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Pastoraltagung 2020

Brixen, Cusanus-Akademie (18.09.2020)

Die Pastoraltagung bildet den Auftakt des pastoralen Jahres und setzt sich die Vertiefung des jeweiligen Jahresthemas zum Ziel. Neben diesem inhaltlichen Ziel geht es in der Pastoraltagung auch darum, als diözesane Gemeinschaft zusammenzukommen, Kontakte zu pflegen und miteinander einen lebendigen Austausch zu pflegen. Die Pastoraltagung findet am 18. September 2020 von 9:00 bis 17:00 an der Cusanusakademie in Brixen statt.

Das Thema

Schwerpunkt der Pastoraltagung 2020 ist das Jahresthema „Auf dein Wort hin: innehalten“. Damit soll der Fokus nicht auf neue Projekte oder Reformen, sondern auf die Qualität unseres Seins und Handelns als Kirche gelegt werden. Obwohl dieses Thema bereits vor der Corona-Pandemie festgelegt wurde, hat es durch den Lockdown und die anhaltende Unsicherheit noch deutlich an Aktualität gewonnen. Innehalten bedeutet, sich dem Strudel der externen Anforderungen zu entziehen und sich auf die Mitte der eigenen Spiritualität und Lebenshaltung zu besinnen. Für uns als Kirche bedeutet das eine Besinnung auf die Mitte der Frohbotschaft: dass Gott in Christus Mensch geworden ist. Dass er sich verletzlich gemacht hat bis ans Kreuz, um uns in unserer Verletzlichkeit zu trösten und zu heilen. Die Corona-Pandemie hat uns unsere Verwundbarkeit vor Augen geführt. Nicht trotz, sondern besonders in der Verwundbarkeit ist Gott uns in Christus nahe. Dieses Nahe-Sein am verwundbaren Menschen ist zugleich unser Auftrag als Kirche. Eine Chance für unser pastorales Handeln, das ja auch ohne Corona-Krise schon von vielen Nöten und Verletzlichkeiten geprägt war.

 

Die Referate

  1. Andra' tutto nuovo. Verso una pastorale antifragile – Dott. Fabrizio Carletti
    Inhalte: Wir erleben aktuell einen Epochenwechsel und nicht einfach eine Zeit mit Veränderungen. Von daher ist die Kirche aufgerufen, eine pastorale Umkehr zu vollziehen: eine tiefgreifende Veränderung, als Akt der Treue gegenüber ihrer Sendung in die Welt, in eine neue Welt. Während des Lockdowns haben wir verschiedene Formen der Veränderung angesichts einer unerwarteten Realität erlebt, so zum Beispiel Formen der Anpassung oder der Resilienz. Aber es gab auch Keime einer dritten Reaktionsweise, der Antifragilität. Eine antifragile Reaktion erlaubt es, durch die Praxis der Unterscheidung mutig und kreativ neue pastorale Modelle zu erdenken.
    Zum Referent: Weiterbildner, Berater für Gemeinschaften, Pfarreien, Diözesen in der Begleitung von pastoralen Veränderungsprozessen. Mitbegründer des Centro Studi Missione Emmaus.
  2. Zärtlichkeit. Die Revolution einer sanften Macht - Univ.-Prof. DDr. Isabella Guanzini
    Inhalte: Die Sprache der Zärtlichkeit scheint heute durch eine schwere Hypothek belastet zu sein, die letztendlich ihre vitale Energie in ihren emotionalen und rhetorischen Intonationen verwässert und sie somit jeder sozio-politischen oder religiösen Wirksamkeit entleert. Zärtlichkeit hat vielmehr die Macht, unsere elementare Begegnung mit der Wirklichkeit zu verändern: Sie ist wie ein Akt des Wissens und der Präsenz, eine Art, die Welt wahrzunehmen und zu berühren. Ihre Stärke liegt darin, den Zustand der Verletzlichkeit und Endlichkeit, der jede Existenz kennzeichnet, zu begrüßen und nicht zu beseitigen. Deshalb beruhigt sie unsere überzogenen Ansprüche und unsere andauernde Müdigkeit.
    Zur Referentin: Promotion in Fundamentaltheologie an der Universität Wien und Promotion in Philosophie an der Cattolica in Mailand. Seit 2019 Professorin für Fundamentaltheologie an der KU Linz.
  3. Innehalten - warum und wie? - Prof. Dr. Christoph Theobald SJ
    Inhalte: Was hat sich in den letzten Wochen und Monaten ereignet? Nicht nur währende der Pandemie, sondern bereits vorher, in unserem gesellschaftlichen Umfeld, in unserer Kirche? Ohne Gedächtnisarbeit und Relektüre ist es nicht möglich, im Geist Jesu Zukunft zu gestalten. Der Vortrag sucht unser Innehalten zu motivieren und einige geistliche Hilfen anzubieten, um die Zeit des "Aus-ruhens" (Mk 6,31) fruchtbar zu machen.
    Zum Referent: Christoph Theobald, Jesuit, Lizentiat der Philosophie und Doktor der Theologie an der Universität Bonn, Ehrendoktor der Universitäten Laval, Löwen und Freiburg, ist Professor für Systematische Theologie am Centre Sèvres - Facultés jésuites de Paris, Chefredakteur der Recherches de Science Religieuse und Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses des Istituto per le scienze religiose (Bologna).
  4. Programmatisches Referat zum neuen Pastoralen Jahr – Bischof Ivo Muser
    Inhalte: In seiner jährlichen programmatischen Rede bei der Pastoraltagung geht Bischof Ivo Muser auf wichtige Aspekte des Jahresthemas ein. Er setzt Schwerpunkte, gibt Anregungen für die Seelsorge und nimmt Stellung zu aktuellen Themen. Nach dem Referat steht Bischof Ivo Muser für eine offene Fragestunde und Debatte zur Verfügung.

 

Die Tagung wird durch einen runden Tisch mit den Referent*innen abgerundet. Im Anschluss an den Tagungsteil wird eine Führung durch die neu umgebaute Cusanusakademie angeboten. Alle Referate und Debatten werden simultan übersetzt.

 

ORGANISATORISCHE HINWEISE:

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt! Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich! Die Tagung wird simultan online auf der Webseite der Diözese übertragen.

 

Anmeldung: info@cusanus.bz.it / 0472 832 204

Alle Seelsorger, Priester, Diakone, Ordensleute und die in der Pastoral haupt- und ehrenamtlich Engagierten, insbesondere Pfarrgemeinderäte und Pfarrverantwortliche sind herzlich eingeladen!