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Arbeit zu den Visionspapieren der Diözesansynode:

Das Jahresthema 2019/20 stellt folgende Visionspapiere der Diözesansynode in den Fokus der Aufmerksamkeit:

  • „Verkündigung“ (Nr.155-202)
  • „Glauben vertiefen und weitertragen“ (Nr. 203-235)

Im Folgenden finden Sie eine kurze Anleitung für eine gemeinsame Auseinandersetzung mit den Visionspapieren. Zielgruppen sind Pfarrgemeinderäte (z.B. im Rahmen einer Klausur), kirchliche Vereinigungen oder Gruppierungen, Gebetsgruppen oder Bibelrunden – kurz Gruppierungen von Erwachsenen, die einen Dienst in der Kirche versehen oder einen gemeinsamen Glaubensweg gehen.

Was sind die Visionspapiere der Diözesansynode?

Ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry gibt in treffender Weise darüber Auskunft: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Menschen zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.[1]

Visionen sind Zukunftsvorstellungen, in denen die Sehnsüchte und Träume, die Werte und die Überzeugungen einer Person oder Gruppe, Gestalt annehmen. So wurde den Synodalen in den Kommissionen der Auftrag gegeben, in Bezug auf ihr spezifisches Thema ein ideales, erstrebenswertes Bild unserer Ortskirche zu entwerfen. Die Visionspapiere erfüllen damit in der Umsetzung der Synode eine wichtige Funktion. Sie geben Aufschluss darüber, welches Ideal von Kirche wir nach der Synode anstreben sollten. Damit orientieren diese Texte unser Handeln weit über die konkreten Einzelschritte hinaus.

Warum sollten wir uns in der Pfarrei mit den Visionspapieren beschäftigen?

Die Auseinandersetzung mit den Visionspapieren kann uns helfen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Auch wenn wir vielleicht nicht in allem und in jedem Punkt einer Meinung sind: die Auseinandersetzung mit einem Idealbild gibt uns Orientierung in unserem Tun. Es hilft uns, die Baustellen zu erkennen, an denen es gilt, Hand anzulegen. Es hilft uns, Prioritäten zu setzen. Es hilft uns, unser eigenes Tun kritisch zu beobachten.

Wie können wir es angehen?

  • Vorbereitung
    • Für die Textgrundlage sorgen. Jede Pfarrei hat nach der Synode die Texte bekommen: als Sondernummer des Folium Dioezesanum (2016) bzw. als gedrucktes Buch des Athesia-Tappeiner Verlages. Letzteres ist weiterhin im Buchhandel oder online erhältlich.
    • Den Text mit der Einladung zum Treffen zusenden. Es sind wenige Seiten Text, die leicht zu lesen sind. Alle sollten den Text bereits gelesen haben.
  • Beim Treffen selbst:
    • Mit einer (biblischen) Besinnung beginnen.
    • Kurz erklären, was es mit dem Text auf sich hat (vgl. oben, oder die Einführungen im Synodenbuch)
    • Den Text in Abschnitte gliedern und Kleingruppen einteilen. Jeweils eine kleine Gruppe von Teilnehmenden (2-5) beschäftigt sich mit einem Abschnitt.
    • In der Kleingruppe lesen alle nochmals den Text für sich allein mithilfe folgender Symbole, die an den Rand des Textes gezeichnet werden können.
      • Herz: diese Stelle hat mich besonders positiv angesprochen
      • Blitz: mit dieser Stelle bin ich nicht einverstanden
      • Fragezeichen: diese Stelle habe ich nicht verstanden
      • Rufezeichen: diese Stelle scheint mir besonders wichtig zu sein
    • Nach dieser Einzelarbeit bespricht jede Gruppe ihren Text. Welche Fragezeichen lassen sich klären? Was gefällt uns? Wo spüren wir Widerstand? Was scheint uns wichtig?
    • Jede Gruppe überlegt sich außerdem: was von dieser Vision ist bei uns bereits verwirklicht? Wo reibt sich dieses Bild mit unserer Wirklichkeit, wo haben wir Handlungsbedarf?
    • Anschließend stellt jede Gruppe ihre Überlegungen vor. Die wichtigsten Punkte werden dabei schriftlich festgehalten. Am besten auf Moderationskarten, die aufgehängt oder auf dem Tisch ausgelegt werden können.
    • Nun wird im Plenum gesammelt: zu welchen Schritten ermutigt uns dieses Visionspapier? Wie können wir dem beschriebenen Ideal in Stück näher kommen? Gibt es Ideen, die uns hier weiterbringen? Was wollen wir auf unsere Tagesordnung setzen?
    • Abschließende Runde, in der alle nochmals zu Wort kommen: was nehme ich aus der Beschäftigung mit diesem Text für mich mit? Was bleibt mir?
    • Abschließendes Gebet: entweder als vorbereitete Besinnung oder als freies Fürbittgebet mit den Impulsen des Textes.
  • Nacharbeit:
    • Es ist auch in Ordnung, wenn es bei einem Moment des gemeinsamen Nachdenkens und Austausches bleibt.
    • Sollten Ideen und Impulse für die Praxis entstehen, so gehören diese in ein nächstes Treffen. Es braucht Zeit, die Dinge sitzen zu lassen und aus einer bestimmten Distanz nochmals zu bedenken. Erzählen Sie inzwischen einigen Leuten, die nicht dabei waren, von der Idee: was für Rückmeldungen bekommen Sie?
    • Nehmen Sie die Erfahrungen und Impulse mit ins Gebet.

 

[1] Vgl. Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste, Karl Rauch Verlag, 1956.