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Pastoralteam und Pfarrverantwortliche

In unserer Diözese übernehmen zunehmend  ehrenamtliche Laien, Frauen und Männer, Mitverantwortung in der Pastoral. Andererseits brauchen viele Priester, vor allem jene, die mehrere Pfarreien zu betreuen haben, eine Entlastung. Um diesen Anliegen nachzukommen, werden in allen Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen schrittweise Pastoralteams eingeführt. Dadurch soll die Teamarbeit in der Leitung der Pfarreien gestärkt, die Leitung von Pfarreien in Zeiten zunehmenden Priestermangels ermöglicht und zukunftsfähig gestaltet werden. Durch die Pastoralteams soll das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung aller Getauften für die Kirche gestärkt und im Alltag der Pfarrei erlebbar werden.

Was ist ein Pastoralteam?

Ein Pastoralteam ist eine Gruppe von beauftragten Mitarbeitenden in der Pfarrei, die unter der Leitung des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers die Pfarrseelsorge verantworten. Es besteht aus 3-5 Mitgliedern, unter denen folgende Aufgabenbereiche verteilt werden: Verkündigung, Liturgie, Caritas und Verwaltung, sowie die Koordination des Pastoralteams selbst. In jenen Pfarreien, wo das Amt des Pfarrers vakant ist und ein Pfarrseelsorger die Seelsorge leitet, werden die Mitglieder vom Pastoralteam vom Bischof ernannt. Der Koordinator/die Koordinatorin vom Pastoralteam wird somit zum/zur Pfarrverantwotlichen.

Ist das Pastoralteam nur ein weiteres Gremium in der Pfarrei?

Nein. Es ist ein Anliegen des Bischofs, dass in den Pfarreien keine weiteren Gremien geschaffen werden. In den kleineren Pfarreien werden die vier genannten Funktionen (Verkündigung, Liturgie, Caritas und Verwaltung) innerhalb des bestehenden Pfarrgemeinderates verteilt. In größeren Pfarreien ersetzt dagegen das Pastoralteam den Ausschuss des Pfarrgemeinderates, wobei der/die Pfarrgemeinderatsvorsitzende die Koordination des Teams übernimmt.

Welche Hilfe können wir erwarten?

Das Seelsorgeamt sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben, Ihnen auf diesem Weg zu helfen und Sie Schritt für Schritt zu begleiten. Falls Sie Fragen haben oder den Wunsch, ein Pastoralteam in Ihrer Pfarrei zu bilden, wenden Sie sich bitte an:

Giuseppe Ganarini
Referent für Pfarreien und Gemeinschaften | Koordinator für Bibelpastoral
Domplatz 2
I-39100 Bozen

Tel. +39 0471 306 214
E-Mail giuseppe.ganarini@bz-bx.net

Wichtige Dokumente:

DAS PASTORALTEAM IN DEN PFARREIEN

Jesus Christus führt seine Kirche in eine gute Zukunft. Inmitten der vielen Veränderungen unserer Zeit übernehmen Frauen und Männer aufgrund ihrer Taufberufung Verantwortung in der Kirche und tragen ihren Teil dazu bei, dass Gottes Wort in unserer Zeit verkündet wird und Menschen Orientierung gibt. Wir dürfen dies als Zeichen der Zeit lesen, als Einladung, die tiefgreifenden Veränderungen, die wir als Kirche erleben, aktiv zu gestalten und als Chance zu sehen. So soll in der Leitung der Pfarreien die gemeinsame Verantwortung von Priestern und Laien immer stärker zum Tragen kommen. Seit der Veröffentlichung der diözesanen Rahmenordnung für Pfarrseelsorger und Pfarrverantwortliche (FDBB 38 (2002), 260-264), konnten in diesem Bereich wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Die Diözesansynode (Nr. 395) hat diesen Weg bestärkt. Auf dieser Grundlage spezifizieren die hier folgenden Richtlinien wichtige Punkte der Rahmenordnung von 2002 und legen zugleich das Pastoralteam als Leitungsmodell für alle Pfarreien der Diözese fest.

