Zum Hauptinhalt springen

Pfarreien und Seelsorgeeinheiten

Satzungen der Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit

A. Statuten des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates

I. Theologisches Fundament

Art. 1      Die Kirche als Gemeinschaft der an Jesus Christus Glaubenden wird vom Herrn selbst aus „lebendigen Steinen“ aufgebaut und mit vielfältigen Gnadengaben beschenkt (vgl. 1 Petr 2,5). Die Pfarreien nehmen in der Gemeinschaft der Kirche eine besondere Stellung ein, denn sie stellen in gewisser Weise die über den Erdkreis hin verbreitete sichtbare Kirche dar (II. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution, SC 42).
Die Pfarrmitglieder haben als Christinnen und Christen durch Taufe und Firmung Anteil am priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Jesu Christi und wirken mit am Auftrag und an der Sendung der Kirche in der Welt von heute (Johannes Paul II., Apost. Schreiben „Christifideles laici“, Nr. 23).
In besonderer Weise ist es Aufgabe des Pfarrers, die Seelsorge in der ihm anvertrauten Gemeinschaft wahrzunehmen und als Hirte die Dienste des Lehrens, des Heiligens und des Leitens auszuüben (vgl. can. 519 CIC).
In dieser Aufgabe wird der Pfarrer in der Pfarrei durch den Pfarrgemeinderat unterstützt, dessen Mitglieder die seelsorgliche Tätigkeit mit Rat und Tat mittragen.
Durch die Bildung von Seelsorgeeinheiten arbeiten die darin zusammengeschlossenen Pfarreien gemäß den „Richtlinien für die Pastoral in Seelsorgeeinheiten“ (FDBB 2009, S. 390-401) eng zusammen. In dieser Zusammenarbeit wird der Leiter der Seelsorgeeinheit wesentlich vom Pfarreienrat unterstützt.

II. Bildung des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates

Zusammensetzung des Pfarrgemeinderates

Art. 2      Der Pfarrgemeinderat, der in jeder Pfarrei gebildet wird, setzt sich zusammen:

  1. aus dem Pfarrer und den übrigen, für die ordentliche Pfarrseelsorge bestimmten und beauftragten Personen, die von Amts wegen dem Gremium angehören (Priester, Diakone und Mitglieder des Pastoralteams);
  2. aus Mitgliedern, die von der Pfarrgemeinde gewählt werden;
  3. aus Delegierten bestimmter pastoraler Bereiche (katholische Vereine und Verbände, Katechese, Caritas, Bewegungen, …) oder Ordensgemeinschaften, die nicht mehr als die Hälfte der Mitglieder des Pfarrgemeinderates bilden, wobei der vorherige Pfarrgemeinderat deren genaue Zahl bestimmt sowie entscheidet aus welchen Bereichen diese kommen. Die Verantwortlichen dieser Bereiche wählen aus deren Reihen die Person, die in den Pfarrgemeinderat entsandt werden soll;
  4. aus Personen, die vom Pfarrgemeinderat mit Zweidrittelmehrheit kooptiert oder berufen werden können.

Art. 3      In jeder Pfarrei der Diözese gibt es nur einen Pfarrgemeinderat. Die Zusammensetzung des Pfarrgemeinderates in mehrsprachigen Pfarreien soll in etwa die ethnische Struktur der Pfarrei widerspiegeln, wobei auf die örtlichen Gegebenheiten Rücksicht genommen werden soll. Der scheidende Pfarrgemeinderat beschließt die ethnische Zusammensetzung des Pfarrgemeinderates (dies gilt für die Bestimmung der Delegierten, als auch für die Pfarrgemeinderäte, die zu wählen sind und für die eigene Kandidatenlisten erstellt werden müssen). Wenn in der Pfarrei eine Sprachgruppe in solcher Minderheit ist, dass die Wahl eines Mitgliedes nicht möglich ist, soll auf alle Fälle gesorgt werden, dass auch diese Sprachgruppe im Pfarrgemeinderat vertreten ist.

Art. 4      Der Pfarrgemeinderat bleibt fünf Jahre im Amt. Falls besondere Umstände es nahelegen, kann mit Einverständnis des Diözesanordinarius die Amtsdauer verkürzt oder verlängert werden.

Zusammensetzung des Pfarreienrates

Art. 5      Wenn mehrere Pfarreien zu einer Seelsorgeeinheit zusammengeschlossen werden, wird der Pfarreienrat gebildet, der dem Leiter der Seelsorgeeinheit mit Rat und Tat zur Seite steht. Der Pfarreienrat setzt sich folgendermaßen zusammen:

  1. aus dem Leiter der Seelsorgeeinheit, den übrigen Priestern und Diakonen sowie den Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten, die in der Seelsorgeeinheit wirken;
  2. pro Pfarrei aus jeweils ein bis zwei vom Pfarrgemeinderat gewählten Personen, wobei wenigstens eine dem Pfarrgemeinderat angehören muss.

Art. 6      Der Pfarreienrat bleibt fünf Jahre im Amt, d. h. bis zu dessen Neukonstituierung durch die betreffenden Pfarrgemeinderäte. Die übrigen Bestimmungen richten sich nach jenen des Pfarrgemeinderates und der Geschäftsordnung für Gremien in Pfarrei und Seelsorgeinheit.

Verfall eines Mandates

Art. 7      Scheidet während der Amtszeit ein gewähltes Mitglied des Pfarrgemeinderates durch Rücktritt, durch dauernde Verhinderung oder durch unentschuldigtes Fehlen bei drei aufeinanderfolgenden Sitzungen aus, so rückt die Kandidatin oder der Kandidat mit der nächstfolgenden Stimmenanzahl nach, wobei bei Stimmengleichheit die ältere Person den Vortritt hat.
Scheiden Delegierte aus, so werden diese durch andere Personen aus denselben oder, wenn nicht möglich, aus anderen vom Pfarrgemeinderat bestimmten Bereichen ersetzt.
Scheidet ein Mitglied des Pfarreienrates durch Rücktritt, durch dauernde Verhinderung oder durch unentschuldigtes Fehlen bei drei aufeinanderfolgenden Sitzungen aus, so hat der Pfarrgemeinderat jener Pfarrei, die jenes Mitglied in den Pfarreienrat entsandt hatte, durch Wahl einen Ersatz zu bestimmen. Wenn die Hälfte der Mitglieder gleichzeitig ausscheidet, gilt das jeweilige Gremium als aufgelöst. Eine allfällige Neuwahl ist mit dem Bischöflichen Ordinariat abzuklären.

III. Aufgaben des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates

Art. 8      Aufgabe des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates ist es, die Situation der Seelsorge in der Pfarrei/Seelsorgeeinheit zu erheben, sie im Licht des Evangeliums zu beurteilen, seelsorgliche Initiativen zu entwickeln und – unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Synode (2013-2015) und der Schwerpunkte der Diözese – pastorale Prioritäten auf dem Gebiet der Verkündigung, der Liturgie und der Caritas zu setzen. Zusammen mit dem Pfarrer/Leiter der Seelsorgeeinheit arbeiten die jeweiligen Gremien darauf hin, den Auftrag und die Sendung der Kirche in der konkreten Pfarrei/Seelsorgeeinheit zu verwirklichen.

Dies geschieht vor allem:

  1. in der Sorge, dass möglichst viele am kirchlichen Leben mitwirken und eingebunden werden, indem Einzelne, Gruppen, Vereine und Verbände eingeladen und ermutigt werden, sich mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen einzubringen;
  2. in der Planung und Umsetzung der seelsorglichen Initiativen und Programme, die auf Pfarreiebene, in der Seelsorgeeinheit, im Dekanat und in der Diözese vereinbart werden;
  3. im Bemühen um die Gewinnung sowie um die Aus- und Weiterbildung von pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern;
  4. durch die intensive Zusammenarbeit mit den Pfarreien der Seelsorgeeinheit;
  5. im Bemühen um einen regen Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit den kirchlichen und weltlichen Vereinen und Verbänden;
  6. in der Stellungnahme zu gesellschaftspolitischen Fragen, vor allem, wenn sie die Würde der Menschen betreffen;
  7. in der Mitverantwortung bei der Neuordnung der Seelsorge in und zwischen den Pfarreien.

Art. 9      Der Pfarreienrat erstellt ein pastorales Programm, das sich auf ein oder mehrere Arbeitsjahre erstrecken kann, und hält es schriftlich fest.

Art. 10    Im Bereich der Vermögensverwaltung hat der Pfarrgemeinderat folgende Befugnisse:

  1. Der Pfarrgemeinderat wählt die Hälfte der Mitglieder des Pfarrverwaltungsrates der Pfarrei und arbeitet mit diesem entsprechend den im Statut des Pfarrverwaltungsrates vorgesehenen Richtlinien zusammen (PVR-Statut, Art. 8).
  2. Der Pfarrgemeinderat nimmt zu Neu-, Zu- und Umbau von pfarrlichen Gebäuden und außerordentlichen Arbeiten und Anschaffungen Stellung und äußert sich zum Verkauf oder Ankauf von Liegenschaften.
  3. Dem Pfarrgemeinderat wird die Jahresrechnung der Pfarrei vorgelegt und er gibt dazu seine Stellungnahme ab (PVR-Statut, Art. 11).
  4. Der Pfarrgemeinderat entscheidet zusammen mit dem Pfarrverwaltungsrat über die Anstellung von pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
  5. Der Pfarrgemeinderat trägt zusammen mit dem Pfarrverwaltungsrat dafür Sorge, dass in der Vermögensverwaltung der Pfarrei die sozialen und pastoralen Bedürfnisse der Pfarrei, der Diözese und der Weltkirche in angemessener Weise berücksichtigt werden.

IV. Arbeitsweise im Pfarrgemeinderat und im Pfarreienrat

Art. 11    Der Pfarrgemeinderat/Pfarreienrat trifft sich wenigstens viermal im Jahr zu Sitzungen, die gemäß der „Geschäftsordnung für Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit“ abgehalten werden (siehe Geschäftsordnung…).

Art. 12    Der Pfarrgemeinderat in mehrsprachigen Pfarreien trifft sich grundsätzlich als Ganzer. Bestimmte Anliegen (z.B. solche, die nur eine Sprachgruppe betreffen oder einen bestimmten pastoralen Bereich) kann er in Teilsitzungen behandeln und zur Beschlussfassung im Pfarrgemeinderat vorlegen.

Art. 13    Beschlüsse treten in Kraft, sofern der Pfarrer/Leiter der Seelsorgeeinheit dem Votum zustimmt. Ist dies nicht der Fall, so gelten die entsprechenden Bestimmungen in der Geschäftsordnung (Nr. 10).

Art. 14    Beschlüsse, die im Pfarrgemeinderat oder im Pfarreienrat mit Zustimmung des Pfarrers oder des Leiters der Seelsorgeeinheit gefasst werden, sind in den jeweiligen Bereichen (Pfarrei oder Seelsorgeeinheit) verbindlich, sofern bei den außerordentlichen Rechtsgeschäften auch die Zustimmung des Bischöflichen Ordinariates vorliegt. Die Entscheidungen müssen der Pfarrgemeinde/den Pfarreien der Seelsorgeeinheit in geeigneter Weise bekannt gegeben werden.

V. Organe des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates

Die oder der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates

Art. 15    Die besondere Rolle des Pfarrers/Leiters der Seelsorgeeinheit gemäß can. 536 CIC bleibt auch dann gewahrt, wenn eine andere Person mit einfacher Mehrheit zur oder zum geschäftsführenden Vorsitzenden gewählt und im Folgenden einfach Vorsitzende oder Vorsitzender genannt wird.

