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Pressemitteilungen 2026

Bischof Muser: Bezahlbares Wohnen als soziale Schlüsselfrage

Beim traditionellen Medienempfang zum Gedenktag des heiligen Franz von Sales hat Bischof Ivo Muser heute (23. Jänner 2026) im Bozner Pastoralzentrum die Bedeutung des bezahlbaren Wohnens als zentrale soziale Frage in der aktuellen Südtiroler Gesellschaft hervorgehoben. Im Mittelpunkt der Begegnung mit Chefredakteurinnen und Chefredakteuren der Südtiroler Medien und den Standesvertretungen der Journalistinnen und Journalisten stand der Beitrag bzw. die Projekte der Diözese Bozen-Brixen in diesem Bereich sowie eine Einordnung der diözesanen Spielräume in der Wohnbaupolitik im Mittelpunkt.

In seiner Einführung verwies der Bischof auf die aktuellen Arbeitsschwerpunkte der Diözese, darunter den bevorstehenden Abschluss des Projekts „Mut zum Hinsehen“, die laufende Kurienreform sowie das Gedenkjahr zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi. Mit Blick auf die soziale Lage im Land betonte der Bischof, dass die Wohnungsfrage derzeit eine der drängendsten Herausforderungen darstelle: „Bezahlbares Wohnen berührt ganz konkret Würde, Sicherheit und Lebensperspektiven vieler Menschen.“

Caritas-Projekt „Haus der Hoffnung“ 

Als konkrete Maßnahme in diesem Bereich nannte Bischof Muser das aus dem Heiligen Jahr hervorgegangene Projekt „Haus der Hoffnung“. Zur Einordnung schilderte Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer die soziale Realität: Im vergangenen Jahr beherbergte die Caritas rund 800 wohnungslose Menschen in ihren Einrichtungen; fast jeder dritte Klient der Schuldenberatung komme wegen Mietschulden oder Wohnkosten. Mit dem Projekt „Haus der Hoffnung“ entstehen in Meran 18 Wohneinheiten als Trainingswohnungen für Menschen in sozialen oder finanziellen Schwierigkeiten.

Wohnraum 

Einen weiteren Wirkungsbereich stellte die Diözese mit ihrem langfristig zur Verfügung gestellten Wohnraum vor. und der Direktor des Instituts für den Unterhalt des Klerus (DIUK), Andreas Mumelter, erklärten, dass diözesane kirchliche Rechtsträger derzeit 547 Wohnungen verwalten, die langfristig vermietet und nicht spekulativ genutzt werden. Die Miethöhe orientiere sich grundsätzlich am Landesmietzins. Zudem seien weitere Wohnungen in Bau oder Planung, unter anderem im Rahmen von DIUK-Projekten.

Verantwortung statt Wohnbaupolitik

Bischof Muser unterstrich, dass die Kirche keine Wohnbaupolitik mache und weder Land und Gemeinden noch Markt ersetze. „Aber sie trägt Verantwortung dort, wo sie Eigentümerin ist“, sagte der Bischof. Ziel der Begegnung sei es gewesen, transparent darzustellen, welchen konkreten Beitrag die Kirche leistet und wo ihre Möglichkeiten begrenzt sind.