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Seelsorgeeinheiten

Wie in anderen Diözesen Europas werden seit 2008 auch in der Diözese Bozen-Brixen Seelsorgeeinheiten gebildet. Dies geschieht hauptsächlich aus folgenden Gründen:

  • Die pastorale Situation erfordert eine stärkere Vernetzung der Pfarreien und das Leben von Kirche als „comunio“.
  • Seelsorgeeinheiten sind Ausdruck dafür, dass Seelsorge in gemeinsamer Verantwortung getragen wird. Neben den Priestern und Ordensleuten lassen sich viele Laien für verschiedene Aufgaben in der Pastoral schulen und beauftragen.
  • Die Überalterung der Priester führt dazu, dass immer weniger Pfarrverantwortung tragen. Seelsorgeeinheiten sind der Versuch, die Seelsorge mit weniger Pfarrern zu strukturieren.

Durch die Bildung von Seelsorgeeinheiten reagiert die Diözese auf die Zeichen der Zeit und schafft Strukturen, die die Leitung der Pfarreien durch einen Pfarrer regeln, die den vielen kleinen Pfarreien Perspektiven geben und die Möglichkeiten schaffen, damit Laien verantwortungsvolle Aufgaben in der Kirche übernehmen können. Seelsorgeeinheiten fördern eine kooperative Pastoral zwischen Priestern und Laien sowie verschiedenen Pfarrgemeinden und sind Ausdruck einer Kirche, die sich als Volk Gottes auf dem Weg sieht.

Die Diözese Bozen-Brixen hat sich bei der Bildung von Seelsorgeeinheiten für einen sanften Weg entschieden. D.h. dass diese bei Notwendigkeit bzw. Bedarf errichtet werden.

In den Jahren 2008 und 2009 wurde von der Diözese in Absprache mit den Pfarrgemeinderäten ein Plan erstellt, wo und in welcher Zusammensetzung zukünftig Seelsorgeeinheiten entstehen sollen.

Die Entscheidung, wann eine Seelsorgeeinheit gebildet werden soll, trifft der Diözesanbischof, der dabei den Rat der Personalkommission für Priester und Diakone einholen kann.

Die Entscheidung wird den betroffenen Priestern und Pfarrgemeinderäten mitgeteilt.

Nach einem Treffen der Priester mit dem Generalvikar und dem Seelsorgeamtsleiter treffen sich beide auch mit den Pfarrgemeinderäten der zukünftigen Seelsorgeeinheiten. Bei dieser Gelegenheit wird eine Projektgruppe gebildet, die aus etwa 2 Pfarrgemeinderatsmitgliedern jeder Pfarrei sowie allen Priestern, Diakonen und Pastoralassistentinnen bzw. –assistenten besteht. Damit beginnt die Planungsphase (fase progettuale). Während dieser werden in Absprache mit den Pfarrgemeinderäten die ersten Schritte zur Bildung der Seelsorgeeinheit geplant. Die Planungsphase wird von Pfarrgemeindeberaterinnen und –beratern begleitet. Diese Phase endet mit der Wahl des Pfarreienrates, der die Projektgruppe ablöst.

Mit der konstituierenden Sitzung des Pfarreienrates beginnt die Umsetzungsphase (fase operativa). In der Umsetzungsphase setzen die Pfarrgemeinden das Geplante um. Die Seelsorgeeinheit beginnt Gestalt anzunehmen. Die Umsetzungsphase wird von Theologinnen und Theologen begleitet, die inhaltliche Impulse geben. Der Pfarreienrat erhält die Möglichkeit der Praxisreflexion mit Pfarrgemeindeberaterinnen und –beratern. All diese Maßnahmen werden mit dem Begriff „Gemeinde gestalten“ zusammengefasst. Die Umsetzungsphase dauert für gewöhnlich ein Jahr. Sie ermöglicht es den Pfarreien zu sehen, ob die Seelsorgeeinheit in der vorgeschlagenen Zusammensetzung zukunftsfähig ist.

Am Ende der Umsetzungsphase wird nach der Zustimmung des Pfarreienrates die Seelsorgeeinheit durch Dekret des Bischofs errichtet (fase esecutiva). Bei dieser Gelegenheit erhält die Seelsorgeeinheit auf Vorschlag der betroffenen Pfarreien einen Namen und wird ein Priester vom Bischof zum Moderator der Seelsorgeeinheit ernannt.

Geplante Seelsorgeeinheiten, Stand Oktober 2017:

Begleitung und Beratung der Gremien

 

Absicht und Ziel:

Durch die Errichtung der Seelsorgeeinheiten steigt die Verantwortung jener, die in den einzelnen Pfarreien dafür Sorge tragen, dass das Pfarrleben lebendig bleibt. Neben dem Pfarrer sind das die haupt-, nebenamtlichen und vor allem ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Damit die Laien ihre Aufgabe als Verantwortungsträger/innen bzw. Mitarbeiter/innen wahrnehmen können, sollen sie dazu vorbereitet werden. Dazu dient diese Weiterbildung mit ihren drei Schwerpunkten.

 

1. Schwerpunkt: Pfarrversammlung(en): Einführung in die Gemeindepastoral

Ausgebildete Referent/inn/en führen in die Gemeindepastoral ein, indem sie zu den Prinzipien der Gemeindetheologie, den Wesensvollzügen der Kirche und den Grundsätzen von Leitung referieren.

Zielgruppen: Pfarreienräte, PGR-Vorsitzende, Mitarbeiter/innen in den Fachausschüssen, in der Verwaltung, im Pfarrbüro, in den kirchlichen Vereinen und Verbänden sowie Interessierte.