Art. 16    Die oder der Vorsitzende repräsentiert den Pfarrgemeinderat/Pfarreienrat nach außen und weiß sich zusammen mit dem Pfarrer/Leiter der Seelsorgeeinheit für das kirchliche Leben verantwortlich. Sie oder er lädt zu den Sitzungen des Pfarrgemeinderates/Pfarreienrates ein und leitet diese. Bei Verhinderung der oder des Vorsitzenden übernimmt die Stellvertreterin oder der Stellvertreter, die oder der ebenfalls mit einfacher Mehrheit gewählt wird, diese Aufgabe.

Der Ausschuss des Pfarreienrates

Art. 17   Der Aussschuss besteht aus dem Leiter der Seelsorgeeinheit, der oder dem Vorsitzenden des Pfarreienrates sowie zwei bis vier weiteren Mitgliedern, die vom Pfarreienrat aus dessen Mitte gewählt sind. Den Vorsitz hat die oder der Vorsitzende des Pfarreienrates inne.

Art. 18    Aufgaben des Ausschusses sind:

  1. die laufenden Geschäfte zu führen sowie die Sitzungen des Rates vor- und nachzubereiten;
  2. für die Durchführung der Beschlüsse des Rates zu sorgen; dringende Angelegenheiten und unaufschiebbare Fragen im Sinne des pastoralen Programms zu entscheiden und diese Entscheidungen dem Pfarreienrat bei der nächsten Sitzung zur Ratifizierung vorzulegen;
  3. Maßnahmen und Initiativen zur Verlebendigung des kirchlichen Lebens zu entwickeln.

Art. 19  Der Ausschuss nimmt seine Aufgaben bis zur Bestellung des neuen Ausschusses in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Pfarreienrates wahr.

Das Pastoralteam und der Ausschuss des Pfarrgemeinderates

Art. 20    In allen Pfarreien wird laut den entsprechenden diözesanen Richtlinien (FDBB 2019, S. 222-224) die Bildung eines Pastoralteams angestrebt. Die erstmalige Bildung eines Pastoralteams erfolgt in Absprache und Zusammenarbeit mit dem Seelsorgeamt der Diözese. Wo bereits ein Pastoralteam gebildet wurde, wird dieses in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Pfarrgemeinderates neu bestellt. Das Pastoralteam übernimmt auf Ebene der Pfarrei die in Art. 18 genannten Aufgaben des Ausschusses.

Art. 21    In Pfarreien, in denen noch kein Pastoralteam gebildet wird, kann ein Ausschuss gebildet werden. Dieser besteht aus dem Pfarrer, der oder dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates sowie zwei bis vier weiteren Mitgliedern, die vom Pfarrgemeinderat aus dessen Mitte gewählt sind. Den Vorsitz hat die oder der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates inne. Der Ausschuss übernimmt auf Ebene der Pfarrei die in Art. 18 genannten Aufgaben, bis der neu gewählte Pfarrgemeinderat in dessen konstituierender Sitzung einen neuen Ausschuss bestellt.

Art. 22    Es ist unter anderem Aufgabe des Pastoralteams/Ausschusses des Pfarrgemeinderates, Pfarrversammlungen vorzubereiten und einzuberufen.

Die Arbeitsgruppen und Fachausschüsse

Art. 23    Für besondere Bereiche (Liturgie, Sakramentenkatechese, Erwachsenenbildung, Caritas, Mission, Kinder und Jugend, Ehe und Familie, Öffentlichkeitsarbeit usw.) können vom Pfarreienrat eigene Fachausschüsse eingerichtet oder verantwortliche Personen bestimmt werden. Deren Aufgabe ist es, Vorschläge für die Pastoral in der Seelsorgeeinheit gemäß dem pastoralen Programm der Seelsorgeeinheit auszuarbeiten und dem Pfarreienrat vorzulegen. Dieser hat die Aufgabe, die strategischen Entscheidungen für die Pastoral in der Seelsorgeeinheit zu treffen (z.B. Gottesdienstordnung, Art der Sakramentenvorbereitung, usw.). Ebenso kann der Pfarrgemeinderat für dieselben Bereiche Arbeitsgruppen einsetzen oder verantwortliche Personen bestimmen. Ihre Aufgabe ist es, die pastorale Arbeit in der Pfarrei im jeweiligen Bereich gemäß dem pastoralen Programm des Pfarreienrates und der Beschlüsse des Pfarrgemeinderates zu koordinieren und voranzutreiben.

Art. 24    Den Arbeitsgruppen und Fachausschüssen können auch Personen angehören, die nicht Mitglieder des Pfarrgemeinderates oder des Pfarreienrates sind. Die ständigen Arbeitsgruppen und Fachausschüsse bleiben, wie der Pfarrgemeinderat und der Pfarreienrat, fünf Jahre lang im Amt.

Art. 25    Jede Arbeitsgruppe und jeder Fachausschuss wählt aus den eigenen Reihen eine Verantwortliche oder einen Verantwortlichen, eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter und eine Schriftführerin oder einen Schriftführer, die oder der die Sitzungen protokolliert.

Art. 26    Die Arbeitsgruppen und die Fachausschüsse beachten bei der Gestaltung und Planung ihrer Arbeit die Vorgaben des Pfarrgemeinderates/des Pfarreienrates und legen wichtige Entscheidungen diesen zum Beschluss vor. Zudem legen sie dem Rat einmal im Jahr einen Bericht über ihre Arbeit vor, der dann im Rat besprochen wird.

Die Pfarrversammlung

Art. 27    Alle Pfarrangehörigen sollen einmal im Jahr zu einer Pfarrversammlung eingeladen werden, um das Bewusstsein der Zugehörigkeit zur Pfarrei zu stärken, direkte Informationen zum Pfarrleben und zu den Initiativen der Pfarrei zu vermitteln und allen Beteiligten die Möglichkeit zu bieten, durch Vorschläge und Stellungnahmen an der Gestaltung des pfarrlichen Lebens mitzuwirken.
Zusammenkünfte dieser Art empfehlen sich auch auf der Ebene der Seelsorgeeinheit.

Art. 28    Im Rahmen dieser Versammlungen sollen der Pfarrgemeinderat, der Pfarrverwaltungsrat und die einzelnen Arbeitsgruppen/der Pfarreienrat und seine Fachausschüsse

  1. über ihre Tätigkeit informieren;
  2. die Jahresschwerpunkte und die seelsorglichen Anliegen darstellen und erörtern;
  3. besondere Anliegen zur Begutachtung vorlegen;
  4. Vorschläge und Stellungnahmen der Pfarrangehörigen entgegennehmen.

Art. 29    Über die Versammlung wird ein Protokoll verfasst und im Pfarrarchiv aufbewahrt.

 

B. Statuten des Pfarrverwaltungsrates der Pfarrei

I. Natur und Zweck

Art. 1      Der Pfarrverwaltungsrat (PVR) der Pfarrei ist gemäß can. 537 des Codex des kanonischen Rechtes (CIC) in jeder Pfarrei errichtet und bildet jenes Gremium, das die verantwortliche Mitarbeit der Laien in der kirchlichen Vermögensverwaltung zum Ausdruck bringt.

Art. 2      Aufgabe des Pfarrverwaltungsrates ist es, den Pfarrer in der Vermögensverwaltung der Pfarrei (can. 1280 CIC) zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass durch eine umsichtige Verwaltung die kirchlichen Güter ihren institutionellen Zwecken dienen, d.h. der geordneten Durchführung des Gottesdienstes, der Sicherung des angemessenen Lebensunterhaltes des Klerus und anderer Personen, welche im direkten Dienst der Kirche stehen, sowie der Ausübung von pastoralen und karitativen Tätigkeiten (vgl. can. 1254, § 2 CIC).

II. Zusammensetzung

Art. 3      Der Pfarrverwaltungsrat der Pfarrei setzt sich zusammen aus dem Pfarrer, der als gesetzlicher Vertreter der Pfarrei gemäß can. 532 CIC den Vorsitz führt, sowie aus weiteren wenigstens zwei und höchstens sechs Personen. Eine Hälfte der Mitglieder des Pfarrverwaltungsrates wird vom Pfarrgemeinderat, die andere Hälfte vom Pfarrer bestimmt.

Art. 4      Aus den Mitgliedern des Pfarrverwaltungsrates der Pfarrei werden die oder der stellvertretende Vorsitzende sowie eine Schriftführerin oder ein Schriftführer bestimmt, welche oder welcher jeweils das Sitzungsprotokoll verfasst und für die Aufbewahrung der Dokumente zuständig ist.

Art. 5      Die Amtszeit des Pfarrverwaltungsrates der Pfarrei beträgt fünf Jahre und entspricht jener des Pfarrgemeinderates. Der Pfarrverwaltungsrat führt die Agenden bis zur Bestellung des neuen Pfarrverwaltungsrates weiter. Eine Wiederwahl oder Wiederernennung in den Pfarrverwaltungsrat ist zulässig.

Art. 6      Scheidet während der Amtszeit ein Mitglied des Pfarrverwaltungsrates durch Rücktritt, durch dauernde Verhinderung oder durch unentschuldigtes Fehlen bei drei aufeinanderfolgenden Sitzungen aus, dann wird dieses entsprechend seinem Bestellungsmodus (Wahl des Pfarrgemeinderates oder Ernennung durch den Pfarrer) innerhalb eines Monats durch ein neues Mitglied ersetzt.

III. Aufgaben und Arbeitsweise

Art. 7      Der Pfarrverwaltungsrat der Pfarrei handelt vornehmlich im Bereich der ordentlichen Verwaltung der kirchlichen Güter der Pfarrei und hat folgende Aufgaben:

  1. dem Pfarrer zu helfen, für die seelsorglichen Tätigkeiten und die notwendigen Ausgaben die entsprechenden finanziellen Mittel zur Deckung der Kosten zu finden;
  2. im Zusammenhang mit den ordentlichen und außerordentlichen Verwaltungsakten die vorgesehene Beratung vorzunehmen und die entsprechenden Beschlüsse zu fassen;
  3. die Pfarrgemeinde hinsichtlich der wirtschaftlichen Fragen zu informieren und zu sensibilisieren;
  4. zusammen mit dem Pfarrer für die Erhaltung und Instandhaltung der kirchlichen Gebäude und der Einrichtungsgegenstände zu sorgen;
  5. am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres die Rechnungsbücher der Pfarrei und die dazugehörige Dokumentation zu überprüfen und die Pfarreirechnung zu genehmigen;
  6. jährlich den Besitzstand der Pfarrei zu überprüfen, die entsprechenden Dokumente und Schriftstücke zu aktualisieren und zu ordnen sowie dafür zu sorgen, dass diese gesichert im Pfarrarchiv verwahrt werden.

Art. 8   Der Pfarrverwaltungsrat der Pfarrei arbeitet mit dem Pfarrgemeinderat vor allem in folgenden Bereichen zusammen:

  1. Bei Neu-, Zu- und Umbau von pfarrlichen Gebäuden, bei außerordentlichen Arbeiten und größeren Anschaffungen sowie bei Ankauf oder Verkauf von Liegenschaften wird die Stellungnahme des Pfarrgemeinderates eingeholt (PGR-Statut Art. 10 b). Nach Begutachtung der Stellungnahme (PGR-Protokollauszug), fasst der Pfarrverwaltungsrat den Beschluss, der dann dem Bischöflichen Ordinariat vorgelegt wird, zusammen mit dem Ansuchen um Genehmigung des Vorhabens.
  2. Bei der Anstellung von pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird in gemeinsamer Sitzung von Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat die Entscheidung getroffen, die vom Bischöflichen Ordinariat genehmigt werden muss.
  3. Der Pfarrverwaltungsrat legt dem Pfarrgemeinderat die Jahresrechnung der Pfarrei vor und informiert über die wirtschaftliche Situation.
  4. Der Pfarrverwaltungsrat trägt zusammen mit dem Pfarrgemeinderat dafür Sorge, dass in der Vermögensverwaltung der Pfarrei die sozialen und pastoralen Bedürfnisse der Pfarrei, der Diözese und der Weltkirche in angemessener Weise berücksichtigt werden.

