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Das Sakrament der Umkehr und Versöhnung

In der Feier der Versöhnung feiern wir die Versöhnung mit Gott und mit unseren Mitmenschen. 
Der Weg der Umkehr geht der Feier der Versöhnung voraus.

Schuld und Sünde
Menschen machen die Erfahrung, schuldig zu werden: schuldig an ihren Mitmenschen, schuldig an sich selbst und schuldig an Gott. Schuld zerstört Beziehung – zu Gott, zu den Mitmenschen und zu sich selbst. Wenn Schuld als Sünde bezeichnet wird, dann ist genau dieser Aspekt gemeint: die Störung einer Beziehung. So spricht die Bibel von Sünde, wenn die Beziehung zu Gott leidet oder wenn die Beziehungen der Menschen untereinander leiden. Das Band, das eine Gemeinschaft verbindet, ist zerrissen. Dabei schließt der Begriff Sünde die religiöse Dimension und Verantwortung mit ein. 

Im lateinischen Wort „reconciliatio“, das auf Deutsch Wiederversöhnung heißt, wird die Grundbotschaft des Sakramentes der Versöhnung zusammengefasst. Wieder-versöhnung deshalb, weil die erste Feier der Versöhnung ja die Taufe ist. Seit den Anfängen der Kirche gibt es die Erfahrung, dass die Christinnen und Christen hinter dem zurückbleiben, was ihnen durch die Taufe als Gabe und Auf-Gabe geschenkt wurde. Es gibt aber auch die Erfahrung, dass Christinnen und Christen bewusst dagegen handeln. 

Formen der Versöhnung
Da nun die Beziehungen der Menschen untereinander, aber auch die Beziehung zu Gott auf unterschiedlichster Weise gestört sein kann, braucht es unterschiedliche Formen der Versöhnung :
-    durch Gespräch und durch Wiedergutmachung, 
-    durch das Hören und/oder Lesen des Wortes Gottes, 
-    durch das Gebet, 
-    in der Feier der Eucharistie,
-    im Bußgottesdienst,
-    in der Fastenzeit,
-    das Beichtgespräch („Feier der Versöhnung für Einzelne“, kurz Beichte genannt).

Versöhnung braucht Zeichen – im alltäglichen Miteinander und in der Feier der Versöhnung. Ein bekanntes Zeichen ist das Auflegen der Hand. Es gibt aber auch Worte der Vergebung und Versöhnung. 
 

Kinder auf das Sakrament der Versöhnung vorbereiten

Kinder erleben im Alltag wie wir auf unterschiedliche Weise einander verletzen und wie Beziehungen gestört werden. Kinder verletzen andere in ihrer Suche nach Nähe und Distanz und in ihrem Lernprozess, sich in der Welt zurechtzufinden. Kinder erleben aber auch ihre eigene Verletzbarkeit. 

Hilfreich ist es, wenn Kinder mit Versöhnungsgesten vertraut werden und sie auch im Alltag bei Erwachsenen erleben.

So wie wir auf unterschiedliche Weise scheitern können, so gibt es unterschiedliche Wege der Versöhnung (siehe oben). 
Daher sollten Kinder auch mit den unterschiedlichen Wegen der Versöhnung vertraut werden.
 

Beichtvorbereitung (Erstbeichte)
Die Beichte ist eine besondere Form der Versöhnung mit Gott.
Das Beichtgespräch ist jener Raum, wo ich persönliche Schuld nochmals benennen kann und mir durch den Priester Vergebung von Gott zugesprochen wird In diesem Gespräch denke ich über mein Leben nach und werde geistlich begleitet.


Wenn Kinder auf das Beichtgespräch ("Kinderbeichte") vorbereitet werden, dann ist es wichtig, dass sie erlebt haben,
- über das zu sprechen, was nicht gut war und
- um Vergebung zu bitten. 

Die Kinder können im Beichtgespräch erzählen, was sie gut können, was nicht so gut gelingt und was sie ändern möchten. 
Sie werden darin gestärkt, das Gute zu tun.

