In unserer Diözese wird das Fest der hl. Diözesanpatrone Kassian und Vigilius zwei Wochen nach Ostern gefeiert, im allgemeinen Heiligenkalender gedenkt man des hl. Vigilius am heutigen Tag. Ein weiterer bedeutender Heiliger des heutigen Tages ist Josémaria Escrivá, der Gründer des Opus Dei. Die Kirche gedenkt auch der heiligen Johannes und Paulus.
Vigilius stammte aus Rom und wurde kurz vor 385 zum Bischof von Trient gewählt. Nach einer Lebensbeschreibung aus dem 6. Jhd. soll er vor allem im Etschtal den Glauben verkündet haben. Vigilius lies über 30 Kirchen erbauen, darunter auch die frühchristliche Basilika von Trient, über der heute der Trientner Dom steht. Vigilius war es auch, der Sisinius, Martyrius und Alexander zur Mission auf den Nonsberg sandte. Im Jahr 405 wurde Vigilius im Rendenatal von Heiden zu Tode gesteinigt, weil er ein Götterbild zerstört hatte. Er wurde in der von ihm gebauten Basilika beigesetzt. Schon bald nach seinem Tod begann die Verehrung, die sich über Oberitalien und Österreich bis nach Bayern erstreckte.
Josémaria Escrivá de Balaguer y Albás wurde 1902 in Barbastro in Spanien geboren. Seine Familie war gutsituiert und streng katholisch. Nachdem die Textilfabrik seines Vaters bankrott ging, zog die Familie nach Logroño. Als Josemaria 16 wurde, beschloss er Priester zu werden, ging ins Priesterseminar und studierte - zunächst in Logroño, später in Saragossa - Theologie und Philosophie und in Madrid Rechtswissenschaften und war als Seelsorger und Kaplan tätig. Am 2. Oktober 1928 gründete Josémaria nach einer göttlichen Offenbarung das Opus Dei. Einer dessen Grundsätze ist, dass Laien ihre Berufung zu geistlichem Leben, zur tätigen Nächstenliebe und zur Heiligung der Arbeit im Alltag entdecken und leben sollten. Es lehrt auch, dass jeder Christ aufgrund der Taufgnade zur Heiligkeit berufen ist und dass das normale Leben ein Weg zur Heiligkeit ist. Nach den Wirren des spanischen Bürgerkriegs wurde Josémaria ein guter Freund des Dikators Francisco Franco und das Opus Dei wurde vor allem in der Wirtschafts- und Bildungspolitik zu einer Stütze des Regimes. 1946 übersiedelte er nach Rom und einige Jahre später erhielt das Opus Dei die päpstliche Anerkennung. Der Auftrag des Gotteswerkes war fortan die Bekämpfung von Liberalismus und Kommunismus sowie die Rettung der Kirche selbst. Escrivá unternahm unzählige Reisen um seine Ideale zu verbreiten und seine Anhänger zu formen. Als er am 26. Juni 1975 überraschend starb, hatte das Opus Dei über 60.000 Mitglieder in 80 Ländern. Josémaria Escrivá wurde 1992 heiliggesprochen, seitdem ruht sein Leichnam in der Prälaturkirche Santa Maria della Pace in Rom.
Johannes und Paulus werden in Rom seit dem 6. Jhd. verehrt. Einer Legende nach sollen sie zwei römische Brüder gewesen sein, die als Palastbeamte von Constanze, der Tochter Kaiser Konstantins des Großen, tätig waren. Um 362 sollen sie unter Julian dem Abtrünnigen sie wegen ihres Bekenntnisses zum Christentum enthauptet worden sein. Den Heiligen Johannes und Paulus ist die Kirche in Ellen in der Gemeinde St. Lorenzen geweiht.