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Bischof Muser in Peru: Südtiroler Hilfe, die vor Ort ankommt

Acht Tage lang war Bischof Ivo Muser gemeinsam mit einer Delegation von missio Bozen-Brixen in Peru unterwegs. Die Reise führte nach Lima, Huaraz, Chacas, Zaña, Chiclayo und an weitere Orte. Im Mittelpunkt standen Begegnungen mit den Menschen, Besuche von sozialen und pastoralen Projekten sowie die Spuren Südtiroler Missionarinnen und Missionare. Die letzten Etappen führten die Delegation in die Diözese Chiclayo, in der Papst Leo XIV. viele Jahre gewirkt hat. Eine Bildergalerie gibt Einblick in die verschiedenen Stationen der Reise.

In Lima besuchte die Delegation Pfarrgemeinden, soziale Einrichtungen und Projekte, die auch mit Unterstützung aus Südtirol verwirklicht werden. In der Pfarrei „Cristo Misionero del Padre“ in Chorrillos etwa engagieren sich rund 500 pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 150 Katechetinnen und Katecheten für eine Bevölkerung von rund 100.000 Menschen in 13 Gemeinschaften.

Weitere Stationen führten zu Gemeinschaftsküchen, Bildungs- und Umweltprojekten sowie zu Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen. Dabei ging es auch darum zu sehen, wie die von missio Bozen-Brixen und vielen Südtirolerinnen und Südtirolern bereitgestellten Mittel vor Ort eingesetzt werden.

Südtiroler Spuren in den Anden

Besonders sichtbar wurde die Unterstützung aus Südtirol und von Südtirolern in Huaraz und Chacas. In Huaraz besuchte die Delegation das Zentrum „Lucia Lintner“, das an das Wirken der Südtiroler Missionarin Luzi Lintner erinnert und bis heute Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten schafft.

Eine zentrale Begegnung war jene mit Matteo Prinoth aus St. Ulrich in Gröden, der seit rund 30 Jahren in Peru lebt. Der Holzschnitzer und Laienmissionar vermittelt jungen Menschen sein handwerkliches und künstlerisches Wissen. Gemeinsam mit ihm besuchte die Delegation Werkstätten der Operazione Mato Grosso, in denen junge Menschen unter anderem in Holzschnitzerei, Steinbearbeitung, Mosaikkunst und Malerei ausgebildet werden.

In Rayan besuchte die Gruppe eine Kirche, die mit Unterstützung des Missionsamtes verwirklicht wurde und heute kirchlicher und sozialer Mittelpunkt eines Dorfes mit rund 500 Einwohnern ist. Hausbesuche gaben der Delegation zugleich Einblick in den Alltag der Menschen in den Andendörfern.

In Chacas machte die Delegation am Grab von P. Ugo De Censi, dem Gründer und langjährigen Motor der Operazione Mato Grosso, Halt. Besucht wurden zudem soziale Einrichtungen wie die Casa San Danielito für Menschen mit Behinderung und die Casa Santa Teresita für ältere Menschen in Pomallucay.

Zaña und Chiclayo: Geschichte und Gegenwart der Kirche in Peru

Auf den letzten Etappen führte die Reise nach Zaña und Chiclayo. In Zaña feierte Bischof Muser mit der Pfarrgemeinde San Martín de Tours die Eucharistie und besuchte historische Orte, die mit dem hl. Toribio de Mogrovejo, dem zweiten Erzbischof von Lima, verbunden sind. Er starb am 23. März 1606 während einer seiner Pastoralreisen in Zaña.

Weitere Besuche galten kirchlichen und kulturellen Stätten der Region. In Chiclayo traf die Delegation Bischof Edinson Edgardo Farfán Córdova OSA und feierte mit der Ortskirche Gottesdienst.

Chiclayo ist zugleich eng mit dem heutigen Papst Leo XIV. verbunden. Robert Francis Prevost wirkte viele Jahre in Peru und von 2014 bis 2023 in der Diözese Chiclayo, zunächst als Apostolischer Administrator und anschließend als Bischof. Die Delegation besuchte auch Orte, die an sein Wirken dort erinnern.