Art. 9      Rechtsgeschäfte der außerordentlichen Verwaltung (Folium Dioecesanum 2015, 268-9) werden im Verwaltungsrat beraten und unter Berücksichtigung der erforderlichen Gutachten und Stellungnahmen beschlossen und dem Bischöflichen Ordinariat zur Genehmigung vorgelegt.

Art. 10     Der Pfarrverwaltungsrat der Pfarrei trifft sich wenigstens dreimal im Jahr zu einer Sitzung sowie immer dann, wenn der Pfarrer es für notwendig erachtet oder wenn wenigstens zwei Mitglieder des PVR dies beantragen.
Die Sitzungen werden gemäß der „Geschäftsordnung für Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit“ abgehalten (siehe Geschäftsordnung).

IV. Rechenschaft über die Verwaltungstätigkeit

Art. 11    Am Ende eines jeden Geschäftsjahres, das sich vom 01.01. bis 31.12. erstreckt, über-prüft der Pfarrverwaltungsrat oder die von ihm beauftragten Personen die Jahresrech-nung der Pfarrei anhand der Buchhaltungsunterlagen. Nach der Information im Pfarr-gemeinderat (PGR-Statut Art. 10, c) wird die Jahresrechnung innerhalb 30. Juni des Folgejahres am Bischöflichen Ordinariat mit der Unterschrift des Pfarrers und der oder des stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrverwaltungsrates hinterlegt.

Art. 12    Einmal im Jahr gibt der Pfarrverwaltungsrat auch der Pfarrgemeinde in geeigneter Form (Pfarrversammlung, Pfarrbrief usw.) Rechenschaft über die Verwaltung der kirchlichen Güter, indem er sie über die wichtigsten Posten der Einnahmen und Ausgaben sowie über die wirtschaftlich-finanzielle Situation der Pfarrei informiert.

V. Mitverantwortung in der Verwaltungstätigkeit

Art. 13    Der Pfarrer kann mit Zustimmung des Pfarrverwaltungsrates Angelegenheiten der ordentlichen Verwaltung einzelnen Personen übertragen, welche dann dem Pfarrer und dem Pfarrverwaltungsrat verantwortlich sind und Rechenschaft geben müssen.

Art. 14    Für weiterreichende Verantwortlichkeiten im Verwaltungsbereich sowie für die Vornahme der Rechtsvertretung in den Rechtsgeschäften der außerordentlichen Verwaltung ist die Zustimmung des Diözesanordinarius notwendig.

VI. Allgemeine Normen

Art. 15    Alles, was in diesen Statuten nicht geregelt ist, richtet sich nach den Bestimmungen des Codex Iuris Canonici, nach den Verfügungen des Diözesanordinarius und nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches.

 

C. Geschäftsordnung der Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit

Die Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit (Pfarrgemeinderat, Pfarrverwaltungsrat, Pfarreienrat, Pastoralteam, Ausschuss, Arbeitsgruppen, Fachausschüsse) arbeiten gemäß ihren jeweiligen Statuten und nach der folgenden Geschäftsordnung:

  1. Die Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit werden von der oder dem Vorsitzenden acht Tage vor der Sitzung einberufen. Die Einberufung erfolgt schriftlich mit der Angabe von Ort, Zeitpunkt und Tagesordnung, welche gegebenenfalls eine zweisprachige Kurzbeschreibung der vorgesehenen Tagesordnungspunkte enthalten soll. Verlangt ein Drittel der Mitglieder oder der Ausschuss des Gremiums die Abhaltung einer Sitzung, muss die Einberufung innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Bei besonders dringlichen Angelegenheiten können die Gremien innerhalb von 48 Stunden einberufen werden. Erhebt gegen die kurzfristige Einladung ein Drittel der Mitglieder Einspruch, können in dieser Sitzung keine Beschlüsse gefasst werden. Die Sitzung dient in diesem Fall nur der Beratung des Anlassfalles.
  2. Die Tagesordnung für die Sitzungen wird von der oder dem Vorsitzenden oder vom jeweiligen Pastoralteam/Ausschuss festgelegt. Jedes stimmberechtigte Mitglied der Gremien sowie jede Arbeitsgruppe/jeder Fachausschuss kann bis zwei Wochen vor der Sitzung oder im Dringlichkeitsfall am Sitzungsbeginn Anträge zur Behandlung einreichen. Über die Behandlung dieser Angelegenheiten entscheidet das Gremium mit einfacher Mehrheit am Beginn der Sitzung.
  3. Die Mitglieder der Gremien können sich bei Sitzungen nicht durch andere Personen vertreten lassen. Ohne Stimmrecht können zu den Sitzungen auch Nichtmitglieder als Fachleute eingeladen werden.
  4. Die Sitzungen der Gremien werden von der oder dem jeweiligen Vorsitzenden geleitet. Diese oder dieser kann die Sitzungsleitung aber auch einem anderen Mitglied übertragen. Die Leitung von einer mehrsprachigen Sitzung soll besonders darauf achten, dass jede und jeder den Sitzungsverlauf verfolgen kann.
  5. Jede Zusammenkunft kirchlicher Gremien soll mit einem Gebet oder einer geistlichen Besinnung beginnen.
  6. Jedes Gremium bestimmt eine Schriftführerin oder einen Schriftführer, deren oder dessen Aufgabe es ist, die Sitzungen zu protokollieren. Sie oder er kann für die gesamte Arbeitsperiode oder für jeweils eine Sitzung bestellt werden.
  7. Die Tagesordnungspunkte werden in der vorher schriftlich festgelegten Reihenfolge behandelt. Durch Mehrheitsbeschluss können Tagesordnungspunkte abgesetzt, die Reihenfolge geändert und nachträglich eingebrachte Tagesordnungspunkte zu Beginn der Sitzung in die Tagesordnung aufgenommen werden.
  8. Die oder der Vorsitzende erteilt das Wort in der Reihenfolge der Wortmeldungen. Meldungen zur Tagesordnung haben gegenüber anderen Wortmeldungen Vorrang. Die Zahl der Wortmeldungen sowie die Redezeit können beschränkt werden. Bei zweisprachigen Sitzungen fasst die Leitung oder eine andere beauftragte Person die Wortmeldungen kurz in der jeweils anderen Sprache zusammen.
  9. An den Abstimmungen können sich alle Mitglieder des jeweiligen Gremiums beteiligen. Der Pfarrer/Leiter der Seelsorgeeinheit nimmt an den Abstimmungen nicht teil. Beschlüsse oder Entscheidungen über Anträge können gefasst werden, wenn mindestens zwei Drittel der Mitglieder anwesend sind. Die Beschlussfähigkeit wird von der oder dem Vorsitzenden am Beginn der Sitzung festgestellt. Die Abstimmung über Anträge erfolgt in der Regel durch Handzeichen. Wenn ein Mitglied des Gremiums eine geheime Abstimmung beantragt, muss dem stattgegeben werden. Bei Wahlen und bei Abstimmungen über Personen muss immer geheim abgestimmt werden. Die oder der Vorsitzende erhebt, wie viele Mitglieder für oder gegen den Antrag gestimmt oder sich der Stimme enthalten haben, und teilt dies dem Gremium mit. Besteht Unklarheit über das Ergebnis, wird die Abstimmung wiederholt. Entscheidungen werden mit einfacher Stimmenmehrheit getroffen. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt.
  10. Beschlüsse treten in Kraft, sofern der Pfarrer/Leiter der Seelsorgeeinheit dem Votum zustimmt. Stimmt der Pfarrer/Leiter der Seelsorgeeinheit einem Votum nicht zu, muss der entsprechende Punkt bei der nächsten Sitzung erneut behandelt werden. Wird dabei wiederum kein Einverständnis erzielt, kann das entsprechende Gremium unter Angabe von Gründen und mit Beilage der Sitzungsprotokolle innerhalb von 14 Tagen beim Diözesanordinarius Rekurs einlegen. Der Diözesanordinarius legt die Angelegenheit der dafür zuständigen Schiedskommission am Bischöflichen Ordinariat vor und trifft dann die endgültige Entscheidung, die mit Begründung schriftlich mitgeteilt wird. Die Schiedskommission besteht aus drei Mitgliedern. Ein Mitglied wird vom Diözesanordinarius ernannt und eines vom Pastoralrat der Diözese gewählt. Diese beiden Mitglieder bestellen gemeinsam das dritte Mitglied. Die Schiedskommission wird nach jeder Wahl der Pfarrgemeinderäte neu bestellt.
  11. Ein Mitglied des Gremiums kann an der Beratung und der Abstimmung über einen Tagesordnungspunkt nicht teilnehmen, wenn die Entscheidung sie oder ihn selbst, den Ehepartner, oder direkte Vorfahren oder Nachkommen betrifft. Ob ein solcher Sachverhalt vorliegt, entscheiden die Mitglieder des jeweiligen Gremiums.
  12. Über jede Sitzung wird ein Protokoll verfasst. Im Protokoll wird festgehalten: Tag, Ort, Beginn und Ende der Sitzung, die Namen der oder des Sitzungsvorsitzenden und der Schriftführerin oder des Schriftführers, die Namen der anwesenden und abwesenden Mitglieder, die Namen der zur Beratung zugezogenen Personen, die Tagesordnung, die eingebrachten Anträge im Wortlaut, die Abstimmungs- und Wahlergebnisse, gemeinsame Überlegungen und geplante Initiativen, die Vereinbarungen bezüglich der Erledigung anfallender Arbeiten.
  13. Wird ein Antrag mit Stimmenthaltung oder Gegenstimme eines Mitgliedes angenommen, so hat dieses Mitglied das Recht, im Protokoll einen Vermerk über seine abweichende Meinung zu verlangen.
  14. Das Protokoll wird allen Mitgliedern des jeweiligen Gremiums zeitnah nach der Sitzung zugeschickt und am Beginn der nachfolgenden Sitzung zur Genehmigung vorgelegt. Die Mitglieder haben das Recht, Ergänzungen und Änderungen anzubringen. Sie werden im Protokoll der laufenden Sitzung festgehalten und das betreffende Protokoll wird entsprechend korrigiert. Alle Protokolle oder Aktenvermerke müssen von der oder dem Vorsitzenden und der Schriftführerin oder dem Schriftführer unterzeichnet und im jeweiligen Pfarrarchiv aufbewahrt werden. Die Mitglieder der jeweiligen Gremien können auf Wunsch Einsicht in die abgelegten Protokolle oder Aktenvermerke nehmen.
  15. Das jeweilige Gremium entscheidet, ob die Sitzungen öffentlich zugänglich sind. Es genügt, dass ein einziges Mitglied einem entsprechenden Antrag nicht zustimmt, damit die Sitzung als nicht öffentlich zu betrachten ist.
  16. Die Mitglieder der Gremien müssen Angelegenheiten vertraulich behandeln, wenn dies so beschlossen wurde. Personelle Angelegenheiten sowie in nichtöffentlichen Sitzungen behandelte Inhalte sind stets vertraulich zu behandeln, auch wenn dies nicht ausdrücklich beschlossen wird.
  17. Für die Durchführung der Entscheidungen ist die oder der Vorsitzende oder der Ausschuss des jeweiligen Gremiums verantwortlich, sofern nicht andere Personen damit betraut werden.

