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Behinderung

Ziele

Förderung und Koordinierung des pastoralen - liturgischen - katechetischen Engagements für die EINBEZIEHUNG behinderter Menschen verschiedenen Alters in das christliche Leben auf Ebene der Pfarreien und Seelsorgeeinheiten.

Kontakt halten mit dem NATIONALEN PASTORALEN DIENST FÜR BEHINDERTE der Italienischen Bischofskonferenz und den entsprechenden Einrichtungen in den anderen benachbarten deutschsprachigen Diözesen.

Förderung außergewöhnlicher bzw. regelmäßiger INKLUSIVER Feiern, die in einigen Städten/Pfarreien des Diözesangebiets stattfinden. Innerhalb dieser Feiern kommen verschiedene Sprachen (GEBÄRDENSPRACHE (LIS), 'EINFACHE' SPRACHE, VISUELLE WERKZEUGE usw.) zur Geltung.

Unterstützung und Evaluierung der Rolle spezifischer Seelsorger, unter Berücksichtigung der in der Südtiroler Gesellschaft bereits stattfindenden Inklusionsprozesse, wobei der pastorale Ansatz allmählich verändert wird (nicht „Kategorien“ von Behinderten, die „geistlich unterstützt“ werden sollen, sondern behinderte Personen, die in den gemeinsamen Weg der Pfarrei/Diözese mit einbezogen werden sollen).

Kennenlernen und Zusammenarbeit mit den verschiedenen Verbänden und Gruppen, welche die behinderten Personen und deren Familien unterstützen.

Sensibilisierung in den Pfarrgemeinden, damit behinderte Personen nicht nur „Gegenstand“ der Seelsorge, sondern auch „Protagonisten und Akteure“ des christlichen Zeugnisses in und außerhalb der Pfarrei sind.

 

Behinderung und Ortskirche: Einrichtungen und Auftrag


Jesuheim: Jesuheimstraße 24, I-39057 Girlan/Eppan (BZ). Tel. +39 0471 057 140 www.jesuheim.it
Dieses sozio-sanitäre Zentrum wird seit Jänner 2013 von der Stiftung Santa Elisabetta verwaltet. Es handelt sich um ein Pflegeheim, das in Vergangenheit von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz De Paoli mit großem Engagement geleitet wurde. Das Haus ist in zwei Bereiche gegliedert: Altenpflege und Behindertenpflege. Es beherbergt derzeit 130 Personen. Der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, insbesondere mit den Bezirken und dem Landesgesundheitsbetrieb, wird große Bedeutung beigemessen.

 

Blindenzentrum St. Raphael: Schießstandweg 36 - 39100 Bozen. Tel. +39 0471 442323 www.blindenzentrum.bz.it
Unter den zahlreichen Angeboten gibt es auch monatliche Treffen in italienischer Sprache, die dem gegenseitigen Kennenlernen, dem Erfahrungsaustausch sowie verschiedenen Themen gewidmet sind, die von den Teilnehmenden selbst vorgeschlagen werden. Für Sehbehinderte und begleitende Personen sind sie vor allem eine schöne Gelegenheit, ein paar angenehme Stunden miteinander zu verbringen. Hier trifft sich auch das Team des „Blindenapostolats Südtirols“.

 

Seelsorger mit besonderem Auftrag:
Für Blinde und Sehbehinderte: Hw. Vitus Dejaco, Seelsorger beim „Blindenzentrum St. Raphael“

Für Hörgeschädigte: P. Lorenz Staud, ein Kapuziner, der mit den beiden wichtigsten Landverbänden zusammenarbeitet: dem „Ente Nazionale Sordi“ und dem E.h.K. (Elternverband hörgeschädigter Kinder).

Für Behinderte: Hw. Bruno Carli war viele Jahre lang Verantwortlicher für die Behindertenpastoral im italienischen Teil der Diözese.

Bis zu seinem Tod am 21. Juli 2020 hat sich Ehrenkanoniker Hw. Johannes Noisternigg über Jahrzehnte für Menschen mit Behinderung in der Diözese eingesetzt. Diese Arbeit setzt nun Hw. Ulrich Fistill, der neue geistliche Assistent des Souveränen Malteserordens, fort. Hw. Ulrich Fistill organisiert Pilgerfahrten nach Loreto und Lourdes mit Kranken und Behinderten aus Südtirol.

