Heute feiert die Kirche den heiligen Augustinus, den ersten Erzbischof von Canterbury. Er wird auch „Apostel der Angelsachsen“ genannt. Weitere Heilige des Tages sind Bruno von Kärnten und Julius von Durostorum.
Augustinus wurde um 546 geboren und war Benediktinermönch und dann Prior im Andreaskloster in Rom. Im Jahr 596 schickte ihn Papst Gregor I. zusammen mit vierzig Mönchen zur Mission nach England. König Ethelbert empfing die Glaubensboten sehr freundlich. Augustinus durfte in Südengland lehren und predigen und erhielt das heutige Canterbury als Bischofssitz zugewiesen. Am 2. Juni 597 ließ sich der König selbst taufen und am Weihnachtstag 597 fand in Canterbury die Massentaufe von zehntausend neuen Christen statt. Wegen seiner großen Missionserfolge wurde Augustinus im Jahr 601 wurde zum Erzbischof von Canterbury ernannt. Er gründete drei weitere Bischofssitze in Kent, in Rochester und in London sowie das Kloster Canterbury als Ausbildungsstätte für Priester, eine Einigung in Glaubensfragen mit der irisch-keltischen Kirche gelang Augustinus aber nicht. Augustinus starb am 26. Mai 604. Sein Werk zerbrach unmittelbar nach seinem Tod. Unter König Ethelberts Nachfolger wurden über 1200 Mönche hingerichtet und Kent wurde wieder heidnisch.
Bruno war der Sohn des Herzogs Konrad von Kärnten. Ab 1027 war er Vorsteher der italienischen Kanzlei Kaiser Konrads II. Im Jahr 1034 wurde Bruno Bischof von Würzburg. Er galt als einer der hervorragendsten Bischöfe seiner Zeit. Sein besonderes Augenmerk galt der Bildung und der Moral des Klerus. Ab 1040 ließ er den Würzburger Dom bauen. Als Bruno Kaiser Heinrich III. auf dessen Feldzug nach Ungarn begleitete, stürzte am 27. Mai 1045 in Persenburg an der Donau ein Saal ein und begrub Bruno unter sich, deshalb wird er meist auch als Bischof mit Trümmerstücken dargestellt. Seine Reliquien befinden sich im Dom von Würzburg.
Julius war ein Soldat in der römischen Armee. Nach 27 Jahren Wehrdienst lebte er als Veteran in Durostorum, dem heutigen Silistra in Bulgarien. Weil er sich weigerte, den heidnischen Göttern zu opfern, wurde er in der Christenverfolgung unter Kaiser Diokeltian im Jahr 303 enthauptet. Seine Leidensgeschichte ist heute noch erhalten.