Die hl. Maria Goretti ist die jüngste Heilige der katholischen Kirche. Sie war erst 12 Jahre alt, als sie starb. Die Kirche gedenkt heute auch der hl. Cyriaca von Nikomedien, des hl. Goar und der seligen Maria Theresia von Ledochowska.
Maria Goretti wurde 1890 in Corinaldo bei Ancona geboren. Sie war das dritte von sechs Kindern einer Bauernfamilie. Als Maria neun Jahre alt war, zog die Familie in ein Dorf nahe Nettuno um, weil sie dort neues Land gepachtet hatte. Bald darauf starb Marias Vater, sie versorgte nun zusammen mit der Mutter ihre ganze Familie. Als Maria sich wenige Wochen nach der Erstkommunion den Zudringlichkeiten des Sohnes des Verpächters, Alessandro, widersetzte, verletzte der sie durch vierzehn Messerstiche. Nach einer erfolglosen Notoperation starb sie tags darauf am 6. Juli 1902. Noch auf dem Sterbebett verzieh sie ihrem Mörder. Alessandro wurde zu dreißig Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach Jahren hatte er eine Vision, in der ihm Maria erschien und ihm Blumen schenkte. Alessandro bekehrte sich und trat nach seiner vorzeitigen Entlassung 1928 als Laienbruder in den Kapuzinerorden ein. Am 27. April 1947 wurde Maria Goretti seliggesprochen, am 24. Juni 1950 erfolgte die Heiligsprechung. Es war dies eine der aufsehenerregendsten Heiligsprechungen der Kirchengeschichte weil sowohl Maria Gorettis Mutter als auch der Mörder Alessandro anwesend waren. Auch war es das erste Mal, dass eine Feier zur Heiligsprechung auf dem Petersplatz stattfand.
Cyriaca von Nicomedien stammte aus Bithynien in der heutigen Türkei. Sie war nach ihrer Leidensgeschichte die Tochter des hohen Beamten Dorotheos. Weil sie mehrere Götzenbilder zerstört hatte, wurde sie zusammen mit fünf anderen - namentlich nicht bekannten - Frauen im Jahr 307 in den Christenverfolgungen unter den Kaisern Diokletian und Maximian verbrannt. Cyriaca wird vor allem auf Sizilien und in Kalabrien verehrt.
Goar wanderte im Alter von 24 Jahren, als er schon die Priesterweihe empfangen hatte, aus Aquitanien an den Rhein und baute eine Zelle am Platz seiner heutigen Patronatskirche in St. Goar. Dort nahm er Arme und Kranke auf, pflegte und ernährte sie. Goar sollte Nachfolger des verstorbenen Trierer Bischofs werden, wollte aber seine Einsiedelei nicht verlassen. Die Legende berichtet, Gott habe seine Gebete erhört und ihn krank werden lassen. Goar lag danach sieben Jahre unbeweglich im Bett.
Maria Theresia von Ledochowska war eine österreichische Gräfin. Sie gründete 1888 eine Vereinigung zum Kampf gegen die Sklaverei in Afrika, die 1894 zur "Petrus-Claver-Sodalität für die afrikanischen Missionen" wurde. Maria Theresia selbst förderte den Missionsgedanken durch Vorträge und durch die Eröffnung von Druckereien zur Verbreitung religiöser Schriften in Afrika. Im Alter von 59 Jahren starb sie am 6. Juli 1922 in Rom.