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Religiöse Rituale und Bräuche

...im Kirchenjahr

Bedeutung des Palmsonntags

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche (im Deutschen auch Karwoche genannt; kara = althochdeut. "Trauer", "Kummer").

Der Name "Palmsonntag" erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem: Menschen schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg (Mt 21,8). Nach Joh 12,13 nahm die Volksmenge Palmzweige und jubelte Jesus zu.

Der Gottesdienst am Palmsonntag ist eigentlich ein anspruchsvoller Gottesdienst, steht er doch in der Spannung zwischen dem "Hosianna" beim Einzug Jesu in Jersualem und dem "Kreuzige ihn!" bei der Auslieferung und Verurteilung Jesu.

Dementsprechend beginnt der Gottesdienst mit der Segnung der Palmzweige und dem Einzug in die Kirche, um an den Einzug Jesu in Jerusalem zu erinnern. Die Lesungen in der Kirche nehmen die Botschaft der Karwoche vorweg: Die Gläubigen hören vom Leiden und dem Tod Jesu in einem heilsgeschichtlichen Rahmen.

Da heuer der Gottesdienst des Palmsonntag nicht gemeinsam in der Kirche gefeiert werden kann, hat das Liturgiereferat eine Feiervorlage für die Gläubigen zu Hause erarbeitet. Sie sieht die Segnung der Palmzweige vor und konzentriert sich auf das Gedächntis des Einzuges in Jerusalem. Statt Palm- oder Ölzweige können auch andere immergrünende Zweige genommen werden, sofern diese besorgt werden können. Zur Feiervorlage

Für Familien mit Kindern und für Jugendliche gibt es vom Amt für Ehe und Familie hier Angebote zur Auswahl.

 

Religiöse Bräuche rund um den Palmsonntag

Am Tag vor dem Palmsonntag werden Palmbuschen gebunden. Die Zusammensetzung dieser variiert nach örtlichem Brauch und Gegebenheiten. So werden für den Palmbuschen nicht nur Palmzweige  (Palmen als Symbol für den König) oder Ölzweige (Ölzweige als Symbol für den Frieden) verwendet, sondern auch andere immergrüne Zweige. Diese werden zusammen mit Palmkätzchen und anderen blühenden Zweigen zu Palmbuschen gebunden.
Die Palmbuschen werden nach dem Gottesdienst im Garten ausgestellt, um zu zeigen, dass dieses Haus dem Schutz Gottes anvertraut ist.

Die gesegneten Palmzweige werden hinter das Kreuz gesteckt oder auf einem anderen bedeutenden Platz aufgestellt. Am Ende der Osterzeit werden sie allerdings entfernt, da verdorrte und verwelkte Zweige kein Siegeszeichen mehr darstellen.

Interessanter Hinweis: Am Aschermittwoch wird üblicherweise die Asche der verbrannten Palm- und Ölzweige vom Vorjahr verwendet.

 

Im Heft "Palmsonntag" aus der Reihe "Familien feiern Feste" sind Anregungen für und mit Kindern rund um den Palmsonntag zu finden.

Eine katechetische Feierhilfe nach Franz Kett, wie die Zeit vom Palmsonntag bis Ostern mit Kindern gestaltet werden kann, finden Sie hier.

Einen katechetischen Impuls zum Palmsonntag finden Sie hier.

Bedeutung des Gründonnerstags - Hohen Donnerstags

Das Osterfest ist eigentlich eine dreitägige Feier, die vom Freitag bis zum Sonntag dauert. An drei Tagen wird das Geheimnis vom Abendmahl, vom Leiden und von der Auferstehung Jesu Christi entfaltet und doch als Einheit gefeiert. Diese drei Tage werden daher auch das "Triduum Sacrum" genannt: die drei heiligen Tage.

Die Feier beginnt am Donnerstag Abend. Hier greift die alte biblische (jüdische) Tageszählung, nach welcher der Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt. Der Name "Gründonnerstag" leitet sich vermutlich vom Mittelhochdeutschem "grinen" ab und kann mit "Klagedonnerstag" bzw. "Trauerdonnerstag" übersetzt werden.

