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Hirtenbriefe

Hirtenbrief zur Fastenzeit 2026: Christus begegnen - Kurzfassung für die Predigt

Bischof Ivo Muser

Aschermittwoch, 18. Februar 2026

Kurzfassung für die Predigt

Die Fastenzeit lädt uns ein, unseren Blick neu auf Christus zu richten. Er hat versprochen, bei uns zu sein – alle Tage. Diese Zusage trägt unsere Gemeinden, gerade in einer Zeit des Wandels und der kleiner werdenden Gottesdienstgemeinden. Entscheidend ist nicht zuerst, wie viel wir noch können oder organisieren, sondern dass wir uns von Christus sammeln lassen und aus der Begegnung mit ihm leben.

Kirche lebt aus der Begegnung mit Christus

Diese Begegnung geschieht auf verschiedene Weise: in der Gemeinde, die betet und singt, im Hören auf das Wort Gottes und in der Feier der Eucharistie. Der Bischof erinnert daran, dass wir durch Taufe und Firmung berufen und befähigt sind, Gott zu loben, füreinander einzustehen und das Evangelium weiterzugeben. Kirche lebt, wo Menschen sich im Glauben versammeln und ihr Leben an Christus ausrichten.

Christus begegnen im Wort Gottes

Einen besonderen Akzent setzt der Hirtenbrief auf das Wort Gottes. In der Heiligen Schrift begegnen wir Christus selbst. Darum soll dem Wort Gottes in unseren Feiern mit Sorgfalt und innerer Aufmerksamkeit Raum gegeben werden. Wort-Gottes-Feiern sind eine eigenständige und wertvolle Form des gottesdienstlichen Betens. In ihnen ist Christus gegenwärtig, wenn sein Wort verkündet und gehört wird. Deshalb werden sie als Feier des Wortes Gottes begangen, ohne Kommunionausteilung. So können wir uns vom Wort Christi sammeln, ansprechen und für unseren Weg im Glauben stärken lassen.

Die Eucharistie – Mitte des christlichen Lebens

Zugleich richtet der Bischof den Blick auf die Eucharistie als Mitte des christlichen Lebens. Auch wenn es nicht mehr überall und jeden Sonntag möglich ist, die Messe zu feiern, bleibt sie Quelle und Höhepunkt unseres Glaubens. In ihr schenkt Christus sich selbst. Darum ist es wichtig, die Zeichen dieser Feier bewusst und würdig zu gestalten. Besonders die Gabenbereitung macht sichtbar, was wir feiern: Wir bringen Brot und Wein – und mit ihnen unser eigenes Leben – zum Altar. Im Gebet und im gemeinsamen Singen lassen wir uns in diese Bewegung des Sich-Schenkens Christi hineinnehmen und verwandeln.

Der Sonntag – Tag des Herrn und der Gemeinde

Der Sonntag bleibt der Tag des Herrn, ein Tag der Begegnung mit Gott und miteinander. Alle Formen des gemeinsamen Betens an diesem Tag – Eucharistiefeiern, Wort-Gottes-Feiern, Stundengebet, Andachten oder neue Gebetsformen – stärken diese Mitte und tragen das christliche Leben in den Gemeinden. Unser gottesdienstliches Feiern sollte derart gestaltet sein, dass die Sehnsucht nach der sonntäglichen Begegnung mit Christus, der sich uns in Brot und Wein schenkt, wachgehalten und gefördert wird.

Dank und Ermutigung zum gemeinsamen Weg

Am Ende steht ein Dank an alle, die das gottesdienstliche Leben in unseren Gemeinden mittragen: an Priester und Diakone, Ordensleute, an Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern, an Vorbeterinnen und Vorbeter und an alle Mitfeiernden. Durch ihren Dienst und ihr Mitbeten wird erfahrbar: Christus ist mitten unter uns.

So lädt uns die Fastenzeit ein, die Beziehung zu Christus zu vertiefen: im Hören auf sein Wort, im gemeinsamen Gebet und in der Feier der Eucharistie. Gehen wir diesen Weg mit Vertrauen – dem Licht entgegen, das uns in Ostern neu geschenkt wird.