Das „Erheben der Gebeine“ und die feierliche Überführung in einen Reliquienschrein oder Altar gilt als besonderes Zeichen der Heiligenverehrung. Dabei handelt es sich um eine Exhumierung der sterblichen Überreste eines Menschen aus religiösen Gründen und die Überführung der Reliquien an einen öffentlichen Verehrungsort. Das Erheben ist ein wichtiger Vorgang im Zusammenhang mit der Heiligsprechung einer Persönlichkeit. Am 5. November 1083 beispielsweise lies der ungarische König Ladislaus die Gebeine Emmerichs erheben. Weitere Heilige udn Selige des Tages sind Berthild und Bernhard Lichtenberg.
Emmerich wurde um 1007 als Sohn von König Stefan von Ungarn und seiner Gattin Gisela geboren. Schon in der Jugend zeichnete er sich durch außergewöhnliche Tugenden und Gnaden aus. Noch zu Lebzeiten wollte sein Vater ihn zum Mitregenten machen, aber kurz vor seiner Krönung verunglückte Emmerich am 2. September 1031 bei einem Jagdunfall. An seinem Grab soll es wundersame Bekehrungen und Heilungen gegeben haben. Am 5. November 1083 lies König Ladislaus die Gebeine Emmerichs feierlich erheben.
Berthild war eine Klosterfrau in Jouarre und leitete ab 659 das Kloster Chelles. Dieses erreichte unter ihrer Führung einen großen Aufschwung. Berthild starb am 5. November 705. Berthild ist die Patronin der Pferde, sie wird angerufen gegen Gewitter, gegen Bruch- und Halsleiden, Kropf, und gegen Pferdekrankheiten.
Bernhard Lichtenberg wurde 1875 zu Ohlau an der Oder geboren. 1899 wurde zum Priester geweiht. 1932 wurde er Dompfarrer an St. Hedwig in Berlin, 1938 Dompropst für Berlin. Lichtenberg rief in seinen Predigten zur Fürbitte für Juden und andere Häftlinge in den Konzentrationslagern auf. Deshalb wurde er 1941 von den Nationalsozialisten verhaftet und 1942 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis wurde Bernhard er schwer krank, dennoch sollte er ins Konzentrationslager Dachau überführt werden. Auf dem Weg dorthin musste er in Hof ins Krankenhaus gebracht werden, wo er am 5. November 1943 starb. Bernhard Lichtenberg wurde 1996 beim Besuch von Papst Johannes Paul II. in Berlin seliggesprochen.