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Coronavirus und Maßnahmen der Diözese: Fragen und Antworten

STAND: 24. März 2020 | Generalvikar Eugen Runggaldier: "Im Zusammenhang mit den Maßnahmen gegen die Verbreitung der Krankheit Covid-19 (Coronavirus disease 2019) haben sich in den letzten Tagen so viele Priester und Laien an das Bischöfliche Ordinariat gewandt, um detailliertere Informationen zu erhalten, dass diese nicht einzeln beantwortet werden konnten. Auf die Fragen, die am häufigsten gestellt wurden, soll hiermit eingegangen werden. Doch zuvor wird nochmals darum gebeten, die Vorbeugemaßnahmen rigoros zu beachten. Als kirchliche Glaubensgemeinschaft wollen wir vor allem aus Solidarität zu den älteren und kränklichen Menschen unseren Beitrag leisten, damit die Ausbreitung des Virus eingedämmt wird."

 

 

 

Es ist der eindringliche Appell ergangen, die Häuser nur aus gutem Grund zu verlassen. Die Kirchen bleiben aber zu den gewohnten Zeiten offen und dürfen, außerhalb der Gottesdienstzeiten für das persönliche Gebet aufgesucht werden.

Wie bereits mitgeteilt, sind alle Gottesdienste in den Kirchen und Kapellen ausgesetzt. Das betrifft die Eucharistiefeiern, die Wort-Gottes-Feiern, die Feier der Tagezeitenliturgie, Andachten, Kreuzwegandachten, gemeinsam gebetete Rosenkränze, Taufen, Sterbegottesdienste, Prozessionen usw.

Auch in der Karwoche und zu Ostern müssen die Gottesdienste in den Kirchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert werden. Dies geben Bischof Ivo Muser und Generalvikar Eugen Runggaldier in einer amtlichen Mitteilung der Diözese (30. März 2020) bekannt. Die Gläubigen können Hausgottesdienste feiern oder die Messen im Radio, TV oder Internet live mitfeiern.

 

„Die Fastenzeit führt uns auf Ostern hin. So wie in diesen Tagen werden auch die Gottesdienste in der Karwoche und am Osterfest hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert werden. Die Gläubigen sollen sich daheim als Hausgemeinschaft versammeln oder sich allein im Gebet mit der ganzen Kirche verbinden“, schreiben Diözesanbischof Muser und Generalvikar Eugen Runggaldier in ihrer amtlichen Mitteilung.

Für die Hausgottesdienste werden Vorlagen zur Verfügung gestellt, die über die Homepage der Diözese (www.bz-bx.net) aufrufbar sind. Zudem können die Gläubigen die Liturgie auch über die Medien mitverfolgen, entweder über den Pfarrsender, die Kirchensender oder andere Medien. Der Gottesdienst muss live übertragen werden und kann nicht aufgenommen und zeitversetzt gesendet werden. „Die Gläubigen sollen über die Gottesdienstzeiten informiert werden, damit sie sich im Gebet miteinander verbinden können“, schreibt die Diözesanleitung.

Am Gründonnerstag um 18.00 Uhr läuten alle Glocken aller Kirchen in unserer Diözese für zehn Minuten. Dasselbe geschieht in der Osternacht um 22.00 Uhr und am Ostersonntag um 12.00 Uhr. „Sie verkünden den Höhepunkt des Kirchenjahres und verbinden uns im Gebet und in der Hoffnung mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen“, erklären Bischof Muser und Generalvikar Runggaldier.

 Die Italienische Bischofskonferenz hat Weisungen erlassen, wie die Gottesdienste in der Heiligen Woche gefeiert werden sollen. Diese werden in der amtlichen Mitteilung der Diözese ebenfalls wiedergegeben und richten sich speziell an die Priester, die die Gottesdienste feiern.  Unter anderem heißt es darin, dass die Liturgie zum Palmsonntag ausschließlich im Kircheninneren gefeiert wird und am Gründonnerstag die Fußwaschung ausfällt. Bei der Feier des Karfreitag wird  bei den so genannten Großen Fürbitten eine weitere Fürbitte eingefügt, die sich auf die Coronakrise bezieht. Auch die Osternacht wird ausschließlich im Kircheninneren gefeiert, das Entzünden des Feuers fällt genauso aus, wie etwaige Taufen.

Alle diese Feiern dürfen nur im engsten Kreis der wichtigsten liturgischen Dienste gefeiert werden. Zusätzlich dürfen maximal zwei Personen anwesend sein, die sich um die Übertragung des Gottesdienstes über die Medien kümmern.

Die traditionelle Chrisammesse am Gründonnerstag wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Italienische Bischofskonferenz wird dafür einen gemeinsamen Termin vorschlagen. Im Notfall steht es den Priestern zu, Öl für die Krankensalbung zu weihen, falls sie keines mehr haben.

Wenn es den Gläubigen möglich ist, am Palmsonntag Ölzweige oder grüne Zweige bzw. am Ostersonntag Osterspeisen im Haus herzurichten, dann erfolgt die Segnung entweder im Rahmen des Gottesdienstes, der über die Medien übertragen wird, oder im eigenen Hausgottesdienst. Weihwasser wird zu Ostern nicht verteilt. Die Kirchen sollen den gegebenen Möglichkeiten entsprechend unter Beachtung der geltenden Vorsichtsmaßnahmen geschmückt werden.

