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Pressemitteilungen 2026

Bischof Muser: Integration statt Remigration

Im Vorfeld der für morgen Samstag, 28. Februar 2026, in Bozen angekündigten Demonstration unter dem Schlagwort „Remigration“ bezieht Bischof Ivo Muser klar Stellung. Der Begriff stehe für Ausgrenzung und widerspreche dem christlichen Menschenbild. Die Diözese Bozen-Brixen beteiligt sich an der Gegenkundgebung.

„Remigration“ sei letztlich eine neue Bezeichnung für „Ausländer raus“, erklärt der Bischof. Hinter dem Begriff stünden politische Konzepte, die auf systematische Rückführung und Entfernung von Menschen abzielten. Sprache sei nicht neutral, betont Muser: Begriffe prägten politische Zielvorstellungen und gesellschaftliche Haltungen. Dem stellt der Bischof bewusst das Leitwort der Integration gegenüber. Integration bedeute, Menschen in ein bestehendes gesellschaftliches Gefüge einzubinden: auf der Grundlage klarer Regeln, gegenseitiger Verantwortung und des Respekts vor Recht, Kultur und Institutionen. Remigration hingegen ziele nicht auf Einbindung, sondern auf Trennung. Während Integration auf Zusammenleben ausgerichtet sei, setze Remigration auf Entfernung.

Das christliche Menschenbild kenne keine Abstufung der Würde nach Herkunft oder Staatsangehörigkeit. Grundlage seien die unveräußerlichen Menschenrechte jedes Einzelnen. „Gesetze und klare Regeln sind notwendig. Migration braucht Ordnung. Aber wir schicken keine Menschen pauschal weg oder fliegen sie aus“, betont der Bischof. Politische Konzepte, die ganze Gruppen grundsätzlich zur Disposition stellten, widersprächen diesem Verständnis.

Bischof Ivo Muser ist ab heute auf Pastoralbesuch in der Seelsorgeeinheit Rodeneck. Die Diözese wird bei der Gegenkundgebung durch Generalvikar Eugen Runggaldier vertreten.