2. Schwerpunkt: Ausbildung in fachspezifischen Fragen

Der Pfarreienrat der Seelsorgeeinheit organisiert für die Mitarbeiter/innen in den jeweiligen Bereichen sowie für Interessierte fachspezifische Module.

Das Seelsorgeamt sorgt für geeignete und kompetente Referent/inn/en, die für verschiedene pastorale und theologische Themen angefordert werden können. Für die pastorale Weiterbildung z. B. liturgische Schulungen, wie Familien-, Kinder- und Jugendliturgie; Einführung in die Kinder- und Jugendpastoral; Einführung in die Ehe- und Familienpastoral; Einführung in die Caritas-Arbeit; Einführung in die Sakramentenkatechese usw. oder für die Weiterbildung in Fragen der Verwaltung, Führung des Pfarrbüros und der Matrikenbücher, Ausstellen von Dokumenten, Buchhaltung, Kirchensammlungen, Verwaltung von Messstipendien, Erstellen von Pfarreirechnungen, Umgang mit Verträgen, Versicherungen, andere Fragen der Vermögensverwaltung der Pfarrei usw.

Zielgruppe: Mitarbeiter/innen der jeweiligen Fachausschüsse und Arbeitsgruppen sowie Interessierte.


3. Schwerpunkt: Teamentwicklung

Um dem Pfarreienrat konkrete Hilfe bei der Arbeit bieten zu können, wird die Teamentwicklung mittels einer/eines Pfarrgemeindeberaters/in dringend empfohlen. Themen für die Teamentwicklung sind: die Klärung der Rollen und Aufgaben der beteiligten Personen (Leiter der Seelsorgeeinheit, Vorsitzende usw.), das Verhältnis der Seelsorgeeinheit zu den Pfarreien, das Verhältnis des Pfarreienrates zu den Pfarrgemeinderäten, konkrete Hilfe beim Übergang der Projektgruppe zur Arbeit des Pfarreienrates, die Förderung der Kommunikation untereinander, Überlegungen zu Informationsweitergabe und Unterstützung einer Spiritualität beim Aufbau einer Seelsorgeeinheit.

Zielgruppe: Pfarreienräte sowie Interessierte.

Ort: Das Weiterbildungsangebot findet vor Ort statt und nach Möglichkeit abwechselnd in einer der Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit.

Dauer: Die Weiterbildung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum.

Träger/in: Koordinatorin ist die Referentin für Pfarrgemeinden am Seelsorgeamt, Hauptträger sind das Seelsorgeamt der Diözese in Zusammenarbeit mit den Pfarreienrat der Seelsorgeeinheit und dem Kath. Bildungswerk.

Anmeldungen und Informationen: Die Organisation der Weiterbildung erfolgt mit dem Referat für Pfarrgemeinden, 0471 306214.

Die vorliegenden Richtlinien für die Pastoral in den Seelsorgeeinheiten beruhen auf der Überzeugung, dass wir in unseren Pfarrgemeinden viele eifrige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben.

In vielen Bereichen spricht man heute von Vernetzung. In einer Vernetzung werden die Energien besser eingesetzt. Es kommt zu Synergien, die besonders bei neuen Situationen Einsichten und Hilfen bieten. In solcher Vernetzung geht es, wenn es sich um Verbindung von Menschen handelt, um die Stellung der einzelnen Mitglieder und um ihre Zuordnung und Verbindung untereinander.

 

Die Pfarrgemeinden stehen in den kommenden Jahren ganz im Zeichen des Umbruchs. Das vorliegende Dokument wurde von der diözesanen Kommission für Liturgie im Blick auf eine Situation erarbeitet, in der die Seelsorgeeinheit nicht mehr die Ausnahme, sondern den Regelfall darstellt. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass jene Liturgieformen, denen Priester vorstehen, nicht mehr in der gebotenen Regelmäßigkeit gefeiert werden können. Das Dokument nimmt Rücksicht auf die Bedeutung der liturgischen Versammlung für den Aufbau der Pfarrgemeinde. Neben den unten angeführten Richtlinien bedarf es in einer solch veränderten Situation einer breiten Bewusstseinsbildung, die folgende Maßnahmen beinhaltet:

  1. möglichst viele Pfarrmitglieder in die Vorbereitung und Gestaltung von Gottesdiensten einbeziehen und liturgische Dienste, die Arbeit der Vorbereitungsgruppen und des Fachausschusses Liturgie fördern; 
  2. die unterschiedlichen liturgischen Feierformen beleben und pflegen; dazu gehören neben der Eucharistiefeier und der Feier der anderen Sakramente: die Feier der Tagzeitenliturgie, Wort-Gottes-Feiern, Umkehr- und Versöhnungsgottesdienste, Anbetungs- und Andachtsformen, Besinnung und Meditation, Wallfahrt und Bittprozessionen etc.; für die Gestaltung und Leitung der vielfältigen Gottesdienstformen, v. a. der Wort-Gottes-Feiern, geeignete Personen suchen und ausbilden; 
  3. die Pfarrgemeinde mit Wort-Gottes-Feiern vertraut machen, Wesen und Bedeutung von Wort-Gottes-Feiern erläutern, Wort-Gottes-Feiern (an Wochentagen, im Rhythmus des Jahres und bei besonderen Anlässen) häufiger anbieten, die Pfarrgemeinde über diese Schritte informieren und in die Umsetzung einbeziehen; 
  4. einen Gottesdienstplan für die Seelsorgeeinheit erarbeiten.

Pfarrgemeinderat / Pfarreienrat / Vermögensverwaltungsrat - Statuten und Geschäftsordnung

Informationen

Seelsorgeamt

Domplatz 2
39100 Bozen
Tel. +39 0471 306 210

E-Mail: seelsorge.pastorale@bz-bx.net