„Um den Tag des Fridolin, da zieht der letzte Winter hin“ ist eine bekannte Bauernregel am heutigen 6. März. Heilige und Selige des Tages sind - außer Fridolin – Coleta Boilet, Rosa von Viterbo und Amalie Streitel.
Fridolin war einer Legende zufolge der Sohn vornehmer reicher Eltern. Er entsagte jedoch dem weltlichen Leben, verschenkte seinen Besitz und entschied sich, ein geistliches Leben zu führen. Nachdem er in Irland an vielen Orten missioniert hatte, begab er sich aufs Festland, zog predigend durch Frankreich, und wirkte als Glaubensbote bei den Alemannen am Oberrhein. Die Menschen waren ihm besonders wegen seiner großen Güte und Hilfsbereitschaft zugetan. Auf der Rheininsel Säckingen ließ Fridolin ein Kloster errichten, in dem er nach seinem Tod um 538 bestattet wurde. Seine Verehrung ist seit 825 bezeugt, sie erstreckte sich vom Elsass über Südbaden bis in die nördliche Schweiz.
Coleta Boillet stammte aus Frankreich und trat 1406 in den Klarissenorden ein. Im Auftrag von Papst Benedikt XIII. reformierte die sehr angesehene Ordensfrau zahlreiche Klöster ihrer Gemeinschaft, indem sie diese zur ursprünglichen Strenge der Regel zurückführte. Außerdem gründete sie 20 neue Niederlassungen. Coleta starb am 6.März 1447 zu Gent in Belgien. Die Legende erzählt, Coleta sei ständig von einer Lerche - Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde - und einem Lamm - Symbol der Unschuld und Reinheit - begleitet worden. Deshalb wird die Heilige oft mit Lerche und Lamm dargestellt.
Die selige Franziskanerin Rosa von Viterbo machte sich schon in jungen Jahren als feurige Predigerin einen Namen. Da sie aber auch politische Themen aufgriff, wurde sie von Friedrich II. samt ihren Eltern aus Viterbo verbannt. Ihr Leben neigte sich sehr früh dem Ende zu. Erst 19 oder 20 Jahre alt starb die Bußpredigerin am 6.März 1252. Der Jahrestag der Übertragung der Gebeine am 4. September wird in Viterbo stets mit einem großen Stadtfest gefeiert. Dabei findet am Vorabend der berühmte Transport der „Macchina di Santa Rosa“ statt. Dabei handelt es sich um einen etwa dreißig Meter hohen und fünf Tonnen schweren Turm, der von hundert Personen auf den Schultern durch die Straßen von Viterbo getragen wird.
Die Franziskanernonne Amalie Streitel war 1883 die Gründerin des Krankenpflegeordens der "Addolorata-Schwestern" 1896 wurde sie als Oberin auf Grund falscher Beschuldigungen abgesetzt und lebte danach unter demütigenden Umständen als einfache Schwester in einem Kloster in Rom, wo sie am 6. März 1911 verstarb. Der Seligsprechungsprozess wurde 1937 eingeleitet. 2010 erkannte Papst Benedikt XVI. Amalie Streitel den heroischen Tugendgrad zu.