Zum Hauptinhalt springen

Bischof Dr. Karl Golser Stiftung

Die Stiftung hat den Zweck, Menschen, die an einem atypischen Parkinson-Syndrom - wie Bischof Dr. Karl Golser - leiden und allen, die sie begleiten, medizinische Informationen zu vermitteln und gleichzeitig die wissenschaftliche Erforschung der Krankheit und die Entwicklungen entsprechender therapeutischer Maßnahmen zu fördern.

Bischof Dr. Karl Golser hat sich als Professor für Moraltheologie eingehend mit den ethischen Fragen des Lebens im Allgemeinen und des kranken Menschen im Besonderen befasst und hat sein Einverständnis für diese Stiftung signalisiert.

Initiator, Mitbegründer und bis zu seinem Tod erster Präsident der Stiftung war der renommierte Innsbrucker Neurologe und Experte für neurodegenerative Erkrankungen Prof. DDr. Gregor Wenning (1964–2024). Er betreute Bischof Karl Golser nach dessen Erkrankung am atypischen Parkinson-Syndrom neurologisch.

 

Bischof-Golser-Preis: Die Preisträger

2022: Wolfgang Singer

Mit 10.000 Euro ist der Preis der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung dotiert, der am Samstag, 11. Juni 2022, auf der Trostburg in Waidbruck an den Neurologen und Forscher Prof. Wolfgang Singer verliehen wurde. Der Preisträger konnte aus Krankheitsgründen nicht dabei sein. Der gebürtige Bayer lehrt und forscht an der Mayo-Clinic in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota.

Der Vorsitzende des Südtiroler Burgeninstituts, Baron Carl Philipp von Hohenbühel, begrüßte die Gäste auf der Burg Trostburg in Waidbruck. Bischof Ivo Muser sagte, dass Karl Golser vom Professor zum Confessor geworden sei, vom Lehrer zum Zeugen. Er sei mit Leib und Seele Professor gewesen. Als Moraltheologe habe er oft Stellung zur Würde des Menschen bezogen. Bischof Golser hat an einem atypischen Parkinson-Syndrom gelitten. „Ihm wurde alles genommen, was wir nach außen hin mit Würde verbinden. Ich denke in dieser Stunde an namenlose Menschen, denen das gleiche Schicksal zugemutet wird. Die Würde des Menschen ist uns geschenkt, aber an uns allen liegt es, diese zu wahren und nie mit Füßen zu treten“, so der Bischof in seiner Begrüßungsrede.

Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnerte in seiner Videobotschaft an Karl Golser und nannte ihn eine gewichtige Instanz, die stets einen Dialog suchte. Er gratulierte Prof. Wolfgang Singer zum Preis. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Forschung und die Förderung von atypischen Parkinson-Syndromen zu unterstützen“, so der Landeshauptmann.

Prof. Martin M. Lintner von der PTH Brixen referierte über das Leben und Werk Bischof Golsers. Der diesjährige Preisträger, Prof. Wolfgang Singer, konnte aus Krankheitsgründen nicht an der Preisverleihung teilnehmen. In einer Videobotschaft ging er auf die Multisystem Atrophie (MSA) ein. Sie ist eine rasch fortschreitende, tödliche neurodegenerative Erkrankung, die sich durch Störungen der Motorik bemerkbar macht. MSA ist unerbittlich fortschreitend. Gegenwärtig basiert die Diagnose der MSA auf Symptomen und neurologischen Befunden. Behandlungsmöglichkeiten seien rein symptomatisch. „Wir brauchen daher dringend bessere diagnostische Krankheitsmarker“, so Prof. Singer. Es sei ihm eine große Ehre, diese Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen.

Der Präsident der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung, Univ. Prof. DDr. Gregor K. Wenning, hob in seiner Laudatio hervor, dass durch Prof. Singer die Therapie und die Diagnostik entscheidend verbessert worden seien. Er sei ein hervorragender Mentor und Unterstützer sowie Koordinator der MDS-MSA-Studiengruppe. Dem Preisträger wünschte er eine rasche Genesung und Fortsetzung seiner hervorragenden Forschungsarbeit.

