Zum Hauptinhalt springen
Predigten

Dankgottesdienst zum Jahresschluss

Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir in wenigen Stunden aus dem Jahr 2013 heraus- und in das neue Jahr 2014 hineintreten, dann nimmt jeder Einzelne von uns das eigene Leben mit. Es sind die vielfältigen und unterschiedlichen Ereignisse und Erlebnisse, die schönen und schweren Stunden, es sind die Sternstunden wie auch die Unglücksmomente, es sind Freuden und Leiden wie auch das Lachen und die Tränen. Nichts davon können wir ablegen, wir nehmen es mit, es gehört zu uns dazu.Werden wir im neuen Jahr die Schätze und Perlen entdecken, für die das Evangelium uns gewinnen will?Unser Glaube ist der größte Schatz, den wir besitzen. Er ist uns von Gott geschenkt und anvertraut, ihn zu vervielfachen. Doch wie sieht dieses Glaubensleben bei uns selbst und in unserer Diözese aus? Hat der Glaube noch Kraft, kann er noch überzeugen? Stehen wir für die eigene Glaubensüberzeugung ein in der eigenen Familie und im Freundeskreis, aber auch im Raum der Öffentlichkeit? Verstehe ich meinen Glauben als Privatangelegenheit oder zeigt er sich in meiner Lebenseinstellung, in meiner Lebensführung, in meinen Lebensentscheidungen? Übersetzt sich mein Glaube in meine Haltung zum Geld, zum Besitz, zu brennenden sozialen Fragen? Zeigt sich mein Glaube in meiner sozialen und auch politischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft? Ist das Phänomen der „Krise“, die auch in diesem Jahr in aller Munde war, nicht auch Ausdruck der geistigen Armut einer Zeit, die vorwiegend in Kategorien von Macht, Profit und Erfolg denkt? Hat der Wertewandel uns nicht zu weit weggeführt von überkommenen Werten wie Verantwortung tragen, Gemeinsinn üben, Bereitschaft zum Teilen? Gibt es unter uns nicht eine zu starke Orientierung auf Eigennutz, Selbstverwirklichung und eine Überbewertung des Konsums? Was darf der Glaube mir kosten?Der Glaube ist nur lebendig und kann sich nur entfalten, wenn wir mit unserem Gott im betenden Gespräch leben, wenn Gott für uns kein namensloses Es, sondern ein persönliches Du ist. Ein Glaube ohne Gottesbeziehung und ohne das Handeln aus dieser Beziehung heraus, ohne Taten, ist ein toter Glaube! Das Gebet in all seinen Formen ist wie eine Perle, die unserem Glaubensschatz seinen Glanz verleiht. Ihn müssen wir uns gut bewahren und hüten – nie dürfen wir ihn aus den Augen verlieren. Ohne das Gebet werden wir ziel- und orientierungslos!Un altro tesoro da scoprire e da custodire sono tutte le persone che credono con noi e che ci appartengono. Sono i nostri bambini e giovani che a loro modo si impegnano nella Chiesa. Si presentano in modi diversi e anche se sono soltanto pochi, vale la pena custodire questo tesoro.Quanto è prezioso il tesoro dei sacerdoti e dei religiosi, di tanti uomini e donne che si assumono delle responsabilità, affinché la luce della fede non si spenga nelle nostre comunità parrocchiali, nei nostri paesi e nelle nostre città e che la voce del Vangelo non venga ignorata nella nostra terra!Ci sono però anche gli anziani, gli ammalati e le tante persone silenziose e fedeli tra di noi che danno a questo tesoro non soltanto il suo grande valore ma anche la sua dignità. Di che cosa non dovremmo ringraziarli?Un altro tesoro importante che teniamo in mano è la Parola di Dio e i sacramenti. Nella parola della Sacra Scrittura Dio non smette di dialogare con noi e quando riceviamo i sacramenti, ci dona la sua salvezza, ci rende santi per la vita qui in questo mondo e per la vita definitiva che ci attende presso di LUI.Che cosa significa per noi la Parola di Dio? L’ascoltiamo dallo sciame di voci del nostro tempo rumoroso? Ascoltiamo soltanto ciò che ci piace? Incontriamo in