Die vorliegenden Statuten des Pfarrgemeinderates und des Pfarreienrates und die Statuten des Pfarrverwaltungsrates sowie die Geschäftsordnung der Gremien in Pfarrei und Seelsorgeeinheit werden hiermit approbiert und treten am Ostersonntag, 04. April 2021 in Kraft. Sie ersetzen die Statuten vom 15. September 2016. 

Bozen, Hochfest des heiligen Josef, 19. März 2021.

Prot. Nr. 2021/172

+ Ivo Muser
Bischof von Bozen-Brixen

DAS PASTORALTEAM IN DEN PFARREIEN

Jesus Christus führt seine Kirche in eine gute Zukunft. Inmitten der vielen Veränderungen unserer Zeit übernehmen Frauen und Männer aufgrund ihrer Taufberufung Verantwortung in der Kirche und tragen ihren Teil dazu bei, dass Gottes Wort in unserer Zeit verkündet wird und Menschen Orientierung gibt. Wir dürfen dies als Zeichen der Zeit lesen, als Einladung, die tiefgreifenden Veränderungen, die wir als Kirche erleben, aktiv zu gestalten und als Chance zu sehen. So soll in der Leitung der Pfarreien die gemeinsame Verantwortung von Priestern und Laien immer stärker zum Tragen kommen. Seit der Veröffentlichung der diözesanen Rahmenordnung für Pfarrseelsorger und Pfarrverantwortliche (FDBB 38 (2002), 260-264), konnten in diesem Bereich wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Die Diözesansynode (Nr. 395) hat diesen Weg bestärkt. Auf dieser Grundlage spezifizieren die hier folgenden Richtlinien wichtige Punkte der Rahmenordnung von 2002 und legen zugleich das Pastoralteam als Leitungsmodell für alle Pfarreien der Diözese fest.

1.    In allen Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen werden schrittweise Pastoralteams eingeführt. Dadurch soll die Teamarbeit in der Leitung der Pfarreien gestärkt, die Leitung von Pfarreien in Zeiten zunehmenden Priestermangels ermöglicht und zukunftsfähig gestaltet werden. Durch die Pastoralteams soll das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung aller Getauften für die Kirche gestärkt und im Alltag der Pfarrei erlebbar werden.

2.    Das Pastoralteam ist eine Gruppe von beauftragten Mitarbeitenden in der Pfarrei, die unter der Leitung des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers die Pfarrseelsorge verantworten.

Zusammensetzung des Pastoralteams

3.    Das Pastoralteam besteht aus 3-5 Mitgliedern, die als Verantwortliche folgende Aufgabenbereiche übernehmen: Verkündigung, Liturgie, Caritas und Verwaltung sowie die Koordination des Pastoralteams selbst.

4.    Das Pastoralteam wird gemeinsam vom Pfarrgemeinderat und vom Pfarrverwaltungsrat gewählt und übernimmt auch die Funktion des Ausschusses des Pfarrgemeinderates. In mehrsprachigen Gemeinden wird dabei auf eine angemessene Vertretung der Sprachgruppen geachtet.

5.    In Pfarreien, die weniger als 1.000 Einwohner haben, kann der Pfarrgemeinderat selbst die Funktionen des Pastoralteams übernehmen, wobei die vorgesehenen Bereiche entsprechend Punkt 3 klar einer Person zugeordnet werden.

6.    Die Mitglieder der Pastoralteams können auch von außerhalb des gewählten Pfarrgemeinderates berufen werden, sind dann aber von Amts wegen Mitglieder desselben.

7.    Der/die Pfarrgemeinderatsvorsitzende koordiniert das Pastoralteam.

8.    Das so gebildete Pastoralteam wird vom Pfarrer bestätigt, beauftragt und in den Dienst eingeführt. Die Namen der Teammitglieder und deren Funktionen werden dem Seelsorgeamt mitgeteilt.

9.    In Pfarreien, in denen laut der entsprechenden diözesanen Rahmenordnung (FDBB 2002, 260-264) Pfarrseelsorger und Pfarrverantwortliche wirken, wird das Pastoralteam auf Vorschlag des Pfarrseelsorgers, des Pfarrgemeinderates und des Pfarrverwaltungsrates vom Diözesanbischof beauftragt. Der/die Pfarrgemeinderatsvorsitzende wird dabei zum/zur Pfarrverantwortlichen ernannt.

10.   Die Dauer der Beauftragung entspricht der Arbeitsperiode des Pfarrgemeinderates und endet mit der Beauftragung des nachfolgenden Teams. Es soll darauf geachtet werden, dass jeweils neue Mitglieder an die Mitarbeit im Pastoralteam herangeführt werden.

11.   Scheidet ein Mitglied aus, übernimmt das Team dessen Aufgaben bis zur Bestimmung eines neuen Teammitgliedes (vgl. Punkte 4 und 5).

12.   Wo Pastoralassistenten/-innen auf Pfarreiebene wirken, nehmen diese an den Sitzungen des Pastoralteams teil und unterstützen dieses in seinen Aufgaben, bleiben aber im Team ohne Stimmrecht. Wo Pastoralassistenten/-innen auf Ebene der Seelsorgeeinheit oder in mehreren Pfarreien wirken, begleiten und unterstützen sie je nach Aufgabenbeschreibung die Teams in den einzelnen Pfarreien und nehmen nach Bedarf an den Teamsitzungen teil.

Aufgaben und Arbeitsweise des Pastoralteams

13.   Das Pastoralteam verantwortet unter der Leitung des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers die pastorale Arbeit in der Pfarrei und deren ordentliche Verwaltung. Dabei koordiniert, unterstützt und begleitet jedes Teammitglied die in seinem Verantwortungsbereich tätigen Personen und entwickelt gemeinsam mit diesen die Tätigkeiten im jeweiligen Bereich im Sinne des Evangeliums weiter, um möglichst viele Menschen aktiv in den Dienst an der Frohbotschaft einzubinden.

14.   Der Pfarrgemeinderat bzw. Pfarreienrat legt das pastorale Programm der Pfarrei und der Seelsorgeeinheit fest, das vom Pastoralteam umgesetzt wird. Der Pfarrgemeinderat begleitet die Arbeit des Pastoralteams und gibt ihm Rat und Hilfe für seinen Dienst.

15.   Wenn bei der Umsetzung des pastoralen Programms im Team Entscheidungen zu fällen sind, dann werden diese im gemeinsamen Konsens getroffen. Sollte dennoch eine Abstimmung notwendig sein, gilt die einfache Mehrheit.

16.   Die Mitglieder des Pastoralteams sind je nach ihrem Aufgabenbereich auch Ansprechpartner für eventuell vorhandene Arbeitsgruppen des Pfarrgemeinderates. Sie sorgen für den Austausch der Arbeitsgruppen untereinander und für eine gute Anbindung zum Pfarrgemeinderat.

17.   Das Team trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen, wobei der Informationsaustausch und die Überlegungen zu den anstehenden Fragen Priorität haben. Insbesondere dort, wo ein Priester mehrere Pfarreien betreut, wird eine möglichst eigenverantwortliche Arbeit des Pastoralteams angestrebt. Die Teamsitzungen können deshalb auch in Abwesenheit des Pfarrers bzw. Pfarrseelsorgers stattfinden, sofern die Tagesordnung im Vorfeld mit dem Pfarrer bzw. Pfarrseelsorger vereinbart wurde und dieser zeitnah über die getroffenen Entscheidungen informiert wird.

18.   Im Team haben das geistliche Wachstum und die Vertiefung des Glaubens einen zentralen Stellenwert. Jede Zusammenkunft des Teams soll mit der Meditation eines Schriftwortes, etwa des Sonntagsevangeliums, und mit dem Gebet für die Anliegen der Pfarrgemeinde beginnen.

19.   Der/die Pfarrverantwortliche ist neben dem Pfarrseelsorger auch allgemein Ansprechperson in sämtlichen pfarrlichen Belangen und vertritt die Pfarrei nach außen.

20.   Die Mitglieder der Pastoralteams sind auf Ebene der Seelsorgeeinheit untereinander vernetzt und arbeiten zusammen. Sie stehen mit den zuständigen Stellen auf diözesaner Ebene in Verbindung und erhalten von diesen Rat, Unterstützung und Hilfe.

Ad experimentum in Kraft gesetzt am 01.09.2019

+Ivo Muser, Bischof

RAHMENORDNUNG FÜR DIE MITARBEIT VON PASTORALASSISTENTINNEN UND PASTORALASSISTENTEN IN PFARREI UND SEELSORGEEINHEIT

I. Berufung, kirchliche Stellung und Auftrag

Als Kirche sind wir berufen, miteinander in der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu leben und zu wirken. Diese grundlegende Berufung, die aus den Sakramenten der Taufe, der Firmung und der Eucharistie erwächst, äußert sich in den verschiedenen Diensten, Beauftragungen und Ämtern in der Kirche, unter denen der Dienst der Pastoralassistenten/-innen eine eigene kirchliche Stellung inne hat und einen besonderen Auftrag wahrnimmt.
„Pastoralassistent/-in“ bezeichnet demnach einen hauptberuflichen pastoralen Dienst, der Frauen und Männern offen steht und der ausgerichtet ist auf die qualifizierte pastorale Mitarbeit mit den Verantwortlichen in Pfarrei, Seelsorgeeinheit, Dekanat sowie in den kirchlichen Vereinigungen auf diözesaner Ebene.
Zum Dienst als Pastoralassistent/-in werden Menschen berufen, die als reife Persönlichkeiten aus der Grundhaltung des Glaubens und in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus sowie in Einheit mit dem Bischof in der Ortskirche leben.
Konkret wird von Pastoralassistenten/-innen erwartet, dass sie:

  • eine abgeschlossene theologische Ausbildung vorweisen (volles Theologiestudium oder Besuch einer speziellen Fachhochschule)
  • sich um eine am Geist des Evangeliums ausgerichtete Lebensweise bemühen und diese spirituell vertiefen
  • pflichtbewusst und teamfähig sind
  • fähig und bereit sind, pastorale Aufgaben wahrzunehmen, Charismen in der Gemeinde zu wecken und zu fördern, auf Leute zuzugehen und sie in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten
  • sich kontinuierlich fachlich und persönlichkeitsbezogen weiterbilden
  • Eigeninitiativen entwickeln und selbständig arbeiten
  • mit Schwierigkeiten und Konflikten positiv umgehen
  • die  Arbeitszeit in flexibler Weise gestalten.

