Am 9. Oktober 2011 war Ivo Muser im Dom zu Brixen zum Bischof geweiht worden. 15 Jahre später stand er heute am selben Ort der Eucharistiefeier anlässlich seines Weihejubiläums vor.
Offen für Neues
Generalvikar Eugen Runggaldier verwies in seiner Laudatio auf die Veränderungen der vergangenen 15 Jahre. Vertraute Strukturen veränderten sich, Kirchenbänke würden leerer und schwierige Themen wie die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen verlangten eine ehrliche Haltung. Bischof Muser begegne diesen Herausforderungen realistisch, ohne sie zu beschönigen und ohne zu resignieren. Runggaldier würdigte zugleich, dass sich Muser immer wieder auf neue Themen einlasse und nach vorne schaue.
Runggaldier hob auch hervor, woraus der Bischof Kraft schöpfe: aus dem täglichen Gebet, der Stille und vor allem aus dem persönlichen Gespräch mit den Menschen. Ein Leitgedanke sei für ihn das Wort des heiligen Augustinus: „Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof.“ Sein Amt verstehe Muser als Dienst des Vermittelns und Verbindens.
Vertrauen in Gott und in die Menschen
Für den weiteren Weg formulierte Runggaldier einen persönlichen Wunsch: „Mein Wunsch an Bischof Ivo ist, dass er mit Gottvertrauen in die Zukunft schaut und in die Zukunft geht.“ Dazu gehöre auch das Vertrauen in die Mitmenschen und besonders in die engsten Mitarbeitenden. „Er hat zwar ein Amt, wo er alleine verantwortlich ist, aber allein ist er dann doch nicht. Zum Schluss sind wir ein Wir als Kirche in Südtirol. Er ist unser Hirte, aber er ist nicht allein, sondern darf auf die Mitarbeit so vieler Menschen zählen.“
Dankbarkeit und Hoffnung
In seinem geistlichen Wort blickte Bischof Muser vor allem mit Dankbarkeit auf die Begegnungen mit Menschen zurück, die ihn in den vergangenen 15 Jahren begleitet und geprägt haben. Zugleich betonte er, dass die Zukunft der Kirche nicht allein in menschlicher Hand liege. „Nicht wir müssen und können die Kirche retten. Nicht wir müssen ihre Zukunft gestalten. Wir dürfen säen, begleiten und ermutigen. Aber wachsen lassen kann nur Gott.“ Selbst stellte Muser den Jahrestag unter die beiden Leitgedanken Dankbarkeit und Hoffnung: „Die Dankbarkeit blickt zurück und sagt: Herr, du warst da. Die Hoffnung blickt nach vorne und sagt: Herr, du wirst da sein.“ Entscheidend sei, dass Menschen durch die Kirche die Nähe Christi erfahren könnten.
Ivo Muser wurde am 27. Juli 2011 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof der Diözese Bozen-Brixen ernannt. Am 9. Oktober desselben Jahres empfing er im Brixner Dom die Bischofsweihe. Muser wurde 1962 in Bruneck geboren und 1987 in Brixen zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Aufgaben in Seelsorge und Ausbildung war er unter anderem Regens des Priesterseminars und Domdekan in Brixen, bevor er 2011 die Leitung der Diözese übernahm.