questa parola la santità di Dio, il suo disegno su di noi e le sue vie per noi e per il nostro tempo che sono superiori ai nostri progetti e alle nostre vie? Come viviamo i sacramenti? Come rituali, eventi, celebrazioni umane oppure come perle di fede? Che cosa facciamo perché tutti i sacramenti nella nostra vita di fede personale e comunitaria si possano sperimentare come tesoro: il battesimo, la cresima, l’eucaristia, la confessione, l’unzione degli infermi, il matrimonio e il sacramento dell´ordine?Unser Glauben, die Menschen und die Begegnungen untereinander sowie das Wort Gottes und der Empfang der Sakramente sind die wahren Schätze, die unser Leben und unsere Kirche reich machen. Keine Aktien, keine Immobilien, kein Geld, keine Machtposition kommen all dem gleich und können das wahre Leben geben. Wer die Schätze des Glaubens und der Menschlichkeit gefunden und ihren Wert erkannt hat, braucht keine Angst und keine Sorge vor der Zukunft zu haben. Gott selber ist unser Schatz!Perlen, die es gilt in ihrem tieferen Wert und in ihrer Kostbarkeit zu verinnerlichen, sind für mich auch jene Ereignisse, die mit dem Jahr 2013 verbunden bleiben: Das „Jahr des Glaubens“, das uns gewinnen wollte für die Kraft und die Schönheit des christlichen Bekenntnisses, aber auch für eine neue Entschiedenheit im Glauben. Die Gestalt von Papst Benedikt, dem unsere Kirche viel verdankt und der durch sein theologisches Lebenswerk, durch sein mutiges, richtungsweisendes Wort und durch seine Entscheidung vom 11. bzw. 28. Februar dieses Jahres den weiteren Weg der Kirche prägen wird. Das Geschenk des neuen Papstes Franziskus, der uns mit großer innerer Freiheit und mit herausfordernden, unbequemen Worten und Gesten mit der Sprengkraft des Evangeliums und mit der Notwendigkeit der Umkehr konfrontiert. Unsere Diözesansynode, die ich genau heute vor einem Jahr von diesem Ort aus angekündigt habe, und die jetzt uns alle braucht; sie will uns helfen und ermutigen, dass wir uns unter das Wort Gottes stellen und dass wir uns als gläubige Menschen unserer Zeit zuwenden, nicht verbissen, mutlos und resigniert, sondern in Freude und Hoffnung.Entriamo nel 2014 con questi tesori e con grande, profonda fiducia, coraggio, senza perdere mai la speranza. La speranza cristiana non è un slogan di resistenza. Ha il suo fondamento in Gesù Cristo, dalla cui nascita contiamo i nostri anni. Per ciò che ci accadrà, per ciò che dovremo affrontare, ci daranno forza la speranza e la fiducia nella guida e nella presenza di Dio che si dona a noi nel volto umano di Gesù. Che il nostro futuro sia colmo di fede!Es wird ein gutes Jahr werden, wenn wir, wie man heute oft sagt, die Prioritäten richtig setzen. Bindung an den lebendigen Gott ist notwendiger denn je, wo es auch im geistigen Bereich an Festigkeit, Beständigkeit, Treue und Klarheit fehlt, wo man oft das Ideal darin erblickt, alles in Frage zu stellen, alles schlecht zu reden, alles zu verdächtigen. Die Bindung an den lebendigen Gott, der sich in der Menschwerdung Jesu für uns und unsere Welt entschieden hat, lässt uns die Orientierungslosigkeit überwinden. Durch ihn kommt eine Perspektive in unser Leben hinein, die uns nur der Glaube schenken kann. Geben wir diesem Gott jenen Platz, der nur ihm zusteht! Unsere Zukunft steht nicht in den Sternen und sie ist nicht zu gewinnen aus einem Horoskop. Die Zukunft erwarten gläubige Menschen von Gott. ER ist die große Entlastung und die kostbare Perle an der Schwelle zum neuen Jahr!Ich wünsche uns an diesem Silvesterabend nur eines: Dass wir als Christen diesen Jahreswechsel begehen. „Herr, auf dich vertraue ich; in deine Hände lege ich mein Leben. Dio di verità, tu mi hai redento; nelle tue mani affido il mio spirito“.