II. Die besonderen Aufgabenbereiche

Die besonderen Aufgabenbereiche, in denen Pastoralassistent/innen ihren Fähigkeiten und Kompetenzen einbringen, sind vornehmlich:

  • Gewinnung, Befähigung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter/-innen
  • Aufbau und Begleitung pfarrlicher Gruppen und Initiativen
  • Schulung und Begleitung der Sakramentenkatecheten
  • Aufbau und Begleitung von Gruppen zur Vorbereitung und Mitgestaltung von Gottesdiensten
  • Leitung von Bibel-, Gebets- und Gesprächsgruppen sowie von Exerzitien im Alltag
  • Vorbereitung, Gestaltung und Leitung von Wortgottesdiensten mit der Verkündigung des Wortes Gottes (vgl. Richtlinien des Seelsorgeamtes „Der Dienst von Laien in Verkündigung und Predigt“)
  • Vorbereitung und Begleitung der Eltern und Paten (Taufe/Firmung)
  • Kinder- und Jugendarbeit (Aufbau, Mitarbeit, Begleitung)
  • Kranken- und Altenpastoral (Aufbau, Mitarbeit, Begleitung)
  • Sterbebegleitung und Trauerarbeit (Aufbau, Mitarbeit, Begleitung)
  • Seelsorge durch Hausbesuche
  • Aufbau und Koordinierung überpfarrlicher Aktionen
  • Förderung der pfarreiübergreifenden Zusammenarbeit
  • Entwicklung und Begleitung von Projekten und Aktionen zur pastoralen Betreuung von Gästen
  • Mitarbeit im Pfarrbüro und in der Öffentlichkeitsarbeit

III. Grundsätze für Anstellung, arbeitsvertragliche Bestimmungen und Dienstausübung

Pastoralassistenten/-innen werden normalerweise auf der Grundlage eines Anstellungsvertrages von der Pfarrei bzw. von der zuständigen Einrichtung in Dienst genommen, wobei der gesetzliche Vertreter den entsprechenden Arbeitsvertrag unterzeichnet. Als direkte Ansprechperson für die Pastoralassistenten/-innen seitens der Pfarrei oder der Arbeitgebenden Einrichtung wird eine Bezugsperson bestimmt, die entweder der zuständige Seelsorger oder eine andere von ihm benannte Person ist, welche Weisungsbefugnis auf der Grundlage der einvernehmlich vereinbarten Stellenbeschreibung hat und das regelmäßige Dienstgespräch führt.
Unter Berücksichtigung der pastoralen Bedürfnisse des Einsatzortes, der Förderung der ehrenamtlichen Mitarbeit sowie der persönlichen Fähigkeiten und Qualifikationen werden - nach Rücksprache mit dem Leiter des Seelsorgeamtes – die konkreten Schwerpunktbereiche vereinbart und die entsprechenden Aufgaben und Zuständigkeiten in schriftlicher Form in einer eigenen Stellenbeschreibung festgehalten und einvernehmlich unterzeichnet. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung erfolgt beim jährlichen Dienstgespräch.
Die konkrete Vorgangsweise bei der Anstellung von pastoralen Mitarbeiter/-innen ist folgende:

  1. Der Pfarrgemeinderat erstellt den Entwurf einer detaillierten Aufgabenbeschreibung und klärt, ob eine Voll- oder Teilzeitanstellung in Frage kommt
  2. Der Leiter des Seelsorgeamtes wird in diese Beratungen mit einbezogen
  3. Die Kosten für diese neu zu schaffende Stelle werden erhoben und Finanzierungsmöglichkeiten gesucht, so dass dies in einem Kosten- und Finanzierungsplan dem Vermögensverwaltungsrat vorgelegt werden kann
  4. Grundsätzliche Beschlussfassung zur Schaffung der Arbeitsstelle im Pfarrgemeinderat und im Vermögensverwaltungsrat bzw. auf der Ebene der Seelsorgeeinheit im Pfarreienrat.
  5. Kontaktaufnahme mit einem Lohnbüro zur Klärung der Anstellungsmodalitäten
  6. Stellenausschreibung und Suche nach geeigneten Personen
  7. Klärung von Detailfragen bezüglich Arbeitsauftrag, Zuständigkeit, Entlohnung, Arbeitszeit, Arbeitsbeginn usw.
  8. Definitive Vergabe der Stelle und Abschluss des Arbeitsvertrages
  9. Mitteilung an die Pfarrgemeinde, den Dekan und das Bischöfliche Ordinariat
  10. Einführung in die Arbeit
  11. Vorstellung der Pastoralassistent/innen in der Pfarrei (Mitteilungen, Pfarrblatt, bei der Sonntagsmesse usw.)
  12. Für Pastoralassistenten/-innen, die neu in den Dienst treten, ist eine diözesane Sendungsfeier durch den Diözesanordinarius vorgesehen.

Anstellungsträger für das Dienstverhältnis mit Pastoralassistent/innen ist jene Pfarrei oder jene Einrichtung, in welcher der Dienst ausgeübt wird. Erstreckt sich der Dienst auf mehrere Pfarreien, auf eine Seelsorgeeinheit oder ein Dekanat, dann wird zwischen den Pfarreien vereinbart, welche dieser Pfarreien als Anstellungsträger fungiert und in welchem Ausmaß sich die einzelnen Pfarreien an den zu erwartenden Personalkosten beteiligen.
Pastoralassistenten/-innen werden gewöhnlich

  • mittels eines Arbeitsvertrages auf der Grundlage des gesamtstaatlichen Kollektivvertrages für Handel und Dienstleistungen angestellt (je nach Ausbildungsgrad 2. oder 3. Gehaltsebene, Voll- oder Teilzeit-Anstellung)
  • oder aber als freie Mitarbeiter/-innen (auf Honorarbasis) beschäftigt.

Das Anfangsgehalt orientiert sich im Falle eines abgeschlossenen theologischen Vollstudiums am Anfangsgehalt von Religionslehrer/-innen an der Mittelschule (mit Zweisprachigkeitszulage, ohne Landeszulage).
Im Arbeitsvertrag werden der Arbeitsbereich, die Arbeitszeit, die Entlohnung bzw. das Honorar, die Einzahlungen der Sozialabgaben sowie andere wichtige Gesichtspunkte festgehalten unter Berücksichtigung der Stellenbeschreibung.
Der Kollektivvertrag für Handel und Dienstleistungen sieht unter anderem folgende Bestimmungen vor:

  1. Die Probezeit von 60 Arbeitstagen (2. und 3. Gehaltsebene)
  2. Das Jahresgehalt beinhaltet 14 Monatsgehälter.
  3. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt bei einer Vollzeitanstellung 40 Stunden. Den Arbeitnehmern stehen neben den Ferien (siehe Punkt 12d) noch sogenannte Freistunden zur Verfügung: 56 Freistunden und 32 Stunden für abgeschaffte Feiertage. Diese Stunden können entweder den Urlaubsstunden hinzugerechnet werden, oder aber für eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 auf z.B. 38 Stunden herangezogen werden. Der genaue Stundenplan wird zwischen Arbeitnehmer und Anstellungsträger – unter Berücksichtigung von regelmäßigen Abend- und Wochenendeinsätzen - vereinbart und festgelegt. Die Arbeit wird durch eine Präsenzliste dokumentiert. Bei Überstunden ab 20 Uhr beträgt der Zeitausgleichanspruch pro Stunde 75 Minuten. Überstunden an Sonn- und Feiertagen werden mit 90 Minuten je Stunde verrechnet. Grundsätzlich gilt, dass Überstunden durch Zeitausgleich abgebaut werden sollen. Nur in Ausnahmefällen und in Absprache werden Überstunden über den Lohnstreifen ausbezahlt. Für Teilzeitangestellte gilt, dass keine Überstunden geleistet werden dürfen.
  4. Der Urlaub beträgt bei der 40-Stunden-Woche 26 Arbeitstage, bzw. 173,3 Stunden. Hinzu kommen noch die oben genannten Freistunden. Insgesamt also 261,3 Stunden.
  5. Bei krankheitsbedingter Abwesenheit muss nach Ablauf des dritten Tages dem Arbeitgeber innerhalb von 48 Stunden das ärztliche Zeugnis vorgelegt werden.
  6. Das Dienstverhältnis endet bei Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze oder durch Kündigung. Das Recht auf Kündigung steht beiden Vertragspartnern unter Einhaltung einer Kündigungsfrist zu, allerdings muß der Arbeitgeber gesetzlich vorgesehene Kündigungsgründe anführen. Die Kündigung hat in schriftlicher Form zu erfolgen. Die Kündigungsfrist beträgt 30 Kalendertage bei Arbeitnehmern/-innen bis zu 5 Dienstjahren; 45 Kalendertage bis zu 10 Dienstjahren; 60 Kalendertage ab 10 Dienstjahre. Die Berechnung erfolgt immer ab 1. oder 16. des Monats. Wenn gewichtige Gründe vorliegen, kann das Dienstverhältnis durch den Arbeitgeber fristlos gekündigt werden.

Arbeitsbedingte Spesen werden gegen Vorlage der Belege vergütet.
Dienstfahrten müssen aus Versicherungsgründen autorisiert werden. Die Fahrt vom Wohnort zum Arbeitsort gilt nicht als Dienstfahrt. Die Fahrtspesenvergütung orientiert sich an dem am Bischöflichen Ordinariat geltenden Kilometer-Satz.
Pastoralassistenten/-innen gehören zu den für die ordentliche Pfarrseelsorge bestimmten und beauftragten Personen und sind deshalb von Amts wegen Mitglieder des Pfarrgemeinderates.
Den Pastoralassistenten/-innen werden ein eigener Arbeitsplatz sowie jene Hilfsmittel zugewiesen, die den Anforderungen der vereinbarten Aufgabenbereiche entsprechen.

IV. Ausbildung, Begleitung, Weiterbildung

Die Ausbildung der Pastoralassistenten/-innen erfolgt an einer theologischen Fakultät oder Hochschule oder an eigenen theologischen Bildungseinrichtungen.
Das Seelsorgeamt bietet den Pastoralassistenten/-innen - vor allem im ersten Arbeitsjahr - eine gezielte Praxisbegleitung. Einmal jährlich findet ein Gespräch mit dem Leiter des Seelsorgeamtes statt. Zudem treffen sich die Mitglieder der Berufsgruppe regelmäßig zu gemeinsamen Austauschgesprächen.
Die Pastoralassistenten/-innen werden grundsätzlich zu allen seelsorglichen Weiterbildungsveranstaltungen eingeladen, wobei der Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen mit den bezahlten Freistellungen (siehe Nr. 12, c) unter Berücksichtigung der folgenden Regelung berechnet werden kann:

a)    Bei verpflichtender Teilnahme wird die gesamte Kursdauer als Arbeitszeit angerechnet. Die übrigen Kosten werden von der Pfarrei oder der Einrichtung übernommen.
b)    Bei Teilnahme im Interesse des Arbeitsbereiches erfolgt die Freistellung von der Arbeit für die Hälfte der Dauer der Veranstaltung; die andere Hälfte wird vom Guthaben des Zeitausgleiches abgezogen. Die übrigen Spesen werden bei Vorlage der Belege ersetzt. Samstag und Sonntag können in diesem Fall als Arbeitstag gerechnet werden.
c)    Bei Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen, die nicht im primären Interesse des Arbeitsbereiches stehen, erfolgt die Freistellung von der Arbeit für die Hälfte der Dauer der Veranstaltung; die andere Hälfte wird vom Guthaben des Zeitausgleiches abgezogen. Die Pastoralassistenten/-innen tragen die übrigen Kosten selber. Samstag und Sonntag werden in diesem Fall nicht als Arbeitstag gerechnet.

V. Diözesaner Beitrag zur Deckung der Personalkosten

Um die Personalkosten bei einer Anstellung von Pastoralassistenten/-innen in einem abhängigen Arbeitsverhältnis zu ermitteln (vgl. Nr. 10), ist zu beachten, dass als Grundlage der Kollektivvertrag für Handel und Dienstleistungen gilt und sich aus diesem die jährliche Bruttoentlohnung (Grundlohn, Ergänzung, verrechenbare und nicht verrechenbare Zulagen, Dienstalterspunkte) und somit auch die Sozialabgaben, der IRAP-Beitrag, der Arbeitgeberbeitrag für Rentenzusatzfonds und die Abfertigungsrücklage (TFR) ergeben.
Für die genaue Berechnung der Personalkosten empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einem Lohnbüro.
Hinsichtlich der diözesanen Förderung zur Deckung der Personalkosten gilt:

  1. Für freie Mitarbeiter/-innen (Vergütung auf Honorarbasis) kommen die Pfarreien grundsätzlich selber auf.
  2. Für Vollzeitangestellte und für Teilzeitangestellte ab 50% (Anstellung auf der Grundlage des Kollektivvertrages) kann beim diözesanen Verwaltungsamt um einen Beitrag angesucht werden.

