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Coronavirus und Maßnahmen der Diözese: Fragen und Antworten

STAND: 26. Juni 2020 | Generalvikar Eugen Runggaldier: "Im Zusammenhang mit den Maßnahmen gegen die Verbreitung der Krankheit Covid-19 (Coronavirus disease 2019) haben sich so viele Priester und Laien an das Bischöfliche Ordinariat gewandt, um detailliertere Informationen zu erhalten, dass diese nicht einzeln beantwortet werden konnten. Auf die Fragen, die am häufigsten gestellt wurden, soll hiermit eingegangen werden. Doch zuvor wird nochmals darum gebeten, die Vorbeugemaßnahmen rigoros zu beachten. Als kirchliche Glaubensgemeinschaft wollen wir vor allem aus Solidarität zu den älteren und kränklichen Menschen unseren Beitrag leisten, damit die Ausbreitung des Virus eingedämmt wird."

Seit dem 18. Mai 2020 sind alle Gottesdienste in den Kirchen und Kapellen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Das betrifft die Eucharistiefeiern, die Wort-Gottes-Feiern, die Feier der Tagezeitenliturgie, Andachten, Kreuzwegandachten, gemeinsam gebetete Rosenkränze, Taufen, Sterbegottesdienste, usw.

Am 11. Juni 2020 hat die italienische Bischofskonferenz mit der Regierung vereinbart, dass nun auch wieder Prozessionen unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen möglich sind. Die Diözesanleitung empfiehlt, dass diese Lockerung in den Pfarreien mit dem Herz-Jesu-Fest zum Tragen kommt.

Gemeinschaftliche Feiern sind damit ab 18. Mai wieder erlaubt, wobei zum Schutz der Gesundheit aller, die Richtlinien einzuhalten sind, die eine Verbreitung des Corona-Virus verhindern sollen. Diese Richtlinien betreffen den Zugang zu den Kirchen, das Desinfizieren der Gotteshäuser, den Ablauf der Gottesdienste und die entsprechende Information der Gläubigen.

1. Zugang zu den Kirchen, um an Gottesdiensten teilzunehmen

Die Gläubigen sollen die Kirchen einzeln betreten und dabei jede Ansammlung von Menschen vermeiden, sei es in der Kirche selbst wie auch in anliegenden Räumen wie etwa der Sakristei.

Die Anzahl der Gläubigen, die an den Gottesdiensten teilnehmen können, ist begrenzt, damit auf jeden Fall gewährleistet ist, dass zwischen den Gläubigen nach allen Seiten hin mindestens ein Meter Sicherheitsabstand besteht. Es ist Aufgabe des gesetzlichen Vertreters der Pfarrei (in den meisten Fällen der Pfarrer) festzulegen, wie viele Gläubige in der Kirche Platz haben, damit der genannte Sicherheitsabstand eingehalten wird.

An jedem Eingang zur Kirche muss eine Person stehen, welche den Zugang der Gläubigen regelt. Diese Personen müssen einen Mundschutz tragen, Einweghandschuhe und ein Zeichen, das sie als Zuständige für den Ordnungsdienst ausweist. Diese Personen haben dafür zu sorgen, dass beim Eintritt in die Kirche die Vorschriften eingehalten werden und dass nicht mehr Gläubige das Gotteshaus betreten, als vorgesehen ist. Falls viel mehr Gläubige erwartet werden, als die Kirche fassen darf, soll überlegt werden, zusätzliche Gottesdienste zu feiern.

Beim Eintreten in die Kirche sollen die Gläubigen voneinander einen Abstand von eineinhalb Metern halten. Es kann überlegt werden, einige Kirchentüren nur als Eingang, andere nur als Ausgang zu definieren. Auf jeden Fall sollen vor und nach dem Gottesdienst die Kirchentüren offen sein, damit die Gläubigen den Kirchenraum zügig betreten sowie verlassen können und nicht die Türklinke berühren müssen.

Alle, die eine Kirche betreten, um an einem Gottesdienst teilzunehmen, müssen einen Schutz tragen, der Mund und Nase bedeckt. Menschen, die Grippesymptome, eine Körpertemperatur von mehr als 37,5° C haben oder in den Tagen zuvor mit Personen in Kontakt waren, die auf Sars-CoV-2 positiv getestet wurden, dürfen den Kirchenraum nicht betreten.

Wenn möglich soll dafür Sorge getragen werden, dass Menschen mit Behinderung die Kirche betreten und an einem geeigneten Ort an Gottesdiensten teilnehmen können.

An den Kircheingängen soll den Gläubigen Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.

2. Desinfizierung der Kirchen

Die Gotteshäuser, die Sakristeien eingeschlossen, müssen nach jedem Gottesdienst desinfiziert werden. Dabei sind die Oberflächen mit geeigneten Mitteln zu reinigen. Ebenso soll der Kirchenraum gut gelüftet werden.

