Prof. Günter Höglinger ist Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik am LMU Klinikum München und Inhaber des Lehrstuhls für Neurologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt auf Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen.
Nach Angaben der Präsidentin der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung, Prof. Alessandra Fanciulli, hat Höglinger insbesondere die Forschung zu atypischen Parkinson-Syndromen wesentlich mitgeprägt. Dazu zählen Erkrankungen wie die Progressive Supranukleäre Blickparese und die kortikobasale Degeneration. Seine Arbeit steht zugleich für einen Wandel in der Parkinson-Forschung: Neben der Behandlung der Symptome rücken zunehmend die biologischen Ursachen der Erkrankungen und Therapien in den Mittelpunkt, die künftig auch den Krankheitsverlauf beeinflussen könnten. Höglinger habe wesentlich zu einer stärker biologisch ausgerichteten Definition der Parkinson-Krankheit und zur Erforschung neuer krankheitsmodifizierender Therapieansätze beigetragen, erklärt Fanciulli. „Diese Energie und Innovationskraft ist genau das, was wir brauchen, um dieses Forschungsgebiet voranzubringen.“
Land Südtirol stellt Preisgeld bereit
Das Land Südtirol unterstützt den Wissenschaftspreis seit 2022 und stellt für die alle zwei Jahre erfolgende Vergabe ein Preisgeld von 10.000 Euro zur Verfügung. Die Landesregierung hat die entsprechende Vereinbarung mit der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung kürzlich bis 2028 verlängert. Damit wolle das Land die Forschung zu neurologischen Erkrankungen unterstützen und Planungssicherheit für die kommenden Preisvergaben schaffen.
Erinnerung an Bischof Karl Golser
Namensgeber der Stiftung ist Karl Golser, der von 2009 bis 2011 Bischof der Diözese Bozen-Brixen war. Aufgrund eines atypischen Parkinson-Syndroms musste er sein Amt 2011 aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen. Er starb 2016 in Brixen. Die Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung wurde 2015 noch zu Golsers Lebzeiten gegründet. Sie will das Wissen über atypische Parkinson-Syndrome verbreiten, die wissenschaftliche Forschung voranbringen und therapeutische Entwicklungen unterstützen.
Informationsabend zu konkreten Hilfen im Alltag
Bereits am gestrigen Freitagabend hatte die Stiftung bei einem öffentlichen Informationsabend in Brixen die Situation von Betroffenen und Angehörigen in den Mittelpunkt gestellt. Fachleute informierten über Versorgung und Rehabilitation sowie über Schlafprobleme, Schmerzen und Blasenfunktionsstörungen bei Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche konkreten Möglichkeiten heute helfen können, die Lebensqualität im Alltag zu verbessern.



