Die Kirche feiert heute den Apostel Matthias, den heiligen Bonifatius, sowie Korona, Isidor von Chios und den Schweizer Seligen Yso.
Vom Apostel Matthias gibt es wenig sichere Nachrichten. Vermutlich stammte Matthias aus einer wohlhabenden Familie in Bethlehem. Er kam nach der Himmelfahrt Christi als Nachrücker in das Apostelkollegium, um den Platz des Judas einzunehmen. Matthias wirkte nach verschiedenen Legenden in Judäa für den Glauben. E wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen Rat verklagt, zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch mit dem Beil enthauptet. Anderen Überlieferungen zufolge soll er in Griechenland, im Kaukasus oder in Äthiopien den Glauben verkündet haben und im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein.
Der legendäre junge Römer Bonifatius war nicht Christ, wurde aber von einer reichen Römerin beauftragt, in Tarsus in der heutigen Türkei Reliquien christlicher Märtyrer zu finden und nach Rom zu bringen. Als er dort die Folterungen und Tötungen in der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius miterlebte, ließ er sich taufen und bekannte sich zum Christentum, worauf er selbst um 306 durch siedendes Pech sterben musste. Seine Begleiter brachten Bonifatius’ Gebeine nach Rom, wo sie an der Via Latina beigesetzt wurden.
Corona soll in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts eine christliche Märtyrin in der Thebais gewesen sein. Eine romanhafte Leidensgeschichte von ihr erzählt, dass sie an den heruntergezogenen Spitzen zweier Palmen festgebunden und bei deren Emporschnellen zerrissen worden sei. Im Jahr 997 brachte Kaiser Otto III angebliche Reliquien der hl. Corona in das Aachener Münster. In Altbayern und in Niederösterreich ist die Verehrung der hl. Corona seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. Dargestellt wird die hl. Corona mit zwei Palmen, Krone, mit Goldstück oder Schatzkästchen. Korona ist Patronin der Goldgräber und Metzger und wird angerufen gegen Seuchen und Unwetter, für Standhaftigkeit im Glauben, in Geldangelegenheiten und im Lottospiel. In Bayern und Österreich sind mehrere Orte nach Corona benannt, die österreichische Münzeinheit hieß bis 1924 nach ihr Krone.
Isidor von Chios kam einer Legende als Proviantmeister im römischen Heer mit einer Flotte aus Ägypten nach Chios kam. Er starb in den Christenverfolgungen unter Kaiser Decius. Seine Gebeine wurden um 1125 von Kaufleuten in die Markus-Basilika nach Venedig überführt und ruhen dort in einer nach ihm benannten Kapelle.
Der selige Yso wurde im Thurgau geboren und wurde Mönch in St. Gallen. Er war als bedeutender Lehrer an der Klosterschule tätig, wo Tutilo und Notker, der Stammler, seine Schüler waren. Später war er Lehrer in Münster-Granfelden. Yso soll nach Überlieferungen am 14. Mai 871 gestorben sein.