Diözesancaritas
Das Referat für Begleitung und Betreuung (Ansprechperson: Dr. Paula Tasser) bietet Hauspflege und Unterstützung und Begleitung für Kinder und Jugendliche mit Autismus an. Tel. +39 0473 495 650 – hauspflege@caritas.bz.it

Für Jobsuche und Jobcoaching: Integra Treffpunkt, Mobil: +39 335 63 72 957 – integra@caritas.bz.it

 

3. Dezember: Welttag… Ein allen Behinderungen gewidmeter Tag!

Autismus, chronische Krankheiten, Hörverlust und Taubheit, Sehverlust und Blindheit, körperliche und geistige Behinderungen, Lernschwierigkeiten, Gedächtnisverlust, psychische Krankheiten, Sprach- und Sprechstörungen...
Um diese Liste kompetent weiterzuführen und um zu verstehen, warum es besser wäre, nicht mehr „behindert“ zu sagen, sollten wir die ICF („International Classification of Functioning, Disability and Health“) beachten, die 2001 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt wurde.
www.who.int/classifications/icf/

Es handelt sich um eine Überarbeitung der Internationalen Klassifikation der Beeinträchtigungen, Behinderungen und Handicaps (ICIDH) (WHO-Dokument, 1980). Im Laufe der Zeit werden die wissenschaftlichen Kenntnisse gründlicher und ändern sich die sprachlichen Bezeichnungen.

1981 (Internationales Jahr für Menschen mit Behinderung): Die UNO rief diesen „Tag“ ins Leben, um ein stärkeres Bewusstsein für Behinderungen zu schaffen sowie die volle gesellschaftliche Eingliederung, die Rechte und das Wohlergehen von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen und alle Formen von Diskriminierung und Gewalt auszuräumen.

1993: Der 3. Dezember wurde auch zum Europäischen Tag der Menschen mit Behinderungen, wie von der Europäischen Kommission im Einvernehmen mit den Vereinten Nationen gewünscht.

2006: Mit der 2006 verabschiedeten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wurden die Rechte und das Wohlergehen von Menschen mit Behinderung weiter gefördert, indem das Prinzip der Gleichheit bekräftigt wurde sowie die Notwendigkeit, deren volle und effektive Teilnahme am politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben zu gewährleisten.
Ausblick 2030: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (UNO) basiert auf dem Prinzip, dass niemand zurückbleiben soll, auch nicht Menschen mit Behinderung. Die Agenda hat sich das Ziel gesetzt, die nationalen Sanitätsbetriebe zu stärken sowie alle Einrichtungen, die den Zugang zu deren Diensten ermöglichen.

 

Papst Franziskus: Gesten und Worten

Viele Fotos zeigen bewegende und bedeutende Gesten von Papst Franziskus gegenüber Behinderten, seien sie Kinder, Jugendliche, junge Menschen oder Erwachsene. Je schwerer die Behinderung, desto mehr zieht sie den Papst an, wie ein Magnet! So sollte es für jeden Christen, für jedes Mitglied unserer Pfarrgemeinden sein.

Sr. Veronica Donatello, Leiterin des Nationalen Dienstes (CEI) für die Seelsorge für Behinderte, hat Zitate von Papst Franziskus über behinderte Menschen und deren Inklusion in ein Büchlein gesammelt. Dieses hat den aussagekräftigen Titel: „O tutti o nessuno“ („Alle oder keiner!“ - EDB). Der Untertitel spricht klares Wort: „Christliche Gemeinschaft und Menschen mit Behinderung“.

Hier werden einige Zitate vorgestellt, die nach den folgenden Schlüsselwörtern ausgewählt wurden: KULTUR...ZERBRECHLICHKEITSCHÄTZEGRENZENAUFNAHMEINKLUSION

„Diese Wegwerfkultur neigt dazu, zu einer gemeinsamen Mentalität zu werden, die alle ansteckt. Die Person wird nicht als ein primärer Wert empfunden, der respektiert und geschützt werden soll, insbesondere wenn sie arm oder behindert ist, wenn sie noch nicht – als ungeborenes Leben – oder nicht mehr gebraucht wird – wie ältere Menschen“.

