Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Seelsorgeteams und Verantwortliche in den Pfarrgemeinden,
der Valentinstag wird in unserer Gesellschaft vielfach mit romantischen Gesten, Geschenken und Konsum verbunden. Zugleich berührt er ein zutiefst menschliches und christliches Thema: die Sehnsucht nach Liebe, Verlässlichkeit und gelingenden Beziehungen.
Seit vielen Jahren sehen wir hier auch in unserer Diözese, ein zentrales Anliegen der Familienpastoral. Sie versteht sich als Begleitung von Liebenden in den unterschiedlichen Formen und Phasen ihres Lebens – von den Anfängen einer Beziehung über Ehe und Familienzeit bis hin zu Übergängen, Krisen und Neubeginn. Der Valentinstag bietet eine wertvolle Gelegenheit, dieses Bemühen sichtbar werden zu lassen und Beziehung als geistlichen und lebensnahen Ort zu würdigen.
Papst Franziskus erinnert in „Amoris Laetitia“ daran, dass gerade hier eine große pastorale Chance liegt: „Ebenso wenig darf man die wertvollen Mittel der Volkspastoral vergessen. Um ein einfaches Beispiel zu bringen, erinnere ich an den Valentinstag, der in manchen Ländern von der Wirtschaft besser genutzt wird als von der Kreativität der Seelsorger.“ (AL 208)
Diese Worte laden uns ein, den Valentinstag bewusst als pastorales Angebot der Pfarrei zu gestalten, offen und lebensnah. Familienpastoral geschieht dabei nicht als Sonderformat für „ideale“ Paare, sondern als Ausdruck einer Kirche, die Beziehung stärkt, ermutigt und begleitet.
Auch heuer möchten wir Sie daher ermutigen, den Valentinstag in Ihrer Pfarrei als gemeinsame Aufgabe von Seelsorge, Familienpastoral und Pfarrgemeinde aufzugreifen und damit ein sichtbares Zeichen zu setzen: Die Kirche nimmt die Beziehungserfahrungen der Menschen ernst und übernimmt Verantwortung für ihre Begleitung.
Mögliche Gestaltungsimpulse aus der Praxis:
Segensfeier für Paare
Eine offene Segensfeier am Valentinstag oder am darauffolgenden Sonntag. Eingeladen sind Paare jeden Alters und jeder Lebensform: frisch Verliebte, langjährig Verheiratete, Paare in Umbruchphasen. Der Fokus liegt auf Stärkung, Dank und Zuspruch – nicht auf Leistung oder Idealbildern.
- Persönlicher Paarsegen im oder im Anschluss an den Gottesdienst
Ein individuelles Segensangebot macht deutlich: Beziehung ist ein Ort, an dem Gottes Nähe erfahrbar werden darf. - Impulse aus der Familienpastoral
Gedanken, Texte oder Gebete zum Mitnehmen, die den Paaralltag aufgreifen, etwa:
„Was trägt uns als Paar durch fordernde Zeiten?“
„Wo erleben wir im Alltag Nähe und Unterstützung?“ - Zeit zu zweit ermöglichen
Familienpastoral heißt auch, Räume für Beziehung zu eröffnen. Ein kleiner Umtrunk, eine stille Zeit in der Kirche oder ein bewusst gestalteter Moment lädt Paare ein, innezuhalten. - Valentinstag als Zeichen nachhaltiger Begleitung
Der Valentinstag kann zugleich auf weitere Angebote der Pfarrei hinweisen: Ehevorbereitung, Paarabende, Segensangebote, Gesprächsmöglichkeiten oder Kooperationen mit Bildungshäusern.
Der Valentinstag muss kein großes Event sein. Oft sind es die einfachen, authentischen Zeichen, die Menschen berühren und ihnen zeigen: Ihre Liebe, ihr Bemühen und auch ihre Fragen haben in der Kirche Platz.
So wird der Valentinstag zu einem Ausdruck gelebter Familienpastoral in der Pfarrei, nah an den Menschen und getragen von der gemeinsamen Verantwortung in der Seelsorge.
Toni Fiung, Familienseelsorger
