Die diözesanen Ehrungen haben bei der Pastoraltagung eine lange Tradition. Die Vorschläge für die Ehrungen kommen aus dem Pastoralrat, von den katholischen Vereinen und Verbänden, der Consulta dei laici sowie dem Kurienrat. Über die Verleihung entscheidet der Bischof. Berücksichtigt werden insbesondere ein langjähriger Einsatz auf diözesaner Ebene, Leitungsverantwortung, Breitenwirkung und ein vorbildliches Engagement.
Isabella Engl: Einsatz für Frauen, Bildung und Eine-Welt-Arbeit
Die 1945 in Amstetten geborene Isabella Engl lebt seit 1981 in Milland. Engl engagierte sich über Jahrzehnte ehrenamtlich in Kirche und Gesellschaft. Seit den 1980er-Jahren war sie regelmäßig in Kenia und Uganda tätig. Im Mittelpunkt standen Hilfe zur Selbsthilfe, die Stärkung von Frauen, Bildungsprojekte und medizinische Versorgung. In Uganda wirkte sie am Aufbau eines Ausbildungsprojekts mit, aus dem später eine staatlich anerkannte Berufsschule hervorging. Zudem engagierte sie sich gegen Mädchenbeschneidung und für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
Auch in Südtirol übernahm Engl zahlreiche Aufgaben. Sie war Gründungsmitglied der OEW und der Eine-Welt-Gruppe Milland, engagierte sich in der Katholischen Frauenbewegung, im Katholischen Forum und in der Diözesansynode. Mit der Spendenaktion „Bleistift für Bildung“ setzte sie zudem einen eigenen Schwerpunkt im Bildungsbereich. Seit vielen Jahren ist sie als Lektorin und im Pfarrgemeinderat von Milland tätig. Mit der Ehrung würdigt die Diözese besonders ihren jahrzehntelangen kirchlichen und sozialen Einsatz sowie ihr Engagement für die Rechte von Mädchen und Frauen.
Paolo Spolaore: Soziale Verantwortung und Einsatz für „La Strada - Der Weg“
Paolo Spolaore, Jahrgang 1948, war beruflich über Jahrzehnte im Sozial- und Gesundheitswesen des Landes tätig. Seit 1982 leitete er Bereiche des Sozial- und Rehabilitationswesens, ab 1986 das zuständige Amt für Menschen mit Behinderung. Von 1994 bis zu seiner Pensionierung 2009 stand er der Abteilung Gesundheitswesen des Landes Südtirol vor.
Bereits 1978 gehörte Spolaore zu den Gründungsmitgliedern von „La Strada - Der Weg“. Nach seiner Pensionierung verstärkte er sein ehrenamtliches Engagement und war mehr als 15 Jahre als Präsident beziehungsweise Vizepräsident des Vereins tätig, zuletzt bis 2024. Die Diözese würdigt damit seinen langjährigen Einsatz im sozialen Bereich, insbesondere seine ehrenamtliche Leitungsverantwortung bei „La Strada - Der Weg“.
Don Giuseppe Rizzi: Mehr als sechs Jahrzehnte im Dienst der Diözese
Don Giuseppe Rizzi wurde 1936 in Meran geboren und 1960 in Trient zum Priester geweiht. Sein priesterlicher Weg führte ihn zunächst in die Bildungs- und Jugendarbeit. Später war er unter anderem Pfarrer von Maria Himmelfahrt in Bozen, Dekan in Bozen sowie Pfarrer der Bozner Pfarrei Pius X. und der Pfarrei zur Heimsuchung Mariens.
Von 2005 bis 2012 war Rizzi Generalvikar der Diözese Bozen-Brixen. Darüber hinaus war er über viele Jahre in der italienischsprachigen Pastoral tätig, unter anderem in Gries, Lana, St. Michael/Eppan und seit 2014 als Seelsorger in Sinich. Mit der Ehrenmedaille würdigt die Diözese seinen jahrzehntelangen Dienst als Priester, Lehrer, Pfarrer und Generalvikar sowie seinen Einsatz für die italienischsprachige Seelsorge.