Die Bischof-Golser-Stiftung hat den Zweck, Menschen, die an einem atypischen Parkinson-Syndrom leiden und allen, die sie begleiten und die Krankheit wissenschaftlich erforschen, zu fördern. Die Stiftung stützt sich auf die Forschungsarbeit der Medizinischen Universität Innsbruck und des Instituts für Biomedizin von Eurac Research. Alle 2 Jahre werden Forscher auf dem Gebiet der Neurowissenschaften ausgezeichnet, die zur atypischen Parkinson-Erkrankung arbeiten.

Text: Tageszeitung "Dolomiten", 13.06.2022, Seite 4, (mrf)

Eigentlich war die Verleihung des Bischof-Karl-Golser-Preises 2020 für den Juni 2020 geplant gewesen. Stattdessen wurde der Preis dem Neurologen und Nobelpreisträger, Prof. Dr. Stanley Prusiner aus den USA, am 6. Oktober 2020 wegen der Corona-Pandemie im Rahmen eines virtuellen Festaktes verliehen.

„Mit dem Preis würdigt die Stiftung hoch angesehene klinische Forscher oder Neurowissenschaftler, die ihre Forschung dem Bereich atypischer Parkinson-Erkrankungen widmen – einschließlich multipler Systematrophie (MSA)“, betonte DDr. Wenning in seiner Laudatio. Der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Preis werde Dr. Stanley Prusiner für seine Entdeckung von kausalen Synucleinprionen bei MSA verliehen. Dieser wegweisende Befund habe wesentlich zu den laufenden Therapiestrategien beigetragen.

Prof. Dr. Prusiner entdeckte, dass nicht Bakterien oder Viren die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung auslösen, sondern – wie er sie nannte – Prionen. „Prionen sind infektiöse zelluläre Eiweiße; mit hoher Wahrscheinlichkeit gehören Morbus Parkinson und Alzheimer zum Spektrum prion-ähnlicher Erkrankungen“, erklärte DDr. Wenning.

Prof. Dr. Stanley Ben Prusiner, Jahrgang 1942, ist ein US-amerikanischer Biochemiker und Neurologe, der 1997 für die Entdeckung der Prionen, einer neuartigen Klasse von Krankheitserregern, mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet wurde. Prusiner studierte Chemie und Medizin an der University of Pennsylvania, ist Professor für Neurologie und Biochemie an der University of California und unterrichtet zusätzlich Virologie an der University of California, Berkeley, wo er auch in der Alzheimer-Forschung tätig war. Die Bedeutung seiner Forschungsleistung liegt in der Suche nach der Ursache seltener, verwandter Infektions- und Erbkrankheiten, der Prionkrankheiten.

Am Samstag, 9. Juni 2018, ist in der Brixner Hofburg der mit 20.000 Euro dotierte Bischof-Golser-Preis verliehen worden. Bei der erstmaligen Verleihung ist der Preis den beiden Forschern Vikram Khurana (Harvard Medical School, Boston) und Kovacs Gabor  (Medizinische Universität Wien) überreicht worden.

Die Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung möchte mit dem Preis hoch angesehene klinische Forscher oder Neurowissenschaftler würdigen, die ihre Forschung dem Gebiet atypischer Parkinson-Erkrankungen widmen. Die Auswahl des Preisträgers erfolgte durch den wissenschaftlichen Beirat der Stiftung und wird durch ein internationales Expertengremium ermöglicht.

Bei atypischem Parkinson sind es viele Baustellen im Gehirn. Das zu erforschen hat sich Vikram Khurana zur Aufgabe gemacht. Der Stammzellenforscher versucht an der Harvard Medical School, die Mechanismen der Krankheit besser zu verstehen und Angriffspunkte für eine Therapie zu finden. Außerdem hat er die erste Ambulanz für atypischen Parkinson an der Harvard Medical School eröffnet. Khurana teilt sich den Preis mit Gabor Kovacs von der Medizinischen Universität Wien. Der Neurologe und Neuropathologe erforscht den atypischen Parkinson gewissermaßen „von hinten“. Er untersucht die Hirnschnitte von verstorbenen Patienten, färbt die Proteine an und schaut, wie sie sich je nach Krankheitsstadium im Gehirn verbreitet haben.

Die Golser-Stiftung selbst verfolgt den Zweck, Menschen, die an einem atypischen Parkinson-Syndrom - wie der am 25. Dezember 2016 verstorbene Bischof Karl Golser - leiden und allen, die sie begleiten, medizinische Informationen zu vermitteln und gleichzeitig die wissenschaftliche Erforschung der Krankheit und die Entwicklungen entsprechender therapeutischer Maßnahmen zu fördern.