1.    In allen Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen werden schrittweise Pastoralteams eingeführt. Dadurch soll die Teamarbeit in der Leitung der Pfarreien gestärkt, die Leitung von Pfarreien in Zeiten zunehmenden Priestermangels ermöglicht und zukunftsfähig gestaltet werden. Durch die Pastoralteams soll das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung aller Getauften für die Kirche gestärkt und im Alltag der Pfarrei erlebbar werden.

2.    Das Pastoralteam ist eine Gruppe von beauftragten Mitarbeitenden in der Pfarrei, die unter der Leitung des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers die Pfarrseelsorge verantworten.

Zusammensetzung des Pastoralteams

3.    Das Pastoralteam besteht aus 3-5 Mitgliedern, die als Verantwortliche folgende Aufgabenbereiche übernehmen: Verkündigung, Liturgie, Caritas und Verwaltung sowie die Koordination des Pastoralteams selbst.

4.    Das Pastoralteam wird gemeinsam vom Pfarrgemeinderat und vom Pfarrverwaltungsrat gewählt und übernimmt auch die Funktion des Ausschusses des Pfarrgemeinderates. In mehrsprachigen Gemeinden wird dabei auf eine angemessene Vertretung der Sprachgruppen geachtet.

5.    In Pfarreien, die weniger als 1.000 Einwohner haben, kann der Pfarrgemeinderat selbst die Funktionen des Pastoralteams übernehmen, wobei die vorgesehenen Bereiche entsprechend Punkt 3 klar einer Person zugeordnet werden.

6.    Die Mitglieder der Pastoralteams können auch von außerhalb des gewählten Pfarrgemeinderates berufen werden, sind dann aber von Amts wegen Mitglieder desselben.

7.    Der/die Pfarrgemeinderatsvorsitzende koordiniert das Pastoralteam.

8.    Das so gebildete Pastoralteam wird vom Pfarrer bestätigt, beauftragt und in den Dienst eingeführt. Die Namen der Teammitglieder und deren Funktionen werden dem Seelsorgeamt mitgeteilt.

9.    In Pfarreien, in denen laut der entsprechenden diözesanen Rahmenordnung (FDBB 2002, 260-264) Pfarrseelsorger und Pfarrverantwortliche wirken, wird das Pastoralteam auf Vorschlag des Pfarrseelsorgers, des Pfarrgemeinderates und des Pfarrverwaltungsrates vom Diözesanbischof beauftragt. Der/die Pfarrgemeinderatsvorsitzende wird dabei zum/zur Pfarrverantwortlichen ernannt.

10.   Die Dauer der Beauftragung entspricht der Arbeitsperiode des Pfarrgemeinderates und endet mit der Beauftragung des nachfolgenden Teams. Es soll darauf geachtet werden, dass jeweils neue Mitglieder an die Mitarbeit im Pastoralteam herangeführt werden.

11.   Scheidet ein Mitglied aus, übernimmt das Team dessen Aufgaben bis zur Bestimmung eines neuen Teammitgliedes (vgl. Punkte 4 und 5).

12.   Wo Pastoralassistenten/-innen auf Pfarreiebene wirken, nehmen diese an den Sitzungen des Pastoralteams teil und unterstützen dieses in seinen Aufgaben, bleiben aber im Team ohne Stimmrecht. Wo Pastoralassistenten/-innen auf Ebene der Seelsorgeeinheit oder in mehreren Pfarreien wirken, begleiten und unterstützen sie je nach Aufgabenbeschreibung die Teams in den einzelnen Pfarreien und nehmen nach Bedarf an den Teamsitzungen teil.

Aufgaben und Arbeitsweise des Pastoralteams

13.   Das Pastoralteam verantwortet unter der Leitung des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers die pastorale Arbeit in der Pfarrei und deren ordentliche Verwaltung. Dabei koordiniert, unterstützt und begleitet jedes Teammitglied die in seinem Verantwortungsbereich tätigen Personen und entwickelt gemeinsam mit diesen die Tätigkeiten im jeweiligen Bereich im Sinne des Evangeliums weiter, um möglichst viele Menschen aktiv in den Dienst an der Frohbotschaft einzubinden.

