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Weihnachtszeit 2021/2022: Predigtimpulse zur Aktion "Gott ist nahe - gemeinsam Advent und Weihnachten feiern"

Lass dich überraschen, denn Gott ist da.

Predigtimpuls 2021 zur Aktion "Gott ist nahe"

Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. 
(Lk 2,10-12 = Abschnitt aus dem Evangelium Lk 2,1-14)

Botschaft:

Weihnachten ist eine einzige Überraschung. Es ist kein Fest des „immer gleichen“, sondern das Fest des überraschend Neuen. Wir sind eingeladen offen zu sein für Neue, Unbekannte und Ungewöhnliche. Lassen wir uns aus der Spur werfen!

Problematisierung:

  • Kaum ein Fest ist so mit Traditionen und Emotionen aufgeladen wie Weihnachten. Das ist auch gut so. Aber oft sehen wir vor lauter Traditionen die Eigentliche Botschaft des Festes nicht mehr.
  • Die Traditionen und Mythen des Weihnachtsfestes lassen oft kaum Platz für andere Menschen, denen es nicht so gut geht oder die einfach nicht zu unserem engen familiären Kreis gehören.

Kontexte:

Ein Blick auf die Krippe: werden unsere beschaulichen Krippen dem Geschehen gerecht, das sie darstellen möchten? Ruhig und besinnlich, voller heimeligem Frieden und nachbarschaftlicher Wärme kommen unsere Krippen daher. Aufgeladen mit tirolerischen Heimatgefühlen und Almhüttenromantik oder mit bunten Fantasien orientalischen Lebens. In der Weihnachtsgeschichte lesen wir was anderes: Da sind Maria und Josef, die nach einem Gewaltmarsch von mehreren Tagen ihren Sohn in einen Futtertrog legen. Da sind Engel: sie wecken die Hirten mitten in der Nacht und schicken sie nach Betlehem. Da ist der Stern: er holt die Sterndeuter von weit her, um den Hof des Herodes in Aufruhr zu bringen. Und dann, wieder ein Traumengel: er verschickt die Sterndeuter klammheimlich und lässt Josef mitten in der Nacht die Wöchnerin samt Kind auf einen Esel packen und bis nach Ägypten ziehen. Und da ist Herodes: er plant und begeht einen Massenmord. Das Kind in der Krippe, es sorgt für Aufregung. Von wegen Stille Nacht! Gott der Mensch wird, bringt nicht Ruhe und Geborgenheit, nein er ist ungemütlich, er will uns aufwecken aus unseren gemütlichen Traumwelten und heimeligen Stuben. Gott, der Mensch wird, er will gefunden werden. Er will, dass wir aufbrechen, und uns auf die Suche machen. Und er hat uns auch angewiesen, wo wir dabei fündig werden: in den Armen und Schwachen, in den Kranken und einsamen Menschen. Denn, so sagt er, was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan. Was wir dann finden wird – überraschend – anders sein!

Reinhard Demetz

Alles ist anders, denn Gott ist da.

Predigtimpuls 2021 zur Aktion "Gott ist nahe"

Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm. Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte.
(Lk 2, 45-50 = Abschnitt aus dem Evangelium Lk 2,41-52)

Botschaft:

Gott bringt unsere Welt durcheinander. Vieles von dem, wie wir uns in der Welt eingerichtet haben, entspricht so nicht dem Plan Gottes. Junge Menschen haben ein feines Gespür dafür und machen uns oft recht unsanft darauf aufmerksam. Wenn Gott wirklich da ist, dann merken wir es daran, dass unser Alltag durcheinander kommt und auf die Probe gestellt wird.

Problematisierung:

  • Warum macht die Liturgie innerhalb von zwei Tagen einen Sprung von 12 Jahren? Wir feiern gerade Weihnachten, die Geburt Jesu, und statt in Windeln stellt ihn uns die Liturgie heute als rebellischen Pubertierenden vor. Es ist eine Herausforderung, nicht in einer vordergründigen Verniedlichung des „Christkindl“ stecken zu bleiben. Das Kind in der Krippe ist schon der, der er werden wird!  
  • Was können wir heute mit diesem Jesus anfangen, mit diesem „göttlichen Kind“, das schon mit 12 Jahren in göttlicher Allwissenheit dahinschwebt? Taugt er als Vorbild für uns, die wir im Fragment leben?