Somit eröffnet die Mahlfeier am Abend des Gründonnerstag die Drei Österlichen Tage.

Die Lesungen führen in das Geheimnis dieser Feier ein:

Lesung aus dem Buch Exodus (12,1-14): Erinnerung an die Feier des Paschamahles als Grundlage für die Feier der Abendmahles

Lesung aus dem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth (1Kor 11,23-26): älteste Schilderung der Mahlfeier Jesu

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (13,1-15): In diesem Evangelium wird statt dem Letzten Abendmahl die anschließende Fußwaschung Jesu ausfühlich geschildert. Die Fußwaschung deutet die Eucharistiefeier: Eine Euchariste ohne dem Dienst am Nächsten ist nicht möglich.

Die Eucharistiefeier des Hohen Donnerstag endet ohne Schlusssegen. Die Eucharistie wird in einen anderen Raum oder an einem anderen Altar übertragen und jeglicher Schmuck im Raum wird entfernt, um dadurch die Angst und Einsamkeit Jesu eindrucksvoll zum Ausdruck zu bringen. Die Feiergemeinde geht schweigend auseinander.

Da heuer der Gottesdienst des Gründonnerstags nicht gemeinsam in der Kirche gefeiert werden kann, hat das Liturgiereferat ein Feierheft für zu Hause ausgesabeitet. Hier  finden Sie das Feierheft.

Für Familien mit Kindern und für Jugendliche gibt es vom Amt für Ehe und Familie hier Angebote zur Auswahl.

 

Religiöse Rituale und Bräuche rund um den Gründonnerstag - Hohen Donnerstag

Fußwaschung: Nach der Homilie (Hinführung und Vertiefung der Schriftlesungen) kann die Fußwaschung erfolgen. Sie symbolisiert die Umkehrung der hierarchischen Verhältnisse und zeigt auf, dass Gott dem "Menschen dient". Bei der Fußwaschung erfolgt eine symbolträchtige Auswahl. Meist werden 12 Personen gewählt, die unterschiedliche Gruppen der Gemeinde repräsentieren. Mit dieser Fußwaschung soll der soziale Anspruch, unter dem alle Christen stehen, deutlich werden.

"Schweigen" der Glocken (und der Orgel): Während dem Gloria läuten die Glocken und schweigen dann bis zum Gloria in der Osternacht. Auch die Orgel und andere Musikinstrumente dürfen bis dahin nur verwendet werden, wenn sie den Gesang untersützen.

Abdecken der Altäre: Der Altar wird "entblößt" als Zeichen der Trauer bzw. soll das Entfernen der Altartücher an das Entfernen der Kleider Jesu erinnern (bedenke: der Altar symbolisiert Jesus Christus).

Übertragung der Eucharistie: Die Eucharistie wird an einem anderen Ort oder an einen Seitenaltar übertragen.

Ölbergstunde: Gläubige wachen und harren nach dem Gottesdienst in Anbetungstunden und vergegenwärtigen den Weg Jesu bis ans Kreuz.

Chrisammesse: Üblicherweise wird am Morgen vom Gründonnerstag in der Bischofskirche unter der Leitung des Bischofs die Chrisammesse gefeiert, zu der sich die Priester und Diakone und weitere Mitarbeitende aus den Pfarreien versammeln. In dieser Feier werden das Katechumenenöl, das Chrisamöl und das Öl der Krankensalbung geweiht und dann an die Gemeinden der Diözese verteilt.

Aufgrund der Corona-Krise wird die Chrisammesse heuer auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

Besonderes Ritual in der Alten Kirche: Früher wurden jene, die am Aschermittwoch von der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen wurden und in den Büßerstand übertraten, am Gründonnerstag wieder aufgenommen, damit gemeinsam das Osterfest gefeiert wurde.

