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Stadtpastoral Bozen: Bischof Muser wirbt für mehr Zusammenarbeit und geteilte Verantwortung

Nach Abschluss seines Pastoralbesuchs in der Stadtpastoral Bozen zieht Bischof Ivo Muser Bilanz. In einem Abschlussbrief benennt er zentrale Stärken, aber auch Entwicklungsfelder und formuliert konkrete Perspektiven für den weiteren gemeinsamen Weg der Pfarreien in Bozen, Jenesien und Afing.

Stadtpastoral als Spiegel kirchlicher Realität

Bozen nimmt innerhalb der Diözese eine besondere Rolle ein: Rund ein Fünftel der Gläubigen lebt im Bereich der Stadtpastoral, die städtische und ländliche Prägungen vereint. Diese Vielfalt sei ein Reichtum, betont der Bischof, bringe jedoch auch besondere Herausforderungen mit sich. Trotz gesellschaftlicher Veränderungen und Säkularisierung habe sich gezeigt, dass viele Pfarren lebendig, engagiert und tragfähig sind.

Ein gemeinsamer Raum für Austausch und Orientierung

Ein zentrales Anliegen des Pastoralbesuchs war das Verständnis der Stadtpastoral als gemeinsamer Raum. Dabei gehe es nicht um Vereinheitlichung, sondern um Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen. Der neu gegründete Pfarrgemeinderat der Stadtpastoral sei ein wichtiger Schritt, um Informationen zu teilen, Anliegen zu bündeln und gemeinsam tragfähige Antworten zu entwickeln.

Einheit in Vielfalt: Sprachgruppen und Migration

Besondere Aufmerksamkeit widmet Bischof Muser dem Zusammenleben der Sprachgruppen und dem Umgang mit kultureller Vielfalt. Einheit bedeute nicht Gleichmacherei, sondern das bewusste Einbringen des Eigenen in die Gemeinschaft. Migrantinnen und Migranten seien dabei nicht nur Adressaten kirchlicher Angebote, sondern wichtige Mitgestaltende des kirchlichen Lebens – in der Stadt ebenso wie in den Dörfern.

Geteilte Verantwortung und neue Rollen

Für die kommenden Jahre sei es entscheidend, Verantwortung stärker zu teilen und Charismen zu fördern. Die Aufgabe der Priester liege zunehmend darin, zu begleiten, zu ermutigen und Vertrauen zu schenken, damit andere Verantwortung übernehmen können. Kirche entstehe dort, wo Menschen gemeinsam die Gestalt des Evangeliums suchen und leben.

Caritas und Liturgie als sichtbare Zeichen

Das caritative Engagement der Pfarren bezeichnet der Bischof als unverzichtbaren Beitrag für den sozialen Zusammenhalt. Gerade dort, wo gesellschaftliche Bindungen brüchig werden, seien Pfarren Orte der Verlässlichkeit und Solidarität. Auch die Liturgie biete großes Entwicklungspotenzial: Die Vielfalt liturgischer Formen sei Ausdruck des Reichtums kirchlichen Lebens und eröffne unterschiedliche Zugänge zum Glauben – besonders für junge Menschen und Familien.

Einladung zum Weitergehen

Abschließend formuliert Bischof Muser klare Einladungen: die Stadtpastoral als gemeinsames Anliegen zu stärken, Zusammenarbeit und Verantwortung zu teilen, caritatives Handeln bewusst zu leben und die Vielfalt kirchlicher Ausdrucksformen mutig weiterzuentwickeln. Der Pastoralbesuch solle dabei Orientierung geben und den weiteren Weg der Stadtpastoral Bozen nachhaltig prägen.