Kontexte:

  • Es ist eine typische Pubertätsgeschichte: die Schwierigkeiten mit den Eltern sind Teil eines Abnabelungsprozesses des heranwachsenden Menschen, der auf diesem Weg seinen Ort in der Gesellschaft und in der Welt findet. Das Unverständnis der Eltern korreliert mit dem wachsenden Ansehen nach außen. Junge Menschen brauchen den Widerstand gegen die Eltern, um sich selbst zu finden und zu messen. Dass es auch Maria und Josef mit Jesus nicht anders gegangen ist, kann uns ein Stück weit Ruhe und Gelassenheit mit den eigenen Kindern (bzw. mit den eigenen Eltern!) schenken. Fast in jeder Familie durchkreuzen Kinder Pläne ihrer Eltern bzw. der ganzen Familie, werden nicht verstanden – aber gerade in dieser Auseinandersetzung können die Familienmitglieder sich näher kommen und aneinander wachsen.
  • Ein gängiges Vorurteil lautet, dass sich junge Menschen eher vom Glauben entfernen. Das Vorurteil ist so alt wie falsch. Junge Menschen haben einfach ein sensibles Ohr für hohle Formeln und leere Riten. Ihr kritischer Blick macht sie nicht weniger religiös, sondern umgekehrt: sie zeigen uns auf, dass Glaube weniger eine Form des Besitzens sondern vielmehr eine Form des Suchens ist. Wer glaubt, besitzt nicht die Wahrheit, sondern erlebt sich von ihr herausgefordert: heraus-gefordert, die eigenen Gewissheiten zurückzulassen und sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen.
  • Die Schriftgelehrten im Tempel sind ein schönes Vorbild für unsere Kirche heute. Anstatt den jungen Jesus zu belehren oder zu belächeln, nehmen sie ihn ernst und sind bereit, von einem (fast noch) Kind zu lernen. Finden wir das heute in unserer Kirche? Lehrer, Priester, Eltern, Onkel, Tanten, Bischöfe, die bereit sind, ihre Gewissheiten von Jugendlichen hinterfragen zu lassen und über die Weisheit der Jugend zu staunen?

Was wäre heute ein Pendant zu Jesus im Tempel? Vielleicht wären es die jungen Leute von „Fridays for future“ – Greta und ihre Truppe sprechen an, was heute in der Welt schiefläuft. Sie weisen die Welt der Erwachsenen auf ihre Verantwortung hin. Was sie fordern, hat seinen Platz mitten im Evangelium: Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Verantwortung füreinander und für die kommenden Generationen. Wie Jesus im Tempel die Dinge gehörig aufwirbelt, so sollten auch wir uns heute in Frage stellen lassen: Gott möchte, dass die Dinge anders werden: gerechter, ökologischer, friedlicher, verantwortlicher. Auch Jesus im Tempel hätte das so unterschrieben!

Reinhard Demetz

Gott lässt sich finden, denn er ist da

Predigtimpuls 2021 zur Aktion "Gott ist nahe"

Nach diesen Worten des Königs (Herodes) machten sie sich (wieder) auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm.
(Mt 2,9-11 = Abschnitt aus dem Evangelium Mt 2,1-11)

Botschaft:

Suchende Menschen finden den Weg. Glauben heißt nicht besitzen, sondern suchen und unterwegs bleiben. Gott lässt sich finden, aber er selbst schickt uns auf anderen Wegen wieder los. Er ist bei uns, wenn wir ihn suchen.

Problematisierung:

  • Herodes ist umgeben von einer Schar von Schriftgelehrten und Hohepriestern. Sie wissen sehr genau Bescheid, wo der Messias geboren werden soll. Dennoch (oder gerade deshalb?) machen sie selbst sich nicht auf den Weg, um ihn zu suchen. Ist unser Glaube eine Sammlung von Gewissheiten, in denen wir stillstehen?
  • Herodes ermutigt die Sterndeuter, genau zu suchen und zu forschen. Er ist ihnen auf der Suche nach dem Messias eine wahre Hilfe. Er wäre ihnen aber zum Verhängnis geworden, hätten sie sich nicht von ihm losgemacht. Auch im religiösen Bereich gibt es Menschen, die andere in Abhängigkeit führen und missbrauchen. Spiritueller Missbrauch ist leider bis heute ein Phänomen, für das wir achtsam sein sollen. Er ist daran erkennbar, dass Menschen abhängig gemacht werden, anstatt befreit zu werden.

