Heute gedenkt die Kirche der Heiligen Ephraim, Primus und Felicianus , José de Anchieta und der seligenAnna-Maria Taigi
Ephraim war das Kind christlicher Eltern, nach anderen Quellen Sohn eines heidnischen Priesters. In seiner Heimatstadt Nisibis wurde er im Alter von 18 Jahren getauft. Beeindruckt von den Bischöfen Jakob und Vologeses entschloss er sich zum einem asketischen Leben. Als Ephraim 30 Jahre alt war, wurde er zum Diakon geweiht und war als theologischer Lehrer an der berühmten Klosterschule in seiner Heimatstadt tätig. Ephraim galt als gefragter Berater vieler Bischöfe und anderer hochgestellter Persönlichkeiten. Als Nisibis im Jahr 363 an die Perser fiel, floh Ephraim nach Edessa. Dort lebte er zunächst als Einsiedler, erregte aber Aufmerksamkeit durch sein soziales Wirken. Er gründete eine Schule und gewann wegen seiner Weisheit und seiner Frömmigkeit großen Einfluss. Ephraim – der den Beinamen der Syrer trägt - starb vermutlich im Jahr 373. Er gilt als der größte Dichter der sogenannten Väterzeit und wurde 1920 zum Kirchenlehrer erhoben.
Die selige Anna-Maria Taigi wurde 1769 in der Stadt Siena in der Toskana geboren. Sie stammte aus einfachen Verhältnissen, heiratete und zog sieben Kinder groß. Ihre bescheiden-sympathische und freundliche Art wirkten wohltuend auf die gesamte Umgebung. Ihr Haus war ständig voll mit Besuchern, die kluge Frau war jedermanns Trost. Ab 1790 führte Anna Maria ein Leben in Sühne und Buße. Ihr wurden nun Ekstasen, Visionen und mystische Erlebnisse zuteil. 1808 trat sie in den dritten Orden Trinitarier ein. Am 9. Juni 1837 starb Anna-Maria nach einer langen, schmerzvollen Krankheit. Ihr bis heute unverwester Leib ruht in der Basilika San Crisogono in Rom.
Primus und sein Bruder Felicianus waren christliche Brüder in Rom. Jahrelang kümmerten sie sich unter höchster Lebensgefahr um die eingekerkerten Christen. Im hohen Alter - etwa im Jahr 304 - ereilte sie selbst das Schicksal: weil sie nicht den Götzen opfern wollen wurden sie zunächst auf grausamste Weise gequält, wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen und – als diese sie nicht anrührten - enthauptet. Beigesetzt wurden Primus und Felicianus an der Via Nomentana. Im 7. Jahrhundert kamen ihre Reliquien in die Kirche San Stefano Rotondo.
José de Anchieta stammte aus Teneriffa und kam 1553 als Missionar nach Brasilien. Er wurde dank seines Einsatzes und seiner hervorragenden Beziehung zu den Indianern eine der prägendsten Persönlichkeiten im Land. Aus der Missionsstation Piratininga, die José erbaute, entwickelte sich die heutige Millionenmetropole Sao Paolo. José de Anchieta war auch ein bedeutender Schriftsteller und Sprachforscher. Er gilt deshalb als der Begründer der brasilianischen Literatur. José de Anchieta starb am 9. Juni 1551 und wurde 2014 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Er ist einer der Nationalheiligen Brasiliens.