Zum Hauptinhalt springen
Pressemitteilungen 2026

Studienjahr an PTH Brixen eröffnet: „Information ist noch keine Wahrheit“

Die Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen hat heute, 5. Oktober 2026, das Studienjahr 2026/27 eröffnet. 44 Studierende haben sich neu in die akademischen Studienangebote eingeschrieben. Dekan P. Martin M. Lintner und Bischof Ivo Muser rückten bei der Eröffnungsfeier die Bedeutung eigenständigen und kritischen Denkens in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und schnell verfügbaren Informationen in den Mittelpunkt.

Dekan P. Martin M. Lintner ermutigte die Studierenden, sich trotz veränderter Studienbedingungen Zeit und Muße für ihr Studium zu nehmen. Viele müssten heute Studium, Beruf und Familie miteinander vereinbaren. Umso wichtiger sei es, sich Freiräume zu schaffen, zu lesen, Inhalte zu vertiefen und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Zeit nehmen für eigenständiges Denken

Gerade angesichts Künstlicher Intelligenz und einer großen Menge schnell verfügbarer Informationen brauche es eine eigenständige Methodik des Denkens, Lesens und Lernens. Es gehe nicht nur darum, Informationen abzurufen, sondern Inhalte zu verstehen und zu verinnerlichen.

Diesen Gedanken griff auch Bischof Ivo Muser im Eröffnungsgottesdienst auf. Eine Hochschule lebe vom Fragen und Suchen. Gerade heute sei es wichtig, Informationen kritisch zu prüfen: „Information ist noch keine Wahrheit.“ Hochschulen seien Orte des Nachdenkens, des Dialogs und der gemeinsamen Wahrheitssuche. Wissen allein genüge jedoch nicht, betonte Muser mit Blick auf das Evangelium vom barmherzigen Samariter: „Aus Wissen wird Verantwortung. Aus Wissen wird eine Tat.“ Studium solle deshalb nicht nur Wissen vermitteln, sondern Denken und Leben prägen.

Zu den Fragen, mit denen sich Theologie und Philosophie heute auseinandersetzen müssten, zählte der Bischof Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, die Würde des Menschen, Migration und kulturelle Vielfalt sowie die Zukunft von Kirche und Gesellschaft. Dafür brauche es „Mut zum Denken“, „Mut zum Glauben“ und „Mut zum Dialog“.

Neue Studierende und Ausbildungsangebote

Neben den 17 Studierenden im Bachelor Philosophie gibt es fünf neue Inskriptionen in der Religionspädagogik. Eine Studierende absolviert ihr Studium in Kooperation mit dem ISSR „Romano Guardini“ in Trient, ein Student aus Erfurt verbringt ein Auslandsjahr in der Fachtheologie in Brixen. 20 Personen beginnen den Universitätsstudiengang Angewandte Ethik. 26 nehmen am nichtakademischen Ausbildungslehrgang für Religionslehrpersonen für die Grundschule teil, den die PTH gemeinsam mit dem Deutschen und Ladinischen Schulamt durchführt.

Bei den Brixner Theologischen Kursen beginnen vier Personen das Grundmodul und 15 den Aufbaukurs. Für den Kurs zur Leitung von Begräbnisfeiern liegen 23 Anmeldungen vor; hier findet noch ein Auswahlverfahren statt.

Italienischsprachige Religionspädagogik künftig in Kooperation mit Trient

Das Studium der Katholischen Religionspädagogik in italienischer Sprache am ISSR Bozen läuft mit Ende des Studienjahres 2026/27 aus. Das Hochschulkollegium hatte diesen Schritt bereits vor vier Jahren aufgrund der geringen Zahl italienischsprachiger Studierender beschlossen. Die derzeitigen Studierenden schließen ihr Studium noch in Bozen ab. Um auch künftig ein Studium der Katholischen Religionspädagogik in italienischer Sprache zu ermöglichen, kooperiert die PTH Brixen seit 2024 mit dem ISSR „Romano Guardini“ in Trient.