(5. Juni 2013 – Generalaudienz auf dem Petersplatz)

„Dinge haben einen Preis und sind verkäuflich, Menschen haben hingegen eine Würde, sie sind mehr wert als die Dinge und sind unbezahlbar. Oftmals… beobachten wir, dass gerade das Leben es ist, was am wenigsten kostet. Aus diesem Grund ist die Rücksicht auf das menschliche Leben in dessen Gesamtheit in letzter Zeit zu einer Priorität des kirchlichen Lehramtes geworden. Besonderes Augenmerk gilt den am meisten Schutzlosen, d.h. den Behinderten, den Kranken, den Ungeborenen, den Kindern, den Alten… Seid Zeugen und Verbreiter dieser „Kultur des Lebens“... Es gibt kein menschliches Leben, das heiliger wäre als ein anderes, so wie es kein menschliches Leben gibt, das qualitativ bedeutungsvoller ist als ein anderes…“

(20. September 2013 – Klementinischer Saal)

„Die Gesellschaft ist leider durch die Wegwerfkultur verschmutzt, die der Aufnahmekultur entgegengesetzt ist. Gerade die schwächsten und zerbrechlichsten Menschen sind die schwächsten Opfer der Wegwerfkultur. In diesem Haus sehe ich jedoch die Aufnahmekultur in Aktion. Natürlich ist auch hier nicht alles perfekt, es wird aber gemeinsam gearbeitet, damit benachteiligte Menschen ein würdiges Leben führen dürfen. Von diesem Ort aus, wo wir das verwirklichte Werk der Liebe sehen, sage ich allen: Mögen wir die Taten der Aufnahmekultur vervielfachen, die vor allem durch die Liebe zum gekreuzigten Christus, zum Fleisch Christi, durchdrungen sind!“

(4. Oktober 2013 – Istituto Serafico, Assisi)

„Denken wir an die vielen von Krankheit und Behinderung gezeichneten Menschen, denen Jesus begegnete, um sie zu heilen und ihnen die volle Würde zurückzugeben. Es ist sehr wichtig, dass diese Menschen Zeugen einer neuen Haltung werden, die wir Begegnungskultur nennen. Ein typisches Beispiel ist der Blindgeborene… Dieser Mann wird Zeuge Jesu… Die Kranken und Behinderten sind gerade durch ihre Zerbrechlichkeit und ihre Grenzen befähigt, Zeuge der Begegnung zu werden…“

(29. Mai 2014 – Paul VI.-Saal)

„Die sportliche Aktivität wird zu einer wertvollen Gelegenheit, sich als Brüder und Schwestern zu erkennen, die Kultur der Inklusion zu fördern und die Wegwerfkultur abzulehnen… Die Behinderung wird durch die sportliche Aktivität und den gesunden Wettbewerb zu einer Botschaft der Ermutigung für all jene, die in ähnlichen Situationen leben, und zu einer Einladung, die volle Energie einzusetzen, um gemeinsam schöne Dinge zu tun und die Barrieren zu überwinden... um uns herum und in uns. Liebe Sportlerinnen und Sportler, in eurem Bemühen um einen Sport ohne Barrieren, um eine Welt ohne Ausgrenzung, seid ihr nie allein! Gott unser Vater ist mit euch!“

(4. Oktober 2014 – Paul VI.-Saal)

„Um die Eingliederung der Kranken in die christliche Gemeinschaft zu fördern und in ihnen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu wecken, ist eine inklusive Seelsorge in Pfarreien und Verbänden nötig. Es geht darum, die Präsenz und das Zeugnis von zerbrechlichen und leidenden Menschen wertzuschätzen, nicht nur als Adressaten der Evangelisierung, sondern als Akteure derselben“.

(9. November 2013 – Paul VI.-Saal)

Kontakte

Paola Vismara
Referentin für Behinderten-, Einwanderer- und Nomadenseelsorge
Domplatz 2
I-39100 Bozen

Tel. +39 0471 306 235
Mobil. +39 342 7756606
E-Mail paola.vismara@bz-bx.net
Lorenz Staud
Beauftragter für Gehörlose
Rottenburger Platz 3
I-39052 Kaltern

Tel. +39 0471 962244
Vitus Dejaco
Beauftragter für Blinde
Domplatz 2
I-39100 Bozen