Zum Hauptinhalt springen

02. Mai 2026

Hier finden Sie detailiertere Informationen zu den heute gefeierten Heiligen und unter "Historisches Kalenderblatt" noch interessante Informationen zu geschichtlichen Ereignissen, die heute stattgefunden haben.

Am heutigen 2. Mai gedenkt die Kirche der Heiligen Athanasios, Sigismund, und Wiborada.

Athanasius wurde um 295 geboren und gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des christlichen Altertums. Man nannte ihn eine "Säule der Kirche" und gab ihm den Beinamen "der Große". Als Diakon des Patriarchen Alexander nahm Athanasius am berühmten und richtungweisenden Konzil von Nicäa teil, ein Erlebnis das ihn sein ganzes Lebens lang prägen sollte, denn ab da  begann sein Kampf gegen die Arianer, der ihm unsagbares Leid bringen sollte. Nach dem Tode des Patriarchen Alexander, 328, wurde Athanasius dessen Nachfolger und damit Oberhaupt der ägyptischen Kirche. In den folgenden 38 Jahren wurde er insgesamt fünfmal von den Arianern vertrieben. Erst im Jahr 366 konnte Athanasius nach Alexandria zurückkehren und bis zu seinem Tod am 2. Mai 373 ungestört arbeiten. Er hinterlies zahlreiche Schriften, die sich mit pastoralen und asketischen Fragen befassen. Papst Pius V. erhob Athanasius im Jahr 1568 zum Kirchenlehrer.

Sigismund, der erste katholische König von Burgund, hatte ohne Wissen seines Vaters und gegen dessen Willen mit seiner Familie die Taufe empfangen und wurde daraufhin zum Beschützer und Förderer des christlichen Glaubens. Doch auf den jungen König der Burgunden wartete ein grausames Schicksal: Im Jahr 523 wurde er vom Frankenkönig Chlodomer besiegt und in die Gefangenschaft geführt. Ein Jahr später, am 1.Mai 524 wurde er mit seiner gesamten Familie auf Befehl des fränkischen Eroberers in der Nähe von Orléans in einem Brunnen ertränkt. Damit war die burgundische Königsdynastie ausgerottet und das Land Burgund wurde in das Frankenreich eingegliedert. An den hl. Sigismund erinnert der Name der Ortschaft St. Sigmund im Pustertal: die frühere Jakobuskirche des Ortes, der einst Peuren hieß, wurde anlässlich der Geburt von Herzog Sigismund dem burgundischen Märtyrer geweiht.

Wiborada lebte von 912 an als Einsiedlerin in einer Zelle in St. Gallen und wurde Ratgeberin für zahlreiche Menschen, die Hilfe suchten. Als die Magyaren in das Land einfielen, konnte dank des Rates Wiboradas die Bibliothek der Stadt auf die Insel Reichenau ausgelagert und vor der Zerstörung gerettet werden. Sie enthält das älteste Buch in deutscher Sprache aus dem Jahr 720 und das um 920 entstandene älteste Liederbuch der Welt.  Wiborada wurde am 1. Mai 926 von den Magyaren ermordet. Sie ist Patronin der Pfarrhaushälterinnen, Köchinnen, Bibliotheken und Bücherfreunde, sowie des Bistums St. Gallen. In der Pfarrkirche von St. Ulrich in Gröden ist Wiborada auf einem Deckenbild dargestellt.