14.   Der Pfarrgemeinderat bzw. Pfarreienrat legt das pastorale Programm der Pfarrei und der Seelsorgeeinheit fest, das vom Pastoralteam umgesetzt wird. Der Pfarrgemeinderat begleitet die Arbeit des Pastoralteams und gibt ihm Rat und Hilfe für seinen Dienst.

15.   Wenn bei der Umsetzung des pastoralen Programms im Team Entscheidungen zu fällen sind, dann werden diese im gemeinsamen Konsens getroffen. Sollte dennoch eine Abstimmung notwendig sein, gilt die einfache Mehrheit.

16.   Die Mitglieder des Pastoralteams sind je nach ihrem Aufgabenbereich auch Ansprechpartner für eventuell vorhandene Arbeitsgruppen des Pfarrgemeinderates. Sie sorgen für den Austausch der Arbeitsgruppen untereinander und für eine gute Anbindung zum Pfarrgemeinderat.

17.   Das Team trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen, wobei der Informationsaustausch und die Überlegungen zu den anstehenden Fragen Priorität haben. Insbesondere dort, wo ein Priester mehrere Pfarreien betreut, wird eine möglichst eigenverantwortliche Arbeit des Pastoralteams angestrebt. Die Teamsitzungen können deshalb auch in Abwesenheit des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers stattfinden, sofern die Tagesordnung im Vorfeld mit dem Pfarrer bzw. Pfarrseelsorger vereinbart wurde und dieser zeitnah über die getroffenen Entscheidungen informiert wird.

18.   Im Team haben das geistliche Wachstum und die Vertiefung des Glaubens einen zentralen Stellenwert. Jede Zusammenkunft des Teams soll mit der Meditation eines Schriftwortes, etwa des Sonntagsevangeliums, und mit dem Gebet für die Anliegen der Pfarrgemeinde beginnen.

19.   Der/die Pfarrverantwortliche ist neben dem Pfarrseelsorger auch allgemein Ansprechperson in sämtlichen pfarrlichen Belangen und vertritt die Pfarrei nach außen.

20.   Die Mitglieder der Pastoralteams sind auf Ebene der Seelsorgeeinheit untereinander vernetzt und arbeiten zusammen. Sie stehen mit den zuständigen Stellen auf diözesaner Ebene in Verbindung und erhalten von diesen Rat, Unterstützung und Hilfe.

Ad experimentum in Kraft gesetzt am 01.09.2019

+Ivo Muser, Bischof

RAHMENORDNUNG FÜR PFARRSEELSORGER UND PFARRVERANTWORTLICHE

I.  Allgemeine Bestimmungen

  1. Der Diözesanbischof kann - in Anlehnung an die Bestimmungen des can. 517, § 2 (CIC 1983) - bei Priestermangel auch einen Diakon oder eine andere Person, die nicht die Priesterweihe empfangen hat, oder eine Gemeinschaft von Personen (Pastoralteam, Klostergemeinschaften) an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei beteiligen.
  2. Der entsprechenden Pfarrei wird ein Priester als „Pfarrseelsorger“ zugeordnet. Eine Einzelperson oder ein Mitglied des Pastoralteams wird vom Diözesanordinarius zur bzw. zum „Pfarrverantwortlichen“ bestellt. Das Amt des Pfarrers ist und bleibt in diesen Pfarreien vakant. (Vgl. Überlegungen zur Personal- und Raumplanung in der Diözese Bozen-Brixen im Zeitraum 2002-2012, II, 2, Punkt 4)

