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"Die Notwendigkeit, an Sonn- und Feiertagen die Geschäfte offen zu halten, gibt es nicht"

Die Allianz für den freien Sonntag sieht sich durch die Ergebnisse der aktuellen AFI-Umfrage in ihrer langjährigen Position bestätigt. Die Umfrage zeige, dass es keine Notwendigkeit für eine Öffnung der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen gebe und der arbeitsfreie Sonntag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen hohen Stellenwert habe.

Wenn fast die Hälfte von Südtirols Arbeitnehmern (47%) sonntags nie einkaufen geht, bestätigt dies, was die Allianz für den freien Sonntag seit Jahren betont: Es gibt sie nicht, die Notwendigkeit, an Sonn- und Feiertagen die Geschäfte offen zu halten. Dass an Sonntagen kein zusätzlicher Umsatz generiert wird, sondern dieser sich lediglich verlagert - allerdings auf Kosten vieler Familienbetriebe und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter samt ihren Familien -, ist seit Jahren bekannt und wird durch die aktuellen Umfrageergebnisse des AFI bekräftigt. 

Eine der deutlichsten Zahlen dieser Umfrage ist jene, bei der es um die Frage nach der Bereitschaft geht, sonntags zu arbeiten: Von all jenen, die heute einen arbeitsfreien Sonntag genießen, sprechen sich 82% dagegen aus, am Sonntag perspektivisch zu arbeiten (vor 12 Jahren waren es 59%). Damit wird deutlich, dass von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Wert des arbeitsfreien Sonntags erkannt wird. Der arbeitsfreie Sonntag dient dem Wohl des Menschen, den sozialen Kontakten, der Möglichkeit den eigenen Glauben zu leben, Zeit für die Familie, für Freizeit und für Kultur zu haben. 

Die Allianz für den freien Sonntag ist der Auffassung, dass die Sonntagsarbeit im Handel die Ausnahme bleiben soll – und zwar gerade deshalb, weil es um das Wohl des Menschen geht. Der Sonntag stellt eine heilsame, befreiende, geradezu therapeutische Unterbrechung dar. Der Sonntag ist der gemeinschaftsstiftende Ruhepol der Gesellschaft, der deutlich macht, dass Arbeit und Konsum nur das „halbe“ Leben sind. Der arbeitsfreie Sonntag setzt auch eine deutliche Grenze zwischen fremd- und selbstbestimmter Zeit. Damit ist der Sonntag der „Kitt der Gesellschaft“ – er dient als kollektiv freier Tag dazu, dass Beziehungen gepflegt werden können und garantiert Zeitwohlstand und Lebensqualität.

Wie die Umfrage des AFI zeigt, bleibt die Ablehnung einer generellen Öffnung der Geschäfte am Sonntag nach wie vor groß: Ganze 61% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind gegen die Öffnung der Geschäfte an Sonntagen; nur 20% sprechen sich demgegenüber dafür aus. 

Damit können die politisch Verantwortlichen nun ihren Worten Taten folgen lassen – denkt man an das Bekenntnis, das der Südtiroler Landtag 2017 abgelegt hat und an die von der Allianz für den freien Sonntag ausgearbeiteten Selbstverpflichtungen, die 2019 zahlreiche Landtagsabgeordnete unterschiedlicher politischer Richtungen unterzeichnet und sich damit dafür ausgesprochen haben, für eine konsequente Eindämmung verkaufsoffener Sonn- und Feiertage einzutreten.

„Mögen Sonn- und Feiertage wieder unseren Familien gehören und dem Kontakt mit dem, was uns als Einzelne und als Gesellschaft wirklich trägt; durch den öffentlichen Schutz der Sonn- und Feiertage gewinnen und verdienen wir letztlich alle“, so die Allianz für den freien Sonntag.