 

In der Familie kann an diesem Abend ganz bewusst gemeinsam gegessen werden (gemeinsam zu Hause Mahl halten). Es wird an das Letzte Abendmahl Jesu erinnert. Das Brot wird von einem Familienmitglied gesegnet, geteilt und verteilt.

Einen katechetischen Impuls zum Gründonnerstag für Erwachsene finden Sie hier.

 

Bedeutung des Karfreitags

Der Karfreitag gehört zu dem Österlichen Triduum (siehe Anmerkung bei Gründonnerstag). An diesem Tag gedenken wir besonders dem Leiden und Tod Jesu.

Einerseits wird dadurch die biblische Erzählung nachgebildet (am Gründonnerstagabend Schwerpunkt Letztes Abendmahl, am Karfreitag Leiden und Tod Jesu, am Karsamstag Grabesruhe, Osternacht und Ostersonntag Auferstehung Jesu), andererseits werden die Feiertage auch bereits im Osterglauben gedeutet.

Am Karfreitag wird keine Messe gefeiert, sondern die Gläubigen versammeln sich um 15 Uhr in der Kirche, um das Leiden und Sterben zu feiern. Dieser besondere Zeitpunkt entspricht der Sterbestunde Jesu laut biblischen Texten.
Diese Feier unterscheidet sich aber bereits rein äußerlich von anderen liturgischen Feiern: Der Gottesdienstraum ist ohne Schmuck und der Gottesdienst wird ohne Instrumentalmusik gefeiert. Da diese Feier Teil des Österlichen Triduum ist, beginnt sie ohne Eröffnung (Kreuzzeichen und Gruß) und wird ohne Entlassung beendet:

Der Gottesdienst beginnt mit dem stillen Einzug und dem stillen Gebet - auf dem Boden ausgestreckt oder kniend. Diesem schließt sich dann das Tagesgebet an.
Die folgenden Schriftlesungen, die den Tod Jesu am Kreuz aus alttestamentlicher (aus Jes 52) und neutestamentlicher (aus Hebr 4) Perspektive deuten. Dann folgt die Passionserzählung aus dem Johannesevangelium.
Es folgen die Großen Fürbitten. Interessanter Hinweis: Diese Fürbitten sind ein Rest des Fürbittsgebet der Alten Kirche. Während die anderen Fürbittgebete aus der Messfeier verschwunden sind und erst wieder mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder eingeführt wurden, wurde das „alte“ Fürbittgebet am Karfreitag erhalten.


Aufgrund der Coronakrise wird bei den Großen Fürbitten zwischen der 9. Fürbitte (Für die Regierenden) und der 10. Fürbitte (Für alle notleidenden Menschen) eine weitere Fürbitte eingeführt.


Es folgt dann die Kreuzesverehrung (siehe unten).
Die Kreuzverehrung wird durch einen Ruf und durch Improperien (Anklagen) begleitet. Der Ruf stellt das Kreuz ins österliche Licht; die Anklagen stellen biblische Motive gegenüber und deuten das Kreuz von der biblischen Heilsgeschichte her. (Zu den Texten gelangen Sie hier).
In manchen Gemeinden folgen die Großen Fürbitten erst nach der Kreuzverehrung: So werden hier die Großen Fürbitten in Richtung Kreuz gesprochen.
Die Feier endet mit einem kurzen Segensgebet und die Gemeinde geht schweigend auseinander.


„Diese nüchterne Karfreitagsliturgie und dieses Ausharren im Leiden und Tod Jesu ist für mich immer wieder heilsam. Es nimmt auch unser Leiden ernst, und auch unser Leiden und unser Tod hat mal Platz, ohne gleich verdrängt oder zugeschüttet zu werden. Und da Karfreitag ohne Ostern keinen Sinn hat, kann ich das aushalten. Das würde uns jetzt auch gut tun und vieles in der Corona-Krise leichter aushalten lassen: Wenn das Ende absehbar wäre.“ (Sonia Salamon Breitenberger, Referentin für Katechese)

Da heuer die Karfreitagsliturgie nicht gemeinsam in der Kirche gefeiert werden kann, hat das Liturgiereferat ein Feierheft für zu Hause ausgesabeitet. Hier finden Sie das Feierheft.