Kontexte:

  • Gottsuche kann oft zur Weltflucht werden. Es gibt Scharlatane und Gurus, uns dazu verführen. Vermeintliche Leitsterne führen uns von Gott weg, wenn sie sich an die Stelle Gottes setzen. Immer dann, wenn ein Weltbild fest gefügt in sich ruht, dann wird es für den Glauben gefährlich. Auch in frommsten Kreisen verlieren wir den wahren Gott dann aus den Augen, wenn wir meinen, alles verstanden zu haben, alles erklären zu können, alles zu wissen. Religiöse Führungsgestalten, die mit diesem Anspruch auftreten und vielleicht noch die Welt in „gut“ und „böse“ unterteilen, führen uns von Gott weg.
  • Gott ist nahe, Gott ist da: eigenartiger Weise ist das der eigentliche Kontext der Gottsuche. Wir suchen den, der da ist. Darin steckt die Erkenntnis: Gott gibt es nicht im Taschenformat. Man kann ihn nicht besitzen oder managen. Gott ist da, aber er ist unendlich größer und anders als jedes Bild, das ich mir von ihm machen kann. Gott ist nicht da, indem ich ihn verstehe und durchschaue, sondern er ist da, indem er selbst mich trägt und hält und leitet.
  • Niemand hat Gott je geschaut, aber wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet (1 Joh 4, 12).  „In der liebenden Begegnung mit dem Bruder leuchtet uns das Bild Christi auf, geschieht Epiphanie: im Lächeln des Kindes, im Blick des geliebten Menschen, im dankbaren Auge des Beschenkten, im sorgendurchfurchten Gesicht des Kranken – in jeder liebenden Bewegung des Herzens, in jedem Dank, jedem Du“. (Rudolf Pesch – zitiert nach Schott Tagesimpuls)
  • Das Bildmotiv der Aktion „Gott ist nahe“: das Kind, die Familie mit dem Stern. Die Sterndeuter, das sind wir! Vielleicht oft gerade unsere Kinder, die Kleinsten. Hören wir auf das, was sie uns zu sagen haben, machen wir uns mit ihnen auf den Weg. In der religiösen Erziehung geht es nicht darum, als Erwachsene fertig gemacht zu sein und Bescheid zu wissen. Es geht darum, selbst einen Weg zu gehen und sich den Weg zeigen zu lassen. Welchen Stern zeigen euch eure Kinder, Neffen und Enkel?

Reinhard Demetz

Auf ins Leben, denn Gott ist da

Predigtimpuls 2021 zur Aktion "Gott ist nahe"

Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

(Mk 1,9-11 = Abschnitt aus dem Evangelium Mk 1,7-11 - Lesejahr B - 2021)

Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. 
(Lk 3,21-22 = Abschnitt aus dem Evangelium Lk 3,15-16.21-22 - Lesejahr C - 2022)

Botschaft:

Gott ist bei dir. Du bist sein geliebtes Kind. Darum kannst und sollst du seine Liebe hinaustragen in die Welt. Gottes Geist befreit zum Leben.

Predigtelemente:

Lesejahr B: Markus setzt die Erzählung von der Taufe Jesu ganz an den Anfang seines Evangeliums. Es gibt in seinem Evangelium keine Weihnachtsgeschichte, keine Erzählungen aus der Kindheit Jesu. Während Matthäus (Lesejahr A) und Lukas (Lesejahr B) am Anfang ihrer Evangelien der irdischen Abstammung Jesu und seiner menschlichen Geburt Aufmerksamkeit widmen, interessiert sich Markus vor allem für Jesu “Geburt von oben” (Joh 3,3). Als entscheidenden Moment macht Markus hier die Taufe Jesu im Jordan aus. Auch für uns gibt es gleichsam zwei Momente der Geburt: die Geburt ins irdische, physische Leben und die Geburt in das Leben als Kinder Gottes. Auch für uns ist die Taufe der entscheidende Moment, mit dem wir hineingenommen sind in die Wirklichkeit des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. “Du bist mein geliebter Sohn”: lassen wir diese Worte nochmals in uns nachklingen. In diesem “Du” ist nicht nur Jesus allein gemeint. Auch wir sind durch die Taufe mit hineingenommen in dieses Geschehen. “Du”, ja genau Du bist mein geliebter Sohn.

Lesejahr C: Lukas erzählt die Taufe am Jordan als Wendepunkt im Leben Jesu: es ist die Schlüsselerfahrung seiner Sendung. “Du bist mein geliebter Sohn”: in diesem “Du” ist nicht nur Jesus allein gemeint. Auch wir sind durch die Taufe mit hineingenommen in dieses Geschehen. “Du”, ja genau Du bist mein geliebter Sohn. Auch für uns ist die Taufe der entscheidende Moment, mit dem wir hineingenommen sind in die Sendung Jesu Christi, als geliebte „Söhne“.

