenraum mitfeiern darf?) Ebenso kann es unter Umständen für Gruppenleiter*innen eine Belastung sein, mit den Familien einen geeigneten Termin zu finden.

Wertvoll bleibt weiterhin die Praxis, die Familien der Kommunionkinder hin und wieder im Gottesdienst ausdrücklich in das Fürbittgebet einzuschließen.

Bei den vorhergenannten Möglichkeiten kann Folgendes noch miteingeplant werden: Wenn sich die Situation bis Ostern 2021 bessert, werden an einem Sonntag in der Osterzeit alle Kinder, die im Herbst ihre erste Kommunion empfangen haben, mit ihren Familien zu einem gemeinsamen (Dank)Gottesdienst eingeladen.

 

Start neuer Gruppen auf dem Weg der Kommunionvorbereitung

Für jene Pfarreien, die neue Familien auf dem Weg der Sakramentenvorbereitung begleiten möchten, sind nun folgende Punkte bedeutsam:

  • Elternabende – Elterntreffen können stattfinden, wenn dabei der Mindestabstand eingehalten wird bzw. die 1/5 Regel eingehalten wird. Gerade für größere Pfarreien oder für Seelsorgeeinheiten kann dies eine Herausforderung sein. Daher ist zu überlegen, ob mehrere Abende bzw. Treffen angeboten werden, was wiederum ein größerer Arbeitsaufwand sein kann. Es empfiehlt sich, um eine Anmeldung zu den Treffen zu bitten, damit der Raum entsprechend hergerichtet werden kann oder gegebenenfalls ein anderer Raum gesucht wird.
  • Kleingruppentreffen: Eine große Herausforderungen sind die gewohnten und wertvollen Treffen in Kleingruppen. Für Pfarreien mit einer größeren Anzahl von Kommunionkindern sind sie schwer umsetzbar, wenn wir an die geforderten gesundheitlichen Maßnahmen denken. Daher wird dieses Jahr vermehrt auf die Begleitung zu Hause gesetzt werden, d. h. dass die Familien ihr Kind zu Hause vorbereiten und zu Sonntagsgottesdiensten in der Pfarrgemeinde eingeladen werden, bei denen Bezug auf die Kinder genommen wird (in der Begrüßung oder in einigen Gedanken in der Predigt…).

DasAmt für Schule und Katechese zusätzlich zu den bestehenden Unterlagen Faltblätter mit katechetischen Impulsen ausgearbeitet, um Familien in der Begleitung und Hinführung zu unterstützen; Schwerpunkt dieser Faltblätter sind die Elemente der Messfeier; sie können auch nach einem Sonntagsgottesdienst den mitfeiernden Familien „gereicht“ werden bzw. an einem geeigneten Ort zum Mitnehmen aufliegen. Sie sind zu finden unter https://www.bz-bx.net/de/glauben-und-liturgie/sakramente-und-feiern/eucharistie-1.html.

Einzelne Treffen werden dazu noch angeboten und wenn möglich in größeren Räumen (katechetische Angebote dementsprechend anpassen) und unter den gesetzlichen Auflagen.

Manche Pfarreien überlegen aufgrund der Unsicherheiten keine neue Gruppe auf das Sakrament der Versöhnung und der Eucharistie vorzubereiten. Sie nutzen die Chance, sich mit dem bisherigen Weg der Kommunionvorbereitung kritisch auseinanderzusetzen und neue Wege zu überlegen. Diesen Denkprozess begleiten wir Seitens unseres Amtes und bitten daher jene Pfarreien/Seelsorgeeinheiten, sich bei uns im Amt zu melden.

Firmung

Aufgrund der diözesanen Richtlinien zum neuen Firmweg, finden in den Jahren 2020 und 2021 keine Firmungen statt, somit zur Zeit auch noch keine Firmvorbereitung, aber die Planung für die nächste Firmvorbereitung sollte vorgenommen werden. Das Amt für Schule und Katechese bleibt hier Ansprechpartner. Diözesane Unterlagen werden nach dem Ideentreffen am 24. Oktober „Gemeinsam am neuem Firmweg bauen“ erarbeitet und dann den Firmverantwortlichen und Firmkatechet*innen zur Verfügung gestellt.

Inzwischen ist es wichtig, dass für die Jugendlichen in der Pfarrei bzw. Seelsorgeeinheit zwischendurch etwas organisiert wird (Stichwort „kirchliche Jugendarbeit“). Die katholischen Jugendorganisationen in unserer Diözese helfen hier gerne weiter.

Andere katechetische Angebote (mit Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen)

Die Auflagen, die für die Sakramentenvorbereitung gelten, sind auch für andere Katechese mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gültig. Angebote im Freien und großen Räumen sind hier vorteilhafter.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, die digitalen Medien für Impulse oder einen kurzen Austausch zu nutzen.

Zusammenfassende Gedanken

Bei all den Vorsichtsmaßnahmen ist unser Anliegen, die Familien in den Glauben hinzuführen, ihn zu stärken und zu vertiefen, nicht aus dem Blick zu verlieren. Bei all den organisatorischen Fragen, die uns beschäftigen und auch belasten, darf nicht außer Acht gelassen werden, was wir in den Sakramenten feiern: Begegnung Gottes in unserem Leben. Umso mehr ist es wertvoll, die Sakramentenvorbereitung mit Leben und Begegnungen zu füllen.

So vertrauen wir weiterhin auf das Wirken des Heiligen Geistes in dieser unsicheren und belastenden Zeit. Möge er uns ein waches Auge für die Sorgen unserer Mitmenschen schenken, Weisheit bei notwendigen und vorausschauenden Entscheidungen und eine engagierte Gelassenheit.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte weiterhin an unser Amt unter katechese.catechesi(at)bz-bx.net, oder unter der Tel. 0471-306352. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass alle Mitarbeiter*innen aufgrund ihrer Teilzeitanstellungen nicht täglich im Büro zu erreichen sind. Der beste Weg, mit ihnen in Kontakt zu treten, ist, ihnen eine Email zu schreiben.

 

Auf folgende Dokumente haben wir in unserem Informationsschreiben zurückgegriffen:

Anlage „A“ des Landesgesetzes Nr. 4 vom 8. Mai 2020 (überarbeitet am 13.8.2020 überarbeitet; von besonderer Bedeutung sind hier die Absätze II. F, G, I, L).

Linee orientative per la ripresa dei percorsi educativi per minori (Ufficio Giuridico della CEI, aggiornato al 1 settembre 2020)

 

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Markus Felderer, Amtsleiter            

Sonia Salamon und Benedetta Michelini, Referentinnen für die Katechese