Das asketische Leben des hl. Laurentius war vorbildlich für viele seiner Zeitgenossen. Seine Predigten ließen ihn weithin bekannt werden, und obwohl Messfeiern bei ihm oft acht Stunden und noch länger dauerten, tat dies seiner Popularität keinen Abbruch. Die Kirche gedenkt heute auch des Propheten Daniel und der Heiligen Arbogast und Praxedis, so des Seligen Johann Baptist Jordan, Gründer der Salvatorianer und Salvatorianerinnen.
Laurentius von Brindisi hieß mit bürgerlichem Namen Giulio Cesare Russo. Nach dem frühen Tod seiner Eltern schloss er sich im Alter von 16 Jahren dem Kapuzinerorden an und erhielt hier den Namen Laurentius. Laurentius studierte in Padua und wurde Lektor in Venedig. Er war ein erfolgreicher Prediger und zeichnete sich durch ein vorbildliches Leben aus. Später wurde Laurentius Provinzial seines Ordens in der Toskana, in Venedig, in Genua, dann in der Schweiz, schließlich Stellvertreter des Generaloberen. Er führte den Kapuzinerorden auch in Deutschland und in Österreich ein verfasste zahlreiche Schriften, in denen er u.a. auch die Lehre der katholischen Kirche verteidigte. Deshalb trägt er den Ehrentitel „Doctor Apostolicus“. Laurentius war über den Orden hinaus auch im kirchenpolitischen Bereich tätig, unter anderem in wichtigen diplomatischen Missionen. Bei einer dieser Missionen starb er im Jahr 1619 in Lissabon. Laurentius von Brindisi wurde 1959 von Papst Johannes XXIII. zum Kirchenlehrer erhoben.
Der Prophet Daniel ist die Hauptfigur des biblischen Buches Daniel. Er gehört zu den so genannten vier großen Propheten. Daniel wurde um 605 vor Christus vom babylonischen König Nebukadnezar ins Exil nach Babylonien verschleppt, erhielt dort am königlichen Hof eine dreijährige Ausbildung und stand im Mittelpunkt mehrerer bekannter Ereignisse, unter anderem die Rettung aus der Löwengrube. Daniel deutete zudem für den König den Untergang der babylonischen Herrschaft. Daniel starb um 536 v. Chr. in Babylon. In Südtirol gibt es nur ein Kirchlein, das dem hl. Daniel geweiht ist, und zwar jenes am Kiechelberg oberhalb von Auer.
Arbogast kam um 550 als Missionar in das Elsass, ließ sich dort nieder und holte eines Tages den von einem Eber getöteten Sohn von König Dagobert II. von Austrasien ins Leben zurück. Dagobert II. ernannte Arbogast daraufhin zum Bischof von Straßburg. Hier wirkte Arbogast sehr segensreich, er ließ Kirchen und Klöster bauen und sorgte für das Aufblühen der Stadt. Schon zu Lebzeiten wurde er hoch verehrt. Eine Darstellung des hl. Arbogast findet sich im kreuzgang in Brixen.
Praxedis war nach einer Legende eine römische Jungfrau und Stifterin einer Kirche. Praxedis setzte sich für verfolgte Christen ein, in ihrer Zisterne bewahrte sie die Leichname von Märtyrern auf. Die Kirche San Prassede in Rom soll der Nachfolgebau der von ihr gestifteten Kirche sein. Das Grab der hl. Praxedis wurde in den Priscilla- Katakomben verehrt.
Johann Baptist Jordan wurde 1848 geboren. Er studierte in Freiburg Theologie und Philosophie und wurde 1878 zum Priester geweiht. Später kam er nach Rom, wo er 1881 die "Gesellschaft des Göttlichen Heilands", die "Salvatorianer". 1888 erfolgte gemeinsam mit Maria Theresia von Wüllenweber die Gründung des weiblichen Zweigs. Der Orden ist heute weltweit tätig, auch in Meran haben die Salvatorianerinnen eine Niederlassung. Diese wurde 1898 noch von Johann Baptist Jordan persönlich gegründet. Heute führen die Salvatorianerinnen in Meran ein Gästehaus sowie ein Mädchenheim. Johann Baptist Jordan starb am 8. September 1918 in Tafers in der Schweiz und wurde im Mai 2021 in Rom seliggesprochen.