Das amtliche Schreiben im Wortlaut gibt’s hier: https://www.bz-bx.net/de/news/detail/weisungen-ostern-2020.html

Erstkommunionen, die vielerorts am Weißen Sonntag gefeiert werden, sollen wie geplant stattfinden, vorausgesetzt die Feier von Gottesdiensten ist dann wieder möglich. Die Eltern sollen bis dahin die Vorbereitung auf die Erstkommunion übernehmen bzw. sollen die ausgefallenen Gruppentreffen der Erstkommunionkinder nach der Erstkommunion nachgeholt werden.

Der Herr Bischof hat gebeten, dass die Priester täglich die Eucharistie feiern. Sie schließen dabei alle Menschen der Pfarrei, vor allem die Kranken, ins Gebet ein. Diese Feier muss bei verschlossenen Türen stattfinden, da eine Ansammlung von Menschen vermieden werden soll. Wo dies möglich ist, soll der Gottesdienst über den Pfarrsender ausgestrahlt werden, damit die Gläubigen über Radio den Gottesdienst in der eigenen Pfarrkirche mitfeiern können. Darüber hinaus können Gläubige die hl. Messe über andere Radiosender bzw. das Fernsehen oder das Internet mitfeiern.

Eucharistiefeiern im Freien, auch wenn die Gläubigen einen Sicherheitsabstand von einem Meter einhalten, sind nicht möglich, da Menschenansammlungen nicht gestattet sind.

An den folgenden Sonntagen sollen die Gläubigen die Eucharistiefeier über den Pfarrsender oder andere Radiosender, Fernsehanstalten oder das Internet mitfeiern. Ebenso werden sie eingeladen, daheim die Sonntagslesungen zu lesen und gemeinsam zu beten.

Verstorbene sollen nicht mehr daheim aufgebahrt werden, sondern in den dafür vorgesehenen Kapellen am Friedhof oder in der Nähe der Pfarrkirche. Der Aufbewahrungsort des Verstorbenen wird zu den gewohnten Zeiten offen sein. Es ist zu vermeiden, dass sich größere Gruppen von Menschen versammeln, um gemeinsam den „Seelenrosenkranz“ zu beten. Diesen mögen die Trauernden daheim in der Familie oder allein beten. Am Aufbewahrungsort des Verstorbenen sollen die Trauernden immer einen Abstand von einem Meter voneinander halten. Das Besprengen des Sarges mit Weihwasser soll vermieden werden. Dafür sollen die Trauernden ein Kreuzzeichen machen und sich vor dem Sarg verneigen.

Die Feier der Verabschiedung findet am Friedhof statt. Dafür wurde eine Handreichung ausgearbeitet, die auf der Homepage der Diözese abrufbar ist. Die Feier soll kurz sein. Die Glocken sollen geläutet werden. Anwesend sind nur die engsten Verwandten, die voneinander einen Abstand von einem Meter halten. Die übrigen Trauernden beten daheim, vor allem sobald die Glocken darauf hinweisen, dass nun die Verabschiedung am Friedhof stattfindet. Für das Gebet daheim findet sich auf der Homepage der Diözese ebenfalls eine Handreichung. Ministrantinnen und Ministranten sollen nicht daran teilnehmen. Der Vorsteher der Feier besprengt als Einziger den Sarg mit Weihwasser. Die übrigen Gläubigen verabschieden sich vom Verstorbenen mit einem Kreuzzeichen und einer Verbeugung vor dem Sarg.

Schwerkranke Menschen dürfen daheim besucht werden, wenn sie die Kommunion, die Krankensalbung oder den Empfang des Sakramentes der Versöhnung wünschen. Auf jeden Fall muss auch hier möglichst der Abstand von einem Meter zwischen den Anwesenden eingehalten werden.

Das Sakrament der Versöhnung wird weiterhin gefeiert. Allerdings soll darauf geachtet werden, dass zwischen der Person, die beichtet, und dem Priester ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird. Es soll vermieden werden, das Sakrament in einem schlecht durchlüfteten Beichtstuhl zu feiern. Alternativ dazu könnte das Sakrament in den Kirchenbänken gefeiert werden unter Beachtung der nötigen Diskretion.

In einem amtlichen Schreiben informierten Bischof Ivo Muser und Generalvikar Eugen Runggaldier am 24. März im Detail über die Vorgaben zu Beichte, Generalabsolution und Ablass in der jetzigen – durch das Coronavirus ausgelöste - Ausnahmesituation: Webseite

Die wichtigsten caritativen Einrichtungen bleiben weiterhin offen, wobei unbedingt der Abstand von einem Meter zwischen den Anwesenden eingehalten werden muss.

Es darf nämlich nicht passieren, dass die schwächsten Glieder der Gesellschaft unter der gegenwärtigen Ausnahmesituation noch mehr leiden als alle anderen.

Priester, Diakone und andere kirchliche Dienste sollen auf ihren Eigenschutz achten. D.h. dass sie die Hygienevorschriften beachten sowie einen Meter Abstand zu allen anderen Personen halten. Sollten sie sich unwohl fühlen, dürfen sie auf keinen Fall Dienste ausüben, sondern sollen daheim bleiben, um eine möglich Ansteckung anderer zu vermeiden.