Für Familien mit Kindern und für Jugendliche gibt es vom Amt für Ehe und Familie hier Angebote zur Auswahl.

 

Religiöse Rituale und Bräuche

Kreuzesverehrung: Die Verehrung des Kreuzes ist ein einzigartiger Ritus im Kirchenjahr, der bereits im 4. Jahrhundert in Jerusalem bezeugt ist. Das Kreuz wird verhüllt in den Gottesdienstraum getragen und nach und nach enthüllt mit dem Ruf „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt! Kommt lasset uns anbeten!“.
Das Kreuz wird von den Gläubigen verehrt, indem sie einzeln zum Kreuz vortreten und vor dem Kreuz eine Kniebeuge machen. Interessanter Hinweis: Die Kniebeuge in der katholischen Symbolsprache dem eucharistischen Brot und Wein vorbehalten.
Mancherorts bringen Kinder Blumen zum Kreuz.

Große Fasten am Karfreitag: Wie der Aschermittwoch so ist auch der Karfreitag ein großer Fasttag (kein Fleisch, nur eine Sättigungsmahlzeit). Daher wird an diesem Tag auch auf die Eucharistie verzichtet.

Ratschn statt Glocken: Hölzerne Klanginstrumente (Ratschn) laden zum Gottesdienst ein.

Grablegung – Heiliges Grab: Gegen Abend des Karfreitags wird eine Darstellung des Leichnam Jesu an einem geeigneten Ort niedergelegt. Dieser Ort lädt zum stillen Gebet ein.

 

Einen katechetischen Impuls zum Karfreitag für Erwachsene finden Sie hier.

Im Heft "Karfreitag" aus der Reihe "Familien feiern Feste" sind Anregungen für und mit Kindern rund um den Palmsonntag zu finden.

Eine katechetische Feierhilfe nach Franz Kett, wie die Zeit vom Palmsonntag bis Ostern mit Kindern gestaltet werden kann, finden Sie hier.

Bedeutung des Karsamstags

Der Karsamstag steht in der Spannung vom Karfreitag und der Osternacht. In der christlichen Vorstellung ist Jesus in dieser Zeit zwischen Tod und Auferstehung in die Unterwelt, in das Reich des Todes bzw. in die Hölle hinabgestiegen und hat dort alle von den bösen Mächten befreit. In der ostkirchlichen Ikonographie finden wir dementsprechend häufig die Abbildung, wie Jesus Adam und Eva (als Sinnbild für alle Menschen im Reich des Todes) seine Hände reicht und sie aus den Gräbern zieht.
An diesem Tag ist der Altar und der gesamte Kirchenraum noch ohne Schmuck. Es wird keine Eucharistie gefeiert, aber die Tageszeiten wie die kleinen Horen, die Vesper oder die sogenannte Trauermette (eine Verbindung von Lesehore und Laudes oder Lesehore allein). Die Komplet wird hingegen nicht gefeiert, da der „Karsamstagabend“ eigentlich eine Nacht des Wachens sein sollte (siehe Osternacht) und daher das Schlafengehen wegfällt.

 

Bräuche am Karsamstag

Am Karsamstag werden die Ostereier gefärbt, das Osterbrot oder die Striezel oder ähnliches gebacken, die dann in den Osterkorb gelegt werden. Trotz dieser Vorbereitungen, die zu treffen sind, ist zu bedenken, welche Bedeutung der Karsamstag hat.


Zu Hause wird am späten Nachmittag erst langsam der Raum österlich geschmückt, um auf die Osternacht einzustimmen. Davor widersprechen die Symbole des Osterfestes (wie aufgehängte Ostereier) der Bedeutung der vergangenen Tage.

 

Einen katechetischen Impuls zum Karsamstag finden Sie hier.

