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Seelsorgeeinheiten

Wie in anderen Diözesen Europas werden seit 2008 auch in der Diözese Bozen-Brixen Seelsorgeeinheiten gebildet. Dies geschieht hauptsächlich aus folgenden Gründen:

  • Die pastorale Situation erfordert eine stärkere Vernetzung der Pfarreien und das Leben von Kirche als „communio“.
  • Seelsorgeeinheiten sind Ausdruck dafür, dass Seelsorge in gemeinsamer Verantwortung getragen wird. Neben den Priestern und Ordensleuten lassen sich viele Laien für verschiedene Aufgaben in der Pastoral schulen und beauftragen.
  • Die Überalterung der Priester führt dazu, dass immer weniger Pfarrverantwortung tragen. Seelsorgeeinheiten sind der Versuch, die Seelsorge mit weniger Pfarrern zu strukturieren.

Durch die Bildung von Seelsorgeeinheiten reagiert die Diözese auf die Zeichen der Zeit und schafft Strukturen, die die Leitung der Pfarreien durch einen Pfarrer regeln, die den vielen kleinen Pfarreien Perspektiven geben und die Möglichkeiten schaffen, damit Laien verantwortungsvolle Aufgaben in der Kirche übernehmen können. Seelsorgeeinheiten fördern eine kooperative Pastoral zwischen Priestern und Laien sowie verschiedenen Pfarrgemeinden und sind Ausdruck einer Kirche, die sich als Volk Gottes auf dem Weg sieht.

Die Diözesansynode (2013-2015) hat nochmals bekräftigt: »Unabhängig von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Priester werden die Pfarreien und Kirchengemeinden in Seelsorgeeinheiten zusammengeschlossen. Dabei werden die aktuellen, historischen, kulturellen und geografischen Gegebenheiten berücksichtigt. Oberstes Kriterium dafür ist nicht eine vorgegebene Anzahl von Einheiten, das sind vielmehr die lokalen Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Die einzelnen Pfarreien und Kirchengemeinden nützen die Seelsorgeeinheit als Chance zur Öffnung und zur Zusammenarbeit« (343).

Die Diözese Bozen-Brixen hat sich bei der Bildung von Seelsorgeeinheiten für einen sanften Weg entschieden. D.h. dass diese bei Notwendigkeit bzw. Bedarf errichtet werden. Die Entscheidung, wann eine Seelsorgeeinheit gebildet werden soll, trifft der Diözesanbischof. Die Diözesansynode (2013-2015) hat alledings den Wunsch geäußert, bis zum Jahr 2022 solle die Bildung von Seelsorgeeinheiten abgeschlossen sein (394).

Der erste Schritt hin zur konkreten Bildung einer Seelsorgeeinheit wird vom Seelsorgeamtsleiter gesetzt, der sich mit den Priestern und darauffolgend auch mit den Pfarrgemeinderäten der zukünftigen Seelsorgeeinheit trifft. Bei dieser Gelegenheit wird eine Projektgruppe gebildet, die aus etwa zwei Vertretern jeder Pfarrei sowie allen Priestern, Diakonen und Pastoralassistentinnen bzw. -Assistenten besteht. Damit beginnt die Planungsphase. Während dieser werden in Absprache mit den Pfarrgemeinderäten die ersten Schritte zur Bildung der Seelsorgeeinheit geplant. Die Planungsphase wird von Pfarrgemeindeberaterinnen und –beratern begleitet. Diese Phase endet mit der Wahl des Pfarreienrates, der die Projektgruppe ablöst.

Mit der konstituierenden Sitzung des Pfarreienrates beginnt die Umsetzungsphase. In der Umsetzungsphase setzen die Pfarrgemeinden das Geplante um. Die Seelsorgeeinheit beginnt Gestalt anzunehmen. Der Pfarreienrat erhält die Möglichkeit der Praxisreflexion mit Pfarrgemeindeberaterinnen und –-Beratern. All diese Maßnahmen werden mit dem Begriff „Gemeinde gestalten“ zusammengefasst. Die Umsetzungsphase dauert für gewöhnlich ein Jahr. Sie ermöglicht es den Pfarreien zu sehen, ob die Seelsorgeeinheit in der vorgeschlagenen Zusammensetzung zukunftsfähig ist.

Am Ende der Umsetzungsphase wird nach der Zustimmung des Pfarreienrates die Seelsorgeeinheit durch Dekret des Bischofs errichtet. Bei dieser Gelegenheit erhält die Seelsorgeeinheit auf Vorschlag der betroffenen Pfarreien einen Namen und wird ein Priester vom Bischof zum Moderator der Seelsorgeeinheit ernannt.

Um dem Pfarreienrat konkrete Hilfe bei der Arbeit bieten zu können, wird die Teamentwicklung mittels einer/eines Pfarrgemeindeberaters/in empfohlen. Themen für die Teamentwicklung sind: die Klärung der Rollen und Aufgaben der beteiligten Personen (Leiter der Seelsorgeeinheit, Vorsitzende usw.), das Verhältnis der Seelsorgeeinheit zu den Pfarreien, das Verhältnis des Pfarreienrates zu den Pfarrgemeinderäten, konkrete Hilfe beim Übergang der Projektgruppe zur Arbeit des Pfarreienrates, die Förderung der Kommunikation untereinander, Überlegungen zu Informationsweitergabe und Unterstützung einer Spiritualität beim Aufbau einer Seelsorgeeinheit.

Zielgruppe: Pfarreienräte sowie Interessierte.

Ort: Das Weiterbildungsangebot findet vor Ort statt und nach Möglichkeit abwechselnd in einer der Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit.

Dauer: Die Weiterbildung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum.

Träger: Koordinator ist der Referent für Pfarreien und Gemeinschaften am Seelsorgeamt, Hauptträger sind das Seelsorgeamt der Diözese in Zusammenarbeit mit den Pfarreienrat der Seelsorgeeinheit und dem Kath. Bildungswerk.

Geplante Seelsorgeeinheiten (Stand: Jänner 2019):

Die vorliegenden Richtlinien für die Pastoral in den Seelsorgeeinheiten beruhen auf der Überzeugung, dass wir in unseren Pfarrgemeinden viele eifrige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben.

In vielen Bereichen spricht man heute von Vernetzung. In einer Vernetzung werden die Energien besser eingesetzt. Es kommt zu Synergien, die besonders bei neuen Situationen Einsichten und Hilfen bieten. In solcher Vernetzung geht es, wenn es sich um Verbindung von Menschen handelt, um die Stellung der einzelnen Mitglieder und um ihre Zuordnung und Verbindung untereinander.

 

Pfarrgemeinderat / Pfarreienrat / Vermögensverwaltungsrat - Statuten und Geschäftsordnung

Kontakt und Infos:

Giuseppe Ganarini
Referent für Pfarreien und Gemeinschaften | Koordinator für Bibelpastoral
Domplatz 2
I-39100 Bozen

Tel. +39 0471 306 214
E-Mail giuseppe.ganarini@bz-bx.net