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Predigten

Palmsonntag 2026

Bischof Ivo Muser

Palmsonntag, 29. März 2026

Brixen, Dom und Domplatz

Der Palmsonntag ist ein besonders spannungsgeladener Tag. Zwei Rufe prägen ihn: „Hosanna“ und „Kreuzige ihn“.

Beide Rufe gelten Jesus: Heute das begeisterte Hosanna, mit dem er einzieht in die Heilige Stadt seines jüdischen Volkes, und wenige Tage später das „Kreuzige ihn“, mit dem er abgelehnt, verurteilt und getötet wird. Zu beiden Rufen sind Menschen fähig: damals und heute. Beide Rufe können sogar aus demselben Herzen und aus demselben Mund herauskommen.

Der Palmsonntag sagt uns: Entscheide dich – für Jesus und für seinen Weg! Folge ihm auf seinem Weg! Sei nicht nur sein Fan, habe Mut, dich einzulassen auf ihn!

Jesus zieht auf einem Esel in die Heilige Stadt Jerusalem ein. Er kommt auf einem Esel, der nicht einmal ihm gehört. Seine jüdischen Zeitgenossen verstehen, was damit gemeint ist. Es geht um eine alte, prophetische Verheißung:

„Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen“ (Sach 9,9–10).

Jesus steht nicht für irdische Gewalt, sondern für Gott und für die Macht seiner Liebe. Sein Königtum bleibt zerbrechlich in dieser Welt. Aber allein von ihm her wird diese Welt lebenswert, menschlich – nicht nur für einige Wenige, sondern für alle.

Nicht die Gewalttätigen, die Radikalen, die Hardliner, die Angstmacher, die Scharfmacher, die Arroganten und die Revolutionäre machen unsere Welt menschlich. Sie hinterlassen immer Scherben, Blut und sehr oft auch Leichen. Die Kriegstreiber mit ihrer gewalttätigen Sprache und mit ihren unverantwortlichen militärischen Aktionen führen die Welt in den Abgrund. Wir erleben es auch heute.

Noi non crediamo in un Dio che punisce, che picchia e uccide perché si sente offeso o addirittura per sete di vendetta.

Crediamo in un Dio che attraverso Gesù si pone a fianco di donne e uomini, mai dalla parte dei violenti e sempre dalla parte delle vittime. La conferma è nell’immagine forte dell’uomo sul dorso di un asino preso in prestito: egli è il vero re, la vera e ultima potenza del mondo, la pace che regge e che è espressione di giustizia.

In der Ukraine haben seit mehr als vier Jahren die Panzer, die Waffen, die Bomben, die Drohnen und der Terror das Sagen. Und der amerikanisch-israelische Angriffskrieg gegen den Iran bringt auch nichts anderes als Zerstörung, Verwüstung, Erniedrigung, Verletzung der Menschenwürde, Hass, Flucht, Angst und Tod – auf allen Seiten.

Und was ist unsere Antwort darauf? Wir bekennen uns zum Friedenskönig auf dem Esel und auf dem Kreuz. Wir wollen von ihm den Frieden lernen.

Im Gebet rufen wir allen kriegstreibenden und kriegsführenden Menschen zu: Beendet diesen Wahnsinn, beendet dieses entsetzliche Sterben und diese Zerstörung. Habt Respekt und Mitgefühl mit den leidgeprüften Menschen.

Mit Überzeugung wiederhole ich die Worte, die Papst Leo am vergangenen Sonntag beim Angelusgebet in Rom gesagt hat: „Wir dürfen angesichts des Leidens so vieler wehrloser Menschen, die Opfer dieser Konflikte sind, nicht schweigen. Was ihnen angetan wird, trifft die gesamte Menschheit. Der Tod und der Schmerz, die diese Kriege verursachen, sind ein Skandal für die gesamte Menschheitsfamilie und himmelschreiend!“

Chiediamo al Principe della Pace, che oggi entra nella santa città di Gerusalemme, di toccare e di muovere a pentimento i cuori dei responsabili delle guerre in atto, e chiediamo in preghiera a tutti i disseminatori e fautori della violenza e della guerra: fermate questa follia, fermate questa orribile sequenza di morte e distruzione. Abbiate rispetto e pietà del popolo che soffre. Ogni guerra è una sconfitta dell’umano. La pace non si raggiunge attraverso la guerra – e nemmeno la libertà!

„Siehe, dein König kommt zu dir“: Empfangen wir ihn mitten unter uns und gehen wir mit ihm den Weg durch diese Heilige Woche: über das Kreuz zur Auferstehung, über Verrat, Ablehnung, Grausamkeit, Tod und Grab hin zum Ostermorgen.

„Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ (Mt 21,9)