 

„Ist Christus nicht auferweckt geworden, dann ist unsere Verkündigung leer und unser Glaube sinnlos“ (1 Kor 15,14)

Bedeutung und Rituale der Osternacht

Ostern ist das zentrale und wichtigste Fest im Kirchenjahr. Ohne Ostern gäbe es auch keine anderen christlichen Feste. Der christliche Glaube steht und fällt nämlich mit der Auferstehung: Nicht Leid und Tod haben das letzte Wort, sondern das Leben bei Gott.

Dabei steht das Osterfest in ganz enger Verbindung mit dem jüdischen Pessachfest (beachte zum Beispiel die Herkunft des italienischen „pasqua“). Für das christliche Verständnis für das Osterfest ist es wichtig, sich die Bedeutung des Pessachfestes in Erinnerung zu rufen: Beim Pessachfest wird der Auszug aus Ägypten (Exodus) gefeiert und damit die Befreiung aus der Sklaverei. In der Nacht vor dem Aufbruch wurde ein Lamm, das sogenannte Pessach-Lamm, geopfert und dessen Blut an die Türpfosten gestrichen. Die Familien mit dem Blut am Türpfosten wurden verschont und von Gott gerettet (vgl. Ex 12-13).

Jesus wird dementsprechend als das „neue“ Pessachlamm verstanden: Kreuz und Auferstehung Jesu Christi führen zur Befreiung von Sünde und Tod.
Die ersten Christinnen und Christen feierten zunächst weiterhin das Pessachfest mit christlicher Deutung. Dann aber entwickelte sich daraus eine eigene Osterfeier (mit jüdischem Hintergrund!), wobei sich diese Feier über drei Tage erstreckt: vom Leidensweg und Tod Jesu am Kreuz (am Freitag) bis zur Auferstehung am Sonntag (vgl. den Hinweis zum Triduum Sacrum unter Gründonnerstag).

Die Osternacht wird auch als „die Nacht der Nächte“ bezeichnet, denn die österliche Nachtwache ist die zentrale Feier des Christentums (beachte nochmals: die wichtigste Nacht nach biblischer Tradition ist Nacht des Pessach, die Nacht vor dem Auszug). Die Feier der Osternacht beginnt nicht vor Sonnenuntergang und muss bis Sonnenaufgang beendet sein. Interessante Beobachtung: In der frühen Kirche wurde die Osternacht als Nachtwache über diesen gesamten Zeitraum gefeiert; heutzutage hingegen wird diese Zeitspanne als frühester und spätester möglicher Feierzeitpunkt praktiziert, wobei meist bereits unmittelbar nach Sonnenuntergang gefeiert wird.

Die Feier der Osternacht beginnt mit einer Lichtfeier (Luzenar): Der Sieg Christi über den Tod wird durch den Sieg des Lichtes über die nächtliche Finsternis vergegenwärtig.
Der Priester entzündet im Freien die Osterkerze am zuvor gesegneten Osterfeuer. Dann geht er mit der Osterkerze in die dunkle Kirche und gibt dort ihr Licht mit dem Ruf „Lumen Christi“ (Das Licht Christi) an die Gläubigen weiter. Antwort der feiernden Gemeinde: „Deos gratias“ (Dank sei Gott“).
Es versteht sich von selbst, dass die Osternacht bei Kerzenschein und nicht bei künstlichen Licht gefeiert wird. Ebenso sollte es selbstverständlich sein, dass die Gläubigen warten, bis ihnen das Licht von der Osterkerze gereicht wird. Ein „Selbstanzünden“ der Kerze mithilfe eines eigenen Feuerwerkzeugs würde anzeigen, dass diese Person Selbstversorger ist und das Licht des Auferstandenen nicht braucht.
Es folgt das Exsultet, das festlich gesungene Lobpreis auf die Osterkerze.

