In der Kirche kommt es relativ selten vor, dass Heilig- oder Seligsprechungen rückgängig gemacht werden. Ein Beispiel dafür ist die Kanonisation Simons von Trient, die nach fast 500 Jahren im Jahr 1965 von einer päpstlichen Kommission wegen eines Justizirrtums rückgängig gemacht wurde. Heilige des heutigen Tages sind Aldemar und Katharina von Schweden.
Aldemar war zunächst Mönch im Kloster Montecassino. Später wurde er Abt am Kloster in Capua, gründete mehrere weitere Klöster und wurde schließlich Abt in Benevent. Aldemar war ein großer Natur- und Tierfreund, wegen seiner Gelehrtheit wurde er auch "der Weise" genannt. Er starb um 1080 in Bucchianico bei Chieti.
Katharina war die Tochter der Birgitta von Schweden. Sie vermählte sich 1345, lebte aber mit ihrem Mann in jungfräulicher Ehe. 1349 begleitete Katharina ihre Mutter auf einer Pilgerfahrt nach Rom. Währenddessen verstarb ihr Ehemann und so blieb Katharina eine treue Begleiterin ihrer Mutter. 1372 unternahmen Katharina und ihre Mutter eine Pilgerfahrt ins Heilige Land, kurz nach der Rückkehr starb Brigitta und Katharina realisierte nun deren Pläne und Visionen. Zurück in ihrer Heimat bekam Katharina 1379 schließlich die päpstliche Bestätigung mit der Regel des Birgittinerinnenordens. Katharina starb am 24. März 1381 in ihrem Kloster Vadstena.
Die Kirche verehrt heute auch Simon von Trient. Er wurde 1472 als Sohn eines Gerbers geboren. Am Gründonnerstag 1474 oder 1475 verschwand das junge Kind spurlos. Ein jüdischer Hofbesitzer namens Samuel entdeckte drei Tage später in einem Bach vor seinem Haus eine Kinderleiche. Auf Betreiben des Trientner Bischofs Johann Hinderbach kam es zu einem Prozess, bei dem Samuel, der jüdische Arzt Tobias, und noch mehrere andere angesehene jüdische Bürger des Mordes angeklagt und zum Tod verurteilt wurden. Die Geständnisse hatte man ihnen durch Folter abgerungen. Der damalige Papst Sixtus IV. setzte eine Kommission ein, um die Schuldfrage zu klären, dieser Kommission saß aber ein Freund des Antisemiten Bernhardin von Feltre vor, somit war die Schuldfrage rasch "geklärt" und Papst Sixtus IV. erklärte das Verfahren für formell einwandfrei. Da war es aber schon zu spät: Die angeblichen Mörder und acht weitere Juden waren bereits am 24. März 1475 hingerichtet worden. Papst Sixtus V. sprach Simon 1588 heilig, aber 1965 machte eine päpstliche Kommission die Kanonisation Simons rückgängig und stellte fest, dass die Trienter Juden einem Justizirrtum zum Opfer gefallen waren.