Otto Neururer war im Jahr 1940 der erste von den Nationalsozialiosten ermordete Priester in einem Konzentrationslager. Er ist neben der hl. Jeanne d’Arc wohl die bekannteste Persönlichkeit im heutigen Kalender der Heiligen und Seligen.
Jeanne d’Arc wurde im Jahr 1412 mitten in der Zeit des Hundertjährigen Krieges geboren. Als sie 13 Jahre alt war, hatte sie laut einem Gerichtsprotokoll ihre ersten Visionen: Sie soll von Stimmen der hl. Katharina, des Erzengels Michael und der hl. Margaretha gedrängt worden sein, Orleans zu befreien und den französischen König Karl VII. zur Krönung nach Reims zu führen. 1429 führte sie ihren Auftrag aus. Wegen der Eifersucht der Politiker fiel sie aber durch Verrat in die Hände der Burgunder, die sie an die Engländer verkauften. Jeanne wurde aber der katholischen Gerichtsbarkeit in Rouen übergeben und 5 Monate lang in einem Turm eingesperrt. In Rouen wurde sie nach einem drei Monate dauernden Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais und auf Grund eines gefälschten Schuldbekenntnisses zunächst zu lebenslanger Haft, und nach einem zweiten Prozess zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Am 30. Mai 1431 wurde das Urteil vollstreckt. Papst Calixtus III. ordnete 1450 eine Wiederaufnahme des Prozesses an und so wurde nach sorgfältiger Prüfung am 7. Juli 1456 das Urteil aufgehoben und Jeanne für unschuldig erklärt. Die Prozessakten sind heute noch erhalten. Jeanne d’Arc wurde am 16. Mai 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen. Sie ist die Nationalheilige Frankreichs und Patronin der Telegrafie und des Rundfunks.
Otto Neururer wurde 1882 in der Nordtiroler Gemeinde Fließ geboren. Er absolvierte seine Ausbildung im Vinzentinum in Brixen und besuchte anschließend das Priesterseminar. Nach der Priesterweihe im Jahr 1907 war er 25 Jahre lang in verschiedenen Pfarreien tätig. 1932 wurde er zum Pfarrer von Götzens bei Innsbruck ernannt. Otto Neururer war ein strikter Gegner des Nationalsozialismus und bezeichnete ihn als Irrlehre. Als er 1938 die Zweithochzeit eines SA Mannes mit einer zur Ehe gedrängten jungen Frau ablehnte, wurde er wegen „besonders hinterhältiger Verhinderung einer deutschen Ehe“ angezeigt und verhaftet. Nach über 3 Monaten im Innsbrucker Gestapogefängnis brachte man ihn ins KZ Buchenwald. Dort setzte Otto Neururer seine seelsorgliche Tätigkeit im Geheimen fort. Am 30. Mai 1940 wurde er erhängt, weil er einen Juden zum katholischen Glauben konvertiert und getauft hatte. Die Urne mit seiner Asche wurde einen Monat später in Götzens beigesetzt. Dadurch geriet in der Folge der spätere Märtyrer Carl Lampert ins Visier der Nationalsozialisten. Otto Neururer wurde am 24. November 1996 seliggesprochen.