Wussten Sie schon, dass der Schatz des Heiligen Januarius so wertvoll ist, dass der italienische Staatshaushalt damit saniert werden könnte? Die Kirche gedenkt heute auch der Heiligen Maria Wilhelmine von Villefranche, Theodor, Lucia vom Berg und Albert von Löwen.
Januarius, oder auf Italienisch Gennaro, war nach der legendarischen Leidensgeschichte aus dem 6./7. Jhd. Bischof von Benevento. In der Verfolgung unter Kaiser Diokletian wurde er am 19. September 305 enthauptet. Seine Gebeine befinden sich seit 1497 in der Kathedrale von Neapel. Was Januarius bekannt und interessant macht, ist das Blutwunder, das zwar von der Katholischen Kirche nie offiziell als Wunder anerkannt wurde, aber als kirchlicher Volksbrauch toleriert wird. Ereignet sich das Blutwunder, wird das in 2 Ampullen aufbewahrte, sonst ausgetrocknete Blut des hl. Januarius flüssig. Januarius ist der Patron von Neapel und wird seit dem Mittelalter verehrt. Kardinäle und Bischöfe, Könige und Kaiser aus ganz Europa, die im Laufe der Jahrhunderte zum hl. Januarius pilgerten haben dem Märtyrer zahlreiche wertvolle Geschenke überbracht, sodass der Schatz des hl. Januarius heute über 21.000 Objekte umfasst und so wertvoll ist, dass allein durch den Materialwert der italienische Staathaushalt saniert werden könnte. Bei uns in Südtirol ist dem hl. Januarius die Hauskapelle beim Tinkhauser in der Adlerbrückengasse in Brixen geweiht. Januarius ist der Patron der Blutspender und der Blutspendedienste. Er wird auch gegen Vulkanausbrüche, Invasionen, Epidemien und andere Naturkatastrophen angerufen.
Maria Wilhelmine von Villefranche wurde 1787 geboren. 1815 gründete sie ein Institut für gefallene Mädchen und verwahrloste Kinder und die Kongregation der "Schwestern der Heiligen Familie", die sie als Oberin leitete und der heute in rund 15 Ländern vertreten ist. Maria Wilhelmine starb nach einem erfüllten Leben am 19.September 1852. 1950 sprach Papst Pius XII. sie heilig.
Theodor stammte aus Tarsus in Kleinasien. Er erhielt in Athen seine Ausbildung und wurde 668 vom Papst nach England gesandt und zum Erzbischof von Canterbury geweiht. Von hier aus organisierte er das gesamte angelsächsische Kirchenwesen und zog klare Grenzen für die Bistümer. Theodor starb am 19. September 690.
Lucia vom Berg war einer Überlieferung nach eine schottische Königstochter, die sich jedoch entschloss, als Einsiedlerin zu leben. In Lothringen arbeitete sie bei einer Bauernfamilie als Hirtin und nutzte ihre freie Zeit zum Gebet und zu Werken der Nächstenliebe. Dies führte schon bald zu einer großen Verehrung Lucias. Sie starb vermutlich am 19. September 1090. Ihr Todesort wurde zu einer Wallfahrtsstätte und erlangte Bekanntheit, nachdem die lange Zeit unfruchtbare Frau des französischen Königs Ludwig XIII. im Jahr 1637 eine Wallfahrt unternommen hatte und danach den Thronfolger gebar.
Albert von Löwen wurde um 1166 aus dem Hause Brabant geboren. Er wurde zunächst Archidiakon und später Bischof von Lüttich. Kaiser Heinrich VI. übertrug aber das Bistum an Lothar von Hochstaden. Albert erreichte aber in Rom seine Bestätigung von Papst Coelestin III. Weil der Bischofsstuhl inzwischen doch besetzt war, wurde Albert zum Kardinal ernannt und 1192 in Reims geweiht. Drei deutsche Ritter aus der Gefolgschaft des Kaisers sollen ihn dort am 24. November 1192 ermordet haben.