Die Heiligen und Seligen des heutigen Tages sind Germanus, Wilhelm von Aquitanien, Margareta Pole und Lanfranc
Germanus – auf Französisch Germaine - wurde um 496 in Autun in Frankreich geboren und lebte in jungen Jahren in seiner Heimat als Einsiedler. Im Jahr 530 wurde er zum Priester geweiht, 550 ernannte man ihn zum Bischof von Paris und Erzkaplan bei König Childebert I. Germanus hatte großen politischen Einfluss. Er schlichtete Streitigkeiten der drei Merowingerkönige Chlothar, Chramn und Childebert, nahm an den Konzilien in Paris und in Tours teil und verteidigte auch außerhalb von Paris die Ansprüche der Kirche. Germanus zeichnete sich auch aus durch Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und durch sein einfaches Leben, auch in seiner hohen Position. Die Überlieferung berichtet, dass der Bischof eines Tages befahl, das Datum 28. Mai ans Kopfende seines Bettes zu schreiben. Jahre später - 576 - war dies sein Todestag. Germanus wurde in der von ihm erbauten Kirche in Paris beigesetzt, die später seinen Namen erhielt: Saint Germain des Près.
Wilhelm von Aquitanien war ein Enkel von Karl Martell und Feldherr unter Karl, dem Großen. 804 gründete er die Benediktinerabtei Gellone, in die er zwei Jahre später als Laienbruder eintrat, um dort die einfachsten Arbeiten zu erledigen. Schon bald nach seinem Tod, an einem 28. Mai um 812 wurde Wilhelm hoch verehrt. Eine Kreuzreliquie, die Wilhelm von Kaiser Karl dem Großen geschenkt bekommen hatte und bei seinem Eintritt in das Kloster mitbrachte, wird heute in der Klosterkirche noch viel verehrt.
Die selige Margareta Pole war durch ihren Mann mit dem Königshaus Tudor verwandt und wirkte als Erzieherin von Maria, einer Tochter von König Heinrich VIII. Weil Margaretas Sohn Reginald sich gegen die Kirchenpolitik des Königs wandte, fiel sie bei diesem in Ungnade: zuerst wurde ihr anderer Sohn Henry Montague, ein Jahr später sie selbst verhaftet und schließlich am 28. Mai 1541 in East Smithfield in England hingerichtet.
Lanfranc stammte aus Pavia. Er gründete um 1035 in Avranches in Frankreich eine wissenschaftliche Schule zum Studium der Rechte und der freien Künste, die schnell Berühmtheit erlangte. 1045 wurde er dort Prior und Leiter der Klosterschule Bec. Lanfranc hatte gute Kontakte mit dem normannischen Königshaus und bemühte sich besonders um die engere Anbindung der englischen Kirche an Rom. Zu seinen Schülern gehörten Anselm von Canterbury, Ivo von Chartres und Papst Alexander II. Lanfranc starb am 28. Mai 1089.