Gerhard, Rupert, Virgil, Pacificus und Hermann sind einige der Heiligen des heutigen Tages. Auch feiert die Kirche in einigen Regionen Spaniens heute das Fest „Mercedes-Maria“.
Gerhard stammte aus Venedig. Auf einer Israelreise kam er 1015 nach Ungarn, dort wurde er Erzieher des Sohnes von König Stephan I., und dann vom König beauftragt, als Missionar zu wirken. Zusammen mit einem Gefährten gründete er erst eine Einsiedelei, 1030 wurde er zum Bischof von Csanád ernannt und gewann als "der freundliche Bischof" viele Menschen für das Christentum. Im Heidenaufstand wurde Gerhard am 24. September 1046 ermordet.
Rupert entstammte dem rheinfränkischen Grafengeschlecht der Rupertiner. Er war zunächst Bischof in Worms und kam um 700 nach Bayern. In den Ruinen der alten Römerstadt Juvavum an der Salzach gründete er das Kloster Sankt Peter sowie ein Frauenkloster auf dem Nonnberg, das seine Nichte Erentrud als Äbtissin leitete. Von Sankt Peter aus entfaltete Rupert als Abtbischof ohne festen Diözesanbereich eine segensreiche Tätigkeit als Glaubensbote. Er gründete Seekirchen am Wallersee und die Maximilianszelle in Bischofshofen im Pongau. Rupert starb am 27. März um 720. Am 24. September 774 wurden seine Gebeine in den von Bischof Virgil erbauten Dom überführt.
Virgil stammte aus Irland und kam auf Empfehlung Pippins des Jüngeren 743 zu Herzog Odilo von Bayern, der ihm die Verwaltung des Bistums Salzburg übertrug. Virgil leitete seine Diözese als Abt von Sankt Peter, die Weihe- handlungen ließ er durch einen irischen Mönchbischof vornehmen. Durch seine Lehren von der Kugelgestalt der Erde sowie durch die unkanonische Bistumsverwaltung geriet Virgil in Gegensatz zu Bonifatius, konnte sich aber trotz eines päpstlichen Entscheids im Amt halten. Nach dem Tod des Bonifatius ließ sich Virgil um 755 zum Bischof weihen. Virgil starb am 27. November 784 und wurde in dem von ihm erbauten Salzburger Dom beigesetzt. Virgil wird dargestellt in bischöflicher Pontifikalkleidung mit Kirchenmodell, auch mit Geldschlüssel und Erdkugel. Rupert und Virgil sind die Landes-, Diözesan- und Stadtpatrone von Salzburg.
Pacificus wurde 1653 in der Nähe von Ancona geboren. 1670 schloss er sich als Minderbruder dem Reformzweig der Franziskaner in Forano bei Ancona an. 1678 wurde er Priester, ab 1680 wirkte er als Lehrer für Philosophie für junge Ordensmitglieder. Einige Jahre später begann er mit der Missionsarbeit in der Gegend um Ancona und wirkte als begeisternder Prediger. Als er mit der Zeit lahm, taub und blind wurde, und somit unfähig war, weiterer missionarisch zu wirken wandte er sich dem kontemplativen Leben zu, trug seine Krankheiten mit Engelsgeduld, wirkte Wunder und fiel immer wieder in Ekstase. Von 1692 bis zu seinem Tod am 24. September 1721 wirkte er als Aufseher im Kloster Maria delle Grazie in San Severino.
Hermann der Lahme war ein Benediktinermönch aus Schwaben. Er war körperlich behindert, geistig galt er aber als ein Genie. Hermann war Geschichtsschreiber, Dichter, Musiker, Mathematiker und Astronom. Er starb am 24.September 1054 auf der Insel Reichenau im Bodensee. Er wird dargestellt im Benediktinerhabit mit Krückstock.
Das Fest "Mercedes", "Barmherzige Maria", das die Kirche heute feiert, wurde zuerst im Orden der Merzedarer gefeiert, Ende des 17. Jahrhunderts dann von Papst Innozenz XII. für die ganze Kirche eingeführt. Das Fest nennt sich auch "Maria vom Loskauf der Gefangenen", denn der Orden der Mercedarier sammelte Geld, um damit gefangene und versklavte Christen aus der Hand der Sarazenen freizukaufen.