Ein diözesaner Beitrag zur Deckung der jährlichen Personalkosten wird allen ansuchenden Pfarreien im Ausmaß von 20% der Personalkosten als Sockelbetrag gewährt.
Dieser Beitrag kann - unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation der Pfarrei - bis auf 50% der nachgewiesenen Personalkosten aufgestockt werden.
Um diesen Beitrag, der für drei Jahre aufrecht bleibt, kann wiederum angesucht werden.
Um in den Genuss dieses Beitrages zu kommen, muss beim Verwaltungsamt des Bischöflichen Ordinariates ein entsprechendes Ansuchen eingereicht werden. Dafür sind folgende Unterlagen erforderlich:

  1. Ansuchen (unterzeichnet von: Pfarrer, PGR-Vorsitzendem, VVR-Stellvertreter/-in)
  2. Lebenslauf des/der Pastroalassistenten/-in
  3. Stellen- und Aufgabenbeschreibung mit Angabe der Arbeitszeiten (vgl. Nr. 6)
  4. Kosten- und Finanzierungsplan gemäß Nr. 20, mit Auflistung der Eigenleistungen der Pfarrei sowie sonstiger Einkünfte, die der/dem Pastoralassistentin/-en darüber hinaus zugute kommen (Wohnung, Essen, Vergütung für andere Tätigkeiten usw.).
  5. Protokollauszüge über die einschlägigen Beschlüsse des PGR und des VVR
  6. Gutachten des Seelsorgeamtes

Die Rahmenordnung „Pastoralassistent/-in“ wird hiermit approbiert und tritt sofort in Kraft. Sie ersetzt die bisherige Rahmenordnung vom 18.3.2003.


Bozen, am 29. Juni 2009

+ Karl Golser, Bischof
Prot. Nr. 585/09

 

RICHTLINIEN FÜR DIE PASTORAL IN DEN SEELSORGEEINHEITEN „WERFT EURE NETZE AUS!“

Wort des Bischofs

Wenn sich immer stärker der Priestermangel bemerkbar macht, so dass gewisse auf die Priester bezogene Strukturen nicht mehr aufrecht erhalten werden können, dann soll uns dies nicht entmutigen. Es kommt darauf an, die Zeichen der Zeit zu erkennen, und vor allem daran zu glauben, dass es letztlich der Herr Jesus Christus selber ist, der seine Kirche aufbaut und ihr auch Fortbestand über die Zeiten zugesichert hat.

„Fahrt hinaus auf den See…. Werft eure Netze aus!“ (Lk 5,4) ruft Jesus den Jüngern zu, welche die ganze Nacht gefischt, aber nichts gefangen hatten. Obwohl das Fischen bei Tageslicht noch aussichtloser ist, antwortet Petrus: „Meister, wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“ (Lk 5,5). Heute ist das Wort Jesu an uns gerichtet, die wir Kirche im Umbruch erleben. Jesus ruft uns, seinem Wort und seinen Verheißungen in unserer Zeit zu vertrauen. Durch ihn geschieht auch heute Großes.

Dieses Vertrauen ermutigt uns, hinauszufahren ins Weite, uns auch auf Neues einzulassen. Es darf uns nicht nur darauf ankommen, unsere Gemeinden „zu versorgen“. Wir wollen vielmehr uns an das Wort Christi halten, der uns beauftragt hat, seine Frohe Botschaft in die Welt hinauszutragen. Wir müssen wieder missionarischer werden, die Liebe Christi soll uns drängen, wie sie den Apostel Paulus gedrängt hat.

Die vorliegenden Richtlinien für die Pastoral in den Seelsorgeeinheiten beruhen auf der Überzeugung, dass wir in unseren Pfarrgemeinden viele eifrige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben. In vielen Bereichen spricht man heute von Vernetzung. In einer Vernetzung werden die Energien besser eingesetzt. Es kommt zu Synergien, die besonders bei neuen Situationen Einsichten und Hilfen bieten. In solcher Vernetzung geht es, wenn es sich um Verbindung von Menschen handelt, um die Stellung der einzelnen Mitglieder und um ihre Zuordnung und Verbindung untereinander.

Als Bischof möchte ich die Umsetzung der Richtlinien persönlich begleiten. Die Richtlinien gelten für die Bildung der Seelsorgeeinheiten in den nächsten fünf Jahren. Aufgrund der gemachten Erfahrungen sollen sie dann, wenn nötig, überarbeitet werden.

Ich danke allen, die aus Liebe zur Kirche sich Gedanken machen und die notwendigen Änderungen mittragen. Gottes Segen möge uns begleiten.

+ Karl Golser
Bischof

I. Ausgangslage

Die Kirche, ihre Sendung und ihre Aufgaben

  • Die Kirche ist die Gemeinschaft von Menschen, die mit Jesus Christus und untereinander verbunden sind. Sie ist in Christus „gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (Lumen gentium, Nr. 1). Die Sendung der Kirche ist es, Christus in dieser Welt und für diese Welt erfahrbar zu machen. Ihre Aufgabe besteht darin, das Wort Gottes zu verkünden, die Gegenwart Christi in den Sakramenten, vor allem in der Eucharistie, zu feiern, durch den Dienst unter den Menschen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen und so eine Gemeinschaft im Geiste Jesu aufzubauen. Kirche ist vom Glauben getragen, dass Christus in ihrer Mitte auch heute gegenwärtig ist und wirkt. Aus diesem Glauben heraus gestaltet sie Seelsorge und bestimmt dafür Prioritäten. Diese helfen ihr, die Botschaft von Jesus Christus in der jeweiligen Zeit lebendig zu halten und ihrer Sendung zu entsprechen.
  • Die weltweite Gemeinschaft der Kirche verwirklicht sich in den Teilkirchen, vor allem in den Diözesen. Um ihrer Aufgabe besser gerecht zu werden, sind diese in Pfarreien unterteilt, in denen die Sendung der Kirche wahrgenommen wird.
  • Die Pfarrei ist jene Gemeinschaft von Gläubigen, die in einem bestimmten Territorium leben und deren Leitung vom Diözesanbischof einem Priester übertragen wird, der als Pfarrer für die Seelsorge verantwortlich ist.

Die Situation der Kirche in unserer Diözese

  • Die augenblickliche Situation der katholischen Kirche in Südtirol ist durch Umbrüche gekennzeichnet, in denen Altes und Bewährtes in Krise geraten ist, aber auch Neues zutage tritt und sich Chancen eröffnen.
  • Diese Umbrüche haben Folgen für die Seelsorge. Es sind neue Dienste und Aufgaben entstanden, die pastorale Tätigkeit wird von mehr Menschen getragen, die Arbeit ist breiter gestreut und auf viele Schultern verteilt. Andererseits müssen sich immer mehr Pfarreien den Pfarrer teilen. Je größer die Anzahl der Pfarreien ohne Pfarrer im Ort ist, desto häufiger stellt sich die Frage, wer die Gemeinde leitet und wie lange in den einzelnen Pfarreien die Sakramente, vor allem die Eucharistie, regelmäßig gefeiert werden können. Manche fragen sich, ob die Pfarreien noch eine Zukunft haben. Einige Gläubige finden in geistlichen Bewegungen eine neue Heimat, andere haben eine lose oder keine Beziehung zur Pfarrei. Große Sorge bereitet die Frage, wie heute der Glaube weitergegeben werden kann.
  • Auch in diesen Zeiten erfährt die Kirche, dass Christus ihr Haupt ist. Während sich der sichtbare, äußere und menschliche Teil der Kirche wandelt, bleibt der unsichtbare, innere und göttliche Teil unverändert. Christus bleibt derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Mit Gottes Hilfe geht die Kirche als Gemeinschaft den Weg in die Zukunft. Der Austausch, das Beten und die Gabe der Unterscheidung helfen ihr zu entdecken, in welche Richtung Gott sein Volk führen will.

II. Perspektiven

Bildung von Seelsorgeeinheiten

  • Nach Anhören des Priesterrates und des Pastoralrates hat der Diözesanbischof 2007 entschieden, den Herausforderungen der heutigen Zeit durch die Bildung von Seelsorgeeinheiten zu begegnen. Dadurch können die meisten Pfarreien bestehen bleiben. Seelsorge geschieht verstärkt in gemeinsamer Verantwortung von Priestern und Laien.

Ziel und Zweck der Seelsorgeeinheit

  • Die Seelsorgeeinheit ist der Zusammenschluss rechtlich selbständig bleibender benachbarter Pfarreien zu wechselseitiger Anregung, gemeinsamer Planung, gegenseitiger Hilfe sowie zur gemeinschaftlichen Durchführung von besonderen Aufgaben. Durch die stärkere Vernetzung der Pfarreien können Kräfte gebündelt und Synergien geschaffen werden. Die Zusammenarbeit der Pfarreien wird nicht in jeder Seelsorgeeinheit den gleichen Grad an Intensität haben. Durch die Bildung von Seelsorgeeinheiten wird erreicht, dass die Seelsorge in den Pfarreien - wenn auch in veränderter Form - weitergeführt wird. Die Seelsorgeeinheit ist keine eigene Rechtsperson.
  • Die Kirche ist von ihrem Wesen her „Communio“, d.h. die Getauften sind berufen, Gemeinschaft zu bilden und miteinander zu wirken. Zu diesem „Miteinander“ gehört unter anderem auch eine gezielte Zusammenarbeit und zwar zwischen den Pfarreien, aber genauso innerhalb und zwischen einzelnen kirchlichen Gruppen, Vereinen und Verbänden sowie geistlichen Bewegungen. Damit diese Gemeinschaft zwischen Menschen wachsen kann, sind gute menschliche Kontakte sowie verbindliche Formen der Zusammenarbeit notwendig. Jesus Christus ist das Fundament dieser Gemeinschaft. Es gilt deshalb, nach vielfältigen Möglichkeiten der Begegnung mit Jesus Christus zu suchen und sie zu pflegen.
  • Auch andere Bereiche christlichen Lebens wie zum Beispiel Ordensgemeinschaften, die Seelsorge an bestimmten Zielgruppen (etwa die Jugendpastoral), die Pastoral an Wallfahrtsorten, die katholischen Vereine und Verbände, die geistlichen Bewegungen, die Religionslehrer/innen, die karitativen Einrichtungen und andere sind aufgefordert, sich aktiv in der Seelsorgeeinheit einzubringen.

Aufgaben und Mitarbeiter/-innen in der Pfarrei

  • Jede Pfarrei hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass auch nach der Errichtung der Seelsorgeeinheit das Pfarrleben weiter lebendig bleibt. Zu den Elementen einer lebendigen Pfarrei gehören: die Eucharistiefeier am Sonntag oder dort, wo es in Absprache mit dem Diözesanordinarius vorgesehen ist, Wort-Gottes-Feiern; andere Gottesdienste und Andachten; das gemeinsame Gebet; die Kinderpastoral; die Feier von Taufe, Erstbeichte, Erstkommunion und Firmung (letztere kann auch in der Seelsorgeeinheit erfolgen); die Ehe- und Familienpastoral; die Alten- und Krankenpastoral; die Feier der Begräbnisse sowie karitative Tätigkeiten. Wenn eine Pfarrei diese Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, wird sie einer Nachbarpfarrei angegliedert.
  • Der Pfarrer und mit ihm der Pfarrgemeinderat sind verantwortlich, dass die Pfarrei lebendig bleibt. Auch viele andere Mitarbeiter/-innen tragen zur Lebendigkeit in der Pfarrei bei, z. B. jene, die Wort-Gottes-Feiern vorbereiten und leiten; jene, die in der Sakramentenkatechese tätig sind; jene, die Bibelrunden leiten und das Wort Gottes als Lektor/-innen verkünden; jene, die beim Austeilen der hl. Kommunion helfen; jene, die musikalisch mitwirken; jene, die den Ministrantendienst ausüben; jene, die vorbeten; die Mesner/-innen; die Mitarbeiter/-innen in der Kinder- und Jugendpastoral, in der Familien- und Ehepastoral, in der Caritas und im sozialen Engagement, in der Wahrnehmung der Schöpfungsverantwortung, in der Erwachsenenbildung, in der Verwaltung, im Pfarrbüro oder in der Öffentlichkeitsarbeit.
  • In vielen Pfarrgemeinden sind im Laufe der Zeit und durch den Einsatz von Gläubigen pastorale Initiativen entstanden, die über die genannten Elemente einer lebendigen Pfarrei hinausgehen, wie z.B. das Vierzigstündige Gebet, Bittgänge, Wallfahrten, Bruderschaften. Diese Initiativen sollen auch nach der Errichtung der Seelsorgeeinheit erhalten bleiben, sofern sich engagierte Leute finden, die sie tragen. Genauso sind auch neue Initiativen auf Pfarrebene zu fördern. Alle diese Initiativen geben jeder einzelnen Pfarrei ihr spezifisches Profil und bereichern die Pastoral in der Seelsorgeeinheit.