***

Fast möchte man gleich dazufügen “meine geliebte Tochter” - so würde es unserem heutigen Empfinden entsprechen. Doch lohnt es sich - bevor dieser richtige Schritt gemacht wird - noch kurz beim “Sohn” stehen zu bleiben. Lukas zitiert hier Psalm 2,7. Dieser Psalm ist einer der Thronbesteigungspsalmen, d.h. eines der Gebete und Lieder, die bei der Krönung eines Königs verwendet wurden. Mit “Sohn” ist hier nicht einfach ein Kind gemeint, sondern der Kronprinz, der Thronfolger, der gerufen ist, das Amt und das Vermächtnis der Königs zu übernehmen. “Mein Sohn bist du” heißt also soviel wie: ich sende dich, du bist mein Statthalter, du bist mein Beauftragter.  In der Taufe sind wir alle in diesem Sinne “Söhne” Gottes geworden: Gott schenkt uns seine Liebe und macht uns dabei zu Gesandten, zu seinen Stellvertretern als Boten der Liebe. Und selbstverständlich gilt das auch für die “Töchter”.

Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter: das Geheimnis der Taufe ist in dieser einen Zusage schon ganz enthalten. Gott nimmt mich an in Liebe und er macht mich zum Boten seiner Liebe. Er beschenkt und beauftragt mich mit seiner Liebe.

Die Weihwasserbecken am Eingang unserer Kirche haben hier einen wichtigen Zweck. Sie erinnern uns daran, dass am Anfang unseres Christseins nicht eine Leistung steht, sondern eine liebevolle Zusage: du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter.

Nun sind schon seit mehr als eineinhalb Jahren die Weihwasserbecken in unseren Kirchen leer und uns fehlt dadurch ein vertrauter Ritus. Vielleicht kann uns die gegenwärtige Situation aber auch helfen. Wie oft haben wir uns fast reflexartig mit dem Weihwasser bekreuzigt, ohne wirklich darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich tun? Aber auch ohne Weihwasser können wir uns neu auf die schöne Symbolik des Ritus besinnen, den wir beim Eintreten und Verlassen der Kirche vollziehen.

Mit dem Ritus beim Betreten und Verlassen der Kirche erinnern wir uns an die Zusage, dass Gott uns in der Taufe annimmt, sodass wir jederzeit voll Vertrauen zu ihm kommen können. Unser Leben ist in seiner Hand geborgen, auch wenn es manchmal schwer ist und auch wir selbst nicht vollkommen sind.  Gott nimmt uns an, so wie wir sind. Er vertraut uns seine Frohbotschaft an, die wir als als Boten und Botinnen, als Werkzeug seiner Liebe in die Welt tragen sollen.

Das heutige Fest der Taufe des Herrn ist eine gute Gelegenheit, das Kreuzzeichen beim Betreten und Verlassen der Kirche ins Licht zu rücken. Wir bekreuzigen uns ganz bewusst und können das mit einem kurzen Gebet verbinden, das leicht auswendig zu lernen ist:

Kreuzzeichen beim Betreten der Kirche:
Im Wasser der Taufe
hast du mich in Liebe angenommen.
Zu dir komme ich im Gebet.

Kreuzzeichen beim Verlassen der Kirche:
Aus dem Wasser der Taufe
hast du mich in die Welt gesandt.
Mach mich zum Werkzeug deiner Liebe.

Evtl. hier Hinweise auf Materialien (Link) einbringen, die im Pfarrblatt oder am Schriftenstand zu finden sind.

Auch das Segnen mit Weihwasser zu Hause erinnert uns an unsere Taufe. Für die Eltern kann dies eine schöne Art sein, mit ihren Kindern gemeinsam auf dem Weg mit Gott zu bleiben. Ein kleiner Ausflug in die Kirche kann genauso wie das Segnen beim Verlassen des Hauses ein inniger Moment sein, um ins Gespräch zu kommen. Nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern werden dabei neu erleben, wie wohltuend es ist, sich von Gott angenommen zu wissen und so einander anzunehmen.

Gott wohnt mitten in unserem Alltag, in unseren vier Wänden! Er ist immer und überall da in unserem Leben. Dass wir von ihm angenommen und ebenso von ihm gesandt sind, daran erinnern uns die Weihwasserbrunnen, die wir in vielen Häusern haben.

So möchten wir mit dem Fest der Taufe des Herrn dazu einladen, auch zu Hause den schönen Ritus des Segnens zu leben. Wenn Sie ihr Kind mit Weihwasser segnen, ist das eine Erinnerung an die Taufe und es können sich liebevolle Rituale entwickeln. Der Segen ist Ausdruck der Gewissheit,  dass Gott sich dir/uns zuwendet und dich/uns als Botinnen und Boten seiner Liebe sendet.

Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter

Reinhard Demetz