„Was St. Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fällt“ lautet eine Bauernregel zum heutigen Gedenktag an den hl. Medardus. Er ist unter anderem Patron für trockenes Heuwetter und für eine gute Ernte. Weil es angeblich gut ist, wenn am Medardus-Tag Regen fällt, wird der Heilige im Vinschgau auch als „Heuprunzer“ bezeichnet. Weitere Heilige und Selige des heutigen Tages sind Helga, und Marie Gräfin Droste zu Vischering.
Medardus wurde um das Jahr 473 in Nordfrankreich geboren. Nach dem Empfang der Priesterweihe wirkte er als Glaubenssbote in Gallien. Im Jahr 545 wurde er zum Bischof von Noyon gewählt. Unter seiner Leitung gelangte die Diözese zu großer Blüte. Medardus war ein erfolgreicher Seelsorger und ein selbstloser Wohltäter, der wegen seines freundlichen und fröhlichen Wesens bei Alt und Jung beliebt war. Hochbetagt starb er um das Jahr 560 in seiner Bischofsstadt. Der "liebenswürdige Heilige", wie er von vielen genannt wurde, ist auf allen Porträts mit lachendem Mund dargestellt. Der Medardustag gilt seit jeher als wichtiger Lostag. Eine Legende erzählt, der Heilige sei als kleiner Junge einmal auf den Feldern spazieren gegangen, als ein fürchterliches Gewitter losbrach und schwere Regengüsse niedergingen. Plötzlich habe ein Adler über dem Knaben seine mächtigen Schwingen ausgebreitet, so dass er nicht nass wurde.
Helga - oder auch Ilga - war die Schwester des Hl. Merbod und des seligen Diedo und lebte als Einsiedlerin im Bregenzerwald. Als die beiden starben, soll einer Legende nach an der Stelle, wo Helga tränenreich Abschied nahm, eine Quelle entsprungen sein. Als Helga 1115 verstarb, sollen die Kirchenglocken von Schwarzenberg von alleine angefangen haben zu läuten. Über Helgas Todesstätte in ihrer Klause wurde schon bald eine Kapelle errichtet, wo Menschen bis heute an der Ilga-Quelle Hilfe bei Augenleiden, Gicht und offenen Beinen suchen.
Marie, Gräfin Droste zu Vischering stammte aus der deutschen Stadt Münster. Mit 25 Jahren trat Maria 1888 in den Orden der Schwestern Unserer Frau von der Liebe des Guten Hirten ein, 1894 wurde sie zur Oberin im Kloster in Porto in Portugal ernannt. Als sie an einem Rückenleiden erkrankte und ans Bett gefesselt war, wurden ihr Visionen zuteil, unter anderem auch der Wunsch, die ganze Welt dem Herzen Jesu zu weihen und den Papst darum zu bitten. Dieses Anliegen übermittelte Maria dem Papst und im Mai 1899 wurde das Hochfest Heiligstes Herz Jesu auf den 11. Juni 1899 festgesetzt. Das erste Herz Jesu Fest erlebte Maria jedoch nicht mehr: Sie starb 3 Tage vorher am 8. Juni 1899. Im Jahr 1975 wurde Marie, Gräfin Droste zu Vischering seliggesprochen.