Bernhard von Clairvaux, der bekannteste Heilige des heutigen Tages, wird oft als der zweite Gründer des Zisterzienserordens bezeichnet. Als einzige Kirche in unserer Diözese ist ihm die Kirche von Egg bei Stilfes an der Penser Joch Straße geweiht. Die Kirche gedenkt heute auch der Ordengründerin Maria de Mattias und des Propheten Samuel.
Bernhard von Clairvaux stammte aus Dijon in Frankreich und wuchs in einer wohlhabenden, tief gläubigen Familie auf. Nachdem er in einem Kloster ausgebildet wurde, trat er zusammen mit 30 wissenschaftlich gebildeten, adligen und idealistischen jungen Leuten in das Reformkloster Cîteaux ein. Im Jahr 1115 wurde er ausgesandt, um das Kloster Clairvaux zu gründen, welches sich zum bedeutendsten Zisterzienserkloster entwickelte. Als Bernhard zum Leiter des Zisterzeinserordens wurde, erneuerte er die Ordensregeln, so dass er als zweiter Gründer des Ordens bezeichnet wird. Bernhard begründete die Christusmystik und die Lehre vom Brautverhältnis der Seele zu Christus. Er war berühmt für seine große Predigtbegabung, die er auch in den Dienst der Anwerbung für die Kreuzzüge einsetzte. Als Bernhard von Clairvaux am 20. August 1153 starb, gab es in ganz Europa 344 Zisterzienserklöster. Das Kloster Clairvaux wurde in der Französischen Revolution aufgehoben und war bis 2016 ein Gefängnis. Bernhards Haupt wird im Domschatz in Troyes aufbewahrt.
Maria de Mattias stammte aus Vallecorsa bei Frosinone in Mittelitalien. Als sie 1822 den späteren heiligen Kaspar del Bufalo kennenlernte, entschlossen sie sich, die Kongregation der "Anbeterinnen des kostbaren Blutes" zu gründen, die die Erziehung von Mädchen, die Verbesserung der Lage der Frauen und die Humanisierung der Gesellschaft zur Aufgabe hat. Maria de Mattias starb am 20. August 1866 in Rom und wurde 2003 heiliggesprochen. Die "Anbeterinnen des kostbaren Blutes" sind heute auf allen Kontinenten tätig. Von der hl. Maria de Mattias sind auch rund 2.500 Briefe erhalten.
Die Kirche verehrt heute auch den Propheten Samuel. Er war der erste, und einer der großen Propheten des Alten Testaments. Samuel wurde vom Priester Eli in Silo ausgebildet. Hier - am Standort der Bundeslade - erhielt Samuel seine Berufung zum Propheten. Als Richter führte er das Volk Israel zum Sieg über die Philister. Er salbte Saul zum König und später David zu dessen Nachfolger. Samuel starb um 1015 vor Christus in Rama, einem Ort im heutigen Palästina.