II.  Der Pfarrseelsorger

  1. Der Pfarrseelsorger wird im Sinne des can. 517 § 2 mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet und mit der Leitung der Seelsorge beauftragt. In besonderer Weise obliegen ihm jene Aufgaben und Befugnisse, deren Ausübung an die Priesterweihe gebunden ist (insbesondere die Leitung der Eucharistiefeier sowie die Spendung der Sakramente).
    Zudem gehören zu seinen Aufgaben die Leitung der Begräbnisfeiern, das Vornehmen öffentlicher Segnungen, das Erteilen der einem Pfarrer zustehenden Dispensen (can. 1079, 1196, 1203, 1245) sowie die spirituelle Betreuung der Pfarrgemeinde und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  2. Der Pfarrseelsorger übt seinen Dienst nebenamtlich aus. Er ist nicht an die Residenzpflicht (can. 533 §1) gebunden, hat aber an Sonn- und Festtagen die Applikationspflicht (can. 534).
  3. Gemäß Weisung der Italienischen Bischofskonferenz vom 1. April 1992, Art. 84
    Abs. 4 (Istruzione in materia amministrativa) wird der Pfarrseelsorger als gesetzlicher Vertreter der Pfarrei im Register der juridischen Personen gemeldet und eingetragen. Dazu muss er allerdings italienischer Staatsbürger sein.
  4. Für den Dienst eines Pfarrseelsorgers kommen u.a. folgende Priester in Betracht:
    • Pfarrer einer Nachbarpfarrei
    • in diözesanen Einrichtungen tätige Priester
    • in der kategorialen Seelsorge tätige Priester
    • Ordenspriester
    • Priester in Ruhestand
  5. Der Pfarrseelsorger wird vom Diözesanbischof nach Anhören der Personalkommission ernannt. Der Auftrag ist zeitlich befristet. Nach Ablauf der Frist ist eine Verlängerung des Auftrages möglich. Die Beauftragung wird im Amtsblatt der Diözese veröffentlicht.
  6. Der Pfarrseelsorger bekommt – sofern es sich bei ihm nicht um einen Priester im Ruhestand handelt - für seinen Dienst im Rahmen der Unterhaltszahlung des DIUK Zusatzpunkte. Fahrtspesen und sonstige Unkosten, die ihm durch die Ausübung seines Dienstes erwachsen, werden ihm von der Pfarrei vergütet. Diesbezüglich gelten dieselben Regelungen wie für den Pfarrer.

