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Zuhause Innehalten mit dem Friedenslicht

Seit 1992 kommt das Friedenslicht aus Bethlehem auch nach Südtirol. Auch heuer wird es auf dem Brenner entgegengenommen und anschließend im ganzen Land weitergegeben. Alle, die das Friedenslicht mit nach Hause genommen haben, sind eingeladen, im Schein des Lichts einen Hausgottesdienst zu feiern. Fabian Tirler, Landeskurat der Südtiroler Pfadfinderschaft (https://landesverband.pfadfinder.bz/, E-Mail: kurat(at)pfadfinder.it), hat dafür eine Gebetsvorlage erstellt.

Das Friedenslicht aus Bethlehem ist ein Symbol des weihnachtlichen Friedens, der den Menschen bei der Geburt Christi verheißen wurde (vgl. Lk 2,14). Die Idee des Friedenslichtes ist 1986 im ORF-Landesstudio Oberösterreich im Rahmen der Aktion „Licht ins Dunkel“ entstanden. In der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet vor Weihnachten jeweils ein Kind aus Oberösterreich ein Licht, das mit dem Flugzeug nach Österreich gebracht wird. Von dort aus wird es in viele Länder auf der ganzen Welt verteilt. Unzählige Menschen holen Jahr für Jahr dieses weihnachtliche Friedenssymbol zu sich nach Hause. Das Friedenslicht wird so zu einem Zeichen der Verbundenheit und des Friedens unter den Menschen. So wie dieses Licht sich auf der ganzen Welt ausbreitet, so soll auch der Friede zwischen den Menschen und Völkern wachsen. –

Auch wenn heuer vieles anderes ist – die Tradition des Friedenslichtes gibt es dennoch. In diesem Jahr hat die neunjährige Maria Khoury aus einer christlichen Familie aus Bethlehem das Licht entzündet. Am 12. Dezember fand in Salzburg die internationale Aussendungsfeier statt. Am 18. Dezember übergeben Pfadfinder aus Innsbruck das Friedenslicht am Brenner den Südtiroler Pfadfindern; am Abend des 23. Dezember findet eine Feier mit dem Friedenslicht im Bozner Dom statt.

Im heurigen Jahr, das von der Corona-Pandemie geprägt ist, kann das Licht aus Bethlehem eine besondere Aussagekraft und Bedeutung haben. In der Ansprache nach dem Angelus am 6. Dezember sagte Papst Franziskus, dass es bei den weihnachtlichen Symbolen darum gehe, zu deren Sinn vorzudringen, „zu Jesus, zur Liebe Gottes, die er uns offenbart hat, zu der unendlichen Güte, die er über der Welt hat erstrahlen lassen. Es gibt keine Pandemie, keine Krise, die dieses Licht auslöschen kann. Lassen wir es in unsere Herzen einziehen, und reichen wir denen die Hand, die es am meisten brauchen. Dann wird Gott in uns und unter uns neu geboren werden.“

  • Erkundigen Sie sich (im Pfarrbrief, in den lokalen Medien, im Internet…), wann und wo das Friedenslicht in Ihrer Nähe verteilt wird bzw. wann es wo abgeholt werden kann.
  • Wenn Sie das Friedenslicht zu sich nach Hause gebracht haben, bewahren Sie es an einem sicheren Ort auf. Lassen sie brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt.
  • Bereiten Sie nach Möglichkeit für jede/n Mitfeiernde/n ein Teelicht (evtl. mit einer Unterlage) vor.
  • Teilen Sie die Aufgaben und das Lesen der Texte unter den Mitfeiernden auf.
  • Suchen Sie sich einen ruhigen Platz zum Feiern des Hausgottesdienstes und stellen Sie das Bethlehemslicht (Laterne, Kerze) in die Mitte auf den Tisch und löschen Sie das elektrische Licht möglichst aus (es empfiehlt sich, die Feier am Abend oder auch am Morgen zu machen, wenn es draußen dunkel ist).
  • Versuchen Sie zunächst, äußerlich und innerlich ruhig zu werden und betrachten Sie für einige Zeit in Stille das Licht.

Gesang

Gotteslob Nr. 219: Mache dich auf und werde Licht (evtl. im Kanon)

 

Kreuzzeichen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Danksagung für das Licht

Sei gepriesen, Herr, unser Gott. Dein ist der Tag, und dein ist auch die Nacht. Das Licht ist erste Gabe deiner Schöpfung. Wir sagen dir Dank für dieses Licht aus Bethlehem, für dieses Zeichen des weihnachtlichen Friedens.
Wir bitten dich: Lass Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, in unseren Herzen nicht untergehen, damit wir aus dieser Zeit, die überschattet ist von Angst und Zweifel, in das Licht gelangen, in dem du wohnst. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

(vgl. Gotteslob Nr. 661/1)

 

Jede/r Mitfeiernde entzündet ein Teelicht an der Kerze in der Mitte und gibt das Licht an eine/n andere/n weiter bis schließlich alle Mitfeiernden ein brennendes Teelicht vor sich haben.

 

Gebet

Gott des Lichtes und des Friedens, im Dunkel dieses Abends (Morgens) haben wir uns in deinem Namen versammelt. Du bist Licht und kennst keine Finsternis. Das Licht deiner Geburt leuchtet in unsere Welt.

Sei in unserer Mitte, damit es hell werde in unseren Herzen und mach uns zu Boten dieses Lichtes und deines Friedens. Dein Licht mache uns eins mit dir und untereinander. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.

