Ostern ist das zentrale Fest des christlichen Glaubens. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi, als Zeichen dafür, dass Leben und Hoffnung stärker sind als Tod und Gewalt.
Bericht aus Jerusalem
Ausgangspunkt der Predigt des Bischofs war ein persönlicher Brief eines Franziskaners, eines früheren Studienkollegen von Bischof Muser, der seit zwei Jahren in der Grabeskirche in Jerusalem tätig ist. Darin schildert der Pater eine von Krieg und Erschöpfung geprägte Situation: Die Menschen seien müde und hätten kaum noch Perspektiven. Selbst an diesem zentralen Ort des Christentums falle es schwer, „an den Frieden zu glauben und das Leben zu feiern“, zitierte Muser seinen Studienkollegen. „Mich bewegen diese Worte sehr“, sagte der Bischof.
Warnung vor der Logik der Gewalt
Vor diesem Hintergrund sprach der Bischof die aktuelle weltpolitische Lage an. Es sei „fatal, wenn man meint, alles mit Gewalt lösen zu können“. Verträge, Diplomatie und die Fähigkeit zum Kompromiss würden zunehmend als Schwäche dargestellt und verdächtigt. Dem setzte Muser die christliche Überzeugung entgegen: „Es gibt keine stärkere Macht auf Erden als die selbstlose Liebe.“ Jesus habe keinen Weg der Gewalt gewählt: „Er hatte kein Schwert“ und habe „nie Soldaten befehligt“, sondern sei im Vertrauen auf Gott seinen Weg gegangen.
Frieden beginnt im Alltag
Zugleich machte der Bischof deutlich, dass die österliche Botschaft konkret werden müsse. Frieden beginne nicht nur auf politischer Ebene, sondern im persönlichen Umfeld jedes Einzelnen: in Familien, Beziehungen und im täglichen Miteinander. „Der erste Schritt zur Abrüstung beginnt immer in unseren Gedanken und in unseren Worten“, betonte Muser. Dort entscheide sich, ob Menschen zum Frieden beitragen oder ihn „vergiften“.
„Nur der Frieden hat Zukunft“
Abschließend stellte der Bischof die bleibende Perspektive von Ostern heraus: Auch wenn Krieg, Leid und Tod weiterhin Realität seien, hätten sie nicht das letzte Wort. „Krieg und Gewalt, Leiden und Tod haben keine Zukunft“, sagte Muser. „Nur der Frieden hat Zukunft.“



