In den deutschsprachigen Diözesen ist das Gedächtnis des hl. Bonifatius lange Zeit an verschiedenen Terminen gefeiert worden. Erst seit 2005 wird es einheitlich im gesamten deutschen Sprachraum am 5. Juni begangen. Neben dem hl. Bonifatius gedenkt die Kirche heute auch der Seligen Meinwerk und Ferdinand.
Bonifatius – der ursprünglich Winfried hieß - entstammte einem angelsächsischen Adelsgeschlecht. Als 43-jähriger Mönch verließ er seine Heimat Britannien, um in Friesland das Evangelium zu verkünden. Der Erfolg bei den Friesen hielt sich jedoch in Grenzen, aber trotzdem entmutigte dies ihn nicht, seine Missionstätigkeit neu aufzunehmen. Bestärkt durch den Rückhalt des Papstes nahm er sich vor, „bei den wilden Völkern Germaniens“ das Evangelium zu verkünden. Er zog jahrelang durch Gebiete im heutigen Hessen, Thüringen und im fränkischen Maingebiet. In anderen Gegenden Deutschlands, beispielsweise in Thüringen, Bayern und den alemannischen Regionen, traf er auf Christen, die bereits durch Schüler Columbans evangelisiert worden waren. Ihr keltisches Christentum bezeichnete er aber als ungenügend und verlangte ihre Unterwerfung unter Rom. Im Jahr 744 ließ Bonifatius die Abtei Fulda errichten, welche für ihn zur neuen Heimat wurde. Im Alter von 81 Jahren brach Bonifatius noch einmal zur Friesenmission auf. Am 5. Juni 754 wurde er gemeinsam mit 50 Begleitern von Einheimischen bei Dokkum in Friesland erschlagen, als er ein Tauffest abhalten wollte. Bonifatius liegt in Fulda begraben. Hier versammeln sich seit 1869 die deutschen Bischöfe zu ihren jährlichen Konferenzen. Bonifatius wird der Apostel Deutschlands und auch der Apostel der abendländischen Kultur genannt. Der hl. Bonifatius ist auf einem Fresko in der Pfarrkirche in Jenesien dargestellt.
Der selige Meinwerk war ab 1003 Bischof von Paderborn. Er begann in seinem Bistum eine rege Bautätigkeit, unter anderem ließ er den abgebrannten Dom neu aufbauen, gründete das Kloster Abdinghof, und weitere Kirchen und Kapellen. Ferner bemühte er sich um die die Erziehung und den Unterricht für die Geistlichen und errichtete mehrere Pfarreien. Meinwerk starb am 5. Juni 1036.
Ferdinand war der jüngste Sohn des Königs Johann I. von Portugal. 1434 lehnte er die Berufung zum Kardinal ab und wurde Großmeister des Ritterordens von Avis im Kampf gegen die Mauren. Zusammen mit seinem Bruder Heinrich dem Seefahrer unternahm er 1437 einen Kreuzzug gegen die Mauren in Nordafrika. Der Feldzug scheiterte aber und Ferdinand wurde in ein Gefängnis nach Fès gebracht. Dort verbrachte er den Rest seines Lebens unter großen Leiden und mit Zwangsarbeit. Ferdinand starb am 5. Juni 1443 und wurde 1470 seliggesprochen.