Dann folgt die Vigilfeier, eine ausgedehnte Verkündigung und Betrachtung der Heiligen Schrift, bzw. des Alten Testaments. Sie deuten das Geheimnis dieser Nacht im großen Zusammenhang der Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk:

Erste Lesung aus Gen 1,1-2,2
Warum gibt es eine Welt? Warum gibt es uns? Am Anfang unserer Bibel steht ein feierliches Gedicht, das erzählt, dass die Welt von Gott gewollt ist und der Mensch das Meisterstück seiner Erschaffung ist.

Zweite Lesung aus Gen 22,1-18
Gott ist ein Gott des Lebens -  daran werden wir immer wieder erinnert. Aber was ist mit unseren dunklen Erfahrungen? Wie fremd und widersprüchlich kann mir Gott in so mancher Lebenssituation sein. Die Lesung thematisiert diese dunklen Erfahrungen. Die Lesung endet aber nicht in Verzweiflung, sondern endet mit der Verheißung und dem Segen Gottes. Gott ist ein Gott des Lebens.

Dritte Lesung aus Ex 14,15-15,1
Gewalt, Unterdrückung und lebensbedrohende Chaosmacht – dafür steht der Name Ägypten in der folgenden Lesung. Die Israeliten wurden in höchster Bedrohung auf wunderbare Weise gerettet – nicht aus eigener Kraft wurden sie gerettet, sondern Gott hat sie befreit.

Vierte Lesung aus Jes 54,5-14
Verletzungen der Vergangenheit belasten die Gegenwart und können die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nehmen. Gott wendet sich dem Menschen zu und schenkt ihm Hoffnung und neues Leben.

Fünfte Lesung aus Jes 55,1-11
Viel Geld und Mühen werden oft für etwas eingesetzt, das doch nur kurzfristig Erfüllung schenkt. Gott schenkt wirkliches Leben. Er ist uns ganz nah, bleibt aber auch der ganz andere.

Sechste Lesung aus Bar 3,9-15.32-4,4
Das Heil ist nahe – wenn wir das ergreifen, was Gott uns anbietet. Das Heil ist nahe – wenn wir umkehren und uns am Wort Gottes orientieren.

Siebte Lesung aus Ez 36,16-17a.18-28
Das Volk ist Gott gegenüber untreu geworden, Gott aber bleibt treu, viel mehr noch: Gott schenkt dem Volk ein neues Herz und einen neuen Geist. Diese neue Beziehung lässt erkennen, dass Gott Jahwe, der „Ich bin da“ ist.

 

Mit dem folgenden Gloria wird eigentlich schon der nächste Teil der Feier eröffnet, nämlich die Eucharistiefeier. Sie beginnt mit der Liturgie des Wortes. Nach dem Tagesgebet folgen Lesungen aus dem Neuen Testament:

Epistel aus Röm 6,3-11
Menschliche Unterdrückung, Gewalt und Sünde haben ihre Macht über uns verloren. Wer auf Christus getauft wurde, ist frei von der Macht des Todes. Wir sind berufen mit Christus und in Christus für Gott zu leben.

Evangelium aus Mt 28,1-10 (Lesejahr A)oder Mk 16,1-7 (Lesejahr B)oder Lk 24,1-12 (Lesejahr C)
Jesus, der Gekreuzigte ist nicht mehr im Grab. Er ist auferstanden!

Das Halleluja vor dem Evangelium ist ein besonders feierliches Halleluja, ist es ja das erste das seit dem Aschermittwoch gesungen wird.

Nach der Homilie folgt die Tauffeier. Die Osternacht ist seit der Alten Kirche die bevorzugte Tauftermin. Mit der Taufe beginnt dür den Gläubigen ein neues Leben, das durch Tod und Auferstehung Jesu Christi ermöglicht wird. Findet in der Pfarrgemeinde keine Taufe statt, dann wird anstelle der Taufe das Taufbekenntnis feierlich erneuert.

