Heute gedenkt die Kirche des hl. Simeon, des seligen Johannes Prado, sowie der persischen Königin Esther und des Missionars Franz Wendelin Pfanner.
Simeon Stylites der Jüngere stammte aus Antiochia und kam als Kind in ein Kloster. Mit 12 Jahren wurde er Diakon und bestieg eine Säule nach dem Vorbild von Simeon Stylites, dem Älteren. Nach acht Jahren begab er sich in die Einsamkeit des "Berges der Wunder" und setzte sich dort auf eine noch höhere Säule. Viele Schüler scharten sich dort um ihn, zunächst in Hütten, später in einem vom Simeons Mutter errichteten Kloster. Auch in dessen Mittelpunkt stand eine Säule, die Simeon 551 bestieg und auf der er Jahrzehnte verbrachte. Nach Simeons Tod blieb die Säule lange Zeit ein viel besuchter Wallfahrtsort.
Die Kirche verehrt heute auch die persische Königin Esther. Sie war im 5. Jahrhundert vor Christus eine Verwandte des Juden Mordechai in Susa und Gattin von König Königs Xerxes I., nachdem der seine Frau Vasthi verstoßen hatte. Durch ihren mutigen Einsatz bei ihrem Mann rettete sie ihr Volk vor der Vernichtung, die der Großwesir Aman schon geplant hatte. Esther ist die Hauptfigur des gleichnamigen Buches im Alten Testament.
Franz Wendelin Pfanner wurde 1850 Priester und Pfarrer in Haselstauden in Vorarlberg, später Trappistenmönch in Mariawald in der Eifel. Nach schwerer Krankheit gesundheitlich erholt, wirkte er im Kloster Tre Fontane bei Rom. Von dort aus reiste er nach Bosnien, wo er 1863 er das Trappistenkloster Mariastern in Banja Luka gründete. Im Jahr 1879 ging er nach Südafrika, wo er die Trappistenabtei Mariannhill gründete, die sich zu einem Zentrum der Mission entwickelte. Wegen eines Verstoßes gegen Ordensregeln, setzten die Trappisten ihn 1893 von seinem Amt ab. In der Folge führte Franz Wendelin Pfanner ein zurückgezogenes Leben auf der von ihm gegründeten Missionsstation Emaus. Dort starb er am 24. Mai 1909.
Johannes von Prado war Ordensprovinzial der Franziskaner in Andalusien. Im Alter von 67 Jahren ging er mit zwei Brüdern zur Missionsarbeit nach Marokko. Nach wenigen Wochen wurden sie gefangengenommen, Johannes wurde am 24. Mai 1631 vom Sultan persönlich enthauptet, die beiden anderen kamen frei und setzten die Missionsarbeit fort. Johannes von Prado wurde 1728 seliggesprochen und ist zweiter Patron der marokkanischen Diözese Tanger.