Die Gefäße, Gläschen und alle anderen Geräte sowie die Mikrofone, die beim Gottesdienst verwendet wurden, sind nach jedem Gottesdienst zu desinfizieren.

Die Weihwasserbecken werden weiterhin nicht aufgefüllt.

3. Hinweise für die Feier der Gottesdienste

Um alle Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, soll die Anzahl der Konzelebranten und liturgischen Dienste auf ein Minimum reduziert werden. Alle sollen den vorgesehenen Sicherheitsabstand voneinander halten.

An den Gottesdiensten dürfen Organisten mitwirken, nicht aber Chöre.

Die Gläubigen sollen beim Friedensgruß jeden Körperkontakt vermeiden.

Update 26. Juni 2020: Nachdem der Priester selber die Kommunion empfangen hat, soll er seine Hände mit einem geeigneten Mittel desinfizieren und teilt dann die hl. Kommunion – ohne Einweghandschuhe anziehen zu müssen – aus. Es wird eigens betont, dass die Kommunion nur auf die Hand gereicht werden darf und zwar so, dass die Hand nicht berührt wird. Dasselbe gilt auch für Kommunionhelferinnen und –helfer. Auch die Gläubigen sollen beim Kommunionempfang die Sicherheitsabstände einhalten.

Es ist davon abzuraten, dass in der Kirche Gebets- und Gesangbücher oder andere Zeitschriften aufliegen.

Die Kollekte soll nicht während des Gottesdienstes eingesammelt werden. Dafür sollen an den Kircheingängen oder anderen geeigneten Orten Behälter aufgestellt werden.

All diese genannten Maßnahmen, die dem Schutz der Gläubigen vor einer eventuellen Ansteckung durch den Corona-Virus dienen, gelten nicht nur für die Eucharistiefeiern, sondern auch für folgende Gottesdienstformen: Tauffeier, Eheschließung, Feier der Krankensalbung, Feier eines Begräbnisses. Bei Salbungen, wie sie bei der Tauffeier und der Feier der Krankensalbung vorgesehen sind, muss der Spender des Sakramentes Einweghandschuhe tragen.

Das Sakrament der Versöhnung soll an einem Ort gefeiert werden, der groß genug ist, damit eine gute Luftzirkulation herrscht. Bei der Feier selbst soll einerseits der Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter eingehalten werden wie auch für die nötige Diskretion gesorgt werden. Sowohl der Priester wie auch die Personen, die beichtet, müssen einen Mundschutz tragen.

4. Entsprechende Information an die Gläubigen

Im Eingangsbereich jeder Kirche müssen die für die Gläubigen wichtigsten Informationen angeschlagen werden. Auf jeden Fall müssen diese Folgendes enthalten:

- Angabe der Höchstzahl von Gläubigen, die zu Gottesdiensten kommen dürfen (diese hängt von der Größe der Kirche ab und muss vom gesetzlichen Vertreter bestimmt werden);

- Verbot die Kirche zu betreten für Personen, die Grippesymptome, eine Körpertemperatur von mehr als 37,5° C haben oder in den Tagen zuvor mit Personen in Kontakt waren, die auf Sars-CoV-2 positiv getestet wurden;

- die Pflicht, den vorgesehenen Sicherheitsabstand einzuhalten, die Hygienvorschriften (sich die Hände waschen) zu beachten sowie einen Schutz zu tragen, der Mund und Nase bedeckt.

5. Weitere Anregungen

Wo es die Umstände nicht möglich machen, dass in einer Kirche unter Beachtung der genannten Vorsichtsmaßnahmen Gottesdienst gefeiert werden kann, dürfen Gottesdienste auch im Freien gefeiert werden, wobei darauf zu achten ist, dass dies in würdiger Weise geschieht und die Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Wer aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht am Gottesdienst teilnehmen kann, ist von der Sonntagspflicht befreit.

Es wird empfohlen, dass nach wie vor Gottesdienste über verschiedene Kommunikationsmittel wie Radio und Internet ausgestrahlt werden, da nicht alle Gläubige zu Gottesdiensten in die Kirche kommen können.

 

Öffentliche Gottesdienste ab 18. Mai: Ergänzende Hinweise des Generalvikars

In Anbetracht der Umstände und der unsicheren Prognosen hat die Diözesanleitung entschieden, dass die Erstkommunionfeiern auf den Herbst 2020 oder den Frühling 2021 verschoben werden sollen. So ist es möglich, dass die Hinführung der Kinder zur Eucharistie, die Vorbereitung des Gottesdienstes selbst und eine Feier der Erstkommunion, wie wir es gewohnt sind, gewährleistet sind. Ebenso soll die Erstbeichte, wo sie noch nicht gefeiert wurde, verschoben werden.

