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Pressemitteilungen 2026

Foedus Sacerdotale feiert Titularfest in Brixen: Herausforderungen des priesterlichen Dienstes

Die Priestergemeinschaft Foedus Sacerdotale hat heute, Donnerstag, 6. August, ihr traditionelles Titularfest im Dom von Brixen gefeiert. Den Gottesdienst zum Fest der Verklärung des Herrn leitete Erzbischof Giampietro Dal Toso, Apostolischer Nuntius in Jordanien und Zypern. In seiner Predigt sprach Dal Toso offen über die Herausforderungen des priesterlichen Dienstes. Im Anschluss stellte Diözesanarchivarin Erika Kustatscher ihr neues Buch über den niederen Klerus am Brixner Dom vor.

Die Priestergemeinschaft Foedus Sacerdotale vereint Priester aus den Diözesen Bozen-Brixen und Innsbruck. Dem Foedus gehören derzeit 106 Mitglieder an, davon 68 aus der Diözese Bozen-Brixen und 38 aus der Diözese Innsbruck. Jedes Jahr kommen die Mitglieder am 6. August, dem Fest der Verklärung des Herrn, zu ihrem Titularfest zusammen.

Den diesjährigen Festgottesdienst leitete Erzbischof Giampietro Dal Toso. Der aus Leifers stammende Geistliche ist Apostolischer Nuntius in Jordanien und Zypern.

Herausforderungen des priesterlichen Dienstes

In seiner Predigt sprach Dal Toso offen über die Herausforderungen, die mit dem priesterlichen Dienst verbunden sind. Priester seien mit ihren eigenen Schwächen konfrontiert und erlebten pastorale Enttäuschungen und Misserfolge. Hinzu komme die Erfahrung, dass weniger Menschen die Gottesdienste besuchten und besonders viele junge Menschen auf Distanz zur Kirche gingen.

Gerade vor diesem Hintergrund deutete der Erzbischof die Verklärung Jesu als Zeichen der Ermutigung. Das Evangelium erzählt, wie Jesus vor den Augen dreier Jünger in göttlichem Licht erscheint und ihnen damit einen Vorgeschmack auf seine Auferstehung gibt. Diese Erfahrung habe den Aposteln die bevorstehenden Schwierigkeiten und den Kreuzestod Jesu nicht erspart, ihnen aber Kraft und Zuversicht für den weiteren Weg gegeben. Die Verklärung sei ein machtvolles Zeichen der kommenden Auferstehung und erinnere daran, dass Scheitern, Leid und Tod nicht das letzte Wort hätten.

Diese Botschaft gelte auch für den priesterlichen Dienst. Christliche Hoffnung bestehe nicht darin, Schwierigkeiten auszublenden, sondern darauf zu vertrauen, dass Gott auch durch Erfahrungen des Kreuzes hindurch neues Leben eröffne. „Was können wir dem heutigen Menschen anbieten, wenn nicht die Auferstehung Christi?“, fragte Dal Toso.

Kanoniker und Kapläne am Brixner Dom

Im Anschluss an den Gottesdienst stellte die Historikerin Erika Kustatscher ihre Monographie „Kanoniker und Kapläne um die Kathedra. Der niedere Klerus am Dom zu Brixen in siebeneinhalb Jahrhunderten“ vor. Die Publikation schließt an die bereits vorliegenden Studien von Leo Santifaller, Karl Wolfsgruber und Josef Gelmi über die Domherren und damit über den hohen Klerus am Brixner Dom an.

Im Mittelpunkt des neuen Werkes stehen die Chorherren des um 1215 gegründeten und 1808 aufgehobenen Kollegiatstiftes im Kreuzgang sowie die Inhaber der seit dem späten 13. Jahrhundert gestifteten Dombenefizien. Am Vorabend der Säkularisation im Jahr 1803 gab es 25 solcher Kapläne.

Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehörten die Übernahme von Messen für Mitglieder des Domkapitels, die Feier der an der Kollegiatkirche und den einzelnen Benefizien gestifteten Messen sowie das gemeinsame Stundengebet. Viele von ihnen versahen darüber hinaus Dienste und Ämter für das Domkapitel und die bischöfliche Kurie oder waren in der Lehre tätig.

Da sie keine unmittelbaren seelsorglichen Verpflichtungen hatten, blieb ihnen auch Zeit für Musik, Kunst und Wissenschaft. Manche von ihnen erbrachten in diesen Bereichen Leistungen, die bis heute anerkannt sind. Die Dombenefizien wurden 1987 aufgehoben.