Nach der Tauffeier folgt die Gabenbereitung und somit beginnt die eucharistische Liturgie (und somit der zweite Teil der Eucharistiefeier). Sie wird als Ritual der Vorausschau und Vorwegnahme der Wiederkunft Christi gefeiert. Weil diese noch nicht stattgefunden hat, vergegenwärtigt die Eucharistiefeier das Reich Gottes und verweist auf die endgültige Gottesherrschaft.

 

In der Messfeier am Ostersonntag wird das Ostergeheimnis nochmals entfaltet.

Es folgt die fünfzigtätige Osterzeit, die dieses Ostermysterium vertieft.

 

Aufgrund der Corona-Krise können wir heuer das höchste Fest des Christentums nicht gemeinsam in der Kirche feiern. Eine Feierhilfe vom Liturgiereferat mit Hinweisen zu den Gottesdienstem im Radio und Fernseher finden Sie hier. Es enthält auch eine Vorlage für die Segnung der Osterspeisen.

Feierhilfen und Angebote für Familien mit Kindern und für Jugenliche finden Siehier.

 

Religiöse Bräuche

Osterspeisen: Es ist auch Brauch, während der Osterliturgie am Sonntag die Osterspeisen zu segnen. Sie werden dann beim Osterfrühstück oder beim Ostermahl gegessen.
Im Osterkorb zu finden sind das Osterbrot (Jesus Christus als Brot des Lebens bzw. als Weizenkorn, das stirbt, um Frucht zu bringen), Eier (als Symbol des Lebens), Kren und andere Kräuter (Erinnerung an die Bitterkräuter des Pessachfestes).

Ostersymbole und Anregungen zum Osterfest sind auf der Seite "Familien feiern Feste" unter "Ostersonntag" zu finden.

 

Bedeutung von Christi Himmelfahrt

Zehn Tage vor Pfingsten wird das Fest „Christi Himmelfahrt“ gefeiert. Da es auf einen Donnerstag fällt und dieser in Italien kein staatlicher Feiertag ist, wird dieses Fest in unserer Diözese am Sonntag darauf gefeiert.
Ursprünglich wurde das Fest der Erhöhung Christi mit dem Fest der Geistsendung gefeiert. Ab dem 5. Jahrhundert wird die Himmelfahrt als eigenes Fest gefeiert und zwar 40. Tag nach Ostern bzw. 10 Tage vor Pfingsten. Dabei wird auf das lukanische Doppelwerk (Evangelium nach Lukas und Apostelgeschichte) Bezug genommen, in dem (und nur in diesem Werk) die Himmelfahrt zeitlich von der Auferstehung getrennt ist.
Der Festgehalt dieses Tages umfasst aber nicht nur die Himmelfahrt Christi, sondern durch diese die Erhöhung des Menschen (vgl. das Tagesgebet und das Schlussgebet im Schott Messbuch bzw. das Hochgebet des Festtages).

 

Religiöse Bräuche

Bitt-Tage: Drei Tage vor Christi Himmelfahrt werden Prozessionen und Bittgottesdienste gefeiert. Dabei geht der Osterjubel bereits ins bittende Gebet über bzw. wird von ihm auch zum Teil verdeckt.
Die Gläubigen bitten besonders für eine gute Ernte, Schutz vor Frost, Hagel und Unwetter, um ein gutes Wetter und für ein gutes Gelingen der Arbeit. Daneben vertrauen sie ihre Sorgen und Nöte Gott an und bitten um seinen Beistand.

Bedeutung von Pfingsten

Das christliche Pfingstfest beschließt und vollendet die Osterzeit. Es wird am 50. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert (griech. Pentecoste = 50. Tag), also sieben Wochen mit sieben Tage danach und endet am achten Sonntag. Seinen Ursprung findet auch das Pfingstfest in einem jüdischen Fest und zwar im Schawuot-Fest, das sieben Wochen nach dem Pessachfest gefeiert wird. Dieses jüdische Fest war ursprünglich ein Erntedankfest und gleichzeitig ein Wallfahrtfest. Da an diesem Tag an den neuerlichen Empfang der Zehn Gebote erinnert wird, wird es auch als Bundeserneuerungsfest gefeiert.


