Papst Leo XIV. empfing am 25. April etwa 7.000 katholische Religionslehrpersonen zu einer Audienz.
Er eröffnete seine Überlegungen mit Worten aus den Bekenntnissen des heiligen Augustinus: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“, und führte, von diesem Gedanken ausgehend, zur Öffnung des Menschen für das große Geheimnis, das Gott ist, hin.
In den Tagen vor der päpstlichen Audienz hatte sich auch Kardinal Matteo Zuppi, Präsident der Italienischen Bischofskonferenz, zum Thema geäußert und daran erinnert, dass die Schule ebenfalls ein Ort ist, und bleiben muss, an dem der „innere Dialog“ möglich ist, ein Dialog, der das Kind wachsen lässt und ihm hilft, erwachsen zu werden.
Augustinus hat aus eigener Erfahrung den unersättlichen Wunsch nach Gott gekannt, den er zunächst in der Welt suchte, bis zu seiner persönlichen Bekehrung, die ihn dazu führte, „nicht hinauszugehen, sondern in sich selbst zurückzukehren“ (Über die wahre Religion 39,72) und Christus, den Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6) zu umarmen.
Lehrpersonen sind mit ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur unterwegs, um Antworten zu geben, sondern um ihre Fragen aufzugreifen, Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und voller Vertrauen abzuwarten, dass das, was sie selbst säen, Früchte tragen wird, auch wenn dies auf eine Weise und an Orten geschieht, die sie wahrscheinlich nicht sehen werden.
Kein Tresor kann Liebe oder Leben einschließen. Auch der heilige Franziskus, der auf alles verzichtet hatte, lobte den Herrn mit der grenzenlosen Liebe seines Herzens, fern von aller weltlichen Logik, ein Gaukler Gottes, ein Narr in den Augen der Menschen.
Jeder von uns trägt ein Leben lang ein Herz in sich, das sucht. Um Fragen offen zu begegnen und gemeinsam nach Antworten zu suchen, braucht es zwei Fähigkeiten: Geduld und Liebe.
Ich möchte diese Überlegungen mit einem besonderen Dank an Josef Torggler abschließen, der viele Jahre lang in der Rubrik „Zum Nachdenken“ Gedanken mit uns geteilt hat.
Die Hingabe und Sorgfalt in der eigenen Arbeit kann durch Geld nicht ausgeglichen werden und manchmal nicht einmal durch ein Dankeschön. Vielmehr müssen wir uns daran erinnern, dass dieses Engagement genau in den zuvor beschriebenen Gedanken gehört.
Josef hat uns oft gebeten, in den Ruhestand gehen zu dürfen, und wir lassen ihn gehen, im Wissen, dass seine Worte dazu beigetragen haben, unseren gemeinsamen Weg zu gestalten.
In den nächsten Ausgaben werden wir verschiedene Menschen bitten, jeweils einmal dazu beizutragen, diese Rubrik zu bereichern, die sich nicht ändert, aber neue Stimmen aufnimmt.
Danke Josef!
Chiara Rinaldi
Leiterin des Amtes für Schule und Katechese