Im Garten des Klarissenklosters in der Runggadgasse in Brixen steht ein Birnbaum, dessen Ursprung ein Setzling oder ein Samen war, der von der hl. Klara an ihre Schwestern in Brixen geschickt wurde. Das Kloster entstand nämlich noch zu Lebzeiten der hl. Klara von Assisi. Sie ist die bedeutendste Heilige des heutigen Tages. Aber auch der hl. Nikolaus Cusanus sei heute erwähnt.
Klara von Assisi stammte aus einer vornehmen Familie der Stadt. Im Jahr 1212 floh die 18-jährige nach dem Vorbild ihres Freundes Franz von Assisi aus dem Elternhaus und ließ sich vom hl. Franziskus im Portiunkulakirchlein einkleiden. Zusammen mit ihrer Schwester Agnes, die ihr gefolgt war, ließ sie sich beim Kirchlein von San Damiano nieder. Dort bildete sich schon bald eine klösterliche Familie und es entstand der Klarissenorden. Immer mehr junge Frauen schlossen sich den Mädchen aus Assisi an, und im Jahre 1216 erhielt Clara für ihren Orden das sogenannte Armutsprivileg, d.h. dass sie von niemandem gezwungen werden durfte, irgendwelche Besitztümer anzunehmen. Ab ihrem 30. Lebensjahr war Klara durch eine Krankheit fast ständig ans Bett gefesselt, war aber trotz ihrer Leiden ein Vorbild an Demut, Gebetseifer und Bußstrenge. Klara soll auch viele Wunder gewirkt haben. Ihrem Gebet schrieb man es zu, dass das Kloster zweimal, ganz und gar unerwartet, von einer Plünderung durch die eingefallenen Sarazenen verschont blieb. Klara starb am 11. August 1253. Ihr Leib ruht in der Krypta des ihr zu Ehren errichteten Gotteshause Santa Clara in Assisi. Weil sie einmal in einer Vision eine Messe so deutlich sah und hörte, als befände sie sich selbst im Kloster, ernannte sie Papst Pius XII. im Jahr 1958 zur Schutzpatronin des Fernsehens
Nikolaus von Kues – bei uns bekannt als Nikolaus Cusanus stammte aus Kues an der Mosel. Nach dem Studium der Mathematik, der Theologie, der Philosophie und des Kirchenrechts lehrte er in Köln und weilte ab 1427 als Sekretär und Bevollmächtiger seines Bischofs in Rom. Von 1432 bis 1437 nahm er am Konzil von Basel teil. Dabei hielt er fest, dass es eine wahre Kirche nur unter dem Primat des Papstes geben kann. Das war einer der Gründe, dass es zu keiner Einigung bei den Auseindersetzungen mit den Hussiten kam. Ab 1450 wurde Nikolaus Cusanus Bischof von Brixen und durchreiste als päpstlicher Legat ganz Deutschland, um durch seine Visitationen und Predigten eine religiös-kirchliche Erneuerung in die Wege zu leiten. Doch die Zeit war noch nicht reif: Weltliche wie geistliche Institutionen wollten nicht erkennen, wie weit sich die offizielle Kirche bereits von der Lehre Christi entfernt hatte. Die dringend notwendige Reformation scheiterte sogar in der eigenen Diözese am Widerstand des Herzogs Sigismund von Tirol und Nikolaus Cusanus musste 1458 Brixen verlassen. Der weitblickende Bischof von Brixen, der auch ein bedeutender Humanist war, starb am 11. August 1464. Nach ihm ist in Brixen die Cusanus-Akademie benannt, eine Tagungs- und Bildungsstätte der Diözese Bozen-Brixen.