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Fastenaktion 2021: Menschen der Hoffnung sein

Liebe Priester und Seelsorger,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pfarreien,

seit einem Jahr prägt die Pandemie unser Leben. Unser Alltag ist coronabedingt anders geworden. Das Virus hat viele Menschen schwer getroffen und viel Leid in die Welt gebracht.

Papst Franziskus fordert uns in seiner Botschaft für die Fastenzeit auf, trotz allem Menschen der Hoffnung zu sein und so lade ich Sie ein, diese besondere Zeit unter das Thema „Hoffnung“ zu stellen. Wir haben durch die Taufe das „lebendige Wasser“ der Hoffnung geschöpft und sind so Brüder und Schwestern in Christus. Das gibt uns Halt. Wir können mit Ihm und durch Ihn hoffen, sagt der Heilige Vater. Wir glauben, dass wir trotz unserer Sünden, Fehler und Unzulänglichkeiten, aus Seinem offenen Herzen am Kreuz Versöhnung erlangen.

Der Papst lädt uns ein, in der Fastenzeit auf Worte zu verzichten, die verletzen, demütigen oder verachten und vielmehr Worte verwenden, die Mut machen, die trösten, heilen und aufmuntern. Im Gebet erhalten wir Licht und Zuversicht und werden so zu hoffnungsvollen Zeugen unserer Zeit.

Die Kirche in der weiten Welt hat sich gerade in den armen Ländern als lebensrettende Institution erwiesen. Viele Priester, Ordensleute und Laienmissionare haben die Probleme, die Arbeitslosigkeit, die Hungersnot, die Einsamkeit, die Hilflosigkeit der Menschen gesehen und sie durch mutige Aktionen vor dem sicheren Tod bewahrt. In den meisten Ländern des Südens hat das Virus zwar keine so großen Ansteckungszahlen verursacht, der überall ausgerufene Lockdown hat aber Arbeitslosigkeit, Hungersnot und Existenzängste gebracht. Viele Priester und Ordensschwestern – wie P. Juan Goicochea in Lima (Peru) auf unserem Fastenplakat – haben Lebensmittel gekauft, sind zum Verteilen selbst in die Armenviertel gegangen und haben sich dabei der Ansteckungsgefahr ausgesetzt.

Sie sind damit zu glaubhaften Zeugen der Liebe Gottes und Menschen der Hoffnung geworden. Papst Franziskus erinnert uns auch daran, dass Liebe ein Geschenk ist und nie aufhört, wenn wir es verschenken. So wird auch das Wenige, was wir mit Liebe teilen, sich nie erschöpfen.

Liebe Pfarrer, liebe Seelsorger, ich bitte Sie in diesem Sinne, die Fastenaktion heuer ganz besonders mitzutragen und in den Pfarreien durchzuführen, damit auch unsere Kirche teilen und die ärmeren Schwesternkirchen in den Ländern des Südens in der Verkündigung und im Helfen unterstützen kann.

 

Mit dem Wunsch für eine gesegnete Fastenzeit dankt Ihnen von Herzen

Dr. Irene Obexer Fortin, Leiterin von Missio Bozen-Brixen

Fastenopfer: Spende kann auch überwiesen werden

Wegen der Corona-Pandemie kann die Spende zur Fastenaktion nicht nur über den üblichen Weg vor Ort in den Pfarreien erfolgen, sondern auch über folgendes Spendenkonto:

Kontoinhaber: Bischöfliches Ordinariat
Domplatz 2, 39100 Bozen
Raiffeisen Landesbank Südtirol AG, Bozen
IBAN: IT56 T034 9311 6000 0030 0202 908

Bitte geben Sie bei der Überweisung den Vermerk "Fastenopfer" an.

Gedanken zur Fastenzeit

von Missio-Mitarbeiter P. Junmar Maestrado

Die Freunde Jesu wussten, wovon er sprach, wenn er sie beten lehrte: „Vater unser im Himmel, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.“

Die Vorstellung vom Himmelreich, vom Reich Gottes gab es schon lange. Jesu Predigten und Gleichnisse wurzeln in der Thora, in den Worten der Propheten, im jüdischen Glauben. So klingen in der Bitte des Vaterunsers die großen Verheißungen vom Himmelreich, vom Gottesreich an, von dem die Propheten sprachen. „Suchet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles andere zufallen“ - sagt Jesus in der Bergpredigt.

Jesus teilte die Hoffnung, dass in Gottes Reich, Recht und Gerechtigkeit für alle Menschen herrschen werden. Nicht das Recht des Stärkeren, nicht Gier und Egoismus, nicht die Macht des Todes. Was Macht haben soll in Gottes Reich, ist im hebräischen, wohl nicht übersetzbarem Wort Shalom grundgelegt: Frieden für alle Menschen und für die gesamte Schöpfung.

Genau das ist es, was wir in diesem Evangelium wieder finden: es macht uns Mut: Mut zum Hoffen und Handeln. Mut zu großen Hoffnungen und kleinen sichtbaren Schritten.

Petrus ist entzückt, er möchte dieses Erlebnis, diesen Augenblick für immer festhalten. Er hat schon gehofft auf eine ewige Bleibe. Das Erlebte, diese Erfahrung hat ihm die Augen geöffnet.

Ich denke, es geht uns oft ähnlich. Auch wir möchten klar vor Augen haben, wo uns unser Leben hinführt, welches Ziel wir ansteuern. Auch wir wünschen uns Augenblicke, Begegnungen, die uns Christus erahnen und erfahren lassen und die uns Ihm nahebringen.