Die Stiftung

Schirmherr: Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher

Ehrenpräsident: Bischof Dr. Ivo Muser

Mitglieder des Stiftungsrates

  • Mag. Stefan Deflorian (stv. Präsident, Geschäftsführer)
  • Dr. Helga von Aufschnaiter, ehem. Präsidentin des Südtiroler Künstlerbundes
  • Dr. Alessandra Fanciulli, Assistenzprofessorin der Neurologie
  • Dr. Eva Gratl, Publizistin
  • Dr. Carl Philipp Freiherr von Hohenbühel, Präsident des Südtiroler Burgeninstituts, Mitglied des Malteserordens
  • Dr. Inga Hosp, Publizistin
  • Dr. Martin M. Lintner, Professor für Moraltheologie
  • Dr. Ivano Moschèn, Zahnarzt
  • Dr. Luigi Spagnolli, Senator

Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats

  • Prof. Dr. Leopold Saltuari, Präsident
  • Prof. DDr.Günther Pallaver
  • Prof. Dr. Peter P. Pramstaller
  • Primar Dr. Francesco Teatini
  • Primar Dr. Raffaele Nardone
  • OA Dr. Gregorio Rungger

Weisenrat

  • Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber
  • Prof. Dr. Werner Poewe
  • Dr. Florian Mussner

Der erweiterte Stiftungsrat anlässlich der Gründungsfeier der „Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“ am 22. Juni 2015 in der Brixner Hofburg.

Von links nach rechts: Prof. Hartmann Hinterhuber, Präsident des Wissenschaftlichen Beirats; Dr. Helga von Aufschnaiter, Mitglied des Stiftungsrates; Dr. Francesca de Angeli, Rechtsanwältin und freie Mitarbeiterin des Stiftungsrates; Dr. Carl Philipp von Hohenbühel, Mitglied des Stiftungsrates; Dr. Michael Vescoli, Mitglied des Stiftungsrates, Bischof Ivo Muser, Ehrenpräsident der Stiftung; Dr. Gerhard Brandstätter, Präsident des Promotorenkomitees; Prof. P. Martin Lintner, Generalvikar Josef Matzneller; Landesrat Dr. Florian Mussner, Mitglied des Stiftungsrates; Mag. Stefan Deflorian, Vizepräsident und Geschäftsführer des Stiftungsrates; Prof. DDr. Gregor K. Wenning, Präsident des Stiftungsrates.

Dr. Inga Hosp, Dr. Eva Gratl, Dr. Ivano Moschèn, Dr. Luigi Spagnolli: Diese Mitglieder des Stiftungsrates fehlen auf dem Bild

Die Satzung der Stiftung zum Herunterladen finden Sie hier.

Spenden

Spenden für die „Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“ können an folgende Bankverbindung überwiesen werden:

 

Bank: Südtiroler Sparkasse AG

Filiale Waltherplatz

Waltherplatz 26, I-30100 Bozen

Konto lautet auf: Bischof Dr. Karl Golser Stiftung

IBAN: IT94 T060 4511 6010 0000 5008 888

BIC: CRBZIT2B001

Informationen zur Bischof-Karl-Golser-Stiftung in englischer und spanischer Sprache

Bishop Dr. Karl Golser Foundation

The Bishop Dr. Karl Golser Foundation, founded in 2015, has the purpose to convey medical information to people who suffer from Atypical Parkinsonism – like Bishop Karl Golser – and all who accompany them.  Furthermore, the Foundation aims to promote scientific research into the disease and to facilitate development of appropriate therapeutic measures.

This website provides useful information on "Bishop Dr. Karl Golser Foundation" including the statutes, the speeches of the inaugural foundation ceremony and medical information on Atypical Parkinsonism.

Fundación Obispo Mons. Karl Golser

La Fundación tiene el objetivo de proporcionar información médica a las personas que, como el Obispo Dr. Karl Golser padecen de alguna forma de Parkinson atípico, al mismo tiempo que promueve el estudio científico de la enfermedad y el desarrollo de medidas terapéuticas adecuadas.

El Obispo Dr. Karl Golser, como profesor de teología moral, se ha preocupado de las cuestiones éticas de la vida en general y de las personas enfermas en particular, y ha dado su consentimiento para la constitución de esta fundación.