Nach Apg 2 versammelt sich die junge christliche Gemeinde am 50. Tag und erfährt die versprochene Gabe Gottes, den Heiligen Geistes. Durch diese Kraft Gottes gestärkt bezeugt sie ihren Glauben und erlebt ihren ersten großen Erfolg in der Missionierung. Durch die Kraft des Heiligen Geistes gestärkt geht die christliche Gemeinschaft hinaus bis ans Ende der Welt, um die Botschaft Jesu Christi weiterzutragen. Viele christliche Gemeinschaften entstehen und die Gemeinschaft der Kirche wird aufbaut.

Deshalb wir das Pfingstfest öfters als Fest des Heiligen Geistes bezeichnet oder auch als „Geburtstag der Kirche“.


Die Lesungen dieses Festtages führen in das Wirken des Heiligen Geistes ein. Wertvoll sind dabei ebenso die alttestamentlichen Lesungen, die den christlichen Geistesglauben deuten.


Pfingsten ist neben Ostern und Weihnachten eines der wichtigsten Feste der Christenheit.

Noch ein Hinweis zum Pfingstmontag: Genau genommen ist er nur ein historischer Überrest der alten Pfingstoktav (Oktav = sieben; Oktav = vom Lateinischen octo „acht“ und damit werden in der christlichen Liturgie sieben Festtage plus der abschließende Oktavtag bezeichnet; vgl. Osteroktav, Weihnachtsoktav).

Hier finden Sie einen katechetischen Impuls zum Pfingstsonntag.

 

Religiöse Bräuche

Pfingstnovene (lat. novem = neun): In den Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten wird eine besondere Gebetsphase gepflegt, in der Texte über den Heiligen Geist meditiert werden und um das Kommen des Heiligen Geistes gebetet wird: Möge er die Kirche so erfüllen, wie er es nach Apg 2 mit der Kirche des Ursprungs getan hat.

 

 

Bedeutung von Aufnahme Mariens in den Himmel (Mariä Himmelfahrt)

Am 15. August feiern wir das Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ (umgangssprachlich auch „Mariä Himmelfahrt“ oder „Hoch unser Frauentag“ genannt).
Bereits seit dem 5. Jahrhundert wird die Glaubensüberzeugung, dass Maria nach ihrem Tod mit „Leib und Seele“, d. h. als ganzer Mensch in den Himmel aufgenommen wurde, gefeiert. Die außerbiblische Überlieferung, die davon erzählt, hebt somit hervor, dass Maria bereits vollkommen erlöst ist. Gleichzeitig ist die Aufnahme Mariens in den Himmel ein Bild der Hoffnung für alle Menschen: So wie Maria so werden auch wir erlöst bzw. in den Himmel aufgenommen werden.
Papst Pius XII hat 1950 diese Glaubensüberzeugung bestätigt und sie als Glaubenssatz verkündet. Durch dieses Dogma erhielt das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel ein besonderes Gewicht im Kirchenjahr.


Religiöse Bräuche rund um Mariä Aufnahme in den Himmel

Die „Kräuterweihe“ (eigentlich Kräutersegnung) kann seit dem 10. Jahrhundert im deutschen Sprachraum nachgewiesen werden. Allerdings wurde sie ursprünglich nicht nur am 15. August vorgenommen.
Die Heilkräuter, die zur Segnung gebracht werden, sollen Heil bringen.
Die Blumen, die zum Gottesdienst gebracht bzw. in den Kräuterstrauß eingebunden werden, erinnern an die Schönheit der Schöpfung.
So werden an diesem Festtag die Bitte um das Heil des ganzen Menschen, die Freude über die Schönheit der Schöpfung und das Lob der Gottesmutter miteinander verbunden.


Im Heft „Maria Himmelfahrt“ aus der Reihe „Familien feiern Feste“ sind ein Kräutersteckbrief sowie Anregungen für und mit Kindern rund um das Hochfest zu finden.