Erst seit dem Jahr 1969 wird der Gedenktag an den hl. Thomas am 3. Juli gefeiert. Bis dahin war sein Gedenktag am 21. Dezember, dem Datum der längsten Nacht des Jahres. Dieser Tag wurde Thomas gewidmet, weil er am längsten von allen Aposteln an der Auferstehung Christi gezweifelt hatte und somit am längsten in der Nacht des Unglaubens verharrte. Der Thomas-Tag war mit vielen Orakelbräuchen versehen, besonders in Liebes- und Ehefragen.
Der Apostel Thomas war vor seiner Berufung zum Jünger Jesu ein Fischer in Galiläa. Als Jesus am Tage seiner Auferstehung den Aposteln erschien, war Thomas nicht anwesend. Als man ihm von der Erscheinung berichtete, bezweifelte er, was man ihm da erzählte. Erst als er den Auferstandenen mit eigenen Augen gesehen und seine Wundmale berührt hatte, glaubte er. Als die Apostel sich nach Christi Himmelfahrt trennten und in alle Welt zogen, ging Thomas als Glaubensverkünder nach Indien. Im Jahre 72 erlitt er dort auf einer Missionsreise das Martyrium. Als Ort seines Märtyrertodes wird Kalamine genannt, das heute mit Mailapur, einer Vorstadt von Madras gleichgesetzt wird. In deren Nähe gibt es den "Thomasberg", auf dem im Jahr 1547 eine Kirche zu Ehren des Apostels errichtet wurde. Auf dem Altar des Gotteshauses steht das steinerne Thomaskreuz, das 1522 von Portugiesen wieder aufgefunden wurde. Es stammt aus dem 7.Jahrhundert und trägt eine Inschrift, die vom Martyrium des Apostels und von seinen Predigten berichtet. Der größte Teil der Thomas-Reliquien befindet sich heute in Ortona an der Adria.
Anatolius stammte aus Alexandria und war ab 268 Bischof von Laodicea. Er galt als einer der größten Gelehrten seiner Zeit, unter anderem berechnete er den Osterzyklus und verfasste zahlreiche Abhandlungen über Arithmetik, von denen einige Fragmente heute noch erhalten sind. Anatolius starb um das Jahr 280.
Der selige Raimundus Lullus wurde 1232 auf Mallorca geboren. Er war zunächst in Palma Oberhofmeister am Hof von König Jakob I. und später Erzieher von dessen Sohn. 1256 heiratete er und hatte mit seiner Frau Blanca zwei Kinder. Nachdem ihm mehrmals Visionen des gekreuzigten Chrisus zuteil wurden, nahm sein Leben eine radikale Wende: er begann ein Studium der Medizin, Philosophie, Theologie und der arabischen Sprache und zog sich in ein Kloster zurück. 1295 schloss sich Raimundus den Franziskanertertiaren an. Er wirkte in Paris, Oxford und auf Sizilien und kam 1315 nach Algerien und Tunis. Dort wurde von aufgebrachten Moslems gesteinigt und erlag bald darauf den schweren Verletzungen. Raimundus ist der Patron der Insel Mallorca.
Die Kirche verehrt heute auch Josef Lenzel. Er lebte von 1890 bis 1942 und war Priester in Berlin und ein Mann von opferbereiter Liebe und gewinnender Menschenfreundlichkeit. Josef Lenzel betreute die polnischen Zwangsarbeiter und half ihnen, wo er nur konnte. Im Januar 1942 wurde er verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, wo die brutalen Methoden der Lagerleitung seine Gesundheit systematisch zerstörten, so dass Josef Lenzel am 3.Juli 1942 starb.