„Gesichter und Menschen werden in Erinnerung bleiben“

Für Bischof Muser sind es vor allem die persönlichen Begegnungen, die diese Reise prägen: „Von dieser beeindruckenden Reise durch Peru werden mir vor allem Gesichter und Menschen in Erinnerung bleiben.“ Entscheidend sei, Menschen mit Würde und Respekt zu begegnen. Besonders beeindrucke ihn, „wie die Menschen hier ihr Leben in die Hand nehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen“.

Damit bestätigt sich auch ein Gedanke, den der Bischof bereits vor der Abreise formuliert hatte: „Wir gehören zusammen, wir können voneinander lernen, wir haben zu geben und zu empfangen. Wir sind keine Nationalkirche, sondern eine weltweite Glaubensgemeinschaft.“

 

Stimmen zum Abschluss der Reise

 

Bischof Ivo Muser

„Ich denke mit großer Dankbarkeit an die vielen Menschen, denen wir in diesen Tagen begegnet sind und die uns aufgenommen haben. Viele Gespräche, Begegnungen und Eindrücke werden mich noch lange begleiten. Von hier aus möchte ich diesem wunderbaren Land, in dem wir zu Gast sein durften, ein Wort des Dankes und des Segens sagen. Und von hier aus auch einen Gruß und Segen nach Rom, zu Papst Leo, der hier in Chiclayo Missionar und Bischof war. Ein großes Danke gilt auch unseren Landsleuten zu Hause, die unsere Missionsprojekte unterstützen.“

P. Juan Goicochea

„Ich kann ebenfalls nur Danke sagen: für den Besuch des Bischofs, für den Besuch der Delegation. Es gab Zeit, verschiedene Realitäten unseres Landes kennenzulernen, Menschen zu begegnen und auch die Nöte näher wahrzunehmen. In diesem Sinne sage ich von ganzem Herzen Danke für die Aufmerksamkeit und für den Besuch. Das bedeutet für uns sehr viel;  auch, weil dadurch unsere Sorgen hier in Peru wahrgenommen werden.

Als Peruaner beschäftigen uns derzeit drei große Themen: Das erste ist die Kriminalität. Sie hat stark zugenommen, und viele Menschen leben in Angst. Das zweite ist die Sorge vor der bevorstehenden starken Regenzeit und dem El-Niño-Phänomen. Vor allem im Norden des Landes sind viele Dörfer und Infrastrukturen noch nicht ausreichend wiederaufgebaut oder geschützt. Und das dritte große Thema ist die Armut, die wir auch als Gruppe aus nächster Nähe erlebt haben. Es geht darum, die Kinder, die Erwachsenen und die alten Menschen wahrzunehmen und ihre Lebensrealität zu sehen.

Deshalb sage ich auch Danke für die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Seit vielen Jahren kennen wir uns, und seit vielen Jahren unterstützt uns missio Bozen-Brixen bzw. die Diözese Bozen-Brixen. Vielen, vielen Dank und Gottes Segen für Südtirol.“

Matteo Prinoth

„Auch ich bin sehr dankbar, dass uns Bischof Ivo hier in Peru und unsere Mission besucht hat. Das war für uns etwas Besonderes. Ich bin auch dankbar, dass ich ihn zu den verschiedenen Orten begleiten durfte. Ich hoffe, dass dadurch auch in Südtirol die Sensibilität für die Mission weiter wächst. Und ich lade alle, vor allem junge Menschen, ein, einmal selbst in die Mission nach Peru zu kommen. Herzlichen Dank für alles.“

Irene Obexer Fortin

„Ich darf mich den Dankesworten der Menschen hier anschließen. Ein herzliches Danke besonders an P. Juan für die Organisation und die Begleitung und ebenso an Matteo für die Organisation in den Bergen. Wir haben tatsächlich viele Menschen getroffen und viele unterschiedliche Lebensrealitäten kennengelernt. Jetzt verstehen wir noch besser, was die Menschen hier tun und welchen Herausforderungen sie begegnen. Und wir haben noch einmal erfahren, wie wichtig es ist, dass wir Weltkirche sind, dass wir über unseren eigenen Tellerrand hinausschauen, einander unterstützen und weiterhin zusammenarbeiten.“

Die Bildergalerie zeigt Eindrücke von Begegnungen, Projekten, Gottesdiensten und Stationen der achttägigen Reise durch Peru.