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29. Juni 2022

Hier finden Sie detailiertere Informationen zu den heute gefeierten Heiligen und unter "Historisches Kalenderblatt" noch interessante Informationen zu geschichtlichen Ereignissen, die heute stattgefunden haben.

Der heutige 29. Juni ist der Tag der Apostelfürsten Petrus und Paulus und wird liturgisch als Hochfest gefeiert. Erstmals bezeugt ist dieses Fest im Jahr 258. Lange Zeit war „Peter und Pauli“ das Fest bei uns ein gebotener Feiertag. Den heiligen Aposteln Petrus und Paulus sind zahlreiche Kirchen in Südtirol geweiht, so unter anderem die Alte Pfarrkirche von Steinegg, die Pfarrkirchen von Pens, Reischach, Kiens, Villnöß, Sexten, Partschins, Latsch, Kastelruth, Tall, Welschellen, und Kirchen in Elvas, Rodeneck und in Schrambach geweiht. Peter und Paul ist auch ein wichtiger Lostag, es heißt: Schön zu St. Paul, füllt Tasche und Maul“ oder „Regnet es an Peter und Paul, wird des Winzers Ernte faul.

Petrus trug ursprünglich den Namen Simon. Er lebte mit seiner Familie in Kapharnaum am See Genezareth, wo er als Fischer arbeitete. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas wurde er von Jesus zum Jünger berufen und erhielt den Namen Petrus, was „Fels“ bedeutet. Darauf gründete Jesus seine Kirche, obwohl Petrus mehrmals versagt hatte. Zusammen mit Jakobus und Johannes wurde Petrus tiefer in die Geheimnisse des Gottesreiches eingeweiht und nahm unter den Aposteln bald eine Sonderstellung ein. Er war immer in unmittelbarer Nähe des Herrn. Nach Jesu Tod und Auferstehung nahm Petrus die ersten Heiden in die Kirche auf, vollbrachte Wunder und unternahm zahlreiche Missionsreisen. Im Jahr 50 leitete Petrus das erste Apostelkonzil. Einige Jahre später kam er nach Rom, um das Evangelium zu verkünden, musste aber hier die erste Christenverfolgung miterleben. Wie zahllose andere Christen wurde auch Petrus gefangengenommen, zum Tode verurteilt und mit dem Kopf nach unten ans Kreuz geschlagen. Über seinem Grab wurde später der Petersdom errichtet.

Paulus stammte aus Tarsus in der Türkei. Er hieß zunächst Saulus und gehörte zu jenen, die zunächst glaubten, die aufkommende christliche Kirche sei eine jüdische Sekte. Deshalb stand er zunächst auf der Seite der Christenverfolger. Im Jahre 35 wurde er nach Damaskus gesandt, um hier gegen die Christen vorzugehen. Doch vor dem Stadttor hatte er ein Erlebnis, das sein ganzes künftiges Leben prägen sollte: Christus erschien ihm als Lichtgestalt und er hörte ein Stimme fragen: "Saulus, warum verfolgst du mich?". Saulus war von dieser Erscheinung so erschüttert, dass er sein Leben völlig änderte. Er ließ sich taufen, nannte sich von nun an Paulus und wurde als begeisterter Christ sogar in den Kreis der Apostel aufgenommen. Seine Missionsreisen waren von großem Erfolg begleitet und trugen unermesslich viel zur Verbreitung des Christentums bei. Im Jahre 61 kam Paulus nach Rom, wo er mit Petrus zusammentraf. Im Jahre 67 wurde er unter Kaiser Nero gefangen genommen, zum Tode verurteilt und enthauptet.  Das Neue Testament enthält 13 Briefe, die Paulus als Absender nennen. Paulus‘ Grab wird heute in der Basilika San Paolo fuori le mura verehrt, sein Haupt in der Basilika San Giovanni Laterano.