Aufgaben in der Seelsorgeeinheit

  • In der Seelsorgeeinheit werden jene Aufgaben wahrgenommen, die gemeinsam sachgerechter und besser erfüllt werden können. Beispiele dafür sind: gemeinsame Gottesdienste zu bestimmten Anlässen oder für Zielgruppen; die Aus- und Weiterbildung sowie die Begleitung der Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und der anderen pfarrlichen Mitarbeiter/-innen; die Begleitung der Sakramentenkatecheten/-innen; die Jugendpastoral; die Firmkatechese; die Bildungsarbeit; die Öffentlichkeitsarbeit (besonders durch Pfarrbriefe und Pfarrsender); soziale und karitative Aufgaben, die über jene Tätigkeiten hinausgehen, für welche die einzelnen Pfarrgemeinden zuständig sind; Besinnungstage; Exerzitien im Alltag; pfarrübergreifende Projekte etwa im Bereich von Mission und Ökumene, des interreligiösen Gesprächs und der Schöpfungsverantwortung; gemeinsame Pflege von bewährten Traditionen in den Pfarreien; Verwaltungshilfen für die Pfarrgemeinden. Der Pfarreienrat erarbeitet und beschließt ein pastorales Programm, das die Initiativen in der Seelsorgeeinheit benennt. Dieses zeigt die Prioritäten, die in der Seelsorgeeinheit gesetzt werden.

Mitarbeiter/-innen und Gremien in der Seelsorgeeinheit

  • Zusammen mit dem Pfarrer und weiteren Priestern tragen folgende Mitarbeiter/-innen und Gremien Mitverantwortung für die Pastoral:
    1. Diakone
    2. Pastoralassistent/-innen und andere
    3. pastorale Mitarbeiter/-innen
    4. Pfarreienrat
    5. Pastoralteam
    6. Verwalter/-in

Pfarrer und weitere Priester

  • Der Priester trägt als Pfarrer Verantwortung für die ihm anvertrauten Pfarreien. Diesem steht in den Pfarreien der Pfarrgemeinderat und in der Seelsorgeeinheit der Pfarreienrat zur Seite. Auch wenn der Pfarrer nicht an allen Sitzungen dieser Gremien teilnehmen kann, arbeitet er eng mit ihnen zusammen. Der Pfarrer kann von Kooperatoren oder Seelsorgern unterstützt werden. Je nach Gegebenheit können sich folgende Formen bei der Leitung der Pfarreien durch den Pfarrer ergeben:
  • Variante 1: In der Seelsorgeeinheit ist ein Priester als Pfarrer für alle Pfarreien eingesetzt.
  • Variante 2: In der Seelsorgeeinheit wirken mehrere Priester als Pfarrer. Jeder von ihnen hat die Pfarrverantwortung für eine oder mehrere Pfarreien. Der Diözesanbischof ernennt einen der Pfarrer zum Moderator der Seelsorgeeinheit. Seine Aufgabe ist es, die pastorale Tätigkeit zu koordinieren.
  • Variante 3: In der Seelsorgeeinheit wirken gemäß Can 517 §1 mehrere Priester im Team und sind „in solidum“ in den Pfarreien für die Seelsorge verantwortlich. Der Diözesanbischof ernennt einen der Priester zum Moderator. Gegebenenfalls leben alle am gleichen Ort und führen eine „vita communis“.
  • Variante 4: In der Seelsorgeeinheit wirken mehrere Priester, wobei nicht alle Pfarrer sind, da eine oder mehrere Pfarreien vakant sind. Für diese hat der Bischof gemäß Can 517 §2 einen Priester als Pfarrseelsorger und einen oder mehrere Laien als Pfarrverantwortlichen/e ernannt.

Diakone, Pastoralassistenten/-innen und andere pastorale Mitarbeiter/-innen

  • Sind in einer oder mehreren Pfarreien der Seelsorgeeinheit Diakone oder Pastoralassistenten/-innen tätig, arbeiten diese nach Möglichkeit auch in der Seelsorgeeinheit mit. Dasselbe gilt auch für andere pastorale Mitarbeiter/-innen, wie etwa die Sakramentenkatecheten/-innen und die Leiter/-innen von Wort-Gottes-Feiern, Mitarbeiter/-innen im sozialen und karitativen Bereich.

Pfarreienrat

  • Der Pfarreienrat fördert die Zusammenarbeit der Pfarreien, der Pfarrgemeinderäte, der katholischen Vereine und Verbände, Gemeinschaften, Gruppen und Einrichtungen in der Seelsorgeeinheit. Er unterstützt die Pastoral in den Pfarreien. Er bemüht sich um die Vernetzung auf Dekanatsebene mit anderen Pfarreien und Seelsorgeeinheiten des Dekanates. Er setzt das Programm um, das er sich für die Pastoral in der Seelsorgeeinheit erarbeitet hat. Die Beschlüsse des Pfarreienrates sind für alle Pfarrgemeinden verbindlich.

Pastoralteam

  • Wenn es sinnvoll erscheint, kann in der Seelsorgeeinheit zusätzlich zum Pfarreienrat und auch in einer oder mehreren Pfarreien zusätzlich zum Pfarrgemeinderat ein Pastoralteam gebildet werden. Dieses wird vom Pfarreienrat bzw. vom Pfarrgemeinderat eingesetzt. Die Mitglieder sind in der Regel theologisch ausgebildet oder haben langjährige pastorale Erfahrung. Das Pastoralteam setzt zusammen mit dem Pfarrer bzw. Pfarrseelsorger oder dem Moderator die Beschlüsse des Pfarreienrates bzw. des Pfarrgemeinderates um und koordiniert die pastorale Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit bzw. in der Pfarrei.

Verwalter/-in

  • Verwaltungsangelegenheiten in den einzelnen Pfarreien und in der Seelsorgeeinheit können einem oder mehreren Laien übertragen werden, die dazu vom jeweiligen Pfarrer bzw. dem Moderator der Seelsorgeeinheit nach Absprache mit dem Vermögensverwaltungsrat der betroffenen Pfarreien formell beauftragt werden. Der Verwalter nimmt dabei jene Aufgaben der ordentlichen Verwaltungstätigkeit wahr, für die er den Auftrag bzw. die Zeichnungsberechtigung erhalten hat. Bei der Übertragung von Aufgaben der außerordentlichen Verwaltungstätigkeit bedarf es dazu der Zustimmung bzw. der besonderen Ermächtigung durch den Diözesanordinarius.

Hinweise zu Finanzierungsfragen

  1. Die Ausgaben für Initiativen und Projekte der Seelsorgeeinheit werden im Normalfall anteilsmäßig auf die einzelnen Pfarreien aufgeteilt, sofern nicht eine gemeinsame Kassa besteht, in welche die einzelnen Pfarreien gemäß eines vereinbarten Schlüssels Einzahlungen tätigen und in welche auch die eventuellen Einnahmen eingehen.
  2. Bezüglich der Vergütung von Mitarbeiter/-innen, deren Arbeitseinsatz über den ehrenamtlich zumutbaren Dienst hinausgeht, orientieren sich die Pfarreien bzw. die Seelsorgeeinheit an den Regelungen der Diözese.

III. Umsetzung

  • Seelsorgeeinheiten werden in der Diözese gebildet, sobald die pastorale Situation oder personelle Veränderungen dies notwendig machen. Die Bildung einer Seelsorgeeinheit sieht folgende Schritte und Unterstützungsmaßnahmen von Seiten des Bischöflichen Ordinariates vor.
  • Der Bischof trifft nach Anhören der Personalkommission für Priester und Diakone die Entscheidung, dass eine Seelsorgeeinheit errichtet wird.
  • Der Generalvikar teilt den betroffenen Pfarrern und eventuellen Nachfolgern sowie den Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte die Entscheidung des Bischofs mit.
  • Der Seelsorgeamtsleiter sorgt dafür, dass sich alle betroffenen Pfarrgemeinderäte gemeinsam treffen. Auch ein eventuell neu ernannter Pfarrer nimmt daran teil. Bei diesem Treffen informieren Vertreter des Bischöflichen Ordinariates über die Ziele und die Konsequenzen, welche die Errichtung der Seelsorgeeinheit hat. Dabei benennen sie die Unterstützungsmaßnahmen, welche das Bischöfliche Ordinariat anbietet. Schließlich wird eine Projektgruppe aus Mitgliedern eines jeden Pfarrgemeinderates eingesetzt, welche die Errichtung der Seelsorgeeinheit plant. Diese Gruppe wird von einem/-r Pfarrgemeindeberater/-in begleitet.
  • Gleichzeitig werden auch die Pfarrgemeinden umfassend über Ziele, Absichten und Konsequenzen der Bildung der Seelsorgeeinheit informiert. Dies erfolgt etwa über Pfarrbriefe und bei Pfarrversammlungen.
  • Vor der Errichtung der Seelsorgeeinheit wird in den Pfarrgemeinderäten geklärt, ab wann der Pfarreienrat gebildet wird und wer bis dahin dessen Aufgaben übernimmt. Die Entscheidung muss mit dem Seelsorgeamt abgesprochen werden.
  • Vor der Errichtung der Seelsorgeeinheit entscheidet der Pfarreienrat bzw. jenes Gremium, das ihn zunächst vertritt, in Absprache mit allen betroffenen Pfarrgemeinderäten, welchen gemeinsamen Namen die Seelsorgeeinheit tragen wird.
  • Nach diesen Vorbereitungsschritten hin zur Seelsorgeeinheit wird diese durch Dekret des Bischofs errichtet.
  • Im ersten Jahr findet ein Einführungskurs für Verantwortungsträger/-innen und Mitarbeiter/-innen in den Pfarrgemeinden und in der Seelsorgeeinheit statt. Ebenso werden Praxisreflexionen angeboten. Darüber hinaus nehmen nach Möglichkeit sowohl Priester als auch Laien an anderen Weiterbildungsangeboten teil.
  • Nach einer Zeit der Erprobung visitiert der Diözesanbischof die Seelsorgeeinheit. Ziel des Besuches ist es, den Ist-Stand zu erheben, einen geistlichen Impuls sowie Anregungen für die weitere Tätigkeit zu geben.

