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Stopp dem Missbrauch!

Am 18. November wird der „Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ begangen, während der 20. November der internationale Tag der Kinderrechte ist. Rund um diese beiden Tage hat der diözesane Dienst für den Schutz von Minderjährigen eine Sensibilisierungskampagne gestartet. Die Diözese Bozen-Brixen lädt dabei alle Pfarrgemeinden, kirchlichen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen sowie alle Ordensgemeinschaften ein, ein klares Signal zu setzen.

„Stopp dem Missbrauch im kirchlichen Bereich!“: Plakate mit dieser Aufschrift und mit der Adresse der Ombudsstelle werden in diesen Tagen in allen Schaukästen, Pfarrbriefen oder durch andere Medien den Aufruf der Diözese bekannt machen. Zusammen mit den Plakaten informieren Flyer über den diözesanen Dienst für den Schutz der Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen und über die Ombudsstelle. Mit dieser Kampagne drückt die Diözese ihre Grundhaltung aus, dass jeder Missbrauch und jede Form von Gewalt dem Geist des Evangeliums widersprechen. Entsprechend den Leitlinien der italienischen Bischofskonferenz setzt die Diözese Bozen-Brixen auf die Präventionsarbeit als ureigene seelsorgliche Aufgabe, um einen sicheren Lebensraum für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Bei Verdacht, bei Hinweisen und bei Missbrauchsfällen im innerkirchlichen Bereich ist unmittelbar die Ombudsstelle zu kontaktieren. Dort werden die weiteren Schritte abgeklärt und eingeleitet. Jede Meldung wird ernst genommen, unabhängig davon, ob das Ereignis aktuell ist oder schon länger zurückliegt.

Die Ämter der Kurie, die kirchlichen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen sowie alle Ordensgemeinschaften sind aufgerufen, in ihren Programmen, Aussendungen und Angeboten immer wieder das Thema Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen sowie Prävention von sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt zur Sprache zu bringen.

Dadurch soll einerseits eine Vertrauensbasis geschaffen werden, dass über das Thema offen geredet werden kann und damit das Tabu gebrochen wird. Zum anderen wird zur Zivilcourage ermutigt, bei Verdacht, Hinweisen oder Missbrauchsfällen das Schweigen zu brechen und die Ombudsstelle davon in Kenntnis zu setzen.

Die Diözese lädt die Pfarrgemeinden und alle Christen ein, am Sonntag, 22. November, dem Fest Christkönig, mit einem Gebet auf die Sensibilisierungskampagne hinzuweisen. Bischof Ivo Muser wird zur Sensibilisierungskampagne einen Hirtenbrief verfassen, der in der kommenden Woche veröffentlicht wird.

 

Filme und Bücher zum Thema

Filme

  • Spotlight, Regie: Tom McCarthy, 2015
  • Verfehlung, Regie: Gerd Schneider, 2015
  • Gelobt sei Gott, Regie: Francois Ozon, 2019
  • Die Auserwählten, Regie: Christoph Röhl, 2014


Bücher

  • Bove Luisa, Giulia und der Wolf. Die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Innsbruck: Tyrolia 2020.
  • Katsch Matthias, Damit es aufhört. Vom befreienden Kampf der Opfer sexueller Gewalt in der Kirche. Berlin: Nicolai Publishing & Intelligence, 2020.
  • Haslinger Josef, Mein Fall. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2020.
  • Franchini Giuliana und Giuseppe Maiolo (Hrsg.), Wölfe im Schafspelz. Kindesmissbrauch erkennen und rechtzeitig handeln. Mori: Centro Studi Erickson, 2005.
  • Erika Kerstner/Barbara Haslbeck/Annette Buschmann, Damit der Boden wieder trägt. Seelsorge nach sexuellem Missbrauch. Ostfildern: Schwabenverlag, 2016.
  • Matthias Remenyi, Thomas Schärtl (Hrsg.), Nicht ausweichen. Theologie angesichts der Missbrauchkrise. Regensburg: Pustet, 2019.
  • Karin Böllert, Martin Wazlawik (Hrsg.), Sexualisierte Gewalt. Institutionelle und professionelle Herausforderungen. Wiesbaden: Springer, 2014.
  • Martin Wazlawik, Stefan Freck (Hrsg.), Sexualisierte Gewalt an erwachsenen Schutz- und Hilfebedürftigen. Wiesbaden: Springer, 2017.
  • Heiner Keupp, Florian Straus, Peter Mosser, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Sexuelle Misshandlungen in der Benediktinerabtei Ettal. Ein Beitrag zur wissenschaftlichen Aufarbeitung. Wiesbaden: Springer, 2017.