Schon zu Lebzeiten soll Papst Pius X. Wunder gewirkt haben. So soll ein belgischer Konsul, dessen ganzer Körper mit Furunkeln bedeckt war, durch das Gebet des Papstes spontan geheilt worden sein. Auch nach dem Tod von Pius X. sollen sich an seinem Grab zahlreiche Wunder ereignet haben. Die Kirche gedenkt heute neben den hl. Papst Pius X. auch der spanischen Heiligen Bernhard, Maria und Gracia von Alzira und des seligen Balduin.
Pius X. wurde 1835 als Giuseppe Sarto in Riese bei Treviso geboren. Er absolvierte seine Ausbildung im Priesterseminar von Padua und wurde er 1858 zum Priester geweiht. Sein offenes Wesen beeindruckte die Menschen und Giuseppe genoss große Popularität. Er half wo er nur konnte, und hatte ein großes Herz für Menschen in Not. Seine Einkünfte gab er an die Armen weiter, auch nachdem er 1884 Bischof von Mantua wurde. Eines seiner großen Anliegen war eine solide Ausbildung der Kleriker, um den glaubensfeindlichen Strömungen der damaligen Zeit entgegenzuwirken. 1893 wurde Guiseppe Sarto zum Kardinal und nur wenige Tage später zum Patriarchen von Venedig ernannt. Auch in diesen hohen Ämtern führte er weiterhin einen bescheidenen Lebenswandel, leitete den Klerus aber mit starker Autorität. Am 4. August 1903 wurde Giuseppe Sarto zum Nachfolger von Papst Leo XIII. gewählt und nahm den Namen Pius X. an. Sein Leitmotiv war „Alles in Christus erneuern“. In diesem Sinne bemühte er sich um eine Reform der Kurie, des kirchlichen Rechts, der Liturgie und des Theologiestudiums. Bahnbrechend wirkte er auch durch seine Dekrete über die häufige Kommunion und die Frühkommunion der Kinder. Papst Pius X. war starr und unnachgiebig in der Haltung gegenüber sozialen, politischen und wissenschaftlichen Themen. Sogar die Demokratie als Staatsform beurteilte er skeptisch, denn sie gefährde die Hierarchie der Kirche. So kam es auch wegen des Modells der Trennung von Kirche und Staat zum Bruch mit Frankreich und mit Spanien. Papst Pius X. starb am 20. August 1914. Er wurde im Petersdom beigesetzt und im Mai 1954 heiliggesprochen. In Bozen ist ihm die Pfarrkirche Pio X. in der Reschenstraße geweiht.
Bernhard – der mit bürgerlichem Namen Achmed hieß, Maria bzw. Zaida, und Gracia, die Zoraida hieß, waren die Kinder des muslimischen Kaliphen der spanischen Stadt Lèrida. Als erster konvertierte Achmed zum Christentum und wurde mit dem Ordensnamen Bernhard Zisterziensermönch in einem Kloster nahe Tarragona. Auch seine Schwestern bekehrten sich zum Christentum. Als sie ihren Bruder Almanzor zum Christentum bekehren wollten, übergab dieser aber seine Geschwister den maurischen Behörden, welche die drei zum Tod verurteilten. Sie wurde im Jahr 1180 hingerichtet. Bernhard, Maria und Gracia sind die Patrone der Stadt Alzira.
Der selige Balduin war der Lieblingsschüler des hl. Bernhard von Clairvaux. Dieser soll ihn in einem Brief wegen seines Eifers gelobt haben. Balduin wurde Zisterziensermönch und Abt des Klosters San Matteo sul Lago bei Rieti. Baldiun starb im Jahr 1140. Seine Gebeine ruhen in einer Kapelle der Kathedrale von Rieti.