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Seelsorgeeinheiten

Bischof Ivo Muser über die Seelsorgeeinheit:

Vinzentinum, Brixen 21. September 2019 - Pastoraltagung 2019

»Die Seelsorgeeinheit ist dazu da, die Pastoral in den Pfarreien untereinander zu vernetzen. Ein altes Motto umschreibend könnte man sagen: „Eine Pfarrei ist keine Pfarrei“. Gerade in schwierigen Zeiten, wie es heute der Fall ist, dürfen wir nicht der Versuchung erliegen, uns nach innen zurück zu ziehen. Es braucht umso mehr das Netzwerk, das stützt und trägt. Die Seelsorgeeinheit ist ein solcher Raum der Vernetzung und der Solidarität, wo Pfarreien einander unterstützen und helfen und gemeinsame Projekte angehen. Gerade im Hinblick auf den neuen Firmweg wäre es absurd, wenn nun jede Pfarrei für sich arbeiten würde. Wir brauchen hier die Synergien und die gemeinsamen Herangehensweisen.

Ich möchte darum ausdrücklich alle Pfarreien und vor allem die Verantwortungsträger/innen in den Pfarreien ermutigen, sich auf die Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit einzulassen. Kooperation bedeutet zwar immer, dass man etwas vom Eigenen geben, ja manchmal auch auf- geben muss. Das gemeinsame Arbeiten bringt aber auch reiche Früchte: Wir werden getragen von einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, wir können Kräfte und Energien sparen. Nicht zuletzt aber ist die Vernetzung in der Seelsorgeeinheit ein wichtiger Ausdruck dafür, dass die Kirche Christi mehr ist, als nur die einzelne Pfarrgemeinde oder kirchliche Gemeinschaft«.

Übersicht der bestehenden und geplanten Seelsorgeeinheiten:

Die Diözese Bozen-Brixen hat sich bei der Bildung von Seelsorgeeinheiten für einen sanften Weg entschieden. D.h. dass diese bei Notwendigkeit bzw. Bedarf errichtet werden. Die Entscheidung, wann eine Seelsorgeeinheit gebildet werden soll, trifft der Diözesanbischof. Die Diözesansynode (2013-2015) hat alledings den Wunsch geäußert, bis zum Jahr 2022 solle die Bildung von Seelsorgeeinheiten abgeschlossen sein (394).

Der erste Schritt hin zur konkreten Bildung einer Seelsorgeeinheit wird vom Seelsorgeamtsleiter gesetzt, der sich mit den Priestern und darauffolgend auch mit den Pfarrgemeinderäten der zukünftigen Seelsorgeeinheit trifft. Bei dieser Gelegenheit wird eine Projektgruppe gebildet, die aus etwa zwei Vertretern jeder Pfarrei sowie allen Priestern, Diakonen und Pastoralassistentinnen bzw. -Assistenten besteht. Damit beginnt die Planungsphase. Während dieser werden in Absprache mit den Pfarrgemeinderäten die ersten Schritte zur Bildung der Seelsorgeeinheit geplant. Die Planungsphase wird von Pfarrgemeindeberaterinnen und –beratern begleitet. Diese Phase endet mit der Wahl des Pfarreienrates, der die Projektgruppe ablöst.

Mit der konstituierenden Sitzung des Pfarreienrates beginnt die Umsetzungsphase. In der Umsetzungsphase setzen die Pfarrgemeinden das Geplante um. Die Seelsorgeeinheit beginnt Gestalt anzunehmen. Der Pfarreienrat erhält die Möglichkeit der Praxisreflexion mit Pfarrgemeindeberaterinnen und –-Beratern. All diese Maßnahmen werden mit dem Begriff „Gemeinde gestalten“ zusammengefasst. Die Umsetzungsphase dauert für gewöhnlich ein Jahr. Sie ermöglicht es den Pfarreien zu sehen, ob die Seelsorgeeinheit in der vorgeschlagenen Zusammensetzung zukunftsfähig ist.

Am Ende der Umsetzungsphase wird nach der Zustimmung des Pfarreienrates die Seelsorgeeinheit durch Dekret des Bischofs errichtet. Bei dieser Gelegenheit erhält die Seelsorgeeinheit auf Vorschlag der betroffenen Pfarreien einen Namen und wird ein Priester vom Bischof zum Leiter der Seelsorgeeinheit ernannt.

Um dem Pfarreienrat konkrete Hilfe bei der Arbeit bieten zu können, wird die Teamentwicklung mittels einer/eines Pfarrgemeindeberaters/in empfohlen. Themen für die Teamentwicklung sind: die Klärung der Rollen und Aufgaben der beteiligten Personen (Leiter der Seelsorgeeinheit, Vorsitzende usw.), das Verhältnis der Seelsorgeeinheit zu den Pfarreien, das Verhältnis des Pfarreienrates zu den Pfarrgemeinderäten, konkrete Hilfe beim Übergang der Projektgruppe zur Arbeit des Pfarreienrates, die Förderung der Kommunikation untereinander, Überlegungen zu Informationsweitergabe und Unterstützung einer Spiritualität beim Aufbau einer Seelsorgeeinheit.

Zielgruppe: Pfarreienräte sowie Interessierte.

Ort: Das Weiterbildungsangebot findet vor Ort statt und nach Möglichkeit abwechselnd in einer der Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit.

Dauer: Die Weiterbildung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum.

Träger: Koordinator ist der Referent für Pfarreien und Gemeinschaften am Seelsorgeamt, Hauptträger sind das Seelsorgeamt der Diözese in Zusammenarbeit mit den Pfarreienrat der Seelsorgeeinheit und dem Kath. Bildungswerk.

Geplante Seelsorgeeinheiten (Stand: Jänner 2019):

Die vorliegenden Richtlinien für die Pastoral in den Seelsorgeeinheiten beruhen auf der Überzeugung, dass wir in unseren Pfarrgemeinden viele eifrige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben.

In vielen Bereichen spricht man heute von Vernetzung. In einer Vernetzung werden die Energien besser eingesetzt. Es kommt zu Synergien, die besonders bei neuen Situationen Einsichten und Hilfen bieten. In solcher Vernetzung geht es, wenn es sich um Verbindung von Menschen handelt, um die Stellung der einzelnen Mitglieder und um ihre Zuordnung und Verbindung untereinander.

Pfarrgemeinderat / Pfarreienrat / Vermögensverwaltungsrat - Statuten und Geschäftsordnung

Kontakt und Infos:

Giuseppe Ganarini
Referent für Pfarreien und Gemeinschaften | Koordinator für Bibelpastoral
Domplatz 2
I-39100 Bozen

Tel. +39 0471 306 214
E-Mail giuseppe.ganarini@bz-bx.net