Etwa 35 km nördlich von Lyon liegt das Dorf Ars-sur-Formans. Es ist mit seinen knapp 1400 Einwohnern eine beschauliche Gemeinde, ist jedoch dank des heiligen Johannes Maria Vianney ein weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannter Wallfahrtsort. Als vor etwa 200 Jahren Johannes Maria Vianney dorthin kam, um seinen Dienst als Pfarrer anzutreten, zählte Ars gerade mal 240 Einwohner. Der Pfarrer soll beim Anblick des armseligen Dorfes auf die Knie gefallen sein und begonnen haben, zu beten. Daraufhin hatte er eine Vision, die ihm sagte: Diese Pfarre wird die Menschen nicht fassen, die später einmal hierher kommen werden.
Johannes Maria Vianney kam als Sohn einfacher Bauern 1786 in einem Dorf nahe Lyon zur Welt. Als Kind konnte er während der Französischen Revolution nur in aller Heimlichkeit Religionsunterricht erhalten und die Erste heilige Kommunion empfangen. Wegen seiner zu geringen intellektuellen Begabung und mangelhafter Lateinkenntnisse wurde er zunächst ohne Abschluss aus dem Priesterseminar entlassen. Erst nach einer speziellen Prüfung durch den Generalvikar wurde er zu Priesterweihe zugelassen. 1818 wurde der Jungpriester in der verwahrlosten Pfarre Ars eingesetzt und wirkte hier unermüdlich als Seelsorger und Beichtvater. Er gründete kirchliche Vereine, eine Schule und ein Waisenhaus. Nach wenigen Jahren war das Dorf völlig verwandelt. Die unerschöpfliche Geduld und Güte des jungen Geistlichen hatten die religiöse Gleichgültigkeit besiegt. Von seinem starken Charisma angezogen, pilgerten bald von überall her Gläubige zu dem Pfarrer nach Ars. Als ihm die Menschenmassen zu viel wurden, versuchte er mehrmals die Flucht aus dem Dorf, wurde aber von den Dorfbewohnern immer wieder zurückgeholt. Johannes Maria Vianney starb am 4. August 1859 als eine der herausragendsten Kirchenpersönlichkeiten seiner Zeit an völliger Erschöpfung. Er wurde 1929 heiliggesprochen. Johannes Maria Vianney ist der Patron der Priester und Seelsorger. Sein Grab in der Basilika von Ars ist Ziel zahlreicher Wallfahrer.
Die Kirche gedenkt heute auch des hl. Rainer von Spalato. Er war zunächst Kamaldulensermönch in Faenza,1154 wurde er Bischof von Cagli in Umbrien und 1174 Bischof von Spalato, dem heutigen Split in Dalmatien. Er war ein frommer und tatkräftiger Oberhirt, unter anderem nahm er 1179 am dritten Laterankonzil teil. Rainer wurde, weil er die Rechte der Kirche verteidigte, von Gegnern aus der kroatischen Familie Kacic am 4. August 1180 gesteinigt. Seine Gebeine ruhen heute im Dom von Split.