Von Schlanders bis Oberrasen und von Salurn bis Stilfes standen gestern Abend über ganz Südtirol verteilt die Kirchentüren offen für Menschen aller Generationen. Viele Pfarreien griffen das heurige Motto „MUTeinander“ in ihren Programmen auf und luden dazu ein, miteinander Mut zu finden und einander Mut zu machen.
Musik als verbindendes Element
Besonders stark vertreten war heuer die Musik. In der evangelischen Christuskirche in Bozen begeisterten beispielsweise die unibzVoices mit ihrem Konzert, während in der evangelischen Kirche in Meran die Liedermacher Siegfried und Oliver Fietz auftraten. In Montan verband die „Latin Jazz Mass“ liturgische Elemente mit modernen musikalischen Ausdrucksformen.
Einen besonderen Weg - im wahrsten Sinne des Wortes - wählten die italienischen Pfarrchöre der Diözese in Bozen: Unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf“ zogen sie singend und betend von der Kirche Mutter Teresa über die Kirche Corpus Domini bis zur Kirche Maria Heimsuchung und machten das Motto der Langen Nacht unmittelbar erfahrbar.
Mut in vielen Facetten
Wie vielfältig das Thema Mut interpretiert werden kann, zeigte sich in den unterschiedlichsten Programmpunkten. In der Pfarrkirche von Brixen stand bei einer Dankesfeier für Paare das Thema „MUTeinander – Mut zur Liebe“ im Mittelpunkt. In Mölten verband eine Soundandacht Musik, Besinnung und die Segnung von „Mutmachern“.
Kreative Zugänge boten die „Vier Adamgelisten“ mit ihrem Improvisationstheater in Andrian. In zahlreichen Kirchen luden Impulse, Gebetszeiten und Gespräche dazu ein, persönliche Erfahrungen von Mut, Hoffnung und Gemeinschaft zu teilen.
Generationen verbinden
Mehrere Veranstaltungen brachten Menschen unterschiedlichen Alters zusammen. Im Seniorenwohnheim Pilsenhof in Terlan wurden Fahrräder und Roller von Kindern ebenso gesegnet wie Rollatoren und Rollstühle der Bewohnerinnen und Bewohner: ein sichtbares Zeichen für das Miteinander der Generationen.
Auch Kinder und Jugendliche waren vielerorts aktiv eingebunden. So bot die Jugendkirche in Meran einen Kinoabend an, während in anderen Pfarreien kreative Angebote, Soundandachten und Begegnungsmöglichkeiten für junge Menschen auf dem Programm standen.
Kirche als Ort der Begegnung
Großen Zuspruch fanden auch die Angebote in der Alten Grieser Pfarrkirche und in der Stiftspfarrkirche Gries. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Kirchenräume neu kennenzulernen, zur Ruhe zu kommen oder mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.
„MUTeinander“ sei nicht nur ein Motto geblieben, sondern vielerorts konkret erlebbar geworden, bilanziert Projektleiterin Renate Jud Palla. Die Lange Nacht der Kirchen habe erneut gezeigt, wie vielfältig kirchliches Leben sein kann und wie Kirchenräume zu Orten der Begegnung, des Austauschs und der Hoffnung werden.
Träger der Langen Nacht der Kirchen sind die Diözese Bozen-Brixen und die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste. Unterstützt wird die Initiative von der Krankenhausseelsorge, dem Verband der Seniorenwohnheime, dem Verband für Kirchenmusik, der Caritas-Freiwilligenarbeit, der Südtiroler Bäuerinnenorganisation sowie von zahlreichen Ehrenamtlichen in den Pfarreien.
Alle Fotos zur Langen Nacht der Kirchen gibt's auf https://flic.kr/s/aHBqjCVewW
