„Ist St. Vinzenz Sonnenschein, gibt es vielen guten Wein“ lautet eine Bauernregel zum heutigen 5. April. Heute feiert die Kirche den hl. Vinzenz Ferrer, die hl. Crescentia von Kaufbeuren und die selige Juliane von Lüttich.
Vinzenz Ferrer wurde um 1350 in Valencia in Spanien geboren. Mit 17 Jahren trat er in den Dominikanerorden ein, und lehrte später auch an der Domschule von Valencia. Als Prior des Dominikanerklosters in Valencia versuchte er, die Bevölkerung der Stadt für den Gegenpapst in Avignon zu mobilisieren. Allerdings wurde ihm das von der Obrigkeit untersagt und Vinzenz verzichtete auf das Amt als Prior. 1385 wurde er zum Generalprediger ernannt und Seelsorger am Königshof von Aragón. Vinzenz zog durch Südfrankreich, Norditalien und die Gegend um Genf. Er war einer der gewaltigsten Bußprediger des späten Mittelalters und hatte großen Einfluss auf seine Zeit. Während einer Predigtreise, die ihn im Auftrag von Papst Martin V. in die Normandie und Bretagne führte ereilte Vinzenz am 5. April 1419 der Tod. Von ihm sind über 400 Predigten und andere Schriften erhalten. Er ist Patron von Valencia, der Dominikanerkirche von Valencia, sowie der Holzarbeiter und Dachdecker.
Crescentia von Kaufbeuren kam als Anna Höß im Jahr 1682 als Kind einer sehr armen Weberfamilie im Allgäu zur Welt. Nach großen Schwierigkeiten und auf den ausdrücklichen Wunsch des Bürgermeisters wurde sie bei den Franziskanertertiarinnen zu Kaufbeuren aufgenommen. Crescentia wurden im Kloster die schwersten Arbeiten aufgebürdet, doch sie ertrug alle Quälereien, ohne sich jemals zu beklagen. Weil ständige Zahn- und Kopfschmerzen oft ihr Gesicht entstellen und Crescentia immer wieder von Visionen geplagt wurde, wurde sie sogar als Hexe gescholten. Als ihr Martyrium auch außerhalb des Klosters bekannt wurde, fand eine Untersuchung statt, die unwürdige Oberin wurde abgesetzt und Crescentia zur Novizenmeisterin gewählt, 1741 sogar zur Oberin. Der Ruf ihres heiligmäßigen Lebens verbreitete sich weit und viele hochgestellte Persönlichkeiten erbaten ihren Rat. Als Mutter Crescentia im Alter von 61 Jahren starb, wurde ihr Tod nicht nur im Orden, sondern von der ganzen Bevölkerung betrauert. Im November 2001 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.
Juliana von Lüttich kam als Waisenkind in das Kloster Cornelienberg in die Obhut einer Schwester, die auf dem Wirtschaftshof arbeitete. Das geistig außergewöhnlich rege Kind brachte sich selbst Lesen und Schreiben bei und wurde später, nachdem sie als Nonne in das Kloster eingetreten war, Priorin des Stiftes. Gemeinsam mit ihrer Mitschwester Eva wurde Juliana zur Wegbereiterin des Fronleichnamsfestes. Sie starb am 5. April 1258.