Jedes Jahr am 22. Mai werden in vielen Pfarreien Italiens die sogenannten Rita-Rosen geweiht. Damit wird an das Rosenwunder der hl. Rita von Cascia erinnert. Vor ihrem Ableben soll die Heilige gebeten haben, ihr eine Rose aus dem Garten zu bringen. Obwohl es noch winterlich war, habe aber ein Rosenstrauß geblüht. Zum Gedenktag der hl. Rita in Roccaporena eine große Prozession statt. Und am Vorabend des Gedenktages erstrahlt die Stadt Cascia im Schein von tausenden Fackeln und Kerzen. Die hl. Rita von Cascia zählt nach Padre Pio und dem hl. Antonius von Padua zu den volkstümlichsten Heiligen Italiens. Die Kirche feiert heute auch den hl. Atto, den hl. Aurelianus, und Renata von Bayern.
Rita wurde um 1370 in Roccaporena in Umbrien geboren. Gegen ihren Willen wurde sie zur Ehe gezwungen. Nach 18 Ehejahren wurde ihr gewalttätiger Mann ermordet. Ihre beiden Söhne schworen Blutrache, aber Rita betete, dass sie lieber sterben sollten als zu Mördern werden, was 1402 tatsächlich geschah. Rita trat nun als Augustiner-Eremitin in Cascia ins Kloster ein und verbrachte ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mystischen Erfahrungen reichten bis zur Sigmatisierung durch die Wundmale der Dornenkrone im Jahr 1432. Von diesem Zeitpunkt an, bis zu ihrem Tod am 20. Mai 1447 trug sie eine schmerzhafte, offene Wunde an der Stirn. Nach Ritas Tod geschahen an ihrem Grab viele Wunder und schnell verbreitete sich ihre Verehrung. Zehn Jahre nach ihrem Tod wurde ihr unversehrter Leib in die Sakristei ihres Klosters übertragen. Im Jahr 1946 wurde in Cascia neben dem alten Kloster eine Basilika gebaut. Sie ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Zahlreiche Kirchen in Italien, aber auch in Südamerika und auf den Philippinen sind der hl. Rita geweiht.
Atto von Pistoia wurde um 1075 in der Toskana geboren. Um 1100 trat er ins Benediktinerkloster Vallombrosa ein und wurde 1124 dessen Abt. 1133 ernannte man ihn zum Bischof von Pistoia. In seiner Amtszeit stand er in heftigen Auseinandersetzungen mit den Städten Pistoia und Prato und verteidigte im Sinne von Papst Innozenz II. die kirchlichen Rechte. Er starb 1143 oder 1155.
Aurelianus starb der Legende zufolge im Jahr 249 unter Kaiser Decius den Martertod. Er hatte sich öffentlich gegen die Verehrung der Götter und die Korruption der Zolleinnehmer geäußert. Während des Verhörs sollen die Statuen der Götter umgestürzt und der Präfekt von Lähmung befallen worden sein.
Heute verehrt die Kirche auch Renata von Bayern. Sie war die Tochter von Herzog Franz I. von Lothringen und die Frau von Wilhelm V. dem Frommen von Bayern. Renata führte ein Leben der Nächstenliebe und war die Gründerin des Münchner Elisabethen-Hospitals. Sie starb am 22. Mai 1602 in München.