Der heilige Kaiser Heinrich II. und seine Frau Kunigunde sind das einzige deutsche Herrscherpaar, das bisher heiliggesprochen wurde. Während Kunigundes Gedenktag im März gefeiert wird, gedankt man ihres Gatten Heinrich am heutigen 13. Juli. Weitere Personen, derer man heute gedenkt sind Silas, und Johannes Philipp Höver.
Heinrich II. ging als der "heilige Kaiser" in die Geschichte ein. Er wurde 973 als Sohn des Bayernherzogs Heinrich dem Zänkerer geboren und war ab 995 selber Herzog von Bayern. Nach dem Tod des mit ihm verwandten Kaisers Otto III. wählten die Fürsten den Bayernherzog zum deutschen König. Im Jahr 1004 wurde Heinrich in Rom, an der Seite seiner Gemahlin Kunigunde, zum römisch - deutschen Kaiser gekrönt. Der neue Kaiser war eine starke Persönlichkeit, ein zielbewusster Staatsmann, gebildet, humorvoll, klug und weitsichtig. Geschickt beraten von seiner besonnenen Gemahlin, sicherte der Kaiser dem Reich eine ungewöhnlich lange Friedenszeit. Als tiefreligiöser Herrscher gründete er das Bistum Bamberg im Herzogtum Mainfranken, unterstützte mit viel Einsatz die Klosterreform-Bewegung und hatte dabei engen Kontakt zum Reformabt Odilo von Cluny. Heinrich II. war der letzte Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Er nannte sich Herrscher "von Gottes Gnaden", weil er seine kaiserliche Würde als Verpflichtung gegenüber Gott ansah. In späteren Jahrhunderten wurde dieser Titel von anderen Herrschern vollkommen anders ausgelegt und aufgefasst. - Der "heilige Kaiser" starb am 13. Juli 1024. Seine Verehrung breite sich bald über ganz Mitteleuropa aus.
Silas, auch Silvanus genannt, war ein angesehenes Mitglied der christlichen Urgemeinde. Weil er aus spontaner Eingebung durch den Heiligen Geist reden und verkündigen konnte, wurde er als Prophet bezeichnet. Zusammen mit Judas Barsabbas wurde Silas nach Antiochia gesandt, um dort die Entscheidung des Apostelkonzils für die Heidenmission bekanntzugeben. Anschließend begleitete er Paulus auf seiner zweiten Missionsreise und wird deshalb auch mehrmals namentlich in den Paulusbriefen erwähnt.
Die Kirche verehrt heute auch Johannes Philipp Höver. Er war der Sohn einfacher Bauern, wurde Lehrer und lernte in der Armenschule, wo er unterrichtete, das erschütternde Elend vieler armer und verwahrloster Kinder kennen. Um hier Abhilfe schaffen zu können, rief er in Aachen die Genossenschaft der "Armen Brüder vom hl. Franziskus" ins Leben, die sich der vernachlässigten Jugendlichen annahmen. Johannes Höver starb nach einem Leben voll selbstloser Opfer an den Folgen eines Schlaganfalls am 13.Juli 1864. Seine Gemeinschaft umfasst heute etwa 80 Brüder und ist vor allem in den USA, in Deutschland, den Niederlanden und Brasilien im Einsatz.