Doch aus dem Hüttenbauen wird nichts. Auch Petrus kann diesen Augenblick nicht festhalten. Er muss diesen Berg der Erscheinung wieder verlassen. Die Verklärung war nur ein Vorgeschmack auf das, was einmal sein wird: ewiges Leben bei Gott.

Es ist auch ein Vorgeschmack auf Ostern: Ostern wird Christus den Jüngern als der Auferstandene, der Verklärte begegnen. Die Verklärung jetzt soll die Jünger stärken.

Das gleiche gilt auch für uns heute: Die Geschichte der „Verklärung des Herrn“, am Beginn der Fastenzeit, soll uns Mut machen und Hoffnung schenken, diesen Weg der Mühsal zu gehen, uns einzulassen auf diese Zeit der Entsagung und des Verzichts. Uns mit aller Konsequenz auf die Fastenzeit einzulassen, auf einen schwierigen Weg, um nachher umso schöner das Osterfest, die Auferstehung unseres Herrn, zu feiern.

„Wenn Jesus Christus nicht auferstanden ist, dann haben wir auch keine Hoffnung, dass wir auferstehen werden, dann wäre unser Glaube nutzlos‘, das Evangelium wäre völlig machtlos, und unsere Sünden würden unvergeben bleiben“, sagt Paulus (1 Kor 15,14-19).

Mit anderen Worten, die Auferstehung Jesu Christi ist wichtig als Zeugnis für die Auferstehung der Menschen. Diese Auferstehung ist ein grundlegender Lehrsatz des christlichen Glaubens. Christus hat den Tod überwunden und er verspricht, dass wir dasselbe tun werden. Wir Christen glauben, dass Gott Mensch geworden ist, dass er für unsere Sünden starb und dass er am dritten Tag auferstand.

Die Auferstehung ist der triumphierende Sieg aller Gläubigen. Jesus Christus starb, wurde begraben und stand nach der Schrift am dritten Tag auf (1 Kor 15,3-4). Und er kommt wieder! Die Toten werden in Christus auferweckt und jene, welche bei seinem Wiederkommen übriggeblieben sind, werden verwandelt und bekommen neue, verherrlichte Leiber (1 Thes 4,13-18).

Warum ist die Auferstehung Jesu Christi für unsere Errettung wichtig? Sie hat bewiesen, dass Gott die Macht hat, uns von den Toten zu erwecken. Sie gibt uns die Hoffnung, dass alle, die an Christus glauben, nicht im Tod bleiben, sondern zum ewigen Leben auferweckt werden.

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Und „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,16-17).

Diese zwei Sätze geben uns Hoffnung auf unser Heil. Jesus selbst räumt mit dem uralten Bild vom „strengen Richter“ auf. Jesus ist nicht in die Welt gekommen, um die Welt zu richten, um zu verurteilen. Er will retten - nicht vernichten. Er will das Leben - nicht den Tod. Das ist die wunderbare, großartige Aussage. Das ist die frohmachende Botschaft des Evangeliums: Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, als Erlöser und Retter, nicht als vernichtender Richter.

Wenn wir als Christinnen und Christen diese zwei Sätze ernst nehmen, verinnerlichen, dann muss auch uns klar werden, dass wir nicht berufen sind, die Welt zu richten, zu verdammen, sondern dass wir gesandt sind in diese unsere Welt, um uns mit ihr auseinander zu setzen, sie zu heilen, den Dialog mit ihr zu pflegen, letztlich sie zu verwandeln. Es gilt, in diese Welt Menschlichkeit, Respekt, Achtsamkeit, Liebe, Glaube und Hoffnung hineinzutragen.

Jesus verwendet ein Bild oder ein Symbol, das allen geläufig ist: das Weizenkorn. Es muss in die Erde fallen, muss sterben, damit es nicht allein bleibt, sondern neu zu wachsen beginnt und reiche Frucht bringt. Zuerst aber muss das Weizenkorn in die Erde fallen. „Wer an seinem Leben hängt, verliert es, wer aber sein Leben geringachtet, wird es bewahren bis ins Ewige Leben.“ (Mt 16,25)

All das sagt Jesus, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben wird. Das sagt Jesus aber auch, um die Menschen damals und uns heute auf seinen Tod vorzubereiten.

Wir Christen, die Jesus nachfolgen, sind Menschen der Hoffnung. Wir sind davon überzeugt, dass Worte wie Opfer, Hingabe, Kreuzigung, Loslassen, ja sogar Sterben und Tod, so unmodern sie auch klingen mögen, keine negativen Begriffe sein müssen, sondern Erfolgsgaranten, wenn wir unser Leben in die Nachfolge Jesu stellen.

Wir Christen sind Menschen der Hoffnung. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, bringt reiche Frucht. Wir glauben fest daran, dass Opfer, Loslassen und Hingabe einen Sinn haben, wenn damit der Wille Gottes erfüllt wird, so unbegreiflich er uns oft auch erscheinen mag.

Gott hat seinen Sohn verherrlicht: Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, bringt reiche Frucht; damals wie heute.

STATISTIK: Fastenaktion 2020

Im Jahr 2020 konnten bei der Fastenaktion 168.519,23 Euro gesammelt und ausgegeben werden. Damit wurden 22 Projekte finanziert.

12 (54%) soziale Projekte: z.B. Ankauf von Medikamente, Einrichtung für ein Frauenhaus, Hilfe für Leprakranke, Bau von Tiefbrunnen;

5 (23%) Bildungsprojekte: z.B. Lehrergehälter für eine Fachschule, Beitrag Studienbeihilfe für Schwestern;

5 (23%) pastorale Projekte: z.B. Beitrag für die Christen im Hl. Land, Lautsprecheranlage für eine neue Kirche, Hilfen für den Unterhalt von Ordensschwestern und Priestern.