Impulse für die Vorbereitung der Kinder Zuhause

Gott liebt uns Menschen. Wir sind von ihm angenommen - so wie wir sind. Wir brauchen nicht etwas zu leisten, um vonGott geliebt zu sein.
Durch Jesus wurde die Liebe Gottes konkret sichtbar. Er hat sich Menschen zugewandt, sie durch seine Liebe aufgerichtet und geheilt. Er hat sich Menschen zugewandt, die Fehler gemacht haben.

Kinder erleben in diesem Alter bereits, was sie gut und was sie nicht gut können; sie erleben bereits ihre hellen und dunklen Seiten. Sie haben teilweise schon gelernt, was gut und was nicht gut ist. 
Wir Erwachsene können sie in dieser Entwicklung begleiten und uns dabei an der Liebe Gottes orientieren: Das Kind lieben - so wie es ist. Das heißt aber nicht, all das zu akzeptieren, was das Kind tut.

Mit Kindern darüber nachdenken:
- Mit Hilfe des Symbol Herz:
Ein zusammengefaltetes Herz entfalten, so dass zum Schluss ein Herz vor uns liegt. Oder ein Herz in drei bis vier Stücke schneiden und wie ein Puzzle zusammenstellen (Tipp: als Hilfe vorher das zerschnittene Herz fotografieren, damit ich weiß, welches Stück wohin kommt). 
Der Herz ist auch ein Zeichen der Liebe. Es erinnert daran, dass wir jemanden gern haben und dass jemand uns gerne hat.
Das Herz erinnert uns daran, dass Gott uns liebt. Er liebt mich - so wie ich bin.

Wir können die Namen unserer Familienmitglieder in das Herz schreiben.

- Wie bin ich?
Ich beschreibe mich. Zunächst kann ich mein Äußeres beschreiben (Haarfarbe, Augenfarbe...) - das fällt als Einstieg meist leichter. Dann denke ich darüber nach, was ich gut kann und was ich nicht gut kann (positive und negative Eigenschaften wahrnehmen bzw. helle und dunkle Seiten von mir). Wenn mehrere Eigenschaften aufgezählt werden, dann sollten die guten überwiegen.
HInweis: Es sollten hier nicht nur Fertigkeiten (lesen, rechnen...) genannt werden, sondern soziale und emotionale Fähigkeiten.
Gott liebt mich so wie ich bin!
Anschließend kann die Seite 11 im Begleitbuch "Jesus begegnen in der heiligen Kommunion" ausgefüllt werden.

- Erzählung von der Begegnung des Auferstandenen mit Petrus
Wir schauen die Seiten 12-13 im Begleitbuch an. Was entdecke ich auf dem Bild? 
Welche Haltung nehmen die zwei Personen ein? Was drückt diese Haltung aus?
WIr hören die Erzählung aus der Kinderbibel oder aus der Bibel (Joh 21,1-17) - weitere Erzählhilfe folgt noch.
Zum Bibeltext: Petrus hatte Jesus im Hof des Hohenpriester verleugnet. Es fällt auf, dass diese Tat in diesem Erzählabschnitt nicht einmal eigens erwähnt wird, sondern nur die dreimalige Frage des Auferstandenen erinnert daran. Durch die dreifache Liebesbezeugung wird die Tat als vergeben und überwunden dargestellt. Diese Liebesbezeugung spielt auch im Zusammenhang mit dem Mahl ein wichtige Rolle: Die Zuhörenden werden daran erinnert, dass die Liebe zu Jesus als Voraussetzung für die Teilnahme am Herrenmahl (Eucharistiefeier/Kommunion) ist.
Impuls für das Gespräch: Wie geht Jesus mit den Schattenseiten des Petrus um?

- Ich liebe dich so wie du bist
Das Kind zeichnet auf die (Familien-)Seite 14 im Begleitbuch seine Hand nach. Familienmitglieder schreiben dann in die gezeichneten Finger hinein, was sie am Kind besonders schätzen. Beachten Sie auch den Hinweis unter Impuls für Eltern. 

- Gott, du liebst mich, so wie ich bin (Gebet)
Wir beten gemeinsam das Gebet auf der (Familien-)Seite 15. Die leeren Zeilen können genutzt werden, um das Gebet weiterzuschreiben.
 

