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02. Oktober 2022

Hier finden Sie detailiertere Informationen zu den heute gefeierten Heiligen und unter "Historisches Kalenderblatt" noch interessante Informationen zu geschichtlichen Ereignissen, die heute stattgefunden haben.

Menschen, die glauben, einen Schutzengel zu haben, verhalten sich im Alltag vorsichtiger als Vergleichspersonen. Das ergab eine Studie, die vor einigen Jahren in Kanada durchgeführt wurde. Aus der Studie geht aber nicht hervor, ob die Schutzengelgläubigen vorsichtiger sind, weil sie an Schutzengel glauben, oder ob sie an Schutzengel glauben, weil sie vorsichtiger und etwas ängstlicher sind. Wie auch immer: heute begeht die Kirche das Fest der hl. Schutzengel, und sie gedenkt der Heiligen Beregis, Ursicin, Leodegar, und der Mönche der Zisterzienserabtei Neuzelle.

Das Fest der hl. Schutzengel soll an das Wirken der Schutzengel erinnern, die die Menschen in ihrem Leben begleiten und vor Schaden bewahren. Nicht nur jeder Mensch, auch Königreiche und Staaten, Landstriche und Städte, Diözesen und Kirchen, Vereine und Familien haben ihren Schutzengel. Das Fest wurde erstmals im 16. Jahrhundert in Spanien gefeiert, 1608 führte Papst Paul V. es für die ganze katholische Kirche ein, 1670 legte Papst Clemens X. den Termin auf das heutige Datum, drei Tage nach dem Michael-Fest. Den Heiligen Schutzengeln sind in unserem Land die Schutzengelkirche in Brixen-Stufels und die Schutzengelkapelle in Afens/Pfitsch geweiht. Die katholische Kirche gewährt heute allen Gläubigen, die „Angele Die“ beten, einen sogenannten Teilablass.

Beregis war Kaplan Pippins des Mittleren und gründete 687 in den Ardennen das Kanonikerstift Andagium, dessen erster Leiter er wurde. Beregis starb um etwa 725. Andagium wurde nach der Übertragung der Gebeine Huberts aus Lüttich in Saint Hubert umbenannt. Das Fest des Beregis wird dort seit dem 10. Jahrhundert am 2. Oktober gefeiert.

Ursicin leitete um 750 die Umwandlung der 720 gegründeten Sigisbert-Zelle zu Disentis in ein Benediktinerkloster. Wahrscheinlich war er auch  Abtbischof und stand auch der Diözese Chur vor. Im Jahr 1799 wurde das ganze Dorf mitsamt dem Kloster von den Franzosen zerstört, 1846 brannte das Kloster aus. Weil das Klosterwesen zudem durch Kantonsgesetze beeinträchtigt wurde, konnte das Kloster erst 1880 restauriert werden.  Damals entstand  ein Gymnasium in dem bis heute auf Deutsch und auch auf Rätoromanisch unterrichtet wird.

Leodegar war ab 653 Abt im Kloster St. Maixent in Poitiers und ab 659 Bischof von Autun. Wegen seiner Bemühungen um Kirchenzucht und Reformen im Klerus wurde er 675 von König Childerich II. nach Luxeuil verbannt. Nach der Ermordung des Königs kehrte Leodgar aber wieder dorthin zurück. Sein Gegner, der Hausmeier Ebroin, verdächtigte ihn der Teilnahme an der Ermordung des Königs, ließ ihn blenden und ihm die Zunge herausreißen. Als Leodegar dennoch weiter predigte und seinen sowie den Tod Ebroins weissagte, wurde er in die Normandie verbannt und am 2. Oktober 679 enthauptet.

Heute gedenkt die Kirche auch der Mönche der Zisterzienserabtei Neuzelle in der Niederlausitz.  Sie wurden am 2. Oktober 1429, als die Hussiten das Kloster eroberten und niederbrannten, qualvoll gepeinigt und danach ermordet. In die gleiche Zeit fällt auch das Leiden der Zisterziensermönche von Grünhain.