Die bekanntesten Heiligen des heutigen Tages sind Johannes da Capistrano, Severin und Oda.
Johannes da Capistrano wurde 1386 nahe L’Aquila geboren. Er studierte Recht in Perugia und begann anschließend eine öffentliche Laufbahn als Rat des königlichen Gerichtshofes in Neapel, wo auch politische Prozesse abgehandelt wurden. Später wirkte er als Richter in Perugia. Da die Ehe jungfräulich blieb, trat Capistrano 1415 den Franziskaner-Observanten bei und begann später seine Predigttätigkeit, die ihn im Auftrag des Papstes 40 Jahre lang durch ganz Italien und Mitteleuropa führte. Die Menschen hingen regelrecht an seinen Lippen. Johannes gründete Krankenhäuser, organisierte Sozialarbeit, war ein gefragter Beichtvater und immer wieder einflussreicher Ratgeber für verschiedene Herrscher und Päpste. 1455 trat er als Kreuzzugsprediger gegen die Türken auf, welche 1456 von den Christen besiegt wurden. Johannes da Capistrano starb bald nach dieser Schlacht an einer Seuche. Während katholische Heiligenbücher Johannes da Capistrano wegen des Sieges der christlichen Kreuzfahrer über die Türken bei Belgrad als Retter des Abendlandes feiern, stellen Historiker Capistrans Anteil am Sieg in Frage. Auch angesichts der Tatsache, dass er in Breslau 41 Juden verbrennen lies und zahlreiche weitere aus der Stadt verwies, ist sein Status als Heiliger heute umstrittener denn je.
Severin war um 400 Bischof von Köln und ein Zeitgenosse des hl. Martin von Tours. Er leitete die christliche Gemeinde von Köln, als die Stadt unter Frankenherrschaft kam. Severin starb um 430 und wurde in der später nach ihm benannten Coemeterialbasilika vor der Stadt begraben. Heute sind Severins Gebeine in einem kunstvollen Goldschrein im Chorraum der Kirche St. Severin in Köln aufbewahrt.
Oda ist der Kosename für Chrodoara. Sie war einer Legende nach die Tochter von König Childebert und mit Herzog Boggis von Aquitanien verheiratet. Nach dessen Tod übernahm sie 688 einige Jahre die Vormundschaft für ihren Sohn, den späteren Bischof Arnulf von Metz. Dann zog sie nach Austrasien, dem Gebiet Köln, Metz, Trier, Reims. Dort ließ sie sich in Amay nieder und widmete sich dem Klosterleben. Oda starb um 722 und wurde in der von ihr gestifteten Kirche bestattet. Erst durch Ausgrabungen im Jahr 1977 konnte festgestellt werden, dass die Heilige jahrhundertelang unter einem Kosenamen verehrt wurde.