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22. September 2026

Hier finden Sie detailiertere Informationen zu den heute gefeierten Heiligen und unter "Historisches Kalenderblatt" noch interessante Informationen zu geschichtlichen Ereignissen, die heute stattgefunden haben.

Zahlreiche Kirchen in unserem Land sind dem bekanntesten Heiligen des heutigen Tages, dem hl. Mauritius geweiht. Sein Name, sowie Emmeran, Otto von Freising, Liutrud und Gunthildis stehen heute im Heiligenkalender.

Mauritius und seine Gefährten waren römische Offiziere der "thebäischen" Legion, die in der Thebais - der Gegend um Theben - in Ägypten ausgehoben worden war und nur aus Christen bestand. Sie hatten sich geweigert, den alten Göttern zu opfern und sich an der Verfolgung der Christen zu beteiligen. Maximianus, der Mitregent von Kaiser Diokletian lies  Mauritius und seine Gefährten zwischen 280 und 300 nach Christus in der Nähe von  Agaunum in der heutigen Westschweiz hinrichten.  380 wurde über den damals wiederaufgefundenen Gebeinen der Märtyrer eine Kirche erbaut, bald entstand dort ein Kloster, das den Namen Saint-Maurice erhielt und den Kult des hl. Mauritius in ganz Europa verbreitete. Die Äbte von Saint Maurice trugen bis 1840 die Titularwürde eines Bischofs von Bethlehem. Der Kirchenschatz von Saint Maurice ist der bedeutendste seiner Art in der Schweiz. Mauritius wird dargestellt in Soldatenrüstung, meist von dunkler Hautfarbe. Ihm sind in Südtirol mehrere Kirchen geweiht: Taufers-Moritzen, Söll bei Tramin, St. Moritz-Sauders, St. Moritz in Ulten und Moritzing bei Bozen. Auch ist Mauritius Mitpatron der Kirchen von Kuens, Allitz und Stilfs. Bei diesen Kirchen gibt es auch meist eine heilkräftige Quelle. Im Quellschacht von Moritzing wurden bei Arbeiten tausende bronzene Votivringe gefunden.

Emmeran war ein Missionsbischof aus dem westfränkischen Reich. Er wurde in der ersten Hälfte des 7. Jhd. nach Regensburg berufen. Als er 652 zu einer Missionsreise nach Rom reisen wollte, gab er sich als Vater des unehelichen Kindes der Tochter von Herzog Theodo, Uta aus. Er wollte damit den richtigen Vater, einen jungen Ritter, vor der Bestrafung schützen. Utas Bruder Lambert ließ ihn jedoch auf grausamste Weise hinrichten: Bei lebendigem Leib wurden ihm nach und nach die Gliedmaßen abgeschnitten, das konnte vor einigen Jahren auch durch eine anthropologische Analyse seiner Gebeine bewiesen werden.   Als bald nach Emmerans Tod die Wahrheit ans Licht kam, lies Herzog Theodo den Leichnam exhumieren und beisetzen. Über seinem Grab entstand später die Benediktinerabtei St. Emmeran.

Otto von Freising wurde 1138 Abt Bischof von Freising. Er gilt als Wiederbegründer des Bistums, das er reformierte und spielt eine bedeutende Rolle in der Reichspolitik. Otto gründete die Domschule und vermittelte zwischen der Kirche und dem Herzog von Bayern. 1147 nahm er als Heerführer am 2. Kreuzzug teil. Bekannt wurde er als Schriftsteller. Sein Hauptwerk, die Weltchronik "Chronicon", umfasst acht Bände. Otto von Freising starb auf einer Reise am 22. September 1158 in Morimond in Burgund.

Liutrud lebte im 6. Jhd. als gottgeweihte Jungfrau bei einer Kapelle, die auf ihrem väterlichen Erbgut in der Champagne errichtet war.
Gunthildis lebte nach einer Legende als Dienstmagd in Suffersheim bei Treuchtlingen in Bayern. Sie war sehr mildtätig und demütig und starb vermutlich um 1057. Der früher weit verbreitete Kult beschränkt sich heute nur mehr auf Biberach, wo eine Wallfahrt besteht, und auf Schambach.