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Pressemitteilungen 2026

Kirche neu denken: Fortbildung für Priester im Zeichen des Wandels

Wie kann Kirche heute für die Menschen da sein, wenn sich das gesellschaftliche Leben und die Erwartungen der Menschen an Kirche ständig verändern? Mit dieser Frage setzten sich 57 Priester aus der Diözese Bozen-Brixen im Rahmen einer dreitägigen Fortbildung in Roverè Veronese auseinander. Gemeinsam mit Bischof Ivo Muser und Generalvikar Eugen Runggaldier suchten sie nach Wegen, wie Kirche in einer Zeit des Wandels glaubwürdig bleiben und, so Bischof Muser, „offen für die Menschen und deren Fragen sein kann“.

Im Mittelpunkt der Priesterfortbildungstage stand die Frage, wie Glaube, Gemeinschaft und kirchliches Leben in einer Zeit, in der sich viele Menschen von der Kirche entfremden, lebendig bleiben können. Gastreferent Don Rolando Covi, Theologe aus Trient, betonte, dass die Suche nach Sinn und Zugehörigkeit trotz aller Veränderungen in der Gesellschaft bestehen bleibt. Kirche müsse heute vor allem aufmerksam zuhören, neue Formen der Begegnung ermöglichen und gerade dort präsent sein, wo Menschen Unterstützung und Orientierung suchen.

Keine Einzelkämpfer, Priester müssen Teamplayer sein

Die Rolle der Priester und Seelsorger wurde dabei neu in den Blick genommen: Nicht mehr als Einzelkämpfer, sondern als Teil eines Teams, das gemeinsam mit Engagierten aus der Pfarrei Verantwortung trägt. Die Pfarrei darf nicht als starre Institution verstanden werden, sondern als lebendiger Ort der Begegnung, an dem Menschen aller Generationen zusammenkommen, sich austauschen und gegenseitig stärken können.

Bischof Muser: „Gemeinsam unterwegs sein“

„Eine glaubwürdige Kirche lebt davon, dass sie hinhört, sich für die Menschen öffnet und nicht bei alten Mustern stehenbleibt. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam unterwegs zu sein, Veränderungen anzunehmen und überall dort präsent zu sein, wo Menschen Begleitung und Hoffnung suchen“, ist Bischof Ivo Muser überzeugt.

Ein wichtiger Aspekt der Fortbildung war auch der offene Austausch zwischen den Seelsorgern. Unterschiedliche Erfahrungen flossen ein, Herausforderungen wurden benannt und gemeinsam nach Wegen gesucht, wie Kirche auch in Zukunft nah bei den Menschen bleibt.

Keine schnellen Lösungen

Am Ende der Tagung stand die Erkenntnis: Es gibt keine schnellen Lösungen, aber viele gute Ansätze und die Bereitschaft, Kirche weiterhin als Gemeinschaft im Wandel zu gestalten – mit Offenheit, Dialogbereitschaft und dem Blick für das Wesentliche.