Der heilige Thomas Morus war nicht nur ein angesehenen englischer Staatsmann, er ist auch der Verfasser des philosophischen Werks „Utopia“ und war bekannt für seinen Humor, den er bis zu seinem Tod bewahrt hat: Laut einer Anekdote bat er den Henker bei seiner Hinrichtung, beim Zuschlagen mit dem Beil auf seinen Bart zu achten, da dieser nicht Hochverrat begangen habe. Weitere Heilige des heutigen Tages sind John Fisher, Paulinus von Nola und Eberhard I. von Salzburg.
Thomas Morus studierte in Oxford Rechtskunde und humanistische Wissenschaften. Nach parlamentarischer Tätigkeit und dem Weiterstudium in Löwen und in Paris trat Thomas in den Dienst von König Heinrich VIII. und wurde Lordkanzler. Aus Protest gegen die antikatholischen Bestrebungen des Königs legte Thomas 1532 sein Amt nieder, er verweigerte auch die Anerkennung des Königs als Oberhaupt der Kirche Englands, daraufhin wurde er 1534 verhaftet, seiner Güter enteignet und nach 15-monatiger Haft im Tower in London schließlich am 6. Juli 1535 enthauptet. Sein Kopf wurde zur Abschreckung am Stadttor ausgestellt, sein Leib in der St. Peter Vincula Kapelle am Tower bestattet. Thomas Morus ist Patron der Regierenden und der Politiker.
John Fisher studierte in Cambridge und wurde um 1495 zum Priester geweiht. Nach dem Studium blieb Fisher an der Universität und lehrte Theologie. 1504 wurde er zum Kanzler auf Lebenszeit ernannt und im selben Jahr weihte man ihn zum Bischof von Rochester. Er war dem Humanismus gegenüber aufgeschlossen und reformierte in dessen Geist die Universität von Cambridge. Fisher verurteilte die Reformation scharf und verfasste mehrere Schriften gegen Martin Luther. Er war auch ein beliebter Beichtvater und ein großer Prediger und setzte sich als Helfer der Armen ein. Nachdem sich Fisher 1534 gemeinsam mit Thomas Morus weigerte, das königliche Supremat anzuerkennen, wurde auch er im Tower von London eingekerkert. Im Mai 1535 ernannte Papst Paul III. John Fisher zum Kardinal. Dennoch begann einen Monat später das Verfahren gegen Fisher. Er wurde des Hochverrats für schuldig befunden und hingerichtet.
Paulinus von Nola stammte aus einer römischen Senatorenfamilie und war Statthalter in der Region Kampanien. Nach dem frühen Tod seines Sohnes zog sich Paulinus mit seiner Frau in die Pyrenäen zurück. 394 wurde er in Barcelona zum Priester geweiht, später gründete er zusammen mit seiner Frau eine streng asketische klösterliche Gemeinschaft in Nola. Im Jahr 409 wurde Paulinus zum Bischof gewählt. Er sorgte sich um die Armen und linderte die durch den Einfall der Westgoten entstandene Not. Paulinus starb am 22. Juni 431.
Eberhard war ab 1147, zur Zeit des seligen Hartmann von Brixen, Erzbischof von Salzburg. Er war wohltätig und bemühte sich um ein sittlicheres Leben des Klerus. Im Investiturstreit zwischen Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich Barbarossa stellte er sich eindeutig auf die Seite des Papstes, blieb aber dennoch ein auch vom Kaiser geschätzter Vermittler. Eberhard starb am 22. Juni 1164.