Die Bibelkatechese "Jesus lässt sich taufen" aus der Reihe "Bibel bildet" ist hier zu finden und unter dem Schwerpunkt Bibel unter www.bz-bx.net/kommunion.

In der Taufe feiern wir die besondere Beziehung zu Gott. Wir feiern, dass wir von Gott geliebt sind.
Wir wollen diese Beziehung leben und im Namen Gottes handeln und wirken.
Durch die Feier der Taufe gehören wir zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen.

Impulse zum Schwerpunkt Taufe sind unter www.bz-bx.net/kommunion zu finden bzw. Impulse zu den Taufsymbolen unter www.bz-bx.net/taufe.

Wie versöhnen wir uns?
Was sagen wir zueinander?
Welche Zeichen der Versöhnung kennen wir?
Hat auch dir jemand einmal verziehen? Wer?

Worte und Zeichen zeigen das an, was geschieht. So machen sie Versöhnung hörbar und sichtbar. 
Worte können um Vergebung und Versöhnung bitten. Sie können dem anderen mitteilen, dass alles wieder gut ist.
Gesten und Zeichen lassen Vergebung und Versöhnung erleben bzw. sogar spüren.

Versöhnungsworte, Bilder zu Versöhnungsgesten oder einfach die Stichworte können auch im Begleitbuch "Jesus begegnen in der heiligen Kommunion" auf der Seite 22 festgehalten werden.

Als Familie können wir uns auch überlegen, welche Gesten der Versöhnung wir pflegen möchten. Um sie einzuüben, brauchen wir Zeit (Rituale brauchen Zeit, bis sie vertraut sind).
Siehe auch "Impuls für Eltern" auf der Familienseite 33.

 

Die Familienseiten 26 und 27 im Belgeitbuch "Jesus begegnen in der heiligen Kommunion" laden ein, darüber nachzudenken, was Freundschaft stärkt und was ihr schadet.

Beachten Sie auch den Impuls für Eltern auf Seite 27: Kinder erleben, dass sich Erwachsene streiten. Es ist wichtig, dass Kinder auch erleben bzw. erfahren, dass wir Erwachsene uns versöhnen.

In der Erzählung von Zachäus wir unter anderem gezeigt, dass Gott auf die Menschen zugeht und den Menschen Versöhnung anbietet.

Hier finden Sie eine Hilfe zum gemeinsamen Bibellesen dieser Erzählung (aus der Reihe "Bibel bildet").
Weitere Bibeltexte sind unter dem Schwerpunkt Bibel - Wort Gottes unter www.bz.bx.net/kommunion zu finden.

Anschließend können die Seiten 24-25 im Begleitbuch "Jesus begegnen in der heiligen Kommunion" angeschaut und ausgefüllt werden (siehe auch den entsprechenden Hinweis auf dem Faltblatt "Bibel bildet").

Auf den Seiten 30-31 im Begleitbuch "Jesus begegnen in der heiligen Kommunion" finden Sie den Ablauf der Beichte - kindgerecht dargestellt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und erzählen Sie ihm auch von Ihren persönlichen Erfahrungen diesbezüglich.
In den einführenden Abschnitten ganz oben finden Sie auch Hinweise zur Bedeutung der Beichte.

Als Vorbereitung auf ein Beichtgespräch können folgende Fragen helfen:
- Gelingt uns immer das Gute? Oder gibt es Zeiten, wo uns das Gute nicht gelingt und wir Böses tun? (allgemein darüber sprechen; als Erwachsene bringe ich mich hier natürlich auch ein)
- Was habe ich in den vergangenen Tagen getan, was mir leid tut? 
  Habe ich jemanden (absichtlich) verletzt?
  Habe ich zu jemanden (absichtlich) etwas Gemeines gesagt?
  Hatte ich meinen Zorn nicht unter Kontrolle?
  Habe ich (absichtlich) etwas nicht getan, was ich hätte tun sollen?

 

Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die weiteren Formen der Versöhnung auf der Familienseite 32 im Begleitbuch "Jesus begegnen in der heiligen Kommunion" an. 
Welche sind Ihnen vertraut, welche weniger?

Beachten Sie auch den Impuls für Eltern auf Seite 33.