Die vergangene Nacht war die „Johannisnacht“. Sie ist besonders sagenumwoben. So heißt es, man könne in dieser Nacht die Tiere verstehen. Auch werden mancherorts Johannisfeuer entzündet, die Dämonen abwenden sollen. Rutengänger glauben, dass Haselnusszweige, die in der Johannisnacht geschnitten werden, sich besonders gut als Wünschelruten eignen. Das Johanniskraut, dem in der Volksmedizin große Heilkräfte zugesprochen werden, hat seinen Namen ebenfalls Johannes dem Täufer zu verdanken.
Johannes des Täufers wurde etwa 6 Monate vor Jesus geboren. Seine Eltern waren Elisabeth und Zacharias. Die außergewöhnlichen Ereignisse vor und bei seiner Geburt ließen ihn gleich als ein besonderes Geschenk Gottes erkennen. Sein Vater soll nach der Geburt des Knaben unter anderem ausgerufen haben: „Du, Kind, wirst der Prophet des Allerhöchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Herrn hergehen, um seinen Weg zu bereiten“. Mit etwa 30 Jahren zog Johannes als Prediger an den Fluss Jordan und verkündete das Kommen des Messias. Viele Menschen ließen sich von ihm taufen. Als Jesus an den Jordan kam und auch von ihm getauft werden wollte, rief Johannes aus: "Seht an das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt!" Als Johannes König Herodes öffentlich des Ehebruchs bezichtigte, lies der König ihn gefangen nehmen und auf Betreiben der Königin Herodias enthaupten. In Südtirol sind Johannes dem Täufer über 40 Kirchen geweiht, so u.a. in Dorf Tirol, Hafling, Gagazon, Toblach, Aicha, St. Johann in Ahrn, Tschötsch und Oberplanitzing.
Alban war der erste englische Märtyrer. Der Überlieferung nach diente er während der diokletianischen Christenverfolgung in der römischen Armee in seiner Heimat. Er versteckte in seinem Haus einen Priester namens Amphibalus, wurde von diesem zum christlichen Glauben bekehrt und getauft. Als die kaiserlichen Soldaten Albans Haus durchsuchten zog er die Kleider des Priesters an und wurde an seiner statt festgenommen, ausgepeitscht und schließlich enthauptet. Zu Ehren des hl. Alban wurde 793 die Abtei St. Albans errichtet, die im Mittelalter eines der reichsten und mächtigsten Klöster der britischen Insel war. Alban ist der Patron der Flüchtlinge und einer der Stadtpatrone von Winterthur. Dort findet jährlich das Albanifest statt, das größte Altstadtfest Europas.
Der heilige Iwan lebte zu Beginn des 10. Jahrhunderts. Er soll der Sohn eines dalmatischen Fürsten gewesen sein und fand seine Erfüllung als Einsiedler betend in einer Höhle in Karlstein, unweit von Prag. Erst nach 14 Jahren wurde er von Jägern entdeckt, die einer verletzten Hirschkuh gefolgt waren, die bei Iwan Zuflucht suchte. Ludmilla, die Frau des böhmischen Fürsten versuchte daraufhin erfolglos, Iwan zu überreden, auf ihre Burg zu ziehen. Er verstarb wenige Tage später. In der Nähe der Höhle entstand später das „Kloster des Heiligen Johannes unter dem Felsen“.