IV. Erneuerung im Glauben

  • Die Bildung von Seelsorgeeinheiten darf nicht nur aus organisatorischer Sicht betrachtet werden. Vielmehr geht es darum, dass Kirche im Sinne des Evangeliums lebendig bleibt. Die Erneuerung der Kirche geschieht vor allem durch Stärkung des Glaubens und durch Freude an der Glaubensvermittlung, strukturelle Neuansätze sind dafür eine Hilfe.
  • Jede Bildung einer Seelsorgeeinheit soll im Gebet begleitet werden. Dieses ist geprägt von der Zusage, die Gott dem Volk Israel gegeben hat: „Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten. Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“ (Jes 43,18-19b). Das Beten bringt zum Ausdruck, dass Kirche sich immer dem anvertraut, der die Kirche leitet und ihr Haupt ist, nämlich Jesus Christus. Er schenkt der Kirche jene Gaben, die sie braucht, um ihrer Sendung gerecht zu werden.
  • Einen besonderen Platz soll das Gebet um geistliche und kirchliche Berufe einnehmen. Gott weckt auch heute in der Kirche vielfältige Berufungen. Die Kirche bemüht sich darum, ein Klima zu schaffen, in dem der Ruf Gottes gehört werden kann und in dem Menschen sich auf den Weg der Nachfolge Jesu machen.
  • Wichtig sind die Angebote, welche den Gläubigen die Möglichkeit geben, ihren Glauben besser kennen zu lernen und zu vertiefen. Dies erfolgt vor allem an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen, in den diözesanen Bildungshäusern und durch das Katholische Bildungswerk.
  • Schließlich helfen auch Exerzitien im Alltag das Leben aus dem Glauben zu deuten und zu gestalten. Es ist bereits Tradition, dass viele Gläubige die Fastenzeit durch Exerzitien im Alltag zur Glaubenserneuerung nützen.

Die „Richtlinien für Pastoral in Seelsorgeeinheiten“ werden hiermit approbiert und treten am 1. September 2009 in Kraft.

Bozen, am 19. Juni 2009, dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu
Prot. Nr. 584/09

+ Karl Golser, Bischof

RAHMENORDNUNG FÜR PFARRSEELSORGER UND PFARRVERANTWORTLICHE

I.  Allgemeine Bestimmungen

  1. Der Diözesanbischof kann - in Anlehnung an die Bestimmungen des can. 517, § 2 (CIC 1983) - bei Priestermangel auch einen Diakon oder eine andere Person, die nicht die Priesterweihe empfangen hat, oder eine Gemeinschaft von Personen (Pastoralteam, Klostergemeinschaften) an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei beteiligen.
  2. Der entsprechenden Pfarrei wird ein Priester als „Pfarrseelsorger“ zugeordnet. Eine Einzelperson oder ein Mitglied des Pastoralteams wird vom Diözesanordinarius zur bzw. zum „Pfarrverantwortlichen“ bestellt. Das Amt des Pfarrers ist und bleibt in diesen Pfarreien vakant. (Vgl. Überlegungen zur Personal- und Raumplanung in der Diözese Bozen-Brixen im Zeitraum 2002-2012, II, 2, Punkt 4)

II.  Der Pfarrseelsorger

  1. Der Pfarrseelsorger wird im Sinne des can. 517 § 2 mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet und mit der Leitung der Seelsorge beauftragt. In besonderer Weise obliegen ihm jene Aufgaben und Befugnisse, deren Ausübung an die Priesterweihe gebunden ist (insbesondere die Leitung der Eucharistiefeier sowie die Spendung der Sakramente).
    Zudem gehören zu seinen Aufgaben die Leitung der Begräbnisfeiern, das Vornehmen öffentlicher Segnungen, das Erteilen der einem Pfarrer zustehenden Dispensen (can. 1079, 1196, 1203, 1245) sowie die spirituelle Betreuung der Pfarrgemeinde und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  2. Der Pfarrseelsorger übt seinen Dienst nebenamtlich aus. Er ist nicht an die Residenzpflicht (can. 533 §1) gebunden, hat aber an Sonn- und Festtagen die Applikationspflicht (can. 534).
  3. Gemäß Weisung der Italienischen Bischofskonferenz vom 1. April 1992, Art. 84
    Abs. 4 (Istruzione in materia amministrativa) wird der Pfarrseelsorger als gesetzlicher Vertreter der Pfarrei im Register der juridischen Personen gemeldet und eingetragen. Dazu muss er allerdings italienischer Staatsbürger sein.
  4. Für den Dienst eines Pfarrseelsorgers kommen u.a. folgende Priester in Betracht:
    • Pfarrer einer Nachbarpfarrei
    • in diözesanen Einrichtungen tätige Priester
    • in der kategorialen Seelsorge tätige Priester
    • Ordenspriester
    • Priester in Ruhestand
  5. Der Pfarrseelsorger wird vom Diözesanbischof nach Anhören der Personalkommission ernannt. Der Auftrag ist zeitlich befristet. Nach Ablauf der Frist ist eine Verlängerung des Auftrages möglich. Die Beauftragung wird im Amtsblatt der Diözese veröffentlicht.
  6. Der Pfarrseelsorger bekommt – sofern es sich bei ihm nicht um einen Priester im Ruhestand handelt - für seinen Dienst im Rahmen der Unterhaltszahlung des DIUK Zusatzpunkte. Fahrtspesen und sonstige Unkosten, die ihm durch die Ausübung seines Dienstes erwachsen, werden ihm von der Pfarrei vergütet. Diesbezüglich gelten dieselben Regelungen wie für den Pfarrer.

III.  Die/der Pfarrverantwortliche

  1. Den Pfarrverantwortlichen werden bei der Beauftragung pfarrliche Vollmachten für bestimmte Teilbereiche der Seelsorge übertragen. Sie müssen innerhalb dieser Bereiche nicht alles selbst tun, sondern dafür sorgen, dass die verschiedenen Aufgaben unter Einbindung möglichst vieler Pfarrmitglieder verlässlich und sachgerecht erledigt werden.
    Im Einzelnen können ihnen folgende Bereiche übertragen werden:
    • Sorge für die Glaubensunterweisung
    • Sorge für die religiöse und spirituelle Weiterbildung der Pfarrgemeinde
    • Verantwortung für die Vor- und Nachbereitung und die Gestaltung der Spendung der Sakramente
    • Sorge für die Gestaltung der Liturgie
    • Pfarrverwaltung:
      Führung der Pfarrbücher, Sachgerechte Verwahrung der Dokumente im Pfarrarchiv, Ausfertigung (gemäß Befugnis) von Dokumenten, Weiterleitung von Meldungen (Taufe, Firmung, Eheschließung) an andere Pfarreien, Amts- und Behördengänge, Buchhaltung über Einnahmen und Ausgaben der Pfarrei, Überweisung der überpfarrlichen Kirchensammlungen und Erstellung des Prospectus, Annahme und Weiterleitung von Messstipendien, Erstellung der Pfarreirechnung und Einzahlung der Diözesanabgaben, Erstellung und Aktualisierung des Inventars etc.
    • Dienstaufsicht über die Angestellten der Pfarrei sowie über jene Personen, die im Pfarrbüro oder im liturgischen Bereich mitarbeiten (z.B. Sekretärin/Sekretär, Mesnerin/Mesner, Organistin/Organist)
    • Pfarrbrief und Öffentlichkeitsarbeit
    • Gewinnung, Schulung und Begleitung der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    • Kontakt zu den Vereinen, den Verbänden, zur politischen Gemeinde, zu den Nachbarpfarreien, zum Dekanat, zur Diözese
    • Pflege der Kirchenraumes und des liturgischen Inventars
  2. Sofern es sich beim Pfarrverantwortlichen um einen Diakon handelt, können ihm zudem die Spendung der Taufe, die Predigt in der Eucharistiefeier (Homilie), die Assistenz bei Trauungen sowie die Leitung von Begräbnisfeiern anvertraut werden.
  3. An die Pfarrverantwortlichen können durch notarielle Bevollmächtigung die an die gesetzliche Vertretung gekoppelten Verwaltungsbefugnisse delegiert werden.
  4. Die Pfarrverantwortlichen üben ihren Dienst eigenständig aus. In der Ausübung des Dienstes sind sie dem Diözesanordinarius und dem Pfarrseelsorger gegenüber verantwortlich. Zwischen den Pfarrverantwortlichen und dem Pfarrseelsorger finden regelmäßig Dienstgespräche statt.
  5. Die Pfarrverantwortlichen werden in der Ausübung ihrer Tätigkeit vom Pfarrgemeinderat und vom Vermögensverwaltungsrat tatkräftig unterstützt.
  6. Als Pfarrverantwortliche kommen Frauen und Männer in Betracht, die das Vertrauen der Pfarrgemeinde besitzen, für den Dienst fähig und verfügbar sind und folgende Voraussetzungen erfüllen:
    • Christliche Grundeinstellung
    • Dem Glauben und der Lebensordnung der Kirche entsprechende Lebensweise
    • Aktive Teilnahme am Leben der Pfarrgemeinde
    • Psychische Belastbarkeit
    • Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
    • Bereitschaft zur Zusammenarbeit
    • Pflichtbewusstsein, Feingefühl und Diskretion
  7. Die Pfarrverantwortlichen werden vom Diözesanbischof nach Anhören des Pfarrgemeinderates, des Vermögensverwaltungsrates, des Pfarrseelsorgers und des Dekans ernannt. Der Auftrag ist zeitlich befristet. Nach Ablauf des Auftrages ist eine Verlängerung möglich.
    Die Beauftragung erfolgt durch Dekret, in dem die mit dem Auftrag verbundenen Aufgaben und Befugnisse sowie die Dauer des Auftrages im Detail genannt sind.
    Wird eine Personengemeinschaft beauftragt, wird im Dekret genau angegeben, wer die Leitung hat und wie die einzelnen Aufgaben unter der Gemeinschaft verteilt werden.
    Die Beauftragung wird im Amtsblatt der Diözese veröffentlicht.
  8. Die Pfarrverantwortlichen werden vom Dekan oder von einem anderen Beauftragten des Diözesanordinarius ihrer Pfarrgemeinde vorgestellt.
  9. Die Pfarrverantwortlichen haben Anrecht auf eine Aufwandsentschädigung von Seiten der Pfarrei. Modus und Höhe der Aufwandsentschädigung werden zwischen ihnen, dem Pfarrgemeinderat, dem Vermögensverwaltungsrat und dem Diözesanordinarius vereinbart.

IV.  Verhältnis zum Pfarrgemeinderat und zum Vermögensverwaltungsrat

  1. Die Pfarrverantwortlichen gehören wie der Pfarrseelsorger von Amts wegen dem Pfarrgemeinderat, dem Pfarrausschuss und dem Vermögensverwaltungsrat an.
  2. In den Bereichen, in denen die Pfarrverantwortlichen Letztverantwortung tragen, besitzen auch sie kein Stimmrecht, wohl aber das im Statut des Pfarrgemeinderates (II, C, 2) vorgesehene Einspruchsrecht.
  3. Der Pfarrseelsorger als gesetzlicher Vertreter der Pfarrei bestimmt die zu ernennenden Mitglieder des Vermögensverwaltungsrates und hat dort von Amts wegen den Vorsitz inne. Er kann beides auch an die Pfarrverantwortlichen delegieren.

V.  Teilnahme an Konferenzen und Tagungen

Sowohl der Pfarrseelsorger als auch die Pfarrverantwortlichen werden zu den Sitzungen der Dekanatskonferenz eingeladen. Zudem sind sie eingeladen, an Tagungen, die sich mit Fragen der Seelsorge befassen, teilzunehmen.

Am 01.07.2002 von Bischof W. Egger approbiert

FDBB

FDBB ist die Abkürzung für FOLIUM DIOEZESANUM BAUZANENSE-BRIXINENSE und bezeichnet das Amtsblatt der Diözese Bozen-Brixen.

Seit der Neuregelung der Diözesangrenzen im Herbst 1964 wurde sowohl das Brixner Diözesanblatt als auch das Trientner Diözesanblatt eingestellt. Ab September 1964 erscheint das "Folium Dioecesanum Bauzanense-Brixinense" als offizielles Mitteilungsblatt der Diözese. Es wird allen Pfarreien, Orden, Kongregationen und den Diözesanpriestern zugestellt.