„Timotheus bricht das Eis, hat er keins, dann macht er eins“ ist eine bekannte Bauernregel am heutigen 26. Jänner, denn die Kirche gedenkt heute der Heiligen Timotheus und Titus, Alberich und Notburga von Bühl.
Timotheus und Titus waren Schüler des hl. Paulus. Sie wurden von Paulus getauft und werden von ihm mehrmals „seine geliebten geistlichen Söhne“ genannt. Timotheus war der Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter. Er stammte aus Lystra in der heutigen Türkei und war der treueste Begleiter von Paulus auf dessen Missionsreisen. Er teilte seine Strapazen und war auch während der römischen Gefangenschaft bei ihm. Später setzte ihn Paulus als ersten Bischof von Ephesus ein. Titus begleitete Paulus zum Apostelkonzil nach Jerusalem. Er war der erste Bischof von Kreta. In der Bibel sind zwei Paulusbriefe an Timotheus und einer an Titus aufgezeichnet. Sie enthalten vorwiegend pastorale Anweisungen und schließen mit Segenswünschen wie zum Beispiel „Die Gnade sei mit euch allen“. Timotheus und Titus starben vermutlich im Jahr 97. Titus wird oft mit einem einstürzenden Tempel dargestellt, weil er in Gortyna auf Kreta durch sein Wort einen heidnischen Tempel zum Einsturz gebracht haben soll.
Alberich war der eigentliche Gesetzgeber und Organisator des Zisterzienserordens. Er gab die ersten Vorschriften bezüglich Kleidung, Nahrung und klösterliche Gewohnheiten heraus und führte die weiße Ordenstracht ein als Ausdruck der Reinheit, Einfachheit und Armut. Alberich starb um 1109.
Notburga musste einer Legende nach im 9. Jhd. nach der Ermordung ihres Gemahls, eines schottischen Königs, aus ihrer Heimat fliehen und fand Zuflucht in Bühl zwischen Schaffhausen und dem Schwarzwald. Hier soll sie neun Kinder auf einmal geboren haben. Deswegen ist sie die Patronin bei Mehrlingsgeburten, gegen Geburtsschmerzen und für eine glückliche Entbindung. Notburgas Grab in der Pfarrkirche in Bühl war über Jahrhunderte ein regionaler Wallfahrtsort und bis heute wird zum Sommerende die Wallfahrt abgehalten.
Paula war Witwe und Mutter von fünf Kindern. 385 verließ sie zusammen mit ihrer Tochter Eustochia Rom und begab sich nach Bethlehem. Sie ließ sich dort nieder und baute eine Pilgerherberge, ein Frauen- und ein Männerkloster. Paula von Rom starb um 404. Nachdem Bischöfe die aufgebahrte Leiche in die Kirche trugen, sollen dort während einer ganzen Woche die Trauergesänge erklungen sein.