Zum Auftakt des Missionaretreffens erinnerte Generalvikar Eugen Runggaldier an die zentrale Bedeutung des missionarischen Auftrags der Kirche. Mission betreffe nicht nur einzelne Missionarinnen und Missionare in anderen Teilen der Welt, sondern alle Christinnen und Christen. Gerade heute gelte es neu zu entdecken, was es bedeute, als Kirche missionarisch zu sein. Dabei gehe es nicht zuerst um große Worte, sondern um die Fähigkeit, Menschen mit Offenheit, Wertschätzung und echtem Interesse zu begegnen. Entscheidend sei zudem, das Evangelium in der Sprache und Lebenswirklichkeit der Menschen von heute verständlich und erfahrbar zu machen. Runggaldier überbrachte zugleich die Grüße von Ivo Muser, der derzeit an der Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz in Rom teilnimmt.
Online-Austausch mit Missionaren weltweit
Über eine Online-Zuschaltung berichteten Südtiroler Missionarinnen und Missionare aus verschiedenen Teilen der Welt von ihren Erfahrungen und Herausforderungen. Missionsamtsleiterin Irene Obexer Fortin gab zudem einen Überblick über die Arbeit des Missionsamts und die unterstützten Projekte.
Sternsingeraktion bleibt wichtigste Initiative
Die Sternsingeraktion bleibt die größte Initiative des Missionsamts. 2025 wurden dadurch Projekte mit insgesamt rund 1,58 Millionen Euro unterstützt. Bereits mehr als 100 Partnerprojekte weltweit haben ihre zugesagte Finanzierung erhalten. Im vergangenen Jahr wurden allein über die Sternsingeraktion 136 Projekte gefördert, davon 88 in Afrika. Unterstützt wurden Gesundheits- und Bildungsprojekte, soziale Initiativen sowie Maßnahmen zur Sicherung der Grundbedürfnisse.
Fastenopfer und Christophorusaktion
Auch über das Fastenopfer und die Christophorusaktion konnten zahlreiche Hilfsmaßnahmen umgesetzt werden. Das Fastenopfer ermöglichte 2025 die Unterstützung von 27 Projekten mit insgesamt rund 237.000 Euro. Über die Christophorusaktion wurden 25 Mobilitätsprojekte mit rund 325.000 Euro finanziiert – darunter Autos, Schulbusse und Kleinbusse für Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Unterstützt wurden unter anderem ein Schulbus für Myanmar, Fahrzeuge für Projekte im Kongo und Ecuador sowie eine Verkehrssicherheitskampagne in Uganda.
Bildungsinitiative für junge Frauen
Weitergeführt wird auch die Bildungsinitiative „Ein Bleistift für Bildung“, die gemeinsam mit der Katholischen Frauenbewegung getragen wird. Zuletzt wurde damit 26 jungen Frauen in Uganda eine Ausbildung zur Krankenschwester oder Hebamme ermöglicht. Für die kommenden Jahre ist ein neues Ausbildungsprojekt für junge Frauen aus dem Volk der Garo in Bangladesch geplant.
Friedenswoche und neue Vorhaben
Ein weiterer Schwerpunkt der vergangenen Monate war die Friedenswoche im März 2026 mit Veranstaltungen, Begegnungen und Pilgerwegen in mehreren Südtiroler Orten. Vorgestellt wurden zudem kommende Vorhaben des Missionsamts, darunter eine Reise mit Bischof Ivo Muser nach Peru sowie ein Buchprojekt über Südtiroler Missionarinnen und Missionare.
Gedenken an verstorbene Missionare
Am Nachmittag wird in der Waldkirche von Lichtenstern der seit dem letzten Missionaretreffen verstorbenen Missionarinnen und Missionare gedacht. Verlesen wurden die Namen von Schw. Maria Adelinde Plieger (Sophia), P. Albino Grunser MCCJ, P. Alois Deflorian MCCJ und Pierluigi Sartorel, die in Peru beziehungsweise Brasilien gewirkt hatten.
Gedächtnisgottesdienst für don Gigi Sartorel
Für den vor einer Woche verstorbenen Missionar don Gigi Sartorel findet am kommenden Montag, 1. Juni 2026, um 18 Uhr in der Pfarrkirche San Pio X in Bozen ein Gedächtnisgottesdienst statt. Bischof Muser wird der Feier vorstehen.
