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Pressemitteilungen 2026

Bischof Muser/Pastoraltagung 2026: Kirche lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen

Mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen am 25. Oktober hat Bischof Ivo Muser heute (18. September) bei der Pastoraltagung 2026 zu gemeinsamer Verantwortung und aktiver Mitgestaltung in den Pfarrgemeinden aufgerufen. In seiner Grundsatzrede verband er den diesjährigen Tagungsschwerpunkt, die Liturgie, mit der Erneuerung der pfarrlichen Gremien, der Einführung von Pastoralteams und der Zukunft der Pfarreien. Dabei sprach Muser offen über die anstehenden Veränderungen und darüber, welche Verantwortung künftig stärker von vielen gemeinsam getragen werden muss.

Die Pastoraltagung bildet traditionell den Auftakt des kirchlichen Arbeitsjahres in der Diözese und dient zugleich der gemeinsamen Standortbestimmung für die pastoralen Schwerpunkte der kommenden Monate. Ausgangspunkt der Rede von Bischof Muser war deshalb das Tagungsthema „Liturgie - Quelle der Kraft“.

Angesichts kleiner werdender Gottesdienstgemeinden warnte Muser davor, zuerst auf Strukturen und Organisation zu schauen. „Organisation kann kirchliches Leben unterstützen; hervorbringen kann sie es nicht“, sagte der Bischof. Entscheidend sei vielmehr die Frage, was den Glauben nährt und stärkt. Dabei bekräftigte Muser die Bedeutung der Eucharistie und zugleich den eigenständigen Wert der Wortgottesfeier. Diese dürfe nicht bloß als „Ersatz und Notnagel“ verstanden werden. Für Muser geht es dabei nicht nur um die Form der Gottesdienste. Liturgie solle so gefeiert werden, dass Menschen sie verstehen und innerlich mitvollziehen können; Priester, Diakone und andere Verantwortliche rief er deshalb zu Weiterbildung, Reflexion und ehrlichem Feedback auf.

Verantwortung in den Pfarrgemeinden

Mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen am 25. Oktober betonte Muser, die Erneuerung der pfarrlichen Gremien sei weit mehr als ein organisatorischer Vorgang. Sie zeige, dass Kirche vom Zusammenwirken vieler Menschen und von der gemeinsamen Verantwortung aller Getauften lebe. „Die entscheidende Frage lautet nicht zuerst: Wer kandidiert? Sie lautet: Wohin führt uns Gott durch die Menschen, die er uns zur Seite stellt?“

Auch die Pastoralteams stellte Muser in diesen Zusammenhang. Sie seien nicht nur eine Antwort auf veränderte personelle Bedingungen und den Priestermangel. Es gehe vielmehr darum, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und unterschiedliche Fähigkeiten in den Pfarrgemeinden stärker einzubeziehen.

Zukunft der Pfarreien

Deutlich sprach der Bischof auch über die Zukunft der Pfarrstrukturen. „Wir werden auf Dauer nicht alle Pfarreien in ihrer heutigen rechtlichen und organisatorischen Gestalt erhalten können“, sagte Muser. Das sei Folge tiefgreifender Veränderungen in Kirche und Gesellschaft und nicht Ausdruck eines Scheiterns.

Zugleich sprach sich Muser gegen einheitliche Lösungen von oben aus. Entscheidend sei, welche Formen kirchlicher Organisation vor Ort tatsächlich tragen. Die Seelsorgeeinheiten seien deshalb gefordert, ihre Situation gemeinsam anzuschauen und passende Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln.

Erneuerung der Diözese

In den größeren Zusammenhang kirchlicher Erneuerung stellte Muser auch die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Das Projekt „Mut zum Hinsehen“, das in den kommenden Wochen abgeschlossen wird, sei kein zusätzliches Arbeitsfeld neben anderen pastoralen Aufgaben, sondern Teil des geistlichen Erneuerungsprozesses der Diözese.

Auch die Reform des Bischöflichen Ordinariats, die in den kommenden Monaten weiter umgesetzt wird, ordnete Muser in diesen Zusammenhang ein. Die Zukunft der Diözese entscheide sich nicht in den Büros, sondern in den Gemeinschaften vor Ort. Das kommende Jahr werde für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herausfordernd, weil sich vertraute Arbeitsweisen verändern würden.

Zum Abschluss rief Muser dazu auf, die kommenden Veränderungen nicht nur von Problemen und Defiziten her zu sehen. Kirche erneuere sich dort, wo Menschen ihren Glauben teilen, aufeinander hören und gemeinsam Verantwortung übernehmen.