Die bekannteste Persönlichkeit, der die Kirche heute gedenkt, ist Bartholomäus Agricola. Er wird seit 1744 verehrt, ist aber - weil während des Seligsprechungsprozesses die napoleonischen Kriege ausbrachen – bis heute nicht kanonisiert worden. Heilige des heutigen Tages sind Desiderius und Giovanni Battista de Rossi.
Bartholomäus Agricola stammte aus Amberg in Bayern. Er wurde nach der Lehre Johannes Calvins erzogen, aber im Jahr 1579 ergriff ihn aus heute unbekannten Gründen die Sehnsucht nach dem katholischen Glauben. So verließ er sein Elternhaus und seine Heimat und begab sich nach Rom. Dort trat er nach dem Unterricht im katholischen Glauben dem Franziskanerorden bei, war Novizenmeister in verschiedenen Klöstern und wirkte nach der Priesterweihe als Prediger und Seelsorger in Italien, besonders für Arme und Strafgefangene. Bekannt wurde er auch als Verfasser asketischer Schriften. Bartholomäus starb nach einem heiligmäßigen Leben am 23. Mai 1621 in Neapel. Seine Bestattung soll einem regelrechten Triumphzug geglichen haben, tausende Menschen kamen, um von ihm Abschied zu nehmen. Die Reliquien von Bartholomäus Agricola ruhen in der Basilika San Lorenzo Maggiore in Neapel und sind auch heute noch Ziel zahlreicher Pilger.
Desiderius war Bischof von Langres. Sicher bezeugt ist seine Teilnahme an der gallischen Synode in Köln im Jahr 346. Die Überlieferung berichtet, dass Desiderius beim Einfall der Vandalen nahe Langres versucht habe, den König der Angreifer zu beschwichtigen. Dabei wurde er auf offenem Feld enthauptet.
Der heilige Giovanni Battista de Rossi stammte aus dem Piemont. Er studierte in Rom Philosophie und Theologie und erlebte in jener Zeit die ersten der epileptischen Anfälle, die ihn zeitlebens plagen sollten. Nach der Priesterweihe im Jahr 1721 widmete er sich der Seelsorge von Armen und Kranken in den römischen Spitälern und besuchte Gefangene. Bis 1737 verteilte er seinen ganzen Besitz unter den Bedürftigen. Giovanni Battista de Rossi starb am 23. Mai 1764 in Rom.