 

Lesung (Jesaja 9,1.5-6)

Aus dem Buch des Propheten Jesaja.

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf. Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Die große Herrschaft und der Frieden sind ohne Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit, von jetzt an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird das vollbringen.

Wort Gottes.

 

Gedanken zur Lesung

Im Kind von Bethlehem ist die Verheißung des Jesaja erfüllt: Jesus ist das Licht der Welt, er schenkt der Welt seinen Frieden. Sein Licht leuchtet auch in unsere Zeit, in unser Leben. Er will auch heute, in unserer Welt die Herrschaft seines Friedens aufbauen. Als Christen sind wir eingeladen, daran mitzuwirken, dass unsere Welt, unsere Zeit heller und friedvoller wird.

 

Kurze Stille

evtl. können auch die Mitfeiernden ihre Gedanken zu Lesung aussprechen.

 

Fürbitten

Wir denken jetzt besonders auch an jene Menschen, in deren Leben es dunkel ist, und wir bitten Jesus, dass er ihnen sein Licht schenke.

 

Die Mitfeiernden formulieren frei kurze Fürbitten:

Herr, lass dein Licht leuchten für …

evtl. kann dazu der Liedruf Gotteslob Nr. 801/1 gesungen werden: Werdet Licht

 

Vater unser

Alle unsere Bitten fassen wir zusammen im Gebet, dass Jesus selbst und zu beten gelehrt hat: Vater unser … Denn dein …

 

Gebet

Großer Gott, im Dunkel des Lebens lässt du die Menschen nicht allein. Du bist uns nahe und zeigst uns den Weg zu Vertrauen und Zuversicht.

Lass uns dich als das Licht unseres Lebens erkennen und mit deinem Licht auch das Leben anderer Menschen hell machen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

 

Lied

Gotteslob Nr. 810, 2. und 3. Strophe: O komm, du wahres Licht der Welt (vor Weihnachten) – oder (in der Weihnachtszeit) Gotteslob Nr. 803, 1. Strophe: Freuet euch, das Licht der Welt

 

Segensgebet

Gott, unser Vater, du bist der Ursprung und die Quelle des Lichtes, segne uns, damit wir füreinander zum Licht werden.

Herr Jesus Christus, du hast uns den Reichtum deiner Liebe geschenkt, segne uns, damit wir deine Liebe weiterschenken.

Heiliger Geist, du führst die Völker auf den Weg des Friedens, segne uns, damit wir Boten deines Friedens werden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Dieser Vorschlag wurde von Fabian Tirler, Landeskurat der Südtiroler Pfadfinderschaft, zusammengestellt.

Mit der Übernahme des Friedenslichtes ist auch die Aufgabe verbunden, selbst Licht für andere zu sein. Deshalb wird die Verteilung des Lichtes alljährlich mit einer Spendenaktion verknüpft. In diesem Jahr werden von der Südtiroler Pfadfinderschaft Projekte in Indien, Bolivien und Tansania unterstützt. Informationen zu den Projekten finden Sie unter: http://www.friedenslicht.pfadfinder.it/

Spendenkonto – Raiffeisen Landesbank Bozen
Südtiroler Pfadfinderschaft „Friedenslicht“
IBAN: IT04M 03493 11600 000300051632

Vergelt’s Gott für Ihre Spenden!

Friedenslicht aus Bethlehem in Südtirol angekommen

Am 23. Dezember um 19.30 Uhr Übergabefeier im Bozner Dom

Am 18. Dezember 2020 fand am Brenner zum 29. Mal die Übergabe des Friedenslichtes durch Pfadfinder aus Innsbruck an die Südtiroler Pfadfinder statt.

Das Friedenslicht wurde in diesem Jahr nicht, wie sonst üblich von einem Kind aus Oberösterreich, sondern von einem neunjährigen christlichen Mädchen aus Bethlehem in der Geburtsgrotte Jesu entzündet und im Flugzeug nach Österreich gebracht. Am 12. Dezember fand im Salzburger Dom die internationale Aussendungsfeier statt. Die österreichischen Pfadfinder haben dort das Friedenslicht übernommen und bringen es an die Grenzen ihres Landes, wo es von den Pfadfindern des Nachbarlandes übernommen wird.

Im Anschluss an die Übergabe des Friedenslichtes am Bahnhof Brenner fand in der Pfarrkirche Maria am Wege eine Andacht mit dem Landeskuraten der Südtiroler Pfadfinderschaft, Fabian Tirler, Ortspfarrer Corneliu Berea und dem Dekan von Sterzing, Christoph Schweigl, statt. Kurat Fabian Tirler unterstrich die besondere Bedeutung des Lichtes aus Bethlehem in diesem von viel Dunkelheit geprägten Jahr hin: Jesus Christus ist Mensch geworden, um alles Dunkel dieser Welt zu erhellen.

Neben den deutsch- und italienischsprachigen Pfadfindern aus Südtirol war auch eine Delegation der Jungfeuerwehr anwesend. Der neue Bürgermeister Marin Alber wies in einer kurzen Ansprache auf die symbolische Bedeutung des Brenners und die Symbolkraft des Friedenslichtes hin.

Am 23. Dezember findet um 19.30 Uhr im Bozner Dom eine Übergabefeier statt, an der auch Diözesanbischof Ivo Muser teilnehmen wird.

Auf der Internetseite der Diözese Bozen-Brixen gibt es eine Vorlage für eine Hausandacht mit dem Friedenslicht aus Bethlehem: https://www.bz-bx.net/de/friedenslicht.html.