Verstorbene sollen nicht daheim aufgebahrt werden, sondern in den dafür vorgesehenen Kapellen am Friedhof oder in der Nähe der Pfarrkirche. Der Aufbahrungsort des Verstorbenen wird zu den gewohnten Zeiten offen sein. Am Aufbahrungsort des Verstorbenen sollen die Trauernden immer einen Abstand von einem Meter voneinander halten und einen Mund-Nasenschutz tragen. 

Es ist darauf zu achten, dass sich keine größere Gruppen von Menschen versammeln, um gemeinsam den „Seelenrosenkranz“ zu beten. Dieser kann unter Einhaltung der seit 18. Mai gültigen allgemeinen Regelungen für die Gottesdienste in der Pfarrkirche gebetet werden. Weiterhin können die Trauernden auch daheim in der Familie oder allein beten (Totengebet „Sterberosenkranz“ in der Hausgemeinschaft). 

Das Besprengen des Sarges mit Weihwasser soll unterlassen werden. Stattdessen sollen die Trauernden ein Kreuzzeichen machen und sich vor dem Sarg verneigen.

Für Begräbnisfeiern gelten seit 18. Mai die Regelungen für Gottesdienste im Allgemeinen: https://www.bz-bx.net/de/news/detail/gemeinsam-gottesdienst-feiern-ab-18-mai-wieder-moeglich.html

Die bei Begräbnisfeiern stattfindenden Prozessionen (vom Haus des Verstorbenen zur Kirche, von der Kirche zum Friedhof) entfallen bis auf weiteres. Begräbnisgottesdienste können zur Gänze auf dem Friedhof oder in der Kirche gefeiert werden. Findet die Feier in der Kirche statt, wird der Leichnam vor Beginn der Feier in die Kirche gebracht. Es besteht auch die Möglichkeit, den ersten Teil des Gottesdienstes in der Kirche zu feiern und sich für die abschließenden Riten auf dem Friedhof zu einzufinden.
 
Für die Trauernden, die in der Kirche aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl nicht mitfeiern können, kann eine Übertragung mittels Lautsprecher ins Freie erfolgen. Trauernde können aber auch weiterhin daheim beten, sobald die Glocken darauf hinweisen, dass nun die Begräbnisfeier stattfindet (Hausgebet während einer Begräbnisfeier).
 
Am Friedhof und im Freien ist der Abstand von 1 Meter und das Tragen des Mund-Nasenschutzes Pflicht.

Schwerkranke Menschen dürfen daheim besucht werden, wenn sie die Kommunion, die Krankensalbung oder den Empfang des Sakramentes der Versöhnung wünschen. Auf jeden Fall muss auch hier möglichst der Abstand von einem Meter zwischen den Anwesenden eingehalten werden.

Grundsätzlich gilt: Alle, die nicht gerade einen Text vortragen oder vorsingen müssen, tragen einen Schutz, der Mund und Nase bedeckt.

Das Sakrament der Versöhnung wird weiterhin gefeiert. Allerdings soll darauf geachtet werden, dass zwischen der Person, die beichtet, und dem Priester ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird. Es soll vermieden werden, das Sakrament in einem schlecht durchlüfteten Beichtstuhl zu feiern. Alternativ dazu könnte das Sakrament in den Kirchenbänken gefeiert werden unter Beachtung der nötigen Diskretion.

In einem amtlichen Schreiben informierten Bischof Ivo Muser und Generalvikar Eugen Runggaldier am 24. März im Detail über die Vorgaben zu Beichte, Generalabsolution und Ablass in der jetzigen – durch das Coronavirus ausgelöste - Ausnahmesituation: Webseite

Grundsätzlich gilt: Alle, die nicht gerade einen Text vortragen oder vorsingen müssen, tragen einen Schutz, der Mund und Nase bedeckt.

Die wichtigsten caritativen Einrichtungen bleiben weiterhin offen, wobei unbedingt der Abstand von einem Meter zwischen den Anwesenden eingehalten werden muss.

Es darf nämlich nicht passieren, dass die schwächsten Glieder der Gesellschaft unter der gegenwärtigen Ausnahmesituation noch mehr leiden als alle anderen.

Priester, Diakone und andere kirchliche Dienste sollen auf ihren Eigenschutz achten. D.h. dass sie die Hygienevorschriften beachten sowie einen Meter Abstand zu allen anderen Personen halten. Sollten sie sich unwohl fühlen, dürfen sie auf keinen Fall Dienste ausüben, sondern sollen daheim bleiben, um eine möglich Ansteckung anderer zu vermeiden.