III.  Die/der Pfarrverantwortliche

  1. Den Pfarrverantwortlichen werden bei der Beauftragung pfarrliche Vollmachten für bestimmte Teilbereiche der Seelsorge übertragen. Sie müssen innerhalb dieser Bereiche nicht alles selbst tun, sondern dafür sorgen, dass die verschiedenen Aufgaben unter Einbindung möglichst vieler Pfarrmitglieder verlässlich und sachgerecht erledigt werden.
    Im Einzelnen können ihnen folgende Bereiche übertragen werden:
    • Sorge für die Glaubensunterweisung
    • Sorge für die religiöse und spirituelle Weiterbildung der Pfarrgemeinde
    • Verantwortung für die Vor- und Nachbereitung und die Gestaltung der Spendung der Sakramente
    • Sorge für die Gestaltung der Liturgie
    • Pfarrverwaltung:
      Führung der Pfarrbücher, Sachgerechte Verwahrung der Dokumente im Pfarrarchiv, Ausfertigung (gemäß Befugnis) von Dokumenten, Weiterleitung von Meldungen (Taufe, Firmung, Eheschließung) an andere Pfarreien, Amts- und Behördengänge, Buchhaltung über Einnahmen und Ausgaben der Pfarrei, Überweisung der überpfarrlichen Kirchensammlungen und Erstellung des Prospectus, Annahme und Weiterleitung von Messstipendien, Erstellung der Pfarreirechnung und Einzahlung der Diözesanabgaben, Erstellung und Aktualisierung des Inventars etc.
    • Dienstaufsicht über die Angestellten der Pfarrei sowie über jene Personen, die im Pfarrbüro oder im liturgischen Bereich mitarbeiten (z.B. Sekretärin/Sekretär, Mesnerin/Mesner, Organistin/Organist)
    • Pfarrbrief und Öffentlichkeitsarbeit
    • Gewinnung, Schulung und Begleitung der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    • Kontakt zu den Vereinen, den Verbänden, zur politischen Gemeinde, zu den Nachbarpfarreien, zum Dekanat, zur Diözese
    • Pflege der Kirchenraumes und des liturgischen Inventars
  2. Sofern es sich beim Pfarrverantwortlichen um einen Diakon handelt, können ihm zudem die Spendung der Taufe, die Predigt in der Eucharistiefeier (Homilie), die Assistenz bei Trauungen sowie die Leitung von Begräbnisfeiern anvertraut werden.
  3. An die Pfarrverantwortlichen können durch notarielle Bevollmächtigung die an die gesetzliche Vertretung gekoppelten Verwaltungsbefugnisse delegiert werden.
  4. Die Pfarrverantwortlichen üben ihren Dienst eigenständig aus. In der Ausübung des Dienstes sind sie dem Diözesanordinarius und dem Pfarrseelsorger gegenüber verantwortlich. Zwischen den Pfarrverantwortlichen und dem Pfarrseelsorger finden regelmäßig Dienstgespräche statt.
  5. Die Pfarrverantwortlichen werden in der Ausübung ihrer Tätigkeit vom Pfarrgemeinderat und vom Vermögensverwaltungsrat tatkräftig unterstützt.
  6. Als Pfarrverantwortliche kommen Frauen und Männer in Betracht, die das Vertrauen der Pfarrgemeinde besitzen, für den Dienst fähig und verfügbar sind und folgende Voraussetzungen erfüllen:
    • Christliche Grundeinstellung
    • Dem Glauben und der Lebensordnung der Kirche entsprechende Lebensweise
    • Aktive Teilnahme am Leben der Pfarrgemeinde
    • Psychische Belastbarkeit
    • Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
    • Bereitschaft zur Zusammenarbeit
    • Pflichtbewusstsein, Feingefühl und Diskretion
  7. Die Pfarrverantwortlichen werden vom Diözesanbischof nach Anhören des Pfarrgemeinderates, des Vermögensverwaltungsrates, des Pfarrseelsorgers und des Dekans ernannt. Der Auftrag ist zeitlich befristet. Nach Ablauf des Auftrages ist eine Verlängerung möglich.
    Die Beauftragung erfolgt durch Dekret, in dem die mit dem Auftrag verbundenen Aufgaben und Befugnisse sowie die Dauer des Auftrages im Detail genannt sind.
    Wird eine Personengemeinschaft beauftragt, wird im Dekret genau angegeben, wer die Leitung hat und wie die einzelnen Aufgaben unter der Gemeinschaft verteilt werden.
    Die Beauftragung wird im Amtsblatt der Diözese veröffentlicht.
  8. Die Pfarrverantwortlichen werden vom Dekan oder von einem anderen Beauftragten des Diözesanordinarius ihrer Pfarrgemeinde vorgestellt.
  9. Die Pfarrverantwortlichen haben Anrecht auf eine Aufwandsentschädigung von Seiten der Pfarrei. Modus und Höhe der Aufwandsentschädigung werden zwischen ihnen, dem Pfarrgemeinderat, dem Vermögensverwaltungsrat und dem Diözesanordinarius vereinbart.

IV.  Verhältnis zum Pfarrgemeinderat und zum Vermögensverwaltungsrat

  1. Die Pfarrverantwortlichen gehören wie der Pfarrseelsorger von Amts wegen dem Pfarrgemeinderat, dem Pfarrausschuss und dem Vermögensverwaltungsrat an.
  2. In den Bereichen, in denen die Pfarrverantwortlichen Letztverantwortung tragen, besitzen auch sie kein Stimmrecht, wohl aber das im Statut des Pfarrgemeinderates (II, C, 2) vorgesehene Einspruchsrecht.
  3. Der Pfarrseelsorger als gesetzlicher Vertreter der Pfarrei bestimmt die zu ernennenden Mitglieder des Vermögensverwaltungsrates und hat dort von Amts wegen den Vorsitz inne. Er kann beides auch an die Pfarrverantwortlichen delegieren.

V.  Teilnahme an Konferenzen und Tagungen

Sowohl der Pfarrseelsorger als auch die Pfarrverantwortlichen werden zu den Sitzungen der Dekanatskonferenz eingeladen. Zudem sind sie eingeladen, an Tagungen, die sich mit Fragen der Seelsorge befassen, teilzunehmen